Reiseziele in Europa

Europa steckt voller Orte, die mehr erzählen als ihre bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Eine verwinkelte Gasse in einer alten Stadt, ein stiller Weg durch die Berge oder ein kleiner Ort abseits der großen Routen – überall warten Geschichten, Landschaften und besondere Momente darauf, entdeckt zu werden.

Usedom! Prachtvolle Bäderarchitektur, die berühmte Seebrücke von Ahlbeck und endlose Sandstrände werdet ihr auf dieser Wander- oder Radtour entlang der längsten Strandpromenade Deutschlands entdecken. Unsere 12 km lange Tour beginnt im Kaiserbad Bansin und führt über Heringsdorf und Ahlbeck in das polnische Swinemünde. Ausgangspunkt ist die Seebrücke in Bansin. Kaiserbad Bansin Das Seebad Bansin wurde 1897 eigens zu Zwecken des Badebetriebes »aus dem Boden« gestampft. Grund für die Gründung war das in Deutschland in Mode kommende Baden im Meer, für die der endlose Sandstrand beste Voraussetzungen bot. Doch um die Jahrhundertwende konnte man nicht einfach in die Fluten der Ostsee hüpfen, da Sitte und Anstand besonders großgeschrieben wurden. Davon zeugen noch heute die an der Promenade stehenden nachgebauten Badekarren. In dieser hölzernen Umkleidekabine auf vier Rädern zogen sich die Badegäste, geschützt vor den neugierigen Blicken Anderer, ihr Badetrikot an. Anschließend schleppte ein Pferd den Badekarren ins Wasser. Nur so konnten die Badewilligen sittlich unbedenklich im Meer baden, da der Badekarren gleichzeitig als Sichtschutz diente. Denn es galt als moralisch verwerflich, wenn Frauen und Männer in Sichtweite zueinander im Wasser planschten, auch wenn die damalige Bademode viel mehr verhüllte als heute. Bansin hatte sich jedoch in den Anfangsjahren seines Bestehens einen antisemitischen Ruf eingehandelt. Man vermarktete sich gerne »als deutsches Seebad mit ausschließlich christlichen Häusern und frei von Juden«. Damit wollten sich die Bansiner von Heringsdorf abgrenzen, wo das jüdische Großbürgertum herzlich willkommen war und auch in koscheren Restaurants dinieren konnte. Genug der Einführung. Starten wir los. Im Gegensatz zu ihren Pendants in Heringsdorf und Ahlbeck ist die 285 Meter lange Seebrücke in Bansin puristisch einfach gestaltet und weist kein Land- oder Brückengebäude auf. Trotzdem ist sie bei jedem Wetter als Flaniermeile bei den Touristen beliebt. In unserem persönlichen Ranking der schönsten Seebrücken auf unserer Tour belegt sie Platz 2. Die Bäderarchitektur in den Kaiserbädern von Usedom Das Sehenswerte bei unserer Wanderung entlang der Strandpromenade von Bansin nach Heringsdorf und Ahlbeck sind die vielen prachtvollen Bädervillen. Die Bäderarchitektur vereint Elemente des Klassizismus, Historismus und Jugendstils: Säulen schmücken das Eingangstor, Loggien mit großen Fenstern oder Holzveranden lockern die Hausfassade auf. Ein gemütlicher Erker und ein kleines Türmchen dürfen meist auch nicht fehlen. Als im 19. Jhdt das Baden im Meer in Mode kam, entdeckten Adelige und die Berliner Hautevolee Usedom als idealen Ort für ihre Sommerfrische und ließen sich standesgemäße Villa als Sommerresidenz errichten. Nur wenige Jahre später galt die Insel Usedom bereits als »Berlins Badewanne«. Usedom hat sich in den Jahren nach der Wende zu einem touristischen Hotspot entwickelt und viele der denkmalgeschützten Bädervillen wurden in Hotels und Ferienwohnungen umgebaut. Traurig, aber wahr: Schon einige der alten Villen wurden das Opfer der Spitzhacke und durch charmebefreite Neubauten mit dutzenden Ferienwohnungen ersetzt. Die Künstler in den Kaiserbädern Auch viele Künstler zog es in die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Darunter Thomas Mann, Leo Tolstoi, Theodor Fontane, Kurt Tucholsky oder den Wiener Walzerkönig Johann Strauß. Sie alle flanierten entlang der Strandpromenade, lauschten den kreischenden Möwen und atmeten die würzige Seeluft ein. Wir verlassen nun kurz die Strandpromenade und suchen die Maxim-Gorki-Straße Nr 13 auf, die parallel zur Strandpromenade verläuft. Hier steht die Villa Irmgard, wo sich im Jahr 1922 der russische Schriftsteller Maxim Gorki von seiner Tuberkuloseerkrankung erholte. Ein Gerücht besagt, dass Lenin den Schriftsteller persönlich zur Kur geschickt hatte, um ihn wegen ideologischer Auseinandersetzungen auf elegante Art loszuwerden. Im Gästebuch des Hauses verewigte sich Gorki mit dem Satz »Und dennoch und trotz alledem werden die Menschen eines Tages wie Brüder leben«. In der Villa Irmgard befindet sich ein kleines Museum, wo ihr die Wohn- und Arbeitsräume des Schriftstellers besichtigen könnt. Kaiserbad Heringsdorf Wieder zurück auf der Strandpromenade erreichen wir schon bald das Kaiserbad Heringsdorf, das in der Kaiserzeit zum »Nizza des Ostens« avancierte. Bis in das Jahr 1820 war Heringsdorf ein kleines namenloses Fischerdorf. Einer Legende nach verdankt der Ort seinen Namen dem Kronprinzen und späteren Preußen-König Friedrich Wilhelm IV, der mit seinen Brüdern und seinem Vater eine Rundreise durch Pommern machte. Auf Einladung des Gutsbesitzers Georg Bernhard von Bülow reisten sie auch nach Usedom. Als man das namenlose Fischerdorf besichtigte, bat man den Kronprinzen untertänigst dem kleinen Nest einen Namen zu geben. Inspiriert vom Salzen und Weiterverarbeiten der fangfischen Heringe am Strand fiel Friedrich Wilhelm spontan der Name »Heringsdorf« ein. Das kleine Fischerdorf entwickelte sich jedoch ab dem Jahre 1825 rasant zu einem mondänen Seebad, wo sich die Mitglieder des Kaiserhauses, Großindustrielle und das »Who-is-Who« der Berliner High Society ein Stelldichein gaben. Die Herren flanierten im Anzug und mit Gehstock entlang der Strandpromenade und knüpften gewinnbringende Geschäftskontakte oder diskutierten die wirtschaftlichen Auswirkungen des Russisch-Osmanische Krieges. Damen in weißen Sommerkleidern und dem obligatorischen Sonnenschirm fädelten standesgemäße Partien ihrer Kinder ein oder erfuhren den neuesten Klatsch und Tratsch aus Berlin. Zum gesellschaftlichen Zentrum von Heringsdorf zählte zur Kaiserzeit die Villa Staudt, wo Kaiser Wilhelm II regelmäßig mit Elisabeth Staudt auf der Terrasse Tee trank, wenn er auf Usedom weilte. Der Kaiser schätze die Treffen mit der Gastgeberin, da Elisabeth, nicht nur eine Augenweide war, sondern auch als intelligent, charmant und witzig galt. Im Garten der Villa erinnert eine Statue an den Großvater von Wilhelm II, der 1820 erstmals Heringsdorf gemeinsam mit seinem Bruder, König Friedrich Wilhelm IV besuchte. Sehenswert auf unserer Tour sind auch die Villa Oechsler und die Villa Oppenheim, wo einst der Maler Lyonel Feininger wohnte, der mit seinen Arbeiten am Bauhaus zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne zählt. Betrachten wir nun die Seebrücke von Heringsdorf. Sie ist mit 508 Metern die längste Seebrücke Deutschlands. 1995 eröffnet, beherbergt sie im Landgebäude eine Reihe von Geschäften, Lokalen und mehrere Appartements. Die alte Kaiser-Wilhelm-Brücke, die einst Lyonel Feininger malte, wurde in den 1950er Jahren ein Raub der Flammen. Über Architektur könnte man ja bekanntlich nächtelang diskutieren, doch einen Schönheitspreis gewinnt diese Brücke unseres Erachtens nicht. In einem Zeitungsartikel wurde sie mit ihrer windabweisenden Plexiglaszwischenwand und den vielen allzu hellen Lichtern treffenderweise mit einer überdimensionierten Straßenbahnhaltestelle verglichen. In unserem persönlichen Ranking der schönsten Seebrücken auf unserer Tour belegt sie den 3. und letzten Platz. Die Strandpromenade und die Strände der Kaiserbäder Man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne! Theodor Fontane über Heringsdorf Von Ruhe kann auf der 12 km langen Kaiserbäderpromenade von Bansin über Heringsdorf und Ahlbeck bis ins polnischen Swinemünde dieser Tage keine Rede sein. Massen an Rädern, Rollatoren, Spaziergehern oder Walkern im enganliegenden Sportdress und mit Wanderstöcken bewaffnet, bevölkern die längste Strandpromenade Europas. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es hier erst im Hochsommer zugeht. Wir verlassen für ein kurzes Stück die Strandpromenade und spazieren am feinen, weißen Sandstrand weiter, wo es am heutigen Tag überraschenderweise viel ruhiger zugeht. Sanft schlagen die Wellen der Ostsee an den bis zu 70 Meter breiten Strand an, der mit Buhnen geschützt ist. Dabei handelt es sich um Holzpfähle, die aus dem Wasser ragen und das Abtragen des Strandes verhindern sollen. Über uns kreischen Möwen auf der Jagd nach Futter. Der intensive Duft von Sonnenöl, der hier im Hochsommer vorherrscht macht sich noch nicht bemerkbar. Nur eine schwache salzige Meeresbrise weht über die vielen bunten Strandkörbe. Diese sind im späten Nachmittagslicht ein besonders beliebtes Fotomotiv. Dem Erfinder des Strandkorbes gebührt wahrlich ein Orden. Im Strandkorb ist man – wie in Mutters Schoß – geschützt gegen Wind und intensiver Sonneneinstrahlung. Außerdem bietet er ein bisschen Privatsphäre inmitten hunderter Touristen. Steht der Strandkorb auch noch in der ersten Reihe, dann kann man stundenlang die schöne Aussicht auf das Meer genießen. Nette Strandbars laden immer wieder zu einer kurzen Erholungspause ein. Was gibt es Schöneres als bei einem Glas Bier und einer Bockwurst den Tag zu genießen. Kaiserbad Ahlbeck Zurück auf der Strandpromenade erreichen wir schon bald darauf das Kaiserbad Ahlbeck. Auch in Ahlbeck finden sich zahlreiche Villen im Stile der Bäderarchitektur. Doch das unbestrittene Highlight des östlichsten Kaiserbades auf der Insel Usedom ist die historische Seebrücke. Die Seebrücke Ahlbeck wurde 1899 mit einem 280 m ins Meer reichenden Seesteg errichtet und gilt als die älteste Seebrücke Deutschlands. Das blütenweiße Brückengebäude mit seinen vier pittoresken Türmchen im Gründerzeit-Stil ist wohl das beliebteste Fotomotive der Insel Usedom. Auch zahlreiche Filmemacher fanden großen Gefallen am Wahrzeichen von Ahlbeck und nutzen die Seebrücke als Filmkulisse. So drehte der Meister des deutschen Humors Vicco von Bülow, alias »Loriot« einige Filmszenen von »Pappa ante Portas« auf der Ahlbecker Seebrücke. Für uns ist die Seebrücke von Ahlbeck der klare Sieger unseres internen Seebrücken-Rankings. Auf dem Platz vor der Seebrücke steht eine Jugendstiluhr mit verspielter Girlanden-Ornamentik, die ein Kurgast 1911 der Gemeinde stiftete. Sie ist zumindest ein Erinnerungsfoto wert. Während Künstler das Seebad Bansin aufsuchten und die Reichen und Schönen sich im Seebad Heringsdorf vergnügten, reiste das Bürgertum und die weniger Wohlhabenden nach Ahlbeck. Doch auch prominente Gäste residierten in Ahlbeck, wie der selige österreichische Kaiser Franz Joseph im Jahr 1905. Ob die örtliche Kurkapelle wohl die Kaiserhymne bei seiner Ankunft intonierte? Vermutlich schon, aber wir konnten es trotz intensiver Recherche nicht herausfinden. Macht nichts, auf zur letzten Etappe! Auf nach Swinemünde in Polen Nur drei Kilometer von der Seebrücke in Ahlbeck entfernt verläuft seit 1945 die Staatsgrenze zu Polen, die bis zum Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen durch einen Zaun mit Wachtturm abgeriegelt war. Heute erinnert nur mehr eine Markierung im Boden und ein Tor in Form einer Klammer an die jahrzehntelange unüberwindbare Grenze. Wir folgen der Strandpromenade weiter bis nach Świnoujście, wie Swinemünde auf Polnisch heißt. Auch Swinemünde kann auf eine lange Tradition als Seebad zurückblicken. Bereits im Jahre 1821 nahm die Stadt den Badebetrieb auf. Wie auch in den drei Kaiserbädern entstanden zahlreiche prachtvolle Bädervillen. Doch bei einem verheerenden amerikanischer Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs wurde das »alte« Swinemünde großteils zerstört. Tausende Menschen kamen im Bombenhagel dabei ums Leben. Darunter zahlreiche Flüchtlinge aus Ostpreußen, die vor den Russen geflüchtet waren und auf einen Weitertransport mit dem Schiff in den Westen warteten. Viele Tote konnten nicht identifiziert werden und wurden anonym in Massengräbern beerdigt. Seit dem Wiederaufbau wird Swinemünde von wenigen Bädervillen, Plattenbauten und vielen Neubauten geprägt. Swinemünde war, als wir Sommer 1827 dort einzogen, ein unschönes Nest, aber zugleich ein Ort von besonderem Reiz. Theodor Fontane Mit diesen Worten beschrieb Theodor Fontane die Stadt seiner Kindheit, wo sein Vater die Adler-Apotheke gekauft hatte. Später machte er Swinemünde zum Schauplatz seines Romans über das tragische Schicksal der »Effi Briest«, die als unglückliche Ehebrecherin in die Weltliteratur einging. Nach genau 12 km ist es geschafft! Ihr habt das Ende der Strandpromenade erreicht, wo das Wahrzeichen von Swinemünde, die Mühlenbake steht. Der in Form einer Windmühle errichtete Leuchtturm wurde 1874 erbaut und zeigt den Schiffen die Einfahrt in die Swine an. Wer nach dieser Wanderung oder Radtour noch Lust und Laune hat, könnte noch einen Abstecher zu zwei sehenswerten preußischen Festungsanlagen an der Swine unternehmen. Die Festung »Engelsburg«, die ihren Namen von der Ähnlichkeit mit der Papstburg in Rom hat und das Fort »Redoute« mit seinen Wassergräben, Wällen und Kasematten. Beide Befestigunganlagen hatten die Aufgabe die Zufahrt zur Ostsee zu sichern. HinweisFür den Rückweg empfiehlt sich für alle Wanderer die Bahn von Swinemünde zum jeweiligen Ausgangspunkt zurückzunehmen. Die Wanderung kann übrigens von jedem beliebigen Kaiserbad begonnen werden. Gemütlich, aber überlaufen ist der Teilabschnitt Bansin – Heringsdorf – Ahlbeck. Sportlich, aber ein wenig ruhiger, ist die Etappe Ahlbeck – Swinemünde. NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch zu einer Wanderung oder Radtour entlang der 12 km langen Strandpromenade, welche die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck mit dem polnischen Swinemünde verbindet, inspirieren konnten. Noch mehr Fotos von der Insel Usedom findet Ihr im Fotoalbum unter: WANDERN USEDOM – DIE KAISERBÄDER BANSIN, HERINGSDORF, AHLBECK UND SWINEMÜNDE [...]
Ob Naumburger Dom oder ein Spaziergang an der Saale – Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch das malerischen Naumburg, sowie zwei Ausflugtipps in die nähere Umgebung. Ein bisschen Geschichte … Die Stadt Naumburg blickt auf eine mehr als 1.000-jährige Geschichte zurück, deren Namen auf die neu errichtete Burg »Nuwenburg« der Markgrafen von Meißen zurückgeht. Bereits 1028 wurde Naumburg Bischofssitz und der Bau eines Doms begonnen. Durch die Verleihung des Marktrechts fünf Jahre später und der Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, entwickelte sich Naumburg schon bald zu einem wichtigen Handelsplatz. Vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen heute noch viele Bürgerhäuser rund um den Marktplatz. Kurioses Detail: Sowohl der Bereich rund um den Dom als auch die Händler- und Bürgerstadt waren über mehrere Jahrhunderte jeweils von einer eigenen Stadtmauer umgeben. Naumburger Dom Unseren Spaziergang durch Naumburg beginnen wir beim bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Schon von weitem sind die vier mächtigen Türme des Naumburger Doms zu sehen. Der Naumburger Dom, dessen Baugeschichte bis in das Jahr 1028 zurückreicht, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Meisterwerk spätromanischer und frühgotischer Architekturgeschichte solltet ihr bei einem Besuch in Naumburg auf keinen Fall versäumen. Die Geschichte des Doms ist eng mit dem Namen »Uta« verbunden. Uta ist eine der zwölf lebensgroßen Stifterfiguren im Naumburger Dom, die um 1250 von einem unbekannten Bildhauer geschaffen wurden und deren Besonderheit in ihrer detailverliebten Darstellung liegt. Der Schriftsteller Umberto Ecco bezeichnete Uta in seiner »Geschichte der Schönheit«“ als die »schönste Frau des Mittelalters« und träumte von einem romantischen Abend mit ihr. Anmutig, vornehm und selbstbewusst, steht die kühle Schönheit im Westchor des Doms und lässt sich von den zahlreichen Besuchern des Gotteshauses bewundern. »Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?« Dies fragt einst die böse Königin im Walt Disney Zeichentrickfilmklassiker »Schneewittchen und die sieben Zwerge« ihren Spiegel. Und was hat die Widersacherin von Schneewittchen mit Uta zu tun? Wenn ihr Euch das Gesicht von Uta genau anseht werdet ihr bemerken, dass sie der bösen Königin ihr Gesicht lieh. West- und Ostchor sind durch zwei mittelalterliche Lettner vom Kirchenschiff getrennt. Besonders beeindruckend ist der Westlettner mit acht farbigen Reliefs, welche die Leidensgeschichte Christi darstellen. Im Ostchor befindet sich der Hauptaltar und ein unscheinbares Kapitell mit zwei schachspielenden Affen. Der Legende nach stritten zwei Domherren, ob Martin Luthers Lehren auch im Naumburger Dom Einzug halten werden. Worauf der eine Geistliche meinte, dass eher seine beiden Äffchen daheim das Schachspiel erlernen würden. Was für ein gewaltiger Irrtum! 1542 fanden Luthers Lehren ihren Weg auch nach Naumburg und die Äffchen wurden in Stein gehauen im Dom verewigt. Zum Abschluss der Besichtigung des Naumburger Doms empfehlen wir Euch auch den Kreuzgang des Gotteshauses zu besichtigen, der zum Domschatzgewölbe führt. Die Bürgerstadt von Naumburg Wir verlassen nun das UNESCO-Weltkulturerbe und spazieren durch die Herrengasse Richtung Marktplatz, der von Häusern aus der Zeit der Renaissance und des Barocks gesäumt wird. Sie alle wurden nach dem großen Stadtbrand von 1517 errichtet. Nehmt Euch Zeit und bewundert die vielen kleinen Details, die ihr bei genauem Hinsehen entdecken könnt. So weist ein Wappenstein mit einem Lorbeerbaum am Erker einer Apotheke auf den Namen des ehemaligen Apothekers hin. Oder werft einen Blick auf das Stadtmuseum »Hohe Lilie« mit seinem spätgotischen Staffelgiebel. Sicherlich werden Euch auch die mehrgeschossigen Dachaufbauten aufgefallen sein, die im Mittelalter den Kaufleuten als Warenlager dienten. Sie erinnern an jene Zeit, als Naumburg eine wichtige Handelsmetropole an der Handelsstraße Via Regia war, die West- und Osteuropa verband. Charakteristisch für Naumburg sind auch die übergroßen Zwerchgiebel, die mehrere Bürgerhäuser und das Rathaus zieren. Dominiert wird der Marktplatz von der spätgotischen Wenzelskirche, deren Turm nicht nur als Glockenturm, sondern auch als Wachturm diente. Hier versah der »Hausmann«, wie der Türmer in Naumburg genannt wurde, seinen Dienst. Der Türmer sollte Alarm schlagen, wenn sich Feinde der Stadt näherten oder Häuser in Flammen standen. Doch oft wurden Brände nicht rechtzeitig bemerkt, weil der Türmer seinen Rausch vom Vortag ausschlief. Was mit jenem Türmer geschah, der den großen Stadtbrand von 1517 nicht rechtzeitig meldete, der ganz Naumburg in Schutt und Asche legte, darüber schweigt die Stadtchronik. Hauptattraktion der Wenzelskirche ist die prachtvolle Hildebrandt-Orgel, die elegant unter der Kirchendecke thront. Sie gilt heute als die einzige erhaltene Orgel, die Johann Sebastian Bach maßgeblich mitkonzipierte und persönlich einweihte. Ein wenig versteckt hinter der Wenzelskirche führt ein Torbogen in die enge Jüdengasse, wo sich im Mittelalter das jüdische Viertel von Naumburg befand. Viele Juden übten zur damaligen Zeit die Tätigkeit als Geldverleiher aus. Als sich jedoch die Stadträte, über die angeblich hohen Wucherzinsen der jüdischen Geldverleiher und deren rücksichtslose Eintreibung beschwert hatten, wurde die jüdische Bevölkerung 1494 aus Naumburg ausgewiesen. Wir gehen weiter durch die Jakobsstraße zum Holzmarkt, wo uns ein besonders schöner Renaissancebau mit einem Erker ins Auge fällt. Hier befand sich einst der Gasthof »Zum Güldenen Harnisch«. Zu den berühmtesten Gästen des Hauses zählte Frankreichs Kaiser Napoleon und der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Napoleon war unterwegs zur nächsten Schlacht, Goethe hingegen traf eine Muse zum Tête-à-tête. Doch das ist geschichtlich nicht belegt und geht auf die Phantasie des Autors dieses Beitrages zurück. Der Holzmarkt diente einst als Holzstapel- und Trockenplatz des auf der Saale geflößten Holzes aus Thüringen. Wenn Ihr über den Platz schlendert, entdeckt ihr gleich das Denkmal für Friedrich Nietzsche, der auf einen Stuhl mit einem Buch sitzt und zu einem Mädchen blickt. Hat der Philosoph mit dem Riesen-Schnauzbart das Mädchen mit der Aussage »Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes« gerade geschockt? Oder zitierte er aus seinem Werk »Also sprach Zarathustra« den Satz »Wenn Du zu Frauen gehst, vergiss die Peitsche nicht!«? Man weiß es nicht. Bekannt ist jedoch, dass der Philosoph nicht nur seine Kindheit in Naumburg, sondern auch einen Großteil seiner letzten Lebensjahre verbrachte. Das Haus seiner Mutter mit der Adresse »Im Weingarten 18« ist nur ein paar Gehminuten vom Holzmarkt entfernt. Ab seinem 45. Lebensjahr litt Nietzsche unter einer schweren psychischen Krankheit., die ihn zum Pflegefall machte. Seine Mutter holte ihn nach Naumburg, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1897 für den Schwerkranken sorgte. Danach kam er in die Obhut seiner Schwester in Weimar, wo er am 25. August 1900, im Alter von 55 Jahren, starb. Das nächste Ziel unseres Stadtspaziergangs durch Naumburg ist das Marientor, dem einzigen heute noch erhaltenen Stadttor der Stadtbefestigung. Die Ursprünge von Turm und Torhaus gehen bis in das 14. Jhdt zurück. Die Räumlichkeiten des Marientors, die über Jahrhunderte als Wohnung des Torwächters und als Gefängnis dienten, sowie den Wehrgang könnt Ihr gegen einen kleinen Obolus besichtigen. Gleich gegenüber vom Marientor befindet sich das Depot der »Wilden Zicke«. So wird die Naumburger Straßenbahn im Volksmund liebevoll genannt, die seit 1892 ihre Runden um die Altstadt dreht. Das auf der Strecke eingesetzte Wagenmaterial wurde ausnahmslos zu DDR-Zeiten gebaut. Schon von weitem ist die »Wilde Zicke« mit ihrem markanten Elektromotorengeräusch und dem Klingeln bei der Abfahrt zu hören. Eine Fahrt lohnt sich auf alle Fälle, nicht nur für Ostalgie-Fans. Ausflugtipps rund um Naumburg Ausflugtipp 1: Ein Weinspaziergang an der Saale Naumburg liegt in der Weinregion »Saale-Unstrut«, die als die nördlichste und kleinste Weinbauregion Deutschlands gilt und wo seit mehr als 1.000 Jahren Wein angebaut wird. Dieser Umstand lädt doch förmlich zu einer kurzen Weinwanderung ein, oder? Idealer Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur. Der Geburtsort des Deutschen Sekts liegt rund 3 km vom Zentrum entfernt, direkt an der Saale. Gegründet wurde die Manufaktur im Jahr 1824. Das noch heute bestehende Fabriksgebäude stammte übrigens aus 1856. Ein kleiner Gastgarten mit schattigen Bäumen lädt zum Verkosten der Sekte und Weine ein. Wir folgen nun dem Blütengrund-Rundweg, der gemütlich entlang der Saale und später durch die Weinberge verläuft. Vorbei an Weinbergen und Gartenlauben erreicht ihr nach knapp zwei Kilometern den Zusammenfluss von Saale und Unstrut, einem ausgesprochen romantischen Plätzchen, welches zum Verweilen einlädt. Entlang des Weges werdet ihr immer wieder über »Straußwirtschaften« stolpern. Was in Österreich Buschenschank bezeichnet wird, heißt in der »Saale-Unstrut-Weinregion« Straußwirtschaft. Hier schenken Winzer und Weinbauern zu bestimmten Zeiten ihren eigenen Wein aus und bieten kleine Speisen an. Eine geöffnete Straußwirtschaft erkennt ihr an einem ausgesteckten Zweig, Buschen, Besen oder Kranz. Als Verehrer des Grünen Veltliners oder des Wiener Gemischten Satzes konnten wir uns mit den hier gekelterten Weinen nicht so richtig anfreunden. Doch bekanntlich sind Geschmäcker verschieden. Etwa 600 Meter vom Zusammenfluss von Saale und Unstrut entfernt, spaziert ihr am barocken »Steinernen Bilderbuch« vorbei. Dieses außergewöhnliche Bildrelief ließ der Hofjuwelier Johann Christian Steinauer anlässlich des zehnjährigen Thronjubiläums von Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels in den Sandstein seines Weinbergs meißeln. Das 150 Meter lange Relief mit zwölf Bildern zeigt biblische Szenen zum Thema Weinbau, wie beispielweise die Hochzeit zu Kanaa, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte. Nur einen Katzensprung vom »Steinernen Bilderbuch« entfernt, erwarb im Jahre 1903 der berühmte Grafiker, Maler und Bildhauer Max Klinger einen Weinberg samt Winzerhäuschen, das er zu einem hübschen Landhaus ausbauen ließ. Hier konnte er sich zwischen den Reben vom hektischen Leipziger Großstadtleben erholen und sich mit seinen Musen vergnügen. Nach seinem Tod im Jahre 1920 fand Max Klinger am Weinberg seine letzte Ruhestätte. Sein Grab ziert die Skulptur »Der Athlet«, die Klinger noch selbst entworfen hatte. Landhaus und Grab könnt ihr besichtigen. Es zahlt sich aus, den Weinberg zu besteigen, denn von hier habt ihr einen wunderschönen Blick auf die Silhouette von Naumburg. Und ein kleines Café gibt es zur Stärkung hier auch. Nun habt ihr die Möglichkeit dem Blütengrund-Rundweg durch die Weinberge weiter zu folgen oder ihr spaziert den gleichen Weg wie vorhin zurück. Wir haben uns für den Hinweg entschlossen. Ausflugtipp 2: Freyburg – Elisabeth, der dicke Wilhelm und Rotkäppchen Ein weiterer Ausflugtipp ist das kleine Städtchen Freyburg, rund 10 km von Naumburg entfernt und leicht mit dem Rad entlang des Unstrut-Radweges zu erreichen. Zu sehen gibt es einiges. Da wäre beispielsweise die Stadtpfarrkirche Sankt Marien, die gerne als die kleine Schwester des Naumburger Doms tituliert wird. Die spätromanische Basilika wurde im Auftrag des Thüringer Landgrafen Ludwig IV und seiner Gattin, der Heiligen Elisabeth errichtet, die durch ihren aufopfernden Einsatz für Arme und Kranke als Sinnbild tätiger Nächstenliebe verehrt wird. Hoch über Freyburg wacht die Neuenburg über der Stadt, die um 1090 vom Thüringer Grafen Ludwig dem Springer errichtet wurde. Seinen Beinamen erhielt Ludwig der Sage nach, durch den waghalsigen Sprung aus einem Burgturm in die Saale, nachdem er wegen eines Mordes an einem Rivalen zum Tode verurteilt worden war. Ludwig gründete nicht nur die Neuenburg, sondern auch die viel bekanntere Wartburg. Mit der Neuenburg sind auch viele berühmte Namen verbunden. So lebte die hl Elisabeth von Thüringen zeitweise in ihren Mauern. Auch Kaiser Friedrich Barbarossa war zu Gast. Die Legende weiß zu berichten, dass er seit Jahrhunderten in einer Höhle des Kyffhäuserbergs – rund 80 km von Freyburg entfernt – an einem Steintisch sitzend schläft, während sein roter Bart um den Tisch wächst. Wenn jedoch der Bart dreimal den Tisch umkreist hat, wird er seine Höhle verlassen um in seinem Reich wieder Ordnung zu schaffen. Architektonische Kleinod der Burg ist die doppelgeschossige Kapelle, deren Räume mit einer kleinen Fußbodenöffnung verbunden sind. Während die obere Kapelle prachtvoll ausgestattet und ausschließlich der adeligen Familie vorbehalten war, musste das einfache Volk der liturgischen Zeremonie im Untergeschoss beiwohnen. Überragt wird die Neuenburg vom »Dicken Wilhelm«, dem rund 20 Meter hohen Bergfried, der in der Mitte des 12. Jhdt errichtet wurde und als Wohnturm diente. »Frisch, fromm, fröhlich und frei« war der Wahlspruch von »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn, der seinen Lebensabend bis zu seinem Tod 1852 in Freyburg verbrachte. Mit Reck und Barren wollte er die deutsche Jugend auf den Widerstand und den Kampf gegen die napoleonische Besatzung vorbereiten. Seine letzte Ruhestätte fand Jahn im Ehrenhof seines Wohnhauses, welches heute das kleine Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum beherbergt. Nach so viel Kultur habt ihr Euch wahrlich eine Erfrischung verdient. Wie wäre es mit einem kleinen Glas Sekt in der Rotkäppchen Sektkellerei? Diese wurde 1856 als »Ersten Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft« gegründet. Namensgeber der Sektkellerei ist nicht das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm, sondern die rote Kapsel der Freyburger Sekte. Wer Lust und Laune hat kann an einer Führung durch die Sektkellerei teilnehmen und sich anschließend im Shop mit Sekt, Fruchtsecco oder sonstigen Mitbringseln eindecken. NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Stadtspaziergang durch Naumburg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus Naumburg und seine Umgebung findet Ihr im Fotoalbum unter: NAUMBURG UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN [...]
Die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch Weimar! Entdeckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und hört Anekdoten über Goethe, Schiller, sowie über weitere Protagonisten der Weimarer Klassik. Markt Morgenstimmung in Weimar. Markstandler errichten ihre Verkaufsstände. Käufer überprüfen das Angebot von Obst, Gemüse und Kräutern. Zwiebelzöpfe und Strohblumensträuße werden bereits feilgeboten. Sie sind Vorboten für den traditionellen Zwiebelmarkt am zweiten Wochenende im Oktober. Der Duft von Bratwürsten liegt in der Luft. Wir stehen am Marktplatz von Weimar, wo einst Turniere ausgetragen wurden und die herzogliche Garde exerzierte. Der quadratische Platz ist bereits seit dem Spätmittelalter das Herz der Stadt. Wir drehen uns einmal um die eigene Achse und nehmen den Platz genauer unter die Lupe. Rathaus Die Westseite des Marktplatzes dominiert das neugotische Rathaus. Es wurde 1841 von Baurat Heinrich Hess geplant. Bereits 1396 befand sich ein Rathaus an dieser Stelle. Es wurde ebenso ein Raub der Flammen, wie sein Nachfolgerbau, den Goethe und Schiller noch kannten. In einer halben Stunde, pünktlich um 10.00 Uhr, wird das Glockenspiel aus Meißner Porzellan erklingen. Die 35 Glocken hängen seit 1987 im Giebel des Rathausturms und spielen um 10, 12, 15 und 17 Uhr insgesamt vierzehn unterschiedliche Melodien mit Weimar-Bezug. Cranachhaus und Stadthaus Wenden wir uns der Ostseite des Marktplatzes zu. Dieser wird von drei Renaissance-Gebäuden gesäumt. Ganz links an der Ecke des Platzes das Stadthaus mit der Tourist-Information. Gleich anschließend steht das Cranach-Haus mit seiner reichverzierten Fassade. Lucas Cranach der Ältere zählt zu den wichtigsten Malern der Renaissance. Mit 80 Jahren kommt er 1552 nach Weimar und gründet hier eine Malerwerkstätte. In dieser produziert er mit seinen Schülern durch standardisierte Arbeitsabläufe Porträts und Altarbilder am laufenden Band. Trotz seines hohen Alters beginnt er noch mit den Arbeiten am Flügelaltar für die Herderkirche. Als er ein Jahr später stirbt, vollendet sein Sohn Lucas die Altargemälde. Werfen wir noch schnell einen Blick auf die zwei „Tratschsteine“ in den Rundbögen des Cranach-Hauses. Auf diesen erholten sich die Mägde von den Anstrengungen des Tages und lästerten dabei über ihre Herrschaften oder tauschten den neuesten Tratsch aus. Väter nutzten den Ort um ihre Töchter unter die Haube zu bringen. Sie steckten die jungen Damen in kostbare Gewänder und hofften auf einen heiratswilligen Mann. Hotel Elephant Mit illustren Gästen kann das Traditionshotel Elephant aufwarten. Franz Grillparzer bezeichnete es als das „Vorzimmer zu Weimars lebender Walhalla“. Goethe trank hier gerne sein Glas Madeira und philosophierte mit Schiller über Gott und die Welt. Im Gästebuch finden sich die Namen von Richard Wagner, Leo Tolstoi, Franz Liszt oder Adolf Hitler. Letzterer ließ sich bei seinen Aufenthalten im Hotel stets mit den Worten „Lieber Führer komm heraus, aus dem Elefantenhaus“ auf den Balkon bitten. Der erste Weihnachtsbaum Zum Abschluss noch schnell eine Legende. Wahrscheinlich traute Goethe seinen Augen nicht, als er am Vorweihnachtstag über den Marktplatz spazierte und dort einen mit Äpfeln und Zuckerwerk behangenen Nadelbaum entdeckte. Es war der der erste öffentlich geschmückte Weihnachtsbaum der Welt. 1815 stellte der Buchhändler Johann Wilhelm Hoffmann den Christbaum diesen vor seinen Laden auf und machte mit dieser Geste Kindern aus ärmlichen Familien eine Freude. Herderplatz Nächstes Ziel ist der stimmungsvolle Herderplatz. Zurzeit von Goethe und Schiller hieß der Herderplatz noch Töpfermarkt und war ein Marktplatz. Dominiert wird der Herderplatz von der Stadtpfarrkirche St Peter und Paul. Herder-Denkmal Beim Kircheneingang erwartet uns bereits der Dichter und Theologe Gottfried Herder. Er zählt neben Goethe, Schiller zu den vier Protagonisten der Weimarer Klassik. Durch die Fürsprache seines Freundes Goethe wird Herder zum Generalsuperintendent und Oberpfarrer nach Weimar berufen. Goethe hatte Herder während seiner Studienzeit in Straßburg kennen gelernt. Aber Dichter und Denker sind auch ganz normale Menschen mit ganz normalen Verhaltensmustern. Als Herder scharfe Kritik an Goethes Urfaust übt, kühlt die gute Beziehung merklich ab. Dies sollte sich bis zum Tod Herders im Jahr 1803 auch nicht mehr ändern. Seine letzte Ruhestätte fand Herder in der Herderkirche. Die Stadtkirche St Peter und Paul Der heutige Kirchenbau geht auf eine gotische Kirche zurück, die später barockisiert wurde. Betreten wir das Innere der Stadtkirche und wenden uns gleich dem  Cranach-Altar zu, einem der wichtigsten Werke der Renaissance und Zeugnis der Thüringer Reformationsgeschichte. Lucas Cranach der Ältere beginnt 1552 mit den Arbeiten am dreiflügeligen Altar. Als er 1553 stirbt, vollendet sein Sohn Lucas drei Jahre später die Altargemälde. Im Mittelpunkt des Cranachaltars steht die Kreuzigung Christi. Neben Martin Luther hat sich auch Vater Cranach selbst auf dem Flügelaltar verewigt. Deutschritterhaus Unser nächstes Ziel ist das Deutschritterhaus. Prominenteste Hauseigentümerin war die Schauspielerin Karoline Jagemann. Von Goethe an das Weimarer Theater geholt, wird sie rasch zum umjubelten Bühnenstar. Herzog Carl August unterliegt ihren Reizen und macht sie zu seiner Mätresse. Als Dank schenkt sie ihm drei Söhne. Er revanchiert sich und ernennt die Jagemann zur „Freifrau von Heygendorff“. Als Draufgabe gibt es noch ein Rittergut. Die Jagemann will aber noch mehr. Sie strebt das Amt des Theaterdirektors an, welches Goethe innehat. Die Schauspielerin intrigiert so lange gegen den Dichterfürsten bis dieser nach jahrelangen Streitereien 1817 als Theaterdirektor zurücktritt. Auslöser für den Rücktritt ist ein dressierten Pudel, der während einer Aufführung auf der Bühne erscheinen darf und Goethe empört. Kirms-Krackow-Haus Nur ein paar Schritte weiter, werfen wir einen Blick in den Innenhof des Kirms-Krackow-Hauses. Benannt nach dem Besitzerehepaar zählt das Bürgerhaus mit seiner Pawlatsche zu den schönsten in Weimar. Franz Kirms und seine Frau Caroline Krackow machten das Haus zu einem kulturellen Zentrum der Biedermeierzeit. In ihrem Salon trafen sich Adelige, Künstler und Damen der Gesellschaft zu intellektuellen Gesprächsrunden. Zur illustren Gästeschar zählten der Schauspieler August Wilhelm Iffland, der Dichter Hans Christian Andersen oder der Komponist Franz Liszt. Residenzschloss Wie mit Hilfe einer Zeitmaschine werden wir beim Residenzschloss um 100 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Komparsen im Jahrhundertwende-Gewand warten auf Instruktionen einer Filmcrew. Bis zu ihrer Abdankung 1918 residierten die Weimarer Herzöge im Residenzschloss. Gleich mehrere Schlossbrände legten die Residenz in Schutt und Asche. Ebenso oft wurde sie wiederaufgebaut. Nur der Schlossturm und die Bastille überstanden die zahlreichen Feuersbrünste meist unbeschadet. Sein heutiges Aussehen verdankt der Schlossbau Herzog Carl August. Nach einem weiteren Schlossbrand 1774 verlegt die herzogliche Familie ihre Residenz ins Fürstenhaus. Erst 15 Jahre später gründet Herzog Carl August eine Kommission zum Wiederaufbau des Schlosses unter Leitung Johann Wolfgang Goethes. Schlossturm und Bastille Wenden wir uns dem markanten Schlossturm und der Bastille zu, deren Keller lange Jahre als Gefängnis diente. Berühmtester Häftling war der Komponist Johann Sebastian Bach. Sein Vergehen: Bach wollte den Weimarer Hof ohne Erlaubnis von Herzog Wilhelm Ernst verlassen. Doch von Anfang an. 1708 beruft der Herzog Bach als Hoforganist nach Weimar. Die Anstellung erweist sich als finanzieller Glücksfall. Sie hat nur einen Haken. Der Adelige betrachtet Bach als seinen Lakaien, der vor ihm buckeln und gehorchen muss. Als die Stelle des Weimarer Kapellmeisters vakant wird, macht sich Bach berechtigte Hoffnung auf diesen Posten. Doch der Komponist kommt nicht zum Zug. Bach ist verärgert und zögert nicht lange, als ihm Fürst Leopold von Anhalt-Köthen eine Stelle als Hofkapellmeister anbietet. Er unterschreibt den Vertrag ohne Einwilligung seines bisherigen Dienstherrn. Zur damaligen Zeit ein Vergehen der Extra-Klasse. Von dieser Aufmüpfigkeit des Musikers verärgert, lässt der Herzog Bach wegen „Halsstarrigkeit“ in den Kerker werfen. Vier Wochen schmort der Musiker in einer Zelle bei Wasser und Brot. Erst auf Betreiben von König August, dem Starken und Fürst Leopold wird Bach am 2. Dezember 1717 freigelassen und kann seiner Wege ziehen. Fürstenhaus und Carl August Denkmal Wir stehen nun am Platz der Demokratie. Vor uns die Reiterstatue von Herzog Carl August, dahinter das Fürstenhaus, welches nach dem großen Schlossbrand von 1774 als Ausweichquartier für den Weimarer Hof diente. Als der Vater von Herzog Carl August kurz nach seiner Geburt stirbt, übernimmt seine Mutter Anna Amalia die Vormundschaft und die Regierungsgeschäfte bis zu seiner Volljährigkeit. Während einer Bildungsreise lernt Carl August Goethe kennen und lädt ihn nach Weimar ein. Goethe folgt dem Ruf des Herzogs und es entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft, die sich in hohen Regierungsämtern auswirkt. „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Leitspruch der Weimarer Klassik In die Geschichte geht Carl August als Förderer und Begründer der Weimarer Klassik ein. Darunter wird jene Zeit verstanden, als das „Viergestirn“ Wieland, Goethe, Herder und Schiller am Weimarer Musenhof wirkte. Herzogin Anna Amalia Bibliothek Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zählt zu den schönsten Bibliotheken Deutschlands.  Berühmt ist ihr ovaler und über drei Geschosse reichender Rokokosaal. Die Bibliothek wird 1691 als „Herzogliche Bibliothek“ von Herzog Wilhelm Ernst im Residenzschloss gegründet. Wir erinnern uns, dass ist jener Herzog, der Johann Sebastian Bach für vier Wochen im Kerker schmoren ließ. Unter der Regentschaft von Herzogin Anna Amalia erfolgt 1766 der Umzug der Büchersammlung an den heutigen Standort. Gemeinsam mit ihren Sohn Carl August betrauen sie Goethe 1797 mit der Leitung der Bibliothek, die er 35 Jahre lang bis zu seinem Tod ausübt. Durch die finanzielle Großzügigkeit von Herzogin Anna Amalia konnte Goethe den Buchbestand auf 80.000 Bücher mehr als verdoppeln. Die Bibliothek gilt als eines der wichtigsten Archive der Weimarer Klassik. Denn sie bewahrt Buchbestände auf, in denen schon Wieland, Herder, Schiller und Goethe schmökerten. Park an der Ilm Wir verabschieden uns von den Bücherwürmern und spazieren durch den Park an der Ilm, an dessen Gestaltung Goethe maßgeblich Einfluss hatte. Seit Goethes Zeit hat sich die englische Gartenanlage kaum verändert und zählt zu den am besten erhaltenen Parkanlagen des Klassizismus. Die wichtigste Sehenswürdigkeit im Park ist ohne Zweifel Goethes Gartenhäuschen, welches unser nächstes Ziel ist. Goethes Gartenhaus Um Goethe an den Weimarer Hof zu binden, ernannte Herzog Carl August  den Dichter kurzerhand zum Geheimrat und Minister seines Herzogtums. Dafür benötigte Goethe jedoch Grund- und Wohnbesitz. Als Goethe großes Interesse an dem zum Verkauf stehenden Gartenhaus zeigte, fackelte Carl August nicht lange und machte Goethe das Haus zum Geschenk. Übermütig sieht’s nicht aus, hohes Dach und niedres Haus! Goethe über sein Gartenhäuschen Bis zu seinem Umzug an den Frauenplan diente das Gartenhäuschen Goethe als Wohn- und Arbeitsort. In der Nähe des Gartenhauses lässt Goethe den „Stein des guten Glücks“ aufstellen. Die Skulptur zeigt eine auf einem Kubus ruhende Kugel. Der Kubus symbolisiert Festigkeit und Beständigkeit, die Kugel das Schwankende und Unbeständige. Tempelherrenhaus und Haus der Frau von Stein Vor uns erhebt sich die Ruine des Tempelherrenhauses, welches gegen Ende des 18. Jhdt aus einem alten Gewächshaus entstanden ist. Der Anbau des Turms wurde auf Anraten Goethes errichtet. Das Tempelherrenhaus diente für gesellige Veranstaltungen der herzöglichen Familie.Nach einem Bombentreffer kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Tempelherrenhaus nicht wiederaufgebaut. Beim Tempelherrenhaus befindet sich eine Sichtachse zum Haus der Frau von Stein. Die verheiratete Charlotte von Stein war mehr als nur eine enge Freundin Goethes. Der Dichter und die Stein pflegten zwölf Jahre ein schlampiges Verhältnis. Als glühende Verehrerin Goethes lernt sie diesen 1775 persönlich kennen. 1.700 Briefe schrieb Goethe der sieben Jahre älteren Frau und Mutter von sieben Kindern. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Goethes zweijährigen Italien-Reise löste jedoch die erste Beziehungskrise aus. Als der Dichter kurz nach der Rückkehr auch noch seine spätere Frau kennenlernte, war es um die Beziehung endgültig geschehen. Bauhaus-Universität Wir verlassen den Park an der Ilm und spazieren vorbei an der Bauhaus-Universität. Das von Henry van der Velde zwischen 1904 und 1905 errichtete Hauptgebäude beeindruckt durch seine ellipsenförmige, freischwingende Haupttreppe. Weimar gilt nicht nur als Stadt der Klassik, sondern auch als Geburtsort des Bauhaus Stils, der Schönheit, geometrische Formen und Zweckmäßigkeit propagiert. Die Form ordnet sich komplett der Funktionalität unter, so das Credo. Die Vertreter des Bauhaus Stils entwerfen alles: Gebäude, Möbel, Teppiche, Lampen oder Heizkörper. Zu den bekanntesten Direktoren der Universität zählt Walter Gropius, der Ex-Mann von Künstlermuse Alma Mahler-Werfel. Historischer Friedhof mit der Fürstengruft Unser nächstes Ziel ist der historische Friedhof mit der Fürstengruft. Hier fanden viele berühmte Weimarer ihre letzte Ruhestätte, wie die Frau von Stein oder die Familie Goethe. Die bedeutendsten Familienmitglieder des Goethe-Clans sind allesamt nicht in diesem Grab bestattet. Johann Wolfgang Goethe selbst fand seine letzte Ruhestätte in der Fürstengruft, seine Frau Christiane liegt am alten Jakobsfriedhof begraben und deren Sohn August am protestantischen Friedhof in Rom, wo er 1830 während einer Italienreise an den Pocken starb. Fürstengruft Auf der höchsten Stelle des Friedhofs steht die Fürstengruft, die Herzog Carl August für seine verstorbenen Familienmitglieder errichten ließ. Um auch im Tod mit Goethe und Schiller vereint zu sein, verfügte er, dass die beiden Dichter in der Fürstengruft  bestattet werden sollten. Sind sie es wirklich? Schillers Sarg ist nämlich leer. Als Schiller starb wurde sein Leichnam in einem Massengrab für Personen von Stand und Adel beigesetzt. Zwei Jahrzehnte später sollten die sterblichen Überreste in die Fürstengruft überführt werden. Doch das richtige Skelett in einem Massengrab zu finden, ist bekanntlich schwer. Kurzerhand barg man 23 Schädel, verglich sie mit der Totenmaske Schillers und bestimmte den größten als des Dichters Schädel. Garniert mit ein paar Knochen wurde der Schädel feierlich in der Fürstengruft bestattet. Eine DNA Analyse brachte im Jahr 2008 die traurige Gewissheit: Schädel und Skelett stammen nicht von Schiller. Aus diesem Grund ist der Sarg des Dichters leer. Russisch-Orthodoxen Kapelle Wir verlassen die Fürstengruft und widmen uns der Russisch-Orthodoxen Kapelle, die an die Fürstengruft  anschließt. Sie ist die Begräbnisstätte von Herzogin Maria Pawlowna, der Tochter eines russischen Zaren. 1804 heiratet sie Carl Friedrich, den ältesten Sohn von Herzog Carl August. Besondere Bedeutung erlangt Maria Pawlowna als Förderin der Künste und von Wohlfahrtseinrichtungen. Als Maria Pawlowna 1859 stirbt, steht ihr Sohn Carl Alexander vor einer kleinen protokollarischen Herausforderung. Da seine Mutter der russischen Zarenfamilie angehörte, musste sie in russischer Erde begraben werden. Um die Bedingung zu erfüllen fuhr man nach St Petersburg und brachte mehrere Wagenladungen russischer Erde nach Weimar. Die Erde wurde zu einem Hügel aufgeschüttet, auf welchem die Grabeskapelle errichtet wurde. Damit die Großherzogin auch im Tod mit ihrem Mann Carl Friedrich vereint sein konnte, wurde die Kapelle mit der Fürstengruft unterirdisch verbunden. So ruht nun Maria Pawlowna in der Russisch Orthodoxen Kapelle direkt neben ihren Mann, der auf der anderen Seite der Verbindung in der Fürstengruft begraben liegt. Goethes Wohnhaus am Frauenplan Goethe lebte fast 50 Jahre seines Lebens im „Haus am Frauenplan“. Zuerst als Mieter, später als Hauseigentümer. Herzog Carl August machte auch dieses Haus dem Dichter aus Dankbarkeit für seine Verdienste zum Geschenk. In Goethes Wohnhaus trafen sich Künstler, Gelehrte und Politiker. Die Gäste wurden stets großzügig bewirtet. Nur die Hausherrin bekamen sie nie zu Gesicht. Da Goethe  sein Gspusi, die Vulpius, noch immer nicht geheiratet hatte, wäre es der Weimarer Gesellschaft unzumutbar gewesen, mit ihr an einem Tisch zu sitzen. Goethe hatte die aus einfachen Verhältnissen stammende Christiane Vulpius nach seiner Rückkehr aus Italien kennengelernt. Nach ein paar „Schlampamps-Stündchen“ und Bekanntschaft mit „Herrn Schönfuß“, Goethes bestem Stück, erwartete die Vulpius ein Kind vom Dichterfürsten. Die Damen der Weimarer Gesellschaft reagierten empört über die nicht standesgemäße Beziehung und bezeichneten die Vulpius wenig schmeichelhaft als Bettschatz, Blutwurst  oder das „runde Nichts“. Erst nach 18 Jahren „Wilder Ehe“ beschloss Goethe seinen Bettschatz zu heiraten. Ich denke, wenn Goethe ihr seinen Namen gibt, können wir ihr wohl eine Tasse Tee geben. Johanna Schopenhauer, Mutter von Arthur Schopenhauer Als im Jahr 1806 die Vulpius endlich Goethe hieß, konnte der Dichterfürst seine Frau in die Gesellschaft einführen. Christiane stirbt 1816, Goethe 16 Jahre später an einem Herzinfarkt am 22. März 1832 in seinem Haus am Frauenplan. Schillers Wohnhaus Nomen est omen! Wir spazieren durch die Schillerstraße zum Wohnhaus von Friedrich Schiller. Im Gegensatz zu Goethe, der sein Wohnhaus von Carl August geschenkt bekam, musste Schiller die finanziellen Mittel für den Hauskauf selbst aufbringen. Erst ein großzügiges Darlehen seines Verlegers Cotta machte den Erwerb der Immobilie möglich. Schiller lebte und arbeitete hier von 1802 bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1805. Um seine Schulden abzahlen zu können schreibt er Tag und Nacht. Trotz seines labilen Gesundheitszustandes verfasst er innerhalb kürzester Zeit die Dramen „Wilhelm Tell“ und die „Braut von Messina“. Vom Tod bereits gezeichnet, vollendet Schiller die Übersetzung von Jean Racines Tragödie Phèdre. Kurz darauf stirbt Friedrich Schiller im Alter von 45 Jahren an einer akuten Lungenentzündung. Wir verlassen das Schiller-Haus und spazieren wenige hundert Meter weiter zum Theaterplatz. Theaterplatz Goethe-Schiller-Denkmal In der Mitte des Theaterplatzes steht das wohl meistfotografierte Denkmal Weimars, die Bronzestatuen von Goethe und Schiller. Bemerkenswert ist, dass die beiden Dichterfürsten in gleicher Körpergröße dargestellt sind, obwohl Schiller um 11 cm größer war, als Goethe. Die erste persönliche Begegnung zwischen Goethe und Schiller fand 1788 in Rudolstadt. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Erst als Goethe sich zur Mitarbeit an einer Monatszeitschrift Schillers bereit erklärt, entwickelt sich ein freundschaftlicher Briefwechsel. Als Schiller 1799 nach Weimar zieht, werden Goethe und er zum legendären Freundespaar der Weimarer Klassik. Die beiden Dichter besuchen sich fast täglich, tauschen sich literarisch, philosophisch und naturwissenschaftlich miteinander aus und motivieren sich gegenseitig. Deutsche Nationaltheater Wir werfen einen Blick auf das dahinterstehende Deutsche Nationaltheater, welches 1791 von Herzog Carl August als Weimarer Hoftheater gegründet wurde. Mit der Leitung des Theaters wird natürlich Goethe betraut. Goethe übt die Funktion des Theaterdirektors für 26 Jahre aus. Und dann kam die Jagemann, doch diese Geschichte kennt ihr schon vom Deutschritterhaus Das Theater, das ihr heute an dieser Stelle seht, ist nicht aus der Zeit von Goethe und Schiller. Der neoklassizistische Bau wurde vom Architekten Max Littmann 1908 errichtet. Große Geschichte schreibt das Theater kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs. Im Februar 1919 tritt erstmals die Nationalversammlung im Theater von Weimar zusammen, da in Berlin die Sicherheit der Abgeordneten durch Unruhen nicht gewährleistet ist. Weimar wird für kurze Zeit Regierungs- und Parlamentssitz des Deutschen Reichs. Während dieser Zeit wird die Weimarer Verfassung ausgearbeitet und im August 1919 kundgemacht. Wittumspalais Das barocke Stadtpalais war der langjährige Wohnsitz von Herzogin Anna Amalia, welches sie bis zu ihrem Tode 1807 bewohnte. Nach dem Weimarer Schlossbrand von 1774 zog die Herzogin mit ihrer Entourage kurzerhand in das Wittumspalais. Anna Amalia wird 1739 geboren und heiratet 1756  Herzog Ernst August von Sachsen-Anhalt und Eisenach. Ein Jahr später kommt Thronfolger Carl August auf die Welt, der langjährige Freund Goethes. Als Vormund ihres Sohnes Carl August übernimmt sie selbst die Regierungsgeschäfte. Unter der Regentschaft von Anna Amalia und Carl August entwickelte sich Weimar zum kulturellen Zentrum. Anna Amalia machte das Wittumspalais zum „Musenhof“, einem gesellschaftlichen Treffpunkt für Diskussionen, Lesungen, oder musikalische Veranstaltungen. Goethe, Schiller, Herder, und Wieland sind gern gesehene Gäste bei Anna Amalias „Tafelrunden“. Hier trafen sich Adlige, Bürgerliche, Literaten, Künstler und Wissenschaftler. Ein wichtiges Mitglied des Musenhofs war auch Anna Amalias buckelige Hofdame Luise von Göchhausen. Von Goethe gerne als „Gnomide“ bezeichnet, trug sie mit ihrem Humor und ihrer Klugheit viel zum Erfolg des Musenhofs bei. Doch sie war auch gerne Opfer von Streichen. So sollen Goethe und Carl August die Tür zu ihrem Wohngemach zuerst zugemauert und dann tapeziert haben. Als die Göchhausen spätabends heimkehrte, irrte sie die halbe Nacht durch die Gänge um die Türe zu finden. Trotz des Streiches hatte die Göchhausen ein gutes Verhältnis zu Goethe. Der Dichterfürst schätzte ihrer „schnelle Feder“ und überließ ihr mehrfach Manuskripte zur Abschrift. So ist Goethes Urfaust nur durch eine Kopie der Göchhausen der Nachwelt erhalten geblieben. Jetzt ist es geschafft! Am Theaterplatz endet unser Stadtspaziergang durch Weimar. Genug von Goethe, Schiller und Anna Amalia. Nach so viel Kultur haben wir uns eine Thüringer Rostbratwurst oder eine Rindsroulade mit Thüringer Klößen verdient. NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Stadtspaziergang durch Weimar inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus Weimar findet Ihr im Fotoalbum unter: WEIMAR – DIE STADT VON GOETHE, SCHILLER UND ANNA AMALIA [...]
Die alte bayrische Herzogstadt Landshut bietet Ihren Besuchern eine wahre Flut an wunderhübschen Bürgerhäusern aus der Gotik und Renaissance. Landshut war uns bisher nur von der gleichnamigen Lufthansa Maschine bekannt, die in den 1970er Jahren von Terroristen nach Mogadischu entführt wurde und das war es auch schon. Dies sollte sich nach einem Tagesbesuch der hübschen Bilderbuchstadt an der Isar schlagartig ändern. Ein Stadtrundgang durch Landshut Landshut blickt auf eine jahrhundertlange Geschichte zurück. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 1204 vom bayerischen Herzog Ludwig der Kelheimer. Geprägt wird die historische Innenstadt von den beiden Straßenzügen »Altstadt« und »Neustadt« mit ihren bunten Giebelhäusern aus der Gotik und Renaissance. Flaniermeile Altstadt Ausgangspunkt unseres Stadtrundganges ist die Heiligengeistkirche, die am Ufer der Isar liegt. Die dreischiffige, spätgotische Hallenkirche wird dieser Tage als Ort für Ausstellungen der Museen der Stadt Landshut genutzt. Von der Heiligengeistkirche folgen wir nun der Prachtstraße »Altstadt«, die uns direkt in das historische Zentrum der Stadt führt. Landshut war jahrhundertelang eine wichtige Handelsstadt. Davon zeugen noch heute die prächtigen Patrizierhäuser mit ihren bunten Fassaden, unterschiedlichen Giebeln und Arkadengängen. Einen Augenschmaus bietet auch die neugotische Fassade des Rathauses, welche durch die Zusammenlegung und Umgestaltung von drei ursprünglich einzelnen gotischen Häusern entstand. Sehenswert ist auch das »Pappenbergerhaus« mit seinem spätgotischen Treppengiebel mit aufgesetzten durchbrochenen Zinnen. Schon Ludwig Thoma, der in Landshut einen Teil seiner Schulzeit verbrachte, gefiel »die wohlhäbige Stadt sehr gut. Die breite Altstadt mit ihren hochgiebligen Häusern und der mächtigen Martinskirche als Abschluss war die Hauptstraße, auf der nachmittags die Herren Offiziere, Beamten, Fähnriche und Gymnasiasten bummelten, um den zahlreichen hübschen Bürgertöchtern Beachtung zu schenken«. Landshuter Hochzeit Daran hat sich nicht viel geändert. Noch heute ist die »Altstadt« die Flaniermeile in Landshut, wo zahlreiche Cafés zum Verweilen und Rasten einladen. Vielleicht versetzt Ihr Euch gedanklich auch in das Jahr 1475 zurück, als die Straßen der Altstadt voll mit edlen Rittern, ehrsamen Ratsherren, herumschwänzelnden Pagen, Edeldamen in kostbaren Brokatkleidern und raffinierten Beutelschneidern waren. Sie alle feierten die Hochzeit der polnischen Königstochter Hedwig mit dem Landshuter Herzogssohn Georg dem Reichen. Die Hochzeit war von großer politischer Bedeutung, denn in der Verbindung der beiden Geschlechter sah man ein starkes Bündnis gegen das kriegerische Osmanische Reich. Alle vier Jahre gedenkt Landshut dieser historischen Hochzeit mit einem prächtigen Umzug, wo über 2.500 Komparsen in mittelalterliche Kostüme schlüpfen, um den Brautzug nachzustellen. Martinskirche Die Trauung des Herzogpaares fand in der Martinskirche statt, die unser nächstes Ziel auf unserem Rundgang durch Landshut ist und als das Wahrzeichen der Stadt gilt. Wie ein riesiger Schiffsmast ragt der schlanke Turm des prächtigen gotischen Kirchenbaus zu den Wolken empor. Mit 130 Metern ist er der höchste Backsteinturm der Welt und der höchste Kirchturm Bayerns. Eine Legende besagt, dass die Bürger der Stadt den Turm deshalb so hoch errichten ließen, um »den Herzögen auf der Burg Trausnitz in die Suppe spucken zu können«. »A ganz a liabe G´schicht«, aber vermutlich nicht wahr. Mehr als 120 Jahre benötigte man für die Fertigstellung des Kirchenbaus, der um 1500 eingeweiht wurde. Beeindruckend auch das Kircheninnere des gotischen Prachtbaus. Das Gewölbe ruht auf 29 Meter hohen schlanken Säulen. Das langgezogene Kirchenschiff zieht den Blick der eintretenden Besucher sofort nach vorne zu den großen Glasfenstern, die die Kirchenhalle in ein mystisches Licht tauchen. Ein kleiner Show-Effekt aus dem Mittelalter, denn das Licht galt als Gabe Gottes und sollte die Gläubigen an der Pforte zum Himmelreich wähnen. Burg Trausnsitz Wenden wir uns wieder den irdischen Dingen zu und machen wir uns auf den Weg zur Burg Trausnitz, die wie ein Adlerhorst über der Stadt thront. Wir folgen zuerst der »Altstadt« bis zum Dreifaltigkeitsplatz, biegen links in die »Alte Bergstraße« ab und erreichen nach rund 150 Meter die »Fürstentreppe«, die uns bergauf zum äußeren Burghof führt. Im Volksmund wird diese Treppe aus Backsteinen auch »Ochsenklavier « genannt, da diese gebaut wurde, um den Burgberg auch mit Pferden erklimmen zu können. Der Aufstieg ist nicht unanstrengend und frei nach Helene Fischer werdet ihr »Atemlos« den Burghof erreichen. Errichtet wurde die Burg Trausnitz unter der Regentschaft von Herzog Ludwig der Kelheimer am Beginn des 13. Jahrhunderts. Schon bald nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1235 galt die Burg als kulturelles Zentrum in Bayern, wo sich die Minnesänger, wie Tannhäuser oder Walther von der Vogelweide die Klinke in die Hand gaben. Über die Jahrhunderte wurde die Burg Trausnitz mehrfach erweitert und ausgebaut. Im 18. Jahrhundert war das Leben auf der Burg nicht mehr »en vogue«, da die Burgräumlichkeiten so gar nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack entsprachen. Die Kurfürsten strebten lieber nach prachtvollen Schlössern. In dieser Zeit begann man die Burganlage abwechselnd als Kaserne, Gefängnis, Seidenmanufaktur, Lazarett oder Cholerahospital zu nutzen. Nach einem verheerenden Brand im Oktober 1961, der durch einen Tauchsieder ausgelöst wurde, musste die Burg aufwendig restauriert werden. Wer keine Zeit hat die Burg zu besichtigen, sollte zumindest den wunderbaren Rundblick auf Landshut vom »Schanzl« im Hofgarten genießen. Der Hofgarten mit seinen zahlreichen Spazierwegen und alter Baumriesen gilt als Landshut grüne Lunge. Die Neustadt Der »Schluchtweg« und »Hauptweg« führen Euch wieder hinunter in das Zentrum von Landshut, genauer gesagt in die »Neustadt». Auch bei der »Neustadt« handelt es sich nicht um ein Stadtviertel, sondern um eine weitere Prachtstraße, die parallel zur »Altstadt« verläuft. Die Neustadt entstand im Zuge der Stadterweiterung in der zweiten Hälfte des 13. Jhdt und ist ebenso geprägt von wunderschönen Handwerkerhäusern, sowie von größeren Palais des Adels und des gehobenen Beamtentums. Bis zum 19. Jhdt waren hier zahlreiche Wein- und Bierwirte ansässig, die den Bauern und Handwerkern, die zu den Märkten kamen, eine Herberge boten. Am Ende der »Neustadt« ist es nur mehr ein Katzensprung zu unserem Ausgangspunkt zurück, jedoch solltet ihr davor den zahlreichen Seitengässchen, die die »Neustadt» mit der »Altstadt« verbinden, einen Besuch abstatten, da diese zahlreiche weitere interessante Motive für Fotografen bieten. Wir hoffen, dass wir Euch mit unserem Beitrag zu einem Ausflug oder Kurztrip nach Landshut inspirieren konnten und wünschen Euch viel Spass beim Entdecken. Noch mehr Fotos von Landshut findet Ihr im Fotoalbum unter: LANDSHUT – EINE STADT, WIE AUS DEM MITTELALTER [...]
Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang, entdeckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Wismar und gönnt Euch zum Abschluss ein Fischbrötchen im Alten Hafen. Wismar – Zuerst ein wenig Geschichte im Zeitraffer Erstmals im Jahr 1229 urkundlich erwähnt, entwickelte sich Wismar innerhalb kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Handelsstädte an der Ostsee. Schwerbeladene Koggen transportierten Pelze und Holz aus dem Norden, Weine aus Frankreich und feinstes Tuch aus Flandern. Die mit wertvoller Fracht beladenen Handelsschiffe waren natürlich eine begehrte Beute von Piraten. Als die Überfälle über Hand nahmen und den gesamten Seehandel lahmzulegen drohten, schlossen die Städte Wismar, Lübeck und Rostock einen Schutzvertrag gegen die zunehmende Seeräuberei ab. Aus diesem Vertrag ging später die berühmte Hanse hervor, eine Vereinigung norddeutscher Kaufleute, deren Ziel die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen im Ausland war. Als Mitglied der Hanse blühte Wismar im Spätmittelalter auf, was noch heute im Stadtbild durch viele prachtvolle Patrizierhäuser mit aufwändig gestalteten Fassaden und Sakralbauten im Stile der Backsteingotik erkennbar ist. Mit dem Niedergang der Hanse im 17. Jhdt verlor auch Wismar seine wirtschaftliche Bedeutung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Wismar im Jahr 1648 unter schwedische Herrschaft, die offiziell erst 1903 endete. Schwer machte Wismar der Zweite Weltkrieg zu schaffen. Mehrere wichtige Baudenkmäler wurden durch Fliegerbomben schwer beschädigt. Während zu DDR-Zeiten die Farbe »Grau« atmosphärisch dominierte und Trostlosigkeit in den Gassen von Wismar herrschte, wurden nach der Wende 1989 vieles wieder aufgebaut und aufwendig saniert. Und diese zahlreichen Schönheiten wollen wir Euch bei diesem Stadtspaziergang zeigen. Alter Hafen Der »Alte Hafen« mit seinen zahlreichen Parkplätzen ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Stadtspaziergang durch Wismar. Wo zur Zeit der Hanse schwerbeladene Koggen mit Waren aus aller Welt vor Anker gingen, flanieren dieser Tage Einheimische und Touristen an Booten vorbei, die Fischbrötchen in allen Variationen feilbieten. Überseht beim Erkunden des »Alten Hafens« auf keinen Fall das barocke Baumhaus. Der Name Baumhaus geht darauf zurück, dass früher die Hafeneinfahrt bei Nacht oder bei drohender Gefahr mit einem Baum versperrt wurde und so feindliche Schiffe nicht in das Hafenbecken einfahren konnten. Besonders fotogen sind die beiden »Schwedenköpfe« beim Eingang des Gebäudes, die einst auf Baumpfählen die Einfahrt in den Wismarer Hafen markierten. Tipp für FotografenBesonders im Abendlicht habt ihr vom »Alten Hafen« einen wunderschönen Blick auf die Silhouette der Altstadt von Wismar. Wassertor Gerade als wir die Altstadt von Wismar durch das gotische Wassertor, welches das letzte erhaltene Stadttor der Wismarer Stadtbefestigung ist, betreten wollen, tauchen vor uns zwei furchterregende Riesengestalten auf. Es handelt sich dabei um rund vier Meter große Figuren, die durch Puppenspieler zum Leben erweckt werden. Gekonnt spielen sie an den Originaldrehorten den Stummfilmklassiker »Nosferatu – Symphonie des Grauens« aus dem Jahre 1921 nach. Der Horrorfilm erzählt die Geschichte des Grafen Nosferatu, eines Vampirs aus den Karpaten, der sich in die schöne Ellen verliebt und Schrecken über ihre Heimatstadt Wismar bringt. Unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau entstanden zahlreiche Szenen des Filmklassikers in Wismar. Gedreht wurde am »Alten Hafen«, im Innenhof der Heiligen-Geist-Kirche und bei der Georgskirche. Gewölbe und Grube Nachdem wir den Puppenspielern einige Zeit fasziniert zugesehen haben, schlendern wir weiter zum »Gewölbe«, einem Fachwerkhaus, das sich ausgesprochen fotogen über die »Grube« spannt. Der im 13. Jhdt angelegte Wasserlauf diente für Jahrhunderte den Bewohnern von Wismar als Wasserversorgung und als Platz zum Wäsche waschen. Lastkähne nutzen den Wasserweg zum Transport von Getreide, Salz oder Heringen vom Hafen in die Innenstadt. Man stelle sich vor, wie eine fleißige Hausfrau mit Aschenlauge, die verschmutze Leibwäsche einer ganzen Familie in der Grube reinigt, eine andere Küchenabfall entsorgt und eine dritte ein paar Meter weiter mit einem Krug Wasser zum Trinken entnimmt. Kein Wunder, dass im Mittelalter die Cholera fröhliche Urständ´ feierte. Nikolaikirche Dem Flusslauf der »Grube« folgend, erreichen wir schon bald die Nikolaikirche, die im Zeitpunkt unseres Besuches gerade umfassend renoviert wurde. Die dreischiffige Basilika gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Das Hauptschiff ist mit 37 m Gewölbehöhe das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands und das zweithöchste im Stil der Backsteingotik, nach der Marienkirche in Lübeck. Rekordartig war auch die Höhe des Kirchenturms, der mit seinem Spitzhelm eine Höhe von 120 m erreichte. Vielleicht wertete der liebe Gott diese Gigantomanie als Versuch der Menschheit, ihm gleichzukommen und ließ als Strafe dieser Selbstüberschätzung den fast 60 m hohen Turmhelm auf das Dach und Gewölbe der Nikolaikirche im Jahre 1703 stürzen. Dabei wurde die mittelalterliche Ausstattung zerstört und beim Wiederaufbau durch eine barocke ersetzt. Schweinsbrücke Bei der Kirche überqueren wir die Grube über die »Schweinsbrücke«, deren Brückenpfosten mit vier Schweinen verziert sind. Diese kleinen feinen Fotomotive erinnern an jene Zeiten als noch Schweine über diese Brücke zum Markt getrieben wurden. Beim Anblick dieser possierlichen Tierchen beginnt plötzlich der Wunsch nach einem Schweinsbratl oder einem Schweinsschnitzerl aufzukeimen. Kein Wunder, es ist Mittagszeit! Schabbellhaus Gleich neben der Schweinsbrücke steht das Schabbelhaus mit einem wunderschönen Treppengiebel im Stile der Niederländischen Renaissance. Errichtet für den Bierbrauer, Ratsherrn und späteren Bürgermeister der Stadt Wismar, Hinrich Schabbell diente das Kaufmannshaus als Wohn- und Geschäftshaus, sowie als Brauerei. Heute befindet sich in den Räumen des Schabbellhauses, ein Museum über die »Stadtgeschichte von Wismar«, dessen Besuch wir Euch empfehlen können. Das Museum dokumentiert die Zeit der Zugehörigkeit Wismars zur Hanse bis zur Wende 1989. Wir folgen nun der Krämerstraße, die uns sanft ansteigend in das Zentrum der Altstadt von Wismar führt. So wie viele andere Straßenzüge Wismars ist auch diese von prachtvollen historischen Häuserensembles gesäumt. Doch das war nicht immer so, denn zu DDR-Zeiten herrschte hier eine von Grau dominierte Tristesse. Bekanntlich hat der Mythos vom Arbeiter und Bauernstaat im Jahre 1989 ein jähes Ende gefunden und schon bald darauf begann die aufwendige Sanierung der alten Bausubstanz. Viele der wunderschönen Patrizierhäuser mit den prächtigen Giebeln stammen aus dem 15. Jhdt als die Städte der Hanse noch den Seehandel in der Nord- und Ostsee beherrschten und die Kaufleute mit dem Zählen der Goldmünzen kaum nachkamen. Die Kontore der Stadt waren randvoll mit Wachs aus Russland, Stockfisch aus Norwegen, Salz aus Lüneburg, Getreide aus Preußen oder Tuch aus Flandern. Das wichtigste Handelsprodukt von Wismar war Bier. So gibt es historische Aufzeichnungen, dass im Jahre 1465 rund 180 Brauereien in der Stadt existieren, die geschätzte sechs Millionen Bier produzierten. Davon wurden mehr als Zweidrittel der Menge nach Holland, Flandern, England und in den skandinavischen Raum exportiert. Der Marktplatz Mittelerweile haben wir unser nächstes Ziel erreicht. Der 100 x 100 Meter große Marktplatz ist bereits seit dem Mittelalter das pulsierende Herz der Stadt. Am besten dreht ihr Euch einmal um die eigene Achse um die Schönheit des Platzes besser erfassen zu können. Die komplette Nordseite nimmt das klassizistische Rathaus ein, welches zwischen 1817 und 1819 errichtet wurde, nachdem der spätgotische Vorgängerbau einfach eingestürzt war. Im südöstlichen Eck des Platzes steht die »Wismarer Wasserkunst“«, das Wahrzeichen der alten Hansestadt. Der prachtvolle Renaissance-Wasserspeicher wurde von 1579 bis 1602 zum Zwecke der Trinkwasserversorgung erbaut. Das zierliche Wasserreservoir wurde mit Hilfe von Holzrohren aus einer vier Kilometer entfernten Quelle mit Wasser gefüllt und versorgte die Stadt und öffentliche Schöpfstellen mit frischem Trinkwasser. Wenn ihr den Brunnen genauer unter die Lupe nehmt, dann werden Euch sicherlich die zwei Bronzefiguren »Nix und Nixe« auffallen, die seit Jahrhunderten den Spitznamen »Frau- und Mannloch« tragen, weil Wasser unter ihnen herausläuft. Ziemlich frivol in Zeiten der überbordenden political correctness. Da wir schon beim Thema »Frivol« sind. Auf der östlichen Seite des Marktes findet ihr das meistfotografierte Straßenschild in Wismar. Es erinnert an einen schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern, der einst im Volksmund den Namen »Tittentasterstraße“ trug. Der Durchgang war so eng, dass wenn sich zwei Personen dort begegneten, unausweichlich mit der Brust berührten. Nur einen Katzensprung entfernt steht das älteste Bürgerhaus der Stadt Wismar, das den Spitznamen »Alter Schwede« trägt. Das vor rund 650 Jahren errichte Gebäude im späten backsteingotischen Stil könnt ihr leicht am treppenförmigen Giebelaufbau erkennen. Der Schwedenkopf oberhalb der Eingangstür erinnert an die Zeit als Wismar unter schwedischer Herrschaft stand. Mit einer hübschen Jugendstil-Fassade kann das Haus links vom »Alten Schweden« aufwarten, während das rechte nach Fritz Reuter benannt ist, einem bekannten deutschen Dichter, der die niederdeutschen Sprache salonfähig machte. Nachdem Ihr Euch an den zahlreichen wunderschönen Giebelhäusern satt gesehen habt, spazieren wir weiter Richtung Marienkirche. Die Marienkirche Nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt steht die Marienkirche beziehungsweise das, was von ihr übrig blieb. Das Gotteshaus, welches zu den ältesten Bauwerken Wismars zählte, wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch Luftangriffe stark beschädigt. Obwohl keine Gefahr für Leib und Leben bestand, beschloss die SED-Führung der DDR das Kirchenschiff unter massiven Protesten der Bevölkerung im Jahre 1960 zu sprengen. »Ja, wir werden Türme haben, zum Beispiel einen Turm fürs Rathaus, einen Turm fürs Kulturhaus. Andere Türme können wir in der sozialistischen Stadt nicht gebrauchen«, verkündete SED-Chef Walter Ulbricht im Jahr 1953 mit sächselnder Stimme, dem jeder Kirchturm ein Dorn im Auge war. Doch was für ein Glück für Wismar: Den 80 Meter hohen Kirchenturm der Marienkirche konnte Ulbricht aber wegen seiner Bedeutung als Seezeichen nicht in Schutt und Asche legen lassen. Die niedrigen Mauern, die ihr beim Turm sehen könnt, symbolisieren den Grundriss des ehemaligen Kirchenschiffs. Die Georgenkirche Nur einen Hupfer vom Turm der Marienkirche entfernt, erhebt sich die Georgenkirche über der Stadt, deren Geschichte bis in das Jahr 1295 zurückreicht. Die monumentale dreischiffige gotische Basilika ereilte im Zweiten Weltkrieg das gleiche Schicksal, wie die Marienkirche. Kurz vor Kriegsende wurde das Gotteshaus bei einem Luftangriff durch Fliegerbomben schwer beschädigt. Obwohl das Kirchenschiff schwer zerstört war, wurde es wundersamerweise durch die DDR-Führung nicht einfach in die Luft gesprengt. Vielleicht war den »Kummerln« der Abriss einer weiteren Kirche in Wismar doch ein wenig zu heikel. So setzte man auf den Faktor Zeit und setzte den Kirchenbau einfach dem Verfall aus. Wo einst fromme und scheinheilige Gläubige zu Gott beteten, entstand schon bald eine wilde »Gstett’n«, wo Büsche, Gräser oder Brennnesseln prächtig gedeihten und sich in den zahlreichen Mauernischen »fliegende Ratzen« – vulgo Tauben – hemmungslos vermehren konnten. Der Einsturz eines Giebels mit Verletzten und zerstörten Häusern kurz nach der Wende gab den Anstoß das verfallene Gotteshaus wieder aufzubauen. Im Jahr 2010 wurde die Kirche mit einem feierlichen Festakt wiedereröffnet. Mit einer Länge von 78 m, einer Breite von 44 m und einer Gewölbehöhe von bis zu 35 m kann das Gotteshaus im Stile der Backsteingotik als durchaus imposant bezeichnet werden. Von der Georgenkirche führt uns die Große Hohe Straße leicht bergab zur Lübsche Straße, wo sich unser nächstes Ziel, das ehemalige Heiligen-Geist-Hospital befindet. Heiligen-Geist-Hospital und Kirche Ein besonders schönes und stimmungsvolles Fleckerl in Wismar ist der Innenhof des ehemaligen Heiligen-Geist-Hospitals, welches bereits um 1250 als Armen- und Krankenhaus gegründet wurde. Die dazugehörige Kirche war leider am Tag unseres Besuches geschlossen. Sehenswert soll insbesondere die herrlich bemalte Balkendecke sein. Mit Nosferatu haben wir unseren Rundgang durch Wismar begonnen und mit ihm wollen wir unseren Spaziergang durch die Stadt beenden. Auch im Hof des Heiligen-Geist-Hospitals entstanden einige Szenen dieses Horrorklassikers aus 1921. Eine Plakette im Boden erinnert an dieses Ereignis. Der Eingang zum Hof dient auch als Kulisse für die Serie SOKO Wismar. Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Reise nach Wismar inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus Wismar findet Ihr im Fotoalbum unter: WISMAR UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN Für unseren Stadtspaziergang durch Wismar empfehlen wir folgende Route: Alter Hafen mit Baumhaus > Wassertor > Grube mit Gewölbe > Frische Grube > Nikolaikirche > Schweinsbrücke > Schabbellhaus > ABC Straße > Bademutterstraße > Krämerstraße > Marktplatz > Marienkirche > Georgenkirche > Große Hohe Straße > Lübsche Straße > Heiligen-Geist-Hospital [...]

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  • POREC – ZWISCHEN WELTKULTURERBE, VENEZIANERN UND KÜHLSCHRANKMAGNETEN

    Poreč entdecken: Sehenswürdigkeiten, Euphrasius-Basilika, venezianische Altstadt und versteckte Gassen. Ein atmosphärischer Stadtspaziergang durch Istriens Küstenstadt.

  • ROVINJ ENTDECKEN: VENEZIANISCHE ALTSTADT, WÄSCHELEINEN UND DIE HEILIGE EUPHEMIA

    Die Altstadt von Rovinj in Istrien gehört zu den schönsten Orten an der kroatischen Adriaküste. Enge venezianische Gassen, bunte Fassaden, flatternde Wäscheleinen und die Kirche der Heiligen Euphemia machen einen Spaziergang durch Rovinj zu einer Reise zwischen Geschichte, Meerblick und mediterranem Flair.

  • OPATIJA ENTDECKEN- WO DIE DONAUMONARCHIE AUF SOMMERFRISCHE GING

    Opatija, das frühere Abbazia, war einst der mondänste Kurort der Donaumonarchie. Zwischen prachtvollen Villen, dem Lungomare, historischen Kaffeehäusern und gepflegten Gärten spürt man bis heute den Glanz der k.u.k.-Zeit. Ein Stadtspaziergang durch Opatija – voll Kaiserklatsch und Monarchiegeschichten.

  • UDINE – EIN STADTSPAZIERGANG ZWISCHEN TIEPOLO, ARKADEN UND APERITIVO

    Udine gehört zu diesen Städten, über die erstaunlich wenig gesprochen wird – obwohl sie genau das bietet, was viele an Italien lieben: historische Plätze, großartige Architektur, entspanntes Lebensgefühl und fantastisches Essen.

  • IPHOFEN: WO MITTELALTER AUF WEIN UND SCHÖNE AUSSICHTEN TRIFFT!

    Iphofen, das charmantes Städtchen in Unterfranken, besticht durch seine vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtmauer und eine lebendige Weinkultur.

  • WÜRZBURG UND SEINE 9 HIGHLIGHTS AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Würzburg Dieser gemütliche Stadtspaziergang durch Würzburg führt euch zu den neun Highlights der Stadt und ist ideal für einen Tagesbesuch in der Mainstadt.

  • LÜBECK UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Altstadt von Lübeck Lust auf Kopfsteinpflaster, Kirchtürme und Marzipan? Dann folge uns auf unserem Stadtrundgang durch Lübeck zu den wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten.

  • ALGARVE – AUF DEN SPUREN DER KRIMIREIHE „LOST IN FUSETA“

    Entdeckt jene Orte an der Ostalgarve, die in der Krimireihe erwähnt werden.

  • MÜNSTER SEHENSWÜRDIGKEITEN: 6 HIGHLIGHTS FÜR EINEN RUNDGANG DURCH DIE ALTSTADT

    Münster Sehenswürdigkeiten entdecken: Die Altstadt von Münster bietet historische Highlights, gotische Giebel und Sehenswürdigkeiten voller Geschichte. Egal ob du den Prinzipalmarkt, den Paulus Dom oder die Drehorte von Tatort und Wilsberg suchst – hier findest du alle Münster Sehenswürdigkeiten für deinen Rundgang.

  • FREUDPROMENADE – EIN GEMÜTLICHER SPAZIERGANG AM RITTEN

    Sigmund Freud war nur einer der vielen prominenten Gäste am Ritten. Anlässlich seines 150. Geburtstags wurde die Freudpromenade eingeweiht, die von Klobenstein nach Oberbozen führt. Bereits am Beginn des 20. Jh zählte der Ritten bei Bozen zu den beliebtesten Ausflugszielen der »Belle Époque«.

  • MERAN – 8 GRÜNDE FÜR EINEN KURZURLAUB IN DER KURSTADT

    Blick auf Meran Die alte kuk Kurstadt Meran verzaubert mit mediterranem Flair, beeindruckenden Bergpanoramen, charmanten Altstadtgassen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten – ein Paradies für Naturfreunde und Kulturliebhaber.

  • SÜDTIROL – DIE 3 SCHÖNSTEN SCHLÖSSER RUND UM MERAN

    Wir möchten Euch drei wunderschöne Schlösser in Südtirol vorstellen, die ihr bei einem Urlaub in der Nähe von Meran auf keinen Fall versäumen solltet.

  • GRADO – DIE PERLE AN DER OBEREN ADRIA

    Historische Architektur, wunderschöne Strände und eine einzigartiger Lagunenlandschaft macht Grado zu einem unvergesslichen Reiseziel.

  • BERCHTESGADEN VON OBEN ENTDECKEN

    Königssee, Hintersee oder Kehlstein – die Umgebung von Berchtesgaden hat eine Vielzahl an Naturschönheiten oder interessanten Plätzen zu bieten. Auch in Berchtesgaden selbst gibt es einiges hübsche Orte, die wir Euch auf diesem Rundweg zeigen möchten.

  • BAYERNS SCHÖNSTER WANDERWEG: DURCH DIE WIMBACHKLAMM ZUM WIMBACHSCHLOSS

    Ein weiterer Ausflugstipp in der Nähe von Berchtesgaden ist eine Wanderung durch die Wimbachklamm und weiter zum Wimbachschloss. Das wir die Wimbachklamm durchwandern können, verdanken wir den wagemutigen Ramsauer Holzknechten, die hier erstmals einen Steig anlegten.

  • KÖNIGSSEE – BOOTSFAHRT DURCH EINEN BAYERISCHEN FJORD

    Willkommen zu einer atemberaubenden Reise durch die bayerische Fjordlandschaft des Königssees. Ein wahrer Schatz des Berchtesgadener Landes erwartet euch, und es ist offensichtlich, dass der See ein beliebtes Touristen-Ziel ist. Das erkennt man schon am riesigen Parkplatz am Rande des Ortszentrums. Von dort aus führt euch ein kurzer Spaziergang vorbei an Gasthäusern, Cafés, Sportgeschäften und Souvenir-Shops direkt zur Bootsanlegestelle.

  • HINTERSEE – INBEGRIFF EINES ROMANTISCHEN BERGSEES

    Der Hintersee ist der Inbegriff eines romantischen Bergsees. Von majestätischen, steil aufragenden Gipfeln umgeben, galt das idyllische Kleinod bereits im 19. Jdht als Mekka für Künstler aus ganz Europa. Auf der Suche nach ultimativen Malerlandschaften spazierten so bekannte Maler, wie Carl Rottmann, Ferdinand Waldmüller, Friedrich Gauermann, Carl Spitzweg oder der legendäre Wilhelm Busch mit Pinsel, Farben und Leinwand bewaffnet, entlang des Seeufers.

  • DUNKLE GESCHICHTE: OBERSALZBERG UND KEHLSTEINHAUS

    Dieser Ausflug von Berchtesgaden führt euch zum Obersalzberg und Kehlsteinhaus, zwei Orte, die mit dem dunkelsten Kapitel des 20. Jhdt verbunden sind. Dokumentation Obersalzberg Am Obersalzberg begann eines der dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts. Einst ein idyllisches Bergbauerndorf, entwickelte sich die Gegend in den 1920er Jahren unter Wohlhabenden und Prominenten zu einem touristischen Geheimtipp. Berühmte Persönlichkeiten wie der Erfinder der Kältetechnik, Carl von Linde, oder die angesehene Klavierherstellerfamilie Bechstein verbrachten hier ihre Sommerfrische. Nach seiner Machtergreifung im Jahr 1933 erwarb Hitler ein Landhaus, das er in die repräsentative Residenz »Berghof« umbauen ließ. Um die Sicherheit des Diktators zu gewährleisten, wurde die gesamte Umgebung zum »Führersperrgebiet« erklärt und die ansässige Bevölkerung zwangsumgesiedelt. Diejenigen, die sich weigerten, landeten im KZ Dachau. Ein Treffen mit Hitler auf dem Obersalzberg galt als besondere Ehre für Politiker und Parteimitglieder. Allerdings war dies nicht der Fall für den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg. Unter der Drohung des Einmarschs deutscher Truppen sah er sich gezwungen, ein Abkommen zu unterzeichnen, welches nur einen Monat später zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich führte. Hitler verstand es meisterhaft, den »Berghof« für medienwirksame Inszenierungen zu nutzen, um sich als volksnaher Politiker, Kinder- und Naturfreund, guter Nachbar und großer Staatsmann zu präsentieren. Doch hinter der idyllischen Fassade des Berghofs traf der Diktator im engsten Kreis seiner Vertrauten weitreichende Entscheidungen über Krieg und Völkermord. Die Dokumentation Obersalzberg bietet Euch die Möglichkeit tief in Geschichte des Obersalzbergs und des Nationalsozialismus einzutauchen. Hier erhaltet ihr einen gut aufbereiteten und umfassenden Einblick in das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude der Dokumentation Obersalzberg liegt in der Nähe von Hitlers Berghof, der kurz vor Kriegsende durch einen alliierten Luftangriff schwer beschädigt und 1952 schließlich dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das Kehlsteinhaus »Eagle´s Nest« Majestätisch thront das Kehlsteinhaus wie ein Adlerhorst auf einem Felssporn in 1.834 m Höhe über Berchtesgaden. Im Jahr 1938 errichtet, diente Hitler das Kehlsteinhaus für Repräsentationszwecke, wo er Freunde und Gäste vor einer imposanten Bergkulisse empfangen konnte. Erstaunlicherweise hat das Kehlsteinhaus den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und ist weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben, während die meisten anderen Gebäude aus der NS-Zeit am Obersalzberg abgerissen wurden. Seit den 1950er Jahren wird das architektonisch einzigartige Gebäude als Berggaststätte genutzt. Bereits die Busfahrt zum Kehlsteinhaus ist spektakulär. Die nach nur 13 Monaten Bauzeit fertiggestellte 6,5 km lange Kehlsteinstraße führt spektakulär entlang von steil abfallenden Felswänden durch fünf Tunnel und überwindet den gewaltigen Höhenunterschied von 800 m mit nur einer einzigen Kehre. Dabei erreicht die Steigung bzw das Gefälle bis zu 24%. Die im Jahr 1938 eröffnete Kehlsteinstraße gilt als Pionierleistung der damaligen Zeit. Hinweis: Die Kehlsteinstraße zum Kehlsteinhaus ist für den Individualverkehr gesperrt und darf nur von öffentlichen Bussen befahren werden, die Unweit vom Parkplatz des Dokumentationszentrums losfahren. Bei der Endstation der Busse führt ein 124 m langer Tunnel zu einem goldglänzenden Aufzug inmitten des Kehlsteins, der bereits die Gäste Hitlers zum »Gipfel der Macht« brachte. Die mit polierten Messingplatten und venezianischen Spiegeln verkleidete Aufzugskabine ist weitgehend original erhalten geblieben, einschließlich Wandtelefon aus Bakelit und mechanischer Uhr. Genau 41 Sekunden benötigt der historische Aufzug, um euch auf die Terrasse des Kehlsteinhauses zu bringen. Von hier oben erwartetet euch ein atemberaubender Panoramaausblick auf die Berchtesgadener Bergwelt – vom Hohen Göll bis Watzmann, Untersberg und Hochkalter. Deutlich ist auch der Königssee zu erkennen. Lasst euch auf keinen Fall das Gipfelkreuz des Kehlsteins entgehen, welches in rund 10 Minuten vom Kehlsteinhaus zu erreichen ist. Bei einem Foto des Gipfelkreuzes besteht die Herausforderung darin, dass nicht gerade 50 andere Touristen gleichzeitig in eure Linse strahlen oder ihre WhatsApp-Nachrichten checken. Bevor es mit dem Linienbus wieder tollkühn die Bergstraße hinuntergeht, könnt ihr euch noch im Kehlsteinhaus stärken und Mut für die Rückfahrt antrinken. WEITERE TIPPS FÜR EINEN KURZURLAUB IM BERCHTESGADENER LAND BERCHTESGADEN VON OBEN ENTDECKENHINTERSEE – INBEGRIFF EINES ROMANTISCHEN BERGSEES KÖNIGSSEE – BOOTSFAHRT DURCH EINEN BAYERISCHEN FJORD BAYERNS SCHÖNSTER WANDERWEG: DURCH DIE WIMBACHKLAMM ZUM WIMBACHSCHLOSS

  • CALW – EIN SPAZIERGANG DURCH DIE GEBURTSSTADT VON HERMANN HESSE

    Calw ist ein geschichtsträchtiges Fachwerkstädtle im Schwarzwald. Hier könnt ihr ein bedeutendes Kloster entdecken und auf den Spuren des weltbekannten Schriftstellers Hermann Hesse wandeln.

  • BODENSEE-NORDUFER: UNSERE 6 PERSÖNLICHEN LIEBLINGSORTE

    Auf an den Bodensee! Wir bewundern die barocke Wallfahrtskirche Birnau, überzeugen uns von der Schönheit des Klosters Salem, unternehmen eine Reise in die Bronzezeit in Unteruhldingen, besuchen die Städte Meersburg und Überlingen und spazieren durch die Weinberge in Hagnau.

  • SCHWARZWALD: DIE KLÖSTER MAULBRONN, HIRSAU UND ALPIRSBACH

    Diese wunderschöne Zwei-Tagestour durch den Schwarzwald führt euch mit dem Auto vom Kloster Maulbronn über die Klosterruine Hirsau zum Kloster Alpirsbach im Kitzingtal.

  • GENGENBACH – EIN SPAZIERGANG DURCH DIE »PERLE DES SCHWARZWALDS«

    Gengenbach mit seinen romantischen Gässchen und den drei Stadttürmen zählt sicherlich zu den schönsten Städten von Baden-Württemberg. Ein Städtle-Spaziergang zu den schönsten Ecken und Winkel der Stadt und ein Ausflugtipp zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach.

  • LIECHTENSTEIN RADROUTE ZWISCHEN MIKULOV, LEDNICE UND VALTICE

    Die Liechtenstein Radroute zählt zu den schönsten Radtouren zwischen Mikulov, Lednice und Valtice. Sie führt Euch zu den schönsten Plätzen im österreichisch-mährischen Grenzgebiet.

  • VON RETZ NACH ZNAIM AM »WEIN UND KULTUR RADWEG«

    Der »Wein und Kultur Radweg« verbindet die beiden Schwesternstädte Retz und Znaim. Bei dieser Tour zeigen wir euch interessante historische Kleinode und atemberaubende Aussichtspunkte von wo Ihr die Schönheit der hügeligen Weinberge und Heidelandschaften genießen könnt.

  • 5 AUSFLÜGE RUND UM WISMAR – KÜHLUNGSBORN, BAD DOBERAN, INSEL POEL, WARNEMÜNDE

    Ihr wollt das Umland von Wismar besser kennen lernen? Dann empfehlen wir Euch die Ausflüge nach Kühlungsborn, Bad Doberan, Warnemünde und die Insel Poel.

  • LANDSHUT – EINE STADT, WIE AUS DEM MITTELALTER

    Die alte bayrische Herzogstadt Landshut bietet Ihren Besuchern eine wahre Flut an wunderhübschen Bürgerhäusern aus der Gotik und Renaissance.

  • WISMAR UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ERKUNDEN

    Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang, entdeckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Wismar und gönnt Euch zum Abschluss ein Fischbrötchen im Alten Hafen.

  • USEDOMER SCHWEIZ – AUF DEN SPUREN DES MALERS LYONEL FEININGER

    Dieser Beitrag entführt Euch in die Usedomer Schweiz. Entdeckt gemeinsam mit dem Maler Lyonel Feininger idyllische Dörfer mit kleinen feinen Sehenswürdigkeiten. Wie der Name Usedomer Schweiz entstand Einst trafen sich findige Touristiker und diskutierten, wie sie Usedoms Hinterland besser vermarkten könnten. Denn »Achterland«, wie die Region hinter den drei Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck heißt, klingt zwar recht nett, aber nicht besonders sexy. Nach endlosen Brainstormings fiel endlich der Groschen! Nennen wir doch die hügelige Gegend mit Wäldern, Wiesen und sieben Seen einfach »Usedomer Schweiz«. Der Einwand, dass es keinen 4.000er hier zu besteigen gibt, wurde rasch verworfen, denn immerhin kann man mit dem Kückelsberg aufwarten, der sage und schreibe 56 Meter misst. Eine nette Geschichte, aber ich gebe zu, diese ist frei erfunden! Die Radtouren des Malers Lyonel Feininger Wenn in den Kaiserbädern zu viel Trubel herrscht, dann bietet sich eine Tour in das ruhigere Inselinnere von Usedom an. Die Ruhe und Schönheit dieser Gegend schätzte auch der deutsch-amerikanischen Maler Lyonel Feininger, der viele seiner Urlaube auf Usedom verbrachte. Zu seinen Lieblingsmotiven zählte die St-Petri-Kirche in der kleinen Gemeinde Benz, deren Geschichte bis in die erste Hälfte des 15. Jhdt zurückreicht. Geboren 1871 als Sohn deutscher Eltern in New York, kam Feininger mit 16 Jahren zurück nach Deutschland und besuchte die »Königlichen Akademie der Künste« in Berlin. Zuerst als freier Illustrator für verschiedene Zeitschriften tätig, widmete sich Feininger am Beginn des 20. Jhdt immer mehr der Malerei. Benz, das Zentrum der Usedomer Schweiz Im Jahr 1908 besucht Lyonel Feininger erstmals die Insel Usedom. Von Heringsdorf aus unternahm Feininger unzählige Radausflüge in die Usedomer Schweiz, wo er Landschaften und Gebäude skizzierte. Mit seinem für die damaligen Verhältnisse hypermodernen Fahrrad mit Luftreifen erregte er bei den Einheimischen überall Aufsehen. In Benz verewigte er nicht nur die St-Petri-Kirche auf Papier, sondern auch die Holländermühle auf dem Berg oberhalb des Ortes, die im Jahre 1830 erbaut wurde. Von diesem wahrlich schönen Plätzchen habt ihr einen schönen Ausblick auf die Landschaft und den Schmollensee. Ein Jahr nach seinem ersten Aufenthalt auf Usedom wird er Mitglied der Berliner Secession, die sich dem Impressionismus verschrieben hatte. Im Jahr 1919 gründet Feininger gemeinsam mit Walter Gropius das Bauhaus in Weimar und gehört mit seinen Arbeiten schon bald zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne. 1937 muss Feininger in die USA zurückkehren, da seine Bilder im Nazi-Deutschland als »entartete Kunst« gelten. Der Maler stirbt 1956 in New York. Lyonel Feininger in Neppermin Auf der Suche nach geeigneten Motiven führten Feininger seine Radtouren auch in die kleine Ortschaft Neppermin, die erstmals im Jahr 1254 urkundlich erwähnt wurde. Der Ortsname geht auf die erste Besiedelung der Insel durch Slawen zurück und bedeutet so viel wie »der Ort an einem stehenden Gewässer«, was sich auf die Lage am Achterwasser bezieht. Feininger gab den Ort die liebevollen Spitznamen »Nevermind« und »Peppermint«. Die Bockwindmühle von Pudagla Am Weg zwischen Pudagla und Neppermin fertigte Feininger Skizzen von der Bockwindmühle in Pudagla an. Sie gilt als letzte noch im Originalzustand erhaltene Bockwindmühle auf Usedom. Das Merkmal einer Bockwindmühle ist, dass das gesamte Mühlenhaus auf einem senkrechten dicken Pfahl – dem »Bock« – steht. Die Geschichte der Mühle geht bis in das Jahr 1779 zurück und sie war bis 1937 in Betrieb. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten ist heute ein kleines Museum in der Mühle eingerichtet. Mellethin – Der Mittelpunkt von Usedom So manche Radtour führte Feininger auch in das Gutsdorf Mellethin mit einer hübschen mittelalterlichen Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Das Wort »Mellenthin« kommt aus dem slawischen und bedeutet »Mittelpunkt«. Und wie der Zufall will, steht genau dort, wo sich der Mittelpunkt der Insel Usedom befinden soll, das Wasserschloss Mellenthin. Das Renaissance-Schloss Mellethin ist das einzige Wasserschloss auf Usedom. Errichtet um 1575 wurde das Schloss zu DDR-Zeiten für Wohnzwecke, als Kindergarten und als Gaststätte genutzt. Nach der Wende wurde das Wasserschloss im Jahr 2001 aufwendig renoviert und zu einem beliebten gastronomischen Ausflugziel umgebaut. Unserer Meinung nach kann, aber man muss es nicht zwingend besuchen, denn das Schloss ist ein magischer Anziehungspunkt für alle Reisebusse und – jetzt wird es böse – »Rollatoren-Touren« . Die »Lyonel-Feininger-Tour« Alle diese Motive könnt ihr im Rahmen der »Lyonel Feininger Radtour« besuchen. Plaketten im Boden markieren alle seinen Wirkungsstätten. Natürlich ist diese Tour auch mit dem Auto möglich. Weitere Infos findet ihr auf der Seite usedom.de NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch zu einer Rundreise in die Usedomer Schweiz inspirieren konnten. Noch mehr Fotos von der Insel Usedom findet Ihr im Fotoalbum unter: USEDOMER SCHWEIZ – AUF DEN SPUREN DES MALERS LYONEL FEININGER

  • WANDERN USEDOM – DIE KAISERBÄDER BANSIN, HERINGSDORF, AHLBECK UND SWINEMÜNDE

    Von Bansin bis Swinemünde – Seebrücken, Sandstränden und Bäderarchitektur.

  • NAUMBURG UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Ob Naumburger Dom oder ein Spaziergang an der Saale – Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch das malerischen Naumburg, sowie zwei Ausflugtipps in die nähere Umgebung. Ein bisschen Geschichte … Die Stadt Naumburg blickt auf eine mehr als 1.000-jährige Geschichte zurück, deren Namen auf die neu errichtete Burg »Nuwenburg« der Markgrafen von Meißen zurückgeht. Bereits 1028 wurde Naumburg Bischofssitz und der Bau eines Doms begonnen. Durch die Verleihung des Marktrechts fünf Jahre später und der Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, entwickelte sich Naumburg schon bald zu einem wichtigen Handelsplatz. Vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen heute noch viele Bürgerhäuser rund um den Marktplatz. Kurioses Detail: Sowohl der Bereich rund um den Dom als auch die Händler- und Bürgerstadt waren über mehrere Jahrhunderte jeweils von einer eigenen Stadtmauer umgeben. Naumburger Dom Unseren Spaziergang durch Naumburg beginnen wir beim bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Schon von weitem sind die vier mächtigen Türme des Naumburger Doms zu sehen. Der Naumburger Dom, dessen Baugeschichte bis in das Jahr 1028 zurückreicht, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Meisterwerk spätromanischer und frühgotischer Architekturgeschichte solltet ihr bei einem Besuch in Naumburg auf keinen Fall versäumen. Die Geschichte des Doms ist eng mit dem Namen »Uta« verbunden. Uta ist eine der zwölf lebensgroßen Stifterfiguren im Naumburger Dom, die um 1250 von einem unbekannten Bildhauer geschaffen wurden und deren Besonderheit in ihrer detailverliebten Darstellung liegt. Der Schriftsteller Umberto Ecco bezeichnete Uta in seiner »Geschichte der Schönheit«“ als die »schönste Frau des Mittelalters« und träumte von einem romantischen Abend mit ihr. Anmutig, vornehm und selbstbewusst, steht die kühle Schönheit im Westchor des Doms und lässt sich von den zahlreichen Besuchern des Gotteshauses bewundern. »Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?« Dies fragt einst die böse Königin im Walt Disney Zeichentrickfilmklassiker »Schneewittchen und die sieben Zwerge« ihren Spiegel. Und was hat die Widersacherin von Schneewittchen mit Uta zu tun? Wenn ihr Euch das Gesicht von Uta genau anseht werdet ihr bemerken, dass sie der bösen Königin ihr Gesicht lieh. West- und Ostchor sind durch zwei mittelalterliche Lettner vom Kirchenschiff getrennt. Besonders beeindruckend ist der Westlettner mit acht farbigen Reliefs, welche die Leidensgeschichte Christi darstellen. Im Ostchor befindet sich der Hauptaltar und ein unscheinbares Kapitell mit zwei schachspielenden Affen. Der Legende nach stritten zwei Domherren, ob Martin Luthers Lehren auch im Naumburger Dom Einzug halten werden. Worauf der eine Geistliche meinte, dass eher seine beiden Äffchen daheim das Schachspiel erlernen würden. Was für ein gewaltiger Irrtum! 1542 fanden Luthers Lehren ihren Weg auch nach Naumburg und die Äffchen wurden in Stein gehauen im Dom verewigt. Zum Abschluss der Besichtigung des Naumburger Doms empfehlen wir Euch auch den Kreuzgang des Gotteshauses zu besichtigen, der zum Domschatzgewölbe führt. Die Bürgerstadt von Naumburg Wir verlassen nun das UNESCO-Weltkulturerbe und spazieren durch die Herrengasse Richtung Marktplatz, der von Häusern aus der Zeit der Renaissance und des Barocks gesäumt wird. Sie alle wurden nach dem großen Stadtbrand von 1517 errichtet. Nehmt Euch Zeit und bewundert die vielen kleinen Details, die ihr bei genauem Hinsehen entdecken könnt. So weist ein Wappenstein mit einem Lorbeerbaum am Erker einer Apotheke auf den Namen des ehemaligen Apothekers hin. Oder werft einen Blick auf das Stadtmuseum »Hohe Lilie« mit seinem spätgotischen Staffelgiebel. Sicherlich werden Euch auch die mehrgeschossigen Dachaufbauten aufgefallen sein, die im Mittelalter den Kaufleuten als Warenlager dienten. Sie erinnern an jene Zeit, als Naumburg eine wichtige Handelsmetropole an der Handelsstraße Via Regia war, die West- und Osteuropa verband. Charakteristisch für Naumburg sind auch die übergroßen Zwerchgiebel, die mehrere Bürgerhäuser und das Rathaus zieren. Dominiert wird der Marktplatz von der spätgotischen Wenzelskirche, deren Turm nicht nur als Glockenturm, sondern auch als Wachturm diente. Hier versah der »Hausmann«, wie der Türmer in Naumburg genannt wurde, seinen Dienst. Der Türmer sollte Alarm schlagen, wenn sich Feinde der Stadt näherten oder Häuser in Flammen standen. Doch oft wurden Brände nicht rechtzeitig bemerkt, weil der Türmer seinen Rausch vom Vortag ausschlief. Was mit jenem Türmer geschah, der den großen Stadtbrand von 1517 nicht rechtzeitig meldete, der ganz Naumburg in Schutt und Asche legte, darüber schweigt die Stadtchronik. Hauptattraktion der Wenzelskirche ist die prachtvolle Hildebrandt-Orgel, die elegant unter der Kirchendecke thront. Sie gilt heute als die einzige erhaltene Orgel, die Johann Sebastian Bach maßgeblich mitkonzipierte und persönlich einweihte. Ein wenig versteckt hinter der Wenzelskirche führt ein Torbogen in die enge Jüdengasse, wo sich im Mittelalter das jüdische Viertel von Naumburg befand. Viele Juden übten zur damaligen Zeit die Tätigkeit als Geldverleiher aus. Als sich jedoch die Stadträte, über die angeblich hohen Wucherzinsen der jüdischen Geldverleiher und deren rücksichtslose Eintreibung beschwert hatten, wurde die jüdische Bevölkerung 1494 aus Naumburg ausgewiesen. Wir gehen weiter durch die Jakobsstraße zum Holzmarkt, wo uns ein besonders schöner Renaissancebau mit einem Erker ins Auge fällt. Hier befand sich einst der Gasthof »Zum Güldenen Harnisch«. Zu den berühmtesten Gästen des Hauses zählte Frankreichs Kaiser Napoleon und der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Napoleon war unterwegs zur nächsten Schlacht, Goethe hingegen traf eine Muse zum Tête-à-tête. Doch das ist geschichtlich nicht belegt und geht auf die Phantasie des Autors dieses Beitrages zurück. Der Holzmarkt diente einst als Holzstapel- und Trockenplatz des auf der Saale geflößten Holzes aus Thüringen. Wenn Ihr über den Platz schlendert, entdeckt ihr gleich das Denkmal für Friedrich Nietzsche, der auf einen Stuhl mit einem Buch sitzt und zu einem Mädchen blickt. Hat der Philosoph mit dem Riesen-Schnauzbart das Mädchen mit der Aussage »Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes« gerade geschockt? Oder zitierte er aus seinem Werk »Also sprach Zarathustra« den Satz »Wenn Du zu Frauen gehst, vergiss die Peitsche nicht!«? Man weiß es nicht. Bekannt ist jedoch, dass der Philosoph nicht nur seine Kindheit in Naumburg, sondern auch einen Großteil seiner letzten Lebensjahre verbrachte. Das Haus seiner Mutter mit der Adresse »Im Weingarten 18« ist nur ein paar Gehminuten vom Holzmarkt entfernt. Ab seinem 45. Lebensjahr litt Nietzsche unter einer schweren psychischen Krankheit., die ihn zum Pflegefall machte. Seine Mutter holte ihn nach Naumburg, wo sie bis weiterlesen

  • LIECHTENSTEINRADWEG – VON VALTICE NACH LEDNICE

    Der Liechtensteinradweg führt von Schrattenberg zu den prachtvollen Schlössern in Valtice und Lednice, die einst den Fürsten von Liechtenstein gehörten. Eine fürstliche Radtour durch das österreichisch-mährische Grenzgebiet (inkl update 2023).

  • DIE TOP 10 HIGHLIGHTS FÜR EINEN DREITÄGIGEN STÄDTETRIP NACH VENEDIG

    Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bisserl anders, schrieb der Schriftsteller Friedrich Torberg. Dieser Stadtrundgang durch Venedig führt Euch auf den Spuren berühmter Schriftsteller zu den 10 schönsten Sehenswürdigkeiten der Lagunenstadt.

  • VENEDIG AUF DEN SPUREN VON GIACOMO CASANOVA ENTDECKEN

    Taucht ein in das Labyrinth verschwiegener Kanäle und enger Gassen. Entdeckt prachtvolle Palazzi und Kirchen. Alles, was ihr für unsere Casanova-Tour benötigt, ist ein wenig Zeit und bequeme Schuhe.

  • RADWEG HALLO NACHBAR – VON LAA AN DER THAYA NACH MIKULOV

    Die prächtige Altstadt von Mikulov und die Kellergasse am Galgenberg prägen die Radrundtour »Hallo Nachbar, Ahoj sousede«, die in Laa/Thaya startet. Der schöne und grenzüberschreitende Radweg Hallo Nachbar verläuft meist flach entlang des ehemaligen »Eisernen Vorhangs«, der einst Europa in Ost und West teilte. Eine Radtour mit viel Natur und Zeitgeschichte.

  • EIN STADTSPAZIERGANG DURCH DAS MITTELALTERLICHE MIKULOV IN MÄHREN

    Mikulov – so nah und doch unbekannt! Nur eine knappe Autostunde von Wien entfernt, liegt dieses reizende mittelalterliche Städtchen gleich nach der österreichisch-mährischen Grenze.

  • FRANKEN – EIN KURZER SPAZIERGANG DURCH DIE ALTSTADT VON COBURG

    Auf unserer Tour durch Franken haben wir auch einen Zwischenstopp in Coburg gemacht. Erfahrt in diesem Beitrag, welche Sehenswürdigkeiten Ihr bei einem kurzen Stadtspaziergang auf keinen Fall versäumen solltet. Dazu gibt es Anekdoten über das Bratwurstmännle, Johann Strauss, und den »Gurken-Alex«.

  • FRANKEN – DIE SIEBEN SCHÖNSTEN AUSFLÜGE RUND UM BAMBERG

    Gössweinstein, Bayreuth, Coburg oder in die »Fränkische Schweiz« – Die Stadt Bamberg eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für zahlreiche Tagestouren in das nordöstliche Franken. Wir haben für Euch unsere persönlichen Highlights rund um Bamberg in diesem Beitrag zusammengefasst.

  • AUSFLÜGE RUND UM LISSABON – DAS KÖNIGSSCHLOSS VON QUELUZ

    Das Königsschloss von Queluz gilt als eine der größten und schönsten Rokoko-Schlossanlagen Europas. „Que luz! – Welch ein Licht!“, soll Königin Dona Maria I begeistert ausgerufen haben, als sie erstmals durch den Palast spazierte. So prächtig der Palast auch ist, dem portugiesischen Königshaus brachte er kein Glück. 

  • 10 STÄDTE, DIE MAN IN PORTUGAL BESUCHEN SOLLTE

    Portugal hat viele historische Städte und idyllische Dörfer mit zahlreichen Kulturjuwelen zu bieten. Doch welche davon solltet Ihr im Rahmen einer Portugalrundreise besichtigen? Wir haben die für uns zehn schönsten und interessantesten Orte in diesem Beitrag zusammengefasst. Lissabon und Porto fehlen bewusst in dieser „Must-See“-Liste, da man diese beiden Städte auf keinen Fall bei einer Portugalrundreise links liegen lassen sollte.

  • BAMBERG UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch Bamberg, lernt Bamberger Geheimnisse kennen und erfahrt zahlreiche Anekdoten über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

  • VON LITSCHAU NACH TŘEBOŇ – DURCH DAS LAND DER 100 TEICHE

    Auf nach Böhmisch-Kanada! Unter diesem Motto steht die gemütliche Radtour von Litschau in die Renaissance-Stadt Třeboň. Dichte Wälder und unzählige Teiche prägen diesen Ausflug über die Grenze. Ein Natur- und Kulturerlebnis der besonderen Art.

  • ALDEIAS HISTÓRICAS – DIE ZWÖLF HISTORISCHEN DÖRFER PORTUGALS

    Sortelha, Monsanto oder Belmonte. Kaum jemand kennt diese Flecken auf der Landkarte. In der portugiesischen Geschichte spielten die Aldeias Históricas eine bedeutende Rolle. Auf unseren Reisen durch Portugal haben wir einige dieser „Historischen Dörfer“ besucht, die bis dato von den großen Touristenmassen und Selfie-Jüngern verschont geblieben sind.

  • CACELA VELHA – DAS SCHÖNSTE DORF AN DER OSTALGARVE

    Das auf einer Felsklippe liegende pittoreske Cacela Velha ist für uns das romantischste Dorf an der Algarve im Süden Portugals.  Zusätzlich punktet das Dorf mit dem schönsten Ausblick auf die unter Naturschutz stehende Lagune Ria Formosa.

  • FAHRRADTOUR VON CASCAIS ZUM STRAND VON GUINCHO

    Die Radtour von Cascais zum Strand von Guincho ist wahrlich keine sehr lange Fahrradtour. Jedoch führt der Radweg vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Cascais, an prachtvollen Villen und einer sehenswerten Felsküste. Cascais kann auch leicht im Rahmen eines Tagesausfluges von Lissabon besucht werden.

  • VOM ZAUBERWALD BUÇACO NACH AVEIRO, DEM VENEDIG PORTUGALS

    Der Wald von Buçaco scheint aus einem Märchen der Gebrüder Grimm entsprungen zu sein. Es fehlen nur mehr Hänsel und Gretl. Vielleicht entdeckt Ihr die kleinen Ausreißer in Aveiro, dem „Venedig Portugals“. Der Vergleich mit der italienischen Lagunenstadt hinkt jedoch gewaltig.

  • DIE TOP 6 SEHENSWÜRDIGKEITEN IN THÜRINGEN – VON WEIMAR BIS ZUR WARTBURG

    Weimar, Wartburg oder Schmalkalden – Wollt Ihr wissen, welche Orte und Sehenswürdigkeiten in Thüringen sehenswert sind? Oder wo sich der Mittelpunkt Deutschlands befindet? Wir haben für Euch unsere persönlichen Highlights von Thüringen in diesem Beitrag zusammengefasst.

  • WEIMAR UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch Weimar! Entdeckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und hört Anekdoten über Goethe, Schiller, sowie über weitere Protagonisten der Weimarer Klassik.

  • POTSDAM – EIN AUSFLUG IN DEN PARK VON SCHLOSS SANSSOUCI

    Raus aus Berlin, Zeit für einen Ausflug ins Grüne. Ich bin am Weg nach Potsdam. Mein Ziel ist Schloss Sanssouci, das preußische Versaille von Friedrich dem Großen.

  • TAVIRA – DAS CHARMANTE STÄDTCHEN AN DER ÖSTLICHEN ALGARVE

    Begebt Euch mit uns auf eine Entdeckungstour durch das charmante Städtchen Tavira und unternehmt anschließend eine Strandwanderung auf der vorgelagerten Insel „Ilha de Tavira“.

  • LISSABON IN 2 TAGEN ENTDECKEN

    Lissabon in zwei Tagen entdecken! Begebt Euch mit uns auf einen Stadtspaziergang durch Lissabon. Wir zeigen Euch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die ihr beim Besuch der portugiesischen Hauptstadt auf keinen Fall versäumen solltet.

  • PORTUGAL – DIE SAGENUMWOBENE TEMPLERBURG VON ALMOUROL

    Auf der Suche nach einem Ausflug von Tomar, sind wir auf die Burg von Almourol gestoßen. Diese gilt als schönste Ritterburg Portugals.

  • BERLIN UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

    Vom Alexander Platz bis zum Reichstagsgebäude – ich habe die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins an einem Tag zur Fuß erkundet. Welche Route ich dabei gegangen bin und welche Sehenswürdigkeiten ihr auf keinen Fall versäumen solltet, findet ihr in diesem Beitrag.

  • BRATISLAVA VON OBEN – DIE 4 SCHÖNSTEN AUSSICHTSPUNKTE FÜR FOTOGRAFEN

    Bei Städtereisen suche ich gerne interessante Aussichtspunkte zum Fotografieren auf. Der Blick über die Dächer einer Stadt ist in vielen Fällen einzigartig. Hier meine Top 4 Aussichtspunkte für Bratislava.

  • BRATISLAVA- DAS SEHENSWERTE DANUBIANA MEULENSTEEN ART MUSEUM

    Trotz zahlreicher Reiseblogs und sozialer Medien gibt es auf dieser Welt tatsächlich noch einige unbekannte oder weniger bekannte Orte auf dieser Welt. Manche entdeckt man nur durch Zufall.

  • BRATISLAVA – BAROCKFASSADEN, SKURRILE STATUEN UND EIN UFO

    Bei unserem letzten Besuch Ende der 90er Jahre glich die Hauptstadt der Slowakei noch einem ziemlich hässlichen Entlein. Doch Bratislava hat sich mittlerweile zu einem kleinen prächtigen Schwan entwickelt.

  • GAFFER, SPÖTTER UND DER SCHÖNE NÁCI – DIE 5 SKURRILSTEN SKULPTUREN BRATISLAVAS

    In Bratislava findet man eine Vielzahl an skurrilen Skulpturen, die beim Betrachter für Erheiterung sorgen. Für Fotografen sind diese Kunstwerke beliebte Fotomotive.

  • MONSARAZ – DAS WEISSE DORF AN DER SPANISCHEN GRENZE

    Zu den sehenswerten Orten im Alentejo zählt das an der spanischen Grenze liegende Bergstädtchen Monsaraz. Vollständig von einer mächtigen Stadtmauer umgeben und für den Autoverkehr gesperrt, fühlt man sich bei einem Spaziergang durch die schmalen Gässchen ins Mittelalter versetzt.

  • HIGHLIGHTS NORDPORTUGAL – DIE 6 SCHÖNSTEN AUSFLÜGE RUND UM GUIMARÃES

    Die Stadt Guimarães eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für zahlreiche Tagestouren in den Nordwesten Portugals, wie beispielweise nach Braga, Barcelos, Ponte de Lima oder Viana do Castelo.

  • PORTUGAL – SINTRA, DIE SOMMERRESIDENZ DER KÖNIGE UND REICHEN

    Unternehmt mit uns einen Ausflug nach Sintra, der einstigen Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Im 19. Jhdt wurde Sintra auch zunehmend Ziel der Reichen, Künstler und Exzentriker. So entstanden prächtige Villen und kleine Paläste.

  • ALENTEJO – BURGEN, RÖMER UND SCHNEEWEISSE DÖRFER

    Begleitet uns auf eine zauberhafte Reise durch das südliche Portugal in die Provinz Alentejo, wo sich die Hügel in sanften Wellen erstrecken und die kleinen Städte mit ihren weiß getünchten Häusern anmutig in der Landschaft ruhen.

  • DAS SCHMUCKKÄSTCHEN KÖSZEG AN DER ÖSTERREICHISCHEN GRENZE

    Ein Ausflug und Spaziergang durch die entzückende ungarischen Kleinstadt Köszeg in der Nähe von Lockenhaus, gleich hinter der österreichischen Grenze.

  • LISSABON KULINARISCH – ZUM KLOSTER, WO DAS PASTÉIS DE BELÉM ERFUNDEN WURDE

    300 Kalorien zarteste Versuchung. Knuspriger Blätterteig trifft auf cremigen Vanillepudding. Mit einem Espresso, der höchste Genuss. Die Pastéis de Belém (Pastéis de Nata) ist eine Köstlichkeit mit Kultstatus, quasi ein Nationalheiligtum Portugals.

  • ISTRIEN – DIE MALERISCHEN BERGDÖRFER LABIN UND GROŹNJAN

    Im Hinterland Istriens gibt es zahlreiche mittelalterliche Bergdörfer, die interessante Geschichten zu erzählen haben. Meist mit einer massiven Stadtmauer umgeben, wachen diese kleinen Ortschaften auf steilen Felsen über Täler oder Meerengen.

  • EIN TAGESAUSFLUG NACH BRÜNN

    Alle Wege führen nach Brno. So könnte man meinen, weisen doch zahlreiche Straßenschilder in Wien den Weg in Tschechiens zweitgrößte Stadt. Vielleicht steht deshalb Brünn schon lange auf unserer Reiseliste.

  • BUDDHA GARDEN EDEN – EIN PARK VOLLER BUDDHAS UND PAGODEN

    Ein Landschaftsgarten mit lauter Buddha-Statuen? Klingt im ersten Moment nach ziemlich viel Kitsch. Erwartet haben wir eine Art asiatisches „Gartenzwergerland“. Wir wurden aber eines Besseren belehrt und haben den Besuch im Buddha Garden Eden nicht bereut!

  • PORTUGAL – ÜBERNACHTEN BEIM GRAFEN

    Nirgendwo erfährt man so viel über portugiesischer Geschichte, Kultur und Lebensart als bei einem Aufenthalt in einem der alten Herrenhäuser und Landgüter.

  • LISSABON VON OBEN – DIE SCHÖNSTEN MIRADOUROS

    Wir waren auf der Suche nach dem schönsten Aussichtspunkt in Lissabon. Die Wahl, welcher der Miradouros den schönsten Blick auf die Hauptstadt Portugals bietet, fiel schwer. Denn jeder ist in seiner Art einzigartig!

  • MEERSBURG AM BODENSEE – AUF DEN SPUREN DER DROSTE

    Meersburg am Bodensee ist ein Städtchen wie aus dem Bilderbuch mit einer imposanten Burg und engen mittelalterliche Gässchen. Hier verbrachte Annette von Droste-Hülshoff ihre schönsten Jahre. Ein Stadtspaziergang durch Meersburg auf den Spuren der bekannten Schriftstellerin.

  • ISTRIEN – KLEINES HUM GANZ GROSS

    Warum macht man einen Ausflug nach Hum? Gute Frage. Vielleicht, weil es die kleinste Stadt der Welt ist. So steht es zumindest im Guinness-Buch der Rekorde.

  • KRK – INSEL OHNE VOKAL

    Die Insel Krk hat viele Gesichter: Schroffe, karge Karstberge, Maccia und Olivenbaumhaine im Landesinneren und eine Küste mit vielen Kiesbuchten. Auf unserem Tagesausflug auf die Insel Krk wollten wir die Städte Krk, Baška und Vrbnik erkunden. 

  • SOPRON – EIN STADTSPAZIERGANG ZU DEN SCHÖNSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

    Sopron ist immer eine Reise wert. Nicht nur für Blunzenhamsterer. Die westlichste Stadt Ungarns hat auch archetektonisch viel zu bieten. Ein Stadtspaziergang durch Sopron mit zahlreichen Anekdoten. 

  • ALGARVE – SPEKTAKULÄRE FELSKÜSTE BEI LAGOS

    Bizarre Felsen, Grotten und pittoreske Buchten sind der Inbegriff der Felsalgavre. Die Farbspiele der Felswände wirken im Licht der späten Nachmittagssonne besonders schön. Begebt Euch mit uns auf eine Reise zu den schönsten Plätzen rund um Lagos.

  • DIE 3 KLÖSTER BATALHA, ALCOBAÇA UND TOMAR ENTDECKEN

    Prachtvolle Steinmetzkunst in Batalha, schlichte Gotik in Alcobaça und eine Klosterburg in Tomar – unterschiedlicher können Klosteranlagen nicht sein.

  • LISSABON – EINE STADTRUNDFAHRT MIT DER LEGENDÄREN TRAM 28!

    Mehr als 100 Jahre alt und 100-mal totgesagt – die Eléctricos Lissabons! Mit der altehrwürdigen Straßenbahnlinie 28 lässt sich Portugals Hauptstadt vorzüglich erkunden. Manche behaupten gar, sie sei die schönste der Welt.

  • ACHT TIPPS FÜR EINE RUNDREISE DURCH DEN ELSASS

    Der Elsass ist reich an mittelalterlichen Städten und malerischen Dörfern. Insbesondere an der Route de Vins d`Alsace. Überall bieten sich ähnliche Postkartenmotive: Blumengeschmückte Fachwerkhäuser, romantische Gässchen und Weinberge soweit das Auge reicht. 

  • SEHENSWÜRDIGKEITEN HARZ – VON WERNIGERODE BIS QUEDLINBURG

    Seit jeher übt der Harz eine magische Anziehungskraft auf alle Reisen aus. Sind es die bunten Fachwerkstädte, die Magie der Berge oder die zahlreichen Burgen, die bereits Goethe, Fontane oder Heine in den Bann zogen? Wir wollten es wissen und machten uns auf den Weg in den Harz. Genauer gesagt nach Wernigerode, von wo wir Tagesausflüge in die verschiedensten Orte des Harzes unternahmen.