FESTIVAL RADWEG – VON EISENSTADT NACH RUST AM NEUSIEDLER SEE

Der “Festival Radweg” führt von Eisenstadt über Donnerskirchen, Rust und Mörbisch wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Strecke verläuft die meiste Zeit flach dahin, nur zwischen Mörbisch und St Margareten heißt es kräftiger in die Pedale treten.

Schloss Esterházy in Eisenstadt

Schloss Esterházy

Ausgangspunkt meiner heutigen Radtour ist Eisenstadt. Doch bevor ich mich auf das Rad schwinge, werfe ich noch einen kurzen Blick auf Schloss Esterházy. Es ist wohl das berühmteste und markanteste Bauwerk der burgenländischen Landeshauptstadt. Vom Barockbaumeister Carlone errichtet, erhielt das Schloss Ende des 18.Jhdt durch den Franzosen Moreau seine jetzige Form.

Schloss Esterházy

Sehenswert ist der Haydnsaal, wo Joseph Haydn zahlreiche seiner Werke uraufführte. Fast dreißig Jahre stand Haydn im Dienst des Fürsten Esterházy und komponierte für ihn eine wahre Flut von Musikstücken. Zu den bekanntesten Haydn Stücken zählt sicherlich die österreichische Kaiserhymne, die uns – nach dem Zerfall der Donaumonarchie – einfach von unseren Lieblingsnachbarn geklaut wurde.

Rathaus in Eisenstadt

Ich verlasse Eisenstadt durch die Fußgängerzone und das Industriegebiet. Erstes Ziel am “Festival Radweg” ist der kleine Ort Schützen am Gebirge.

Immer des Gschieß in Gschieß

Schützen am Gebirge

Warum Schützen den Zusatz “am Gebirge” im Ortsnamen trägt, bleibt mir ein Rätsel. Weder einen Hügel noch einen Berg muss ich erklimmen.

Schützen am Gebirge

Schützen hieß früher Gschieß. Und davon gab es im Laufe der Geschichte reichlich. Die Bewohner hatten ein Gschieß mit den Türken, Kuruzen, Franzosen und dem großen Feuer von 1911. Das Ergebnis war immer gleich, nach dem Gschieß lag Schützen in Schutt und Asche. Zentrum des kleinen Ortes ist die Pfarrkirche, die von einer Wehrmauer mit Schießscharten umgeben ist.

Kirschen aus Nachbarsgarten in Donnerskirchen

Donnerskirchen

Der “Festival Radweg” führt mich nun weiter nach Donnerskirchen. Schon von weitem sehe ich die barocke Bergkirche, die hoch über dem Ort thront. Das Wahrzeichen von Donnerskirchen war in kriegerischen Zeiten oft letzter Zufluchtsort der Ortsbevölkerung.

Neusiedler See

Von der Terrasse der Kirche habe ich einen herrlichen Rundblick über den Neusiedler See. Im Zweiten Weltkrieg hatte die Kirche eine wichtige strategische Bedeutung für die Allierten, Gemeinsam mit dem Neusiedler See und der Burg Forchtenstein diente das Gotteshaus als Orientierungspunkt für die Bombergeschwader.

Kirschblüte in Donnerskirchen

Was für die Wachau die Marille, ist für Donnerskirchen die Kirsche. Im Frühjahr verwandeln hunderte Kirschenbäume die Region in ein prächtiges Blütenmeer. Dieses Spektakel lässt sich am besten am Kirschblütenradweg “B12” erleben, der von Jois über Purbach nach Donnerskirchen führt.

Sonnenblumenfelder

Ich verabschiede mich von Donnerskirchen und folge dem “Festival Radweg” weiter Richtung Neusiedler See und Rust. Bis Oggau geht es flott dahin.

Oggau

In Oggau habe ich die Wahl zwischen einer “Bergvariante” nach Rust oder einer “Flachvariante”. Ich entscheide mich für letztere.

Festival Radweg - On the road

Der Wind ist mir gnädig und so radle ich gemütlich entlang von Feldern und dem Schilfgürtel des Neusiedler Sees Richtung Rust.

Kunst im öffentlichen Raum

Zahlreiche Rastplätze entlang des Radweges laden immer wieder für eine kurze Pause ein. Mittlerweile wird auch die Zahl der Radler immer dichter. Kein Wunder, denn der “Festival Radweg” und der Neusiedler Radweg teilen sich hier die Strecke.

Festival Radweg - On the road

Immer wieder sehe ich E-Biker, die ihr Gerät so gar nicht unter Kontrolle haben. Zum Teil fahren Sie viel schneller, als es ihre Fähigkeit erlaubt. 

Rust – Stadt der Störche

Rust

Es ist so weit. Ich bin in der schönsten Stadt des Burgenlandes gelandet. Gemütlich spaziere ich durch das kleine Stadtzentrum von Rust.

Rust

Die Altstadt wird dominiert von Renaissance- und Barockhäusern. Die historischen Fassaden sind verziert mit kleinen Erkern, Stuckdekorationen und Wappen. Zigeunermusik dringt aus einem Gasthausgarten. Auf “Komm mit nach Varasdin” folgt “Komm Zigan, spiel mir was vor”. Gräfin Mariza lässt grüßen.

Rust, die Storchenstadt

Auf zahlreichen Dächern füttern Störche ihre Jungen. Störche am Haus bringen viel Glück, sagt der Volksmund. Eine Infotafel weist mich darauf hin, dass Meister Adebar besonders sensibel auf Erdstrahlen reagiert. Daher errichten Störche ihre Horste nur auf Dächern von strahlungsfreien Häusern. Wieder was gelernt.

Rust

Den besten Blick auf Rust bietet der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche. Die Stufen sind schnell erklommen. Von der Steinbalustrade genieße ich einen wunderschönen Panoramablick über Rust und den den Neusiedler See.

Mörbisch und die Seefestspiele

Mörbisch

Zeit weiter zu radeln. Der “Festival Radweg” führt mich nun entlang der Weinberge nach Mörbisch, dem Ort der leichten Muse. Auf der berühmten Seefestbühne trifft regelmäßig der “Zigeunerbaron” auf die “Lustige Witwe” und die “Csárdásfürstin”. Was für eine Ménage-à-trois! Doch damit möchte ich mich jetzt nicht näher beschäftigen. Ich bereite mich lieber seelisch auf die “Bergetappe” durch das Rüster Hügelland vor.

Mörbisch

Der Anstieg Richtung St Margarethen ist mühsamer als ich dachte. Für die Schweißtreiberei werde ich aber mit einem wunderschönen Blick auf Mörbisch und den Neusiedler See belohnt. Von St Margarethen führt der “Festival Radweg” über Traunsdorf an der Leitha wieder zurück zum Ausgangspunkt in Eisenstadt.

FOTOALBUM
Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour ins Burgenland inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: Festival Radweg

Tourdaten

Festival Radweg Logo

Radweg-Symbol: Grüne Tafel mit der Aufschrift “Festival Radweg”

Schwierigkeit: leicht, nur der Anstieg zwischen Mörbisch und St Margarethen ist ein wenig anstrengend

Strecke: ca 60 km  

Highlights der Strecke:

  • Schloss Esterházy
  • Bergkirche Donnerskirchen
  • Renaissance- und Barockstadt Rust
  • Neusiedler See

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert.