MIT DEM SALAMANDER AUF DEN SCHNEEBERG

2.076 Meter ist er hoch, der Schneeberg und damit der höchste Berg Niederösterreichs. Mit dem Salamander lässt sich der Gipfel besonders bequem erreichen.  Und per pedes gehts bergab.

Jeder Wiener sollte zumindest einmal in seinem Leben am Schneeberg gewesen sein. Zählt er doch neben der Rax und der Hohen Wand zu den typischen Wiener Hausbergen.

Der Tag stand unter dem Motto “Der frühe Vogel fängt den Wurm”. Und so machten wir uns schon zeitig in der Früh auf den Weg nach Puchberg um den Schneeberg zu erklimmen. Um genau zu sein, wählten wir eine moderne Aufstiegshilfe um den Gipfel zu erreichen, nämlich die Schneebergbahn. Zurück sollte es per pedes am Zahnradbahnweg gehen.

Der "Salamander", Station Puchberg

Wir hatten bereits im Vorfeld Sitzplätze für den 9.00 Uhr Zug reserviert. Und das war gut, herrschte doch ein Riesenandrang. Ich war erstaunt, dass an einem Wochentag so viele Wanderer auf den Schneeberg wollten. In der Kassenhalle spielten sich kleine Dramen ab, da die meisten Züge bereits vollkommen ausgebucht waren. Wanderer ohne Ticket wurden auf Züge um die Mittagszeit vertröstet.

Einfahrt in die Bergstation

Pünktlich um 9.00 Uhr ging es los. Für die Fahrt vom Bahnhof Puchberg (577 m) bis zur Bergstation (1.800m) benötigt der Salamander rund 40 Minuten, inklusive einer fünf Minuten Pause in der Station Baumgartner.

Station Baumgartner

Bei der Station Baumgartner befindet sich eine Ausweichstelle und Wasserstation für Dampfzüge. Obwohl die Dieseltriebwagen kein Wasser mehr fassen, dafür Passagiere umso mehr Wasser lassen, ist der traditionelle Aufenthalt auch bei diesen Zügen beibehalten worden.

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Kenner nutzen den Aufenthalt um sich mit den weitgehend bekannten Buchteln des Hüttenwirts zu stärken. Ob die Buchteln mit Marillenmarmelade oder mit Powidl besser schmecken, war auch nach einer intensiven Verkostung nicht eindeutig zu beantworten gewesen.

Einfahrt in die Bergstation

Pünktlich erreichte unser Zug die Bergstation Hochschneeberg auf 1.800 Meter Seehöhe. Hier bieten sich zahlreiche verschiedene Wanderungen an. Wir hatten uns für den rund 10 km langen Zahnradbahnweg entschieden.

Kaiserin Elisabeth Gedächtniskirche

Von der Bergstation führt der Zahnradbahnweg vorbei an der Kaiserin Elisabeth Gedächtniskirche. Die Kirche wurde im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. im Andenken an seine Frau im Jahr 1901 im Jugendstil erbaut.

Oberhalb der Baumgrenze

Nachdem wir uns auch noch Gottes Segen geholt hatten, ging es in steilen und steinigen Serpentinen durch ausgedehnte Latschenfelder bergabwärts Richtung Station Baumgartner. Beim Abstieg muss man jedoch höllisch aufpassen, dass man nicht umknickt und sich die Knöchel oder sonstige Körperteile verstaucht.

Panoramablick ins Puchbergtal

Dafür wird man mit einem herrlichen Panoramablick auf Rax und den Puchberger Talkessel entschädigt.

Baumgrenze

Kurz vor der Station Baumgartner erreichen wir die Baumgrenze. Und auch der Weg bessert sich, ja er wird fast schon zu einer Wanderautobahn.

Der Salamander

Der weitere Weg führt uns durch einen ausgedehnten Nadelwald, ein Segen bei den heutigen Temperaturen von rund 30 Grad. Immer wieder hört und sieht man auf dem Zahnradbahnweg den Salamander, der neue Wanderer auf den Schneeberg bringt. Doch nun beginnen Ober- und Unterschenkel zu brennen oder die Knie zu schmerzen. Kein Wunder haben wir doch bereits 500 Höhenmeter überwunden. Bis ins Ortszentrum von Puchberg sollten noch 700 Höhenmeter dazu kommen.

Gebirgsblumen

Leichte Zweifel kommen auf. War diese Wanderung wirklich eine gute Wahl? Hätten wir eine andere Wanderroute nehmen sollen? Und warum steigen wir eigentlich nicht in den nächsten Salamander bergabwärts ein? Frei nach Bob Dylan – “the answer, my friend, is blowin’ in the wind”.

Blick is Tal

Nach rund 10 km, 1.223 Höhenmetern und einer reinen Gehzeit von ca 3 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz bei der Schneebergbahn. Keine Minute zu früh, denn sämtliche Knie, Ober- und Unterschenkel wollen nicht mehr, schreien nach einer Massage. Meine Oberschenkel haben schon lange nicht so gebrannt, wie heute. Auch wenn es nur bergab geht, der Zahnradbahnweg ist keine leichte Wanderung.

Aber schön war es trotzdem.

Wanderkarte

Tourdaten

Wanderweg-Symbol: Sporadisch vorhanden

Schwierigkeit: mittel, anstrengend für Knie, Ober- und Unterschenkel, da es nur bergab geht

Strecke: ca 10 km  

Highlights der Strecke:

  • Schneebergbahn “Salamander”
  • Hochschneeberg, Panorama
  • Kaiserin Elisabeth Gedächtniskirche
  • Buchteln in der Station Baumgartner

Der Weg ist nicht durchgängig mit dem Logo ausgeschildert. Man muss dem Wegschild “Puchberg” folgen. Es empfiehlt sich auch eine Karte der Region mitzunehmen.