RÜGEN – DIE SCHÖNSTEN AUSFLUGSZIELE UND SEHENSWÜRDIGKEITEN DER OSTSEE-INSEL!

Rügen – Deutschlands größte Insel hat viel zu bieten. Die mondänen Seebäder Binz und Sellin, das raue Kap Arkona, die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund oder den legendären Rasenden Roland. Lest in diesem Beitrag, welche Highlights ihr auf Rügen auf keinen Fall versäumen solltet.

Auf der Seebrücke in Sellin flanieren

Seebad Sellin

Flaniert entlang der Selliner Seebrücke, genießt den Blick auf den breiten, weißen Strand und lauscht dem Möwengeschrei. Bis zum Bau des Rügendamms im Jahr 1936 erreichten Feriengäste die Insel Rügen nur mit dem Dampfschiff. Jedoch konnten Schiffe mit größerem Tiefgang am flachen Ufer nicht anlegen. So wurden die Sommerfrischler mit kleineren Booten abgeholt und an Land gebracht. Das war nicht ungefährlich. So ertranken 1900 bei einem Bootsunglück gleich mehrere Passagiere.

Seebad Sellin

Um das Anlegen von Dampfschiffen zu erleichtern, errichtete Sellin im Jahr 1906 eine rund 500 Meter lange Seebrücke. Durch Stürme und Eisstöße wurde diese jedoch mehrfach zerstört. Das heutige Bauwerk stammt aus 1998 und ist mit 394 Metern die längste Seebrücke der Insel Rügen.

Bewundert die Bäderarchitektur in Sellin

Sellin

Spaziert durch die Wilhelmstrasse von Sellin und bewundert die zahlreichen Villen der für Rügen typischen Architektur. Als die ersten Sommerfrischler die Insel Rügen um die Jahrhundertwende entdeckten, entstanden zwischen 1880 und 1910 prachtvolle Villen im Stile der Bäderarchitektur.

Sellin

Dieser Architekturstil vereint Elemente des Klassizismus, Historismus und Jugendstils: Dorische Säulen schmücken das Eingangsportal, filigran geschnitzte Holzveranden verzieren die weiße Hausfassade. Da ein gemütlicher Erker, dort ein kleines Türmchen oder ein Giebel mit floralen Jugendstil-Ornamenten.

In einem Strandkorb die Seele baumeln lassen

Sellin

Für Österreicher üben Strandkörbe eine magische Anziehungskraft aus. Geschützt vor Wind und Sonne kann man in einem Strandkorb wunderbar die Seele baumeln lassen, einen guten Rügen-Krimi lesen oder einfach nur seine Mitmenschen beobachten. Als Erfinder dieses genialen Strandmöbels gilt der Rostocker Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann im Jahr 1882.

Außergewöhnliche DDR-Architektur in Binz entdecken

Binz

Beim Stichwort DDR-Architektur denken die meisten an graue, wenig einladende Plattenbauten. Doch es gab auch Architekten mit Visionen. Dazu zählte der aus Binz stammende Ulrich Müther. Inspiriert von der Natur, den Muscheln am Strand oder blähenden Segeln im Wind, entwarf Müther filigrane Gaststätten, trendige Musikpavillons oder den berühmten Rettungsturm von Binz. Heute kann der ehemalige Rettungsturm als Hochzeits-Location gemietet werden.

Binz, das Nizza des Ostens besuchen

Seebad Binz

Bis in die 1920er Jahre galt Rügens unangefochtene Königin der Seebäder als “Nizza des Ostens”. Flaniert die Strandpromenade entlang, die am historischen Kurhaus und an der ersten und zweitlängsten Seebrücke der Insel Rügen vorbeiführt. Auch in Binz findet ihr zahlreiche weiße Villen im Stile der Bäderarchitektur.

Die Kreidefelsen am Hochuferweg erwandern!

Nationalpark Jasmund

Schnürt euer festes Schuhwerk und wandert durch die dichten Wälder am Hochuferweg vom Großparkplatz Hagen nach Sassnitz. Der rund 16 km lange Wanderweg führt oberhalb der Steilküste entlang und bietet zahlreiche phantastische Ausblicke auf die berühmten Kreidefelsen.

Nationalpark Jasmund

Der Touristenmagnet schlechthin ist der rund 120 m hohe Königsstuhl. Der Name Königstuhl soll auf den schwedische König Karl XII zurückgehen. Er ließ sich im Jahr 1715 an dieser Stelle einen Sessel aufstellen um eine Seeschlacht gegen die Dänen zu beobachten. Einer anderen Legende zufolge kommt der Name daher, dass derjenige zum König gewählt wurde, der als erster den Königsstuhl von der Seeseite besteigen konnte.

Nationalpark Jasmund

Die besten Fotos vom Königsstuhl lassen sich übrigens von der Victoria-Sicht schießen. Diese liegt ein wenig südlicher als das Objekt der Begierde und ist nach Kronprinzessin Victoria von Preußen benannt, die im Jahr 1865 hier zu Besuch weilte.

Nationalpark Jasmund

Doch nicht nur Kronprinzessinnen zogen die Kreidefelsen in den Bann. Der Maler Caspar David Friedrich setzte der Kreideküste mit seinem Werk “Kreidefelsen auf Rügen” ein bildliches Denkmal. Den Publizisten Ernst-Moritz-Arndt inspirierten sie zu seinem Gedicht “Heimweh nach Rügen”. Und in der Nähe des Aussichtspunkts Piratenschlucht befand sich einst ein Versteck des berühmten Piraten Klaus Störtebeker.

Am Fuße der Kreidefelsen seinen ganz persönlichen Glücksbringer finden!

Nationalpark Jasmund

Eine frische Meeresbrise und das Rauschen der Ostsee – ideale Voraussetzungen für einen gemütlichen Strandspaziergang in der Nähe der Kreidefelsen auf Rügen. Haltet dabei Ausschau nach Hühnergötter. Hühnergötter sind Steine mit Löchern darin. Sie gelten als Glücksbringer und werden gerne als Amulett an einem Lederband um den Hals getragen. Früher legte man die Steine den Hühnern ins Nest um deren Eierlegefreudigkeit zu erhöhen. Daher auch der Name. Aber Achtung, ein Strandspaziergang unterhalb der Kreidefelsen ist nicht ungefährlich. Es brechen immer wieder Felsteile ab und stürzen ins Meer. Daher unbedingt Sicherheitshinweise beachten.

Die klassizistische Planstadt Putbus besichtigen!

Putbus

In Putbus kommen Architekturliebhaber voll auf ihre Kosten. Die klassizistische Modellstadt wurde im Jahr 1810 von Fürst Wilhelm Malte I persönlich am Reißbrett entworfen. Mittelpunkt der fürstlichen Residenzstadt ist der Circus, ein kreisrunder Platz der von strahlenden weißen Stadthäusern umgeben ist. Ein schönes Ensemble, doch leider ohne Atmosphäre. Es fehlt an Geschäften, Kaffeehäusern, Restaurants oder gemütlichen Plätzen zum Verweilen.

Putbus

Im Schlosspark, der nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt wurde, erinnert ein Denkmal an den umtriebigen Fürsten. Bekanntlich steht in einem Schlosspark auch ein Schloss. Dieses werdet ihr aber leider vergeblich suchen. Das fürstliche Schloss ließ die DDR-Führung 1963 wegen angeblicher Baufälligkeit abreißen.

Putbus

Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass Fürst Wilhelm Malte I den Tourismus auf die Insel Rügen brachte. Er gründete in Lauterbach das erste Seebad Rügens, ließ das Jagdschloss Granitz für seine adeligen Freunde errichten und sorgte für den Bau eines Theaters in Putbus.

Eine Zeitreise mit dem Rasenden Roland unternehmen!

Rasender Roland

Er dampft, faucht und pfeift – Die Fahrt mit dem “Rasenden Roland” ist eine Zeitreise in die Vergangenheit. Seit fast 125 Jahren verbindet die Schmalspurbahn Putbus mit den Seebädern Binz, Sellin und Göhren.

Ein schriller Pfiff, dann verlässt die Dampflok schnaufend den Bahnhof von Göhren und nimmt langsam Fahrt auf. Der Geruch von verbrannter Kohle liegt in der Luft. Unser Ziel ist das 24 km entfernte Putbus, die klassizistische Planstadt von Fürst Wilhelm Malte. Gemütlich schaukelt der Zug mit rund 30 Stundenkilometer durch die sanfte Hügellandschaft der Insel Rügen. Felder, Wiesen und dichte Laubewälder ziehen am Fenster vorbei. Es gibt keine Eile und Hektik. Die Fahrt mit dem “Rasenden Roland” hat schon fast etwas Meditatives, die ihr auf keinen Fall versäumen solltet.

Von Göhren nach Sellin entlang des Strandes spazieren!

Strandwanderung

Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will!

Elizabeth von Arnim, “The Adventures of Elizabeth in Rügen”

Eine schöne, rund sechs Kilometer lange Strandwanderung führt von Göhren über Baabe in das Ostseebad Seelin. Zuerst fährt man mit dem “Rasenden Roland” nach Göhren. Zurück geht es dann gemütlich per pedes entlang des Sandstrandes. Es bleibt genug Zeit die Seele baumeln zu lassen, Möwen zu beobachten oder den Fischern zuzusehen, wie sie ihren Fang an Land bringen.

Vom Turm des Jagdschlosses Granitz die Aussicht genießen!

Jagdschloss Granitz

Majestätisch thront das vielleicht schönste Schloss der Insel Rügen auf dem 107 m hohen Tempelberg. Fürst Wilhelm Malte von Putbus ließ das repräsentative Gebäude im Stil eines italienischen Renaissance-Kastells errichten. Die Baupläne stammten vom Architekten Johann Gottfried Steinmeyer. Die Fürsten von Putbus nutzen das Schloss vor allem für ihre adeligen Gäste. Dazu zählten der preußische König Friedrich Wilhelm IV, Reichskanzler Otto von Bismarck oder die umtriebige Reiseschriftstellerin Elizabeth von Arnim.

Jagdschloss Granitz

Eine technische und architektonische Meisterleistung ist die freitragende Wendeltreppe im 38 m hohen Mittelturm des Schlosses. 154 filigrane gusseiseren Stufen führen hinauf zu einer Aussichtsplattform. Im Jahr 1901 lösten die mit Ornamenten durchlöcherten Stufen bei der Reiseschriftstellerin Elizabeth von Arnim noch beschleunigten Herzschlag und blankes Entsetzen aus.

Jagdschloss Granitz

Ob schwindelfrei, kurzatmig oder mit weichen Knien! Wenn ihr den Aufstieg zur Aussichtsplattform geschafft habt, werdet ihr mit einem phantastischen Blick über weite Teile der Insel Rügen und der Ostsee belohnt.

In der ältesten Kirche Rügens kurz Andacht halten!

Altenkirchen

In der beschaulichen Gemeinde Altenkirchen steht die älteste Kirche Rügens. Mit dem Bau des Gotteshauses begannen dänische Mönche um 1185. Für die Errichtung der Kirche ließen die Mönche zahlreiche Bausteine von der Jaromarsburg – einer dem heidnischen Gott Svantovit gewidmeten Kultstätte am Kap Arkona – herankarren.

Altenkirchen

Spaziert durch den kleinen idyllischen Friedhof und sucht nach dem Grab von Pfarrer Ludwig Gotthard Kosegarten. Bekannt wurde der Pfarrer mit seinen berühmten Uferpredigten im Fischerdorf Vitt. Dort verkündete er das Wort Gottes von den Klippen herab, da die Heringsfischer während der Zeit des Heringsfangs nicht in die Kirche nach Altenkirchen kommen konnten.

Rügens nördlichsten Punkt, das Kap Arkona kennenlernen

Kap Arkona

Seit fast 190 Jahren warnen die Leuchttürme am Kap Arkona die Seefahrer vor gefährlichen Untiefen, Sandbänken und Riffen. Auf einem rund 45 m hohes Felsplateau stehen zwei Leuchttürme und ein ehemaliger Marinepeilturm. Der kleinere, quadratische Leuchtturm aus roten Backsteinen wurde nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel 1826 errichtet und gilt als der älteste Leuchtturm an der Ostseeküste.

Kap Arkona

Zur Erinnerung an den angeblich schönsten Tag im Leben einer Frau, werden hier geschlossene Ehen durch eine kleine Tafel im Boden vor dem Turm verewigt.

Kap Arkona

Der größere Turm mit einer Höhe von 36 m wurde im Jahr 1902 gleich neben dem alten Schinkel-Turm erbaut und ist heute noch in Betrieb. Auf jedem Turm befindet sich eine Aussichtsplattform, von welchen ihr den Blick über Halbinsel Wittow und die Ostsee schweifen lassen könnt. An der äußersten Spitze des Kaps findet man noch Reste der ehemaligen Jaromarsburg. Die slawische Burganlage war von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite durch einen 25 Meter hohen Burgwall geschützt.