REISEerinnerung – Dein Reiseblog für Österreich & Europa

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Entdecke die schönsten Ausflugsziele rund um Wien, erlebe faszinierende Wanderungen und Radtouren in Niederösterreich und lassen Dich sich von inspirierenden Städtereisen durch Europa begeistern.

Viel Spaß beim Schmökern wünscht Euch Andreas Gager!

Aktuelle Beiträge

Lust auf neue Abenteuer? Ob spontane Ausflüge rund um Wien, genussvolle Wanderungen und Radtouren in Niederösterreich oder Städtereisen quer durch Europa – hier findest Du frische Ideen, besondere Tipps und Highlights, die Deinen nächsten Ausflug garantiert unvergesslich machen.

30. November 2025Hier findest du fünf ausgewählte Wiener Stadtspaziergänge durch unterschiedliche Wiener Bezirke – von Architektur und Geschichte über Film-Drehorte bis hin zu charmanten Stadtvierteln abseits des großen Trubels. Jede Route ist so konzipiert, dass du sie bequem an einem halben oder ganzen Tag „ergehen“ kannst. Besinnlich: DER WIENER UND DER TOD – EIN SPAZIERGANG AM ZENTRALFRIEDHOF Der alte jüdische Friedhof am Zentralfriedhof ist eine wildromantische Oase. Ein mystischer Ort, der zu einem ausgiebigen Spaziergang einlädt. Doch vorher steht noch ein Besuch der Ehrengräber und der Luegerkirche am Programm. [»weiterlesen …] Abwechslungsreich: ALSERGRUND – EIN SPAZIERGANG DURCH DEN 9. BEZIRK Ein Streifzug durch Geschichte, Kultur und Wissenschaft: Von der prachtvollen Volksoper über das kreative WUK bis zur literarischen Strudelhofstiege. Entdecke das barocke Palais Liechtenstein, das charmante Servitenviertel mit seiner bewegten Vergangenheit und das Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse. Der Spaziergang durch den Alsergrund führt zu Orten voller Geschichten – von der Wiener Moderne bis zur Erinnerungskultur der Shoah-Namensmauern. Wien im Film: DIE DREHORTE DES FILMKLASSIKERS „DER DRITTE MANN“ Die Zithermusik von Anton Karas, Orson Welles als Harry Lime und die Verfolgungsjagd durch die Wiener Unterwelt prägen den Filmklassiker »Der Dritte Mann«. Die Handlung ist ein Stück Zeitgeschichte über das Leben im zerbombten Nachkriegswien. Dieser Stadtspaziergang führt Euch zu den schönsten Drehorten des Films. Folgt Holly Martins durch die schmale Gassen der Altstadt und trefft Harry Lime beim Riesenrad. Erotisches Wien: VOM GRABEN BIS ZUM SPITTELBERG Ein erotischer Spaziergang durch das »Alte Wien«, als in den Straßen Lust und Laster herrschte. Trefft mit uns am Weg zum Spittelberg Maria Theresia, Joseph II oder den unwiderstehlichen Frauenhelden Giacomo Casanova. Ihr durchstreift den Spittelberg, wo einst »Bierhäuselmenscher und Spittelbergnimpfen« ihr Unwesen trieben. Die Kundschaft der »Spittelbergnimpfen« kam aus jeder Gesellschaftsschicht. Casanova besuchte den »Venushügel« ebenso, wie Kaiser Joseph II. Architektur: DIE JUGENDSTIL BAUWERKE VON OTTO WAGNER Dieser Spaziergang führt Euch zu den schönsten Jugendstil-Bauwerken von Otto Wagner, die noch heute das Stadtbild prägen. Seine Arbeiten machten die Stadt um 1900 zur modernen Metropole. Was an den Arbeiten von Otto Wagner fasziniert, ist die Verbindung von Schönheit und Zweckmäßigkeit. Er entwirft alles: Gebäude, Möbel, Teppiche, Lampen, Heizkörper, ja sogar die Türklingel. Jedes noch so kleine Detail wird von ihm bedacht. Für Euch persönlich erkundet Ob du Wien schon gut kennst oder zum ersten Mal besuchst: Diese Spaziergänge zeigen dir bekannte und weniger bekannte Ecken unserer Stadt. Was dich erwartet: Jede Tour mit Startpunkt, Highlights und praktischen Hinweisen Thematische Vielfalt – z. B. Jugendstil, Filmgeschichte, Stadtviertel Hintergrundinfo Mach dich auf, die Hauptstadt Österreichs im Gehen zu entdecken! Unsere Stadtspaziergänge auf einen Blick [...]
17. Oktober 2025Geheimtipps Wien – Wien ist weit mehr als Prunkbauten und Walzerklänge. Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten warten verborgene Winkel voller Geschichte, Charme und Kreativität. Wer sich auf die weniger ausgetretenen Pfade begibt, entdeckt kleine Schätze, die in keinem Reiseführer stehen – und selbst Einheimische noch überraschen. Überblick: Die 20 Geheimtipps Religiöse Schätze Museen & Kultur Architektur & Moderne Natur & Entspannung Vergnügen & Nostalgie Aussichtspunkte FAQs zu Geheimtipps Wien Religiöse Schätze: Kirchen voller Geschichte Wien’s Kirchen sind mehr als nur Gotteshäuser – sie erzählen Geschichten von Glauben und Kunst. Hier finden Sie barocke Meisterwerke, gotische Juwelen und revolutionäre Jugendstil-Architektur. Maria am Gestade – Gotisches Juwel in der Inneren Stadt Wien Geheimtipp: Maria am Gestade, ein gotisches Juwel Die Kirche Maria am Gestade ist nach der Ruprechtskirche das zweitälteste Gotteshaus Wiens. Das gotische Meisterwerk beeindruckt mit filigran durchbrochenem Turmhelm. In ihrer Vergangenheit durchlief die Kirche zahlreiche Höhen und Tiefen. So wurde sie während der napoleonischen Kriege sogar als Pferdestall missbraucht. Heute erstrahlt sie wieder in gotischer Pracht und beherbergt die Reliquien des eher unbekannten Stadtpatrons von Wien, des hl. Klemens Maria Hofbauer. Hinweis Adresse: 1010 Wien, Salvatorgasse 12 Anreise: U-Bahn U3 (Station Herrengasse), U4 (Station Schottenring) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Die Treppe vor der Kirche Maria am Gestade diente als Kulisse für den Filmklassiker „Der Dritte Mann“. Der folgende Stadtspaziergang führt Euch zu den schönsten Drehorten des Films in der Wiener Innenstadt: DER DRITTE MANN – EIN STADTSPAZIERGANG ZU DEN DREHORTEN DES FILMKLASSIKERS Annakirche – Barockes Kleinod mit Reliquie Wien Geheimtipp: Annakirche Die Annakirche ist ein Kleinod, das man leicht übersieht – versteckt in der schmalen Annagasse. Einst eine gotische Saalkirche, wurde diese von den Jesuiten prachtvoll im Barockstil umgestaltet. Was Besucher erwartet: Daniel Grans spektakuläre Deckenfresken und sein Hochaltarbild der Heiligen Familie, eine reich verzierte Kanzel, sowie Stuckmarmor und Gold, wohin das Auge blickt – die Jesuiten kleckerten nicht, sie klotzten. Und als besondere Kostbarkeit: eine Reliquie der rechten Hand der heiligen Anna, der Großmutter Jesu mütterlicherseits. Dass man ausgerechnet die Hand gefunden hat, grenzt an ein – oder zumindest ein Gespür für gute Geschichten. Hinweis Adresse: 1010 Wien, Annagasse 3b Anreise: U-Bahn U1, U3 (beide Station Stephansplatz); Routenplaner der Wiener Linien Piaristenkirche – Barock mit Bruckner-Prüfung Architektur-Geheimtipp Wien: Die Piaristenkirche Die mächtige Piaristenkirche von Lukas von Hildebrandt beeindruckt mit hervorragender Akustik – hier wurden Haydns „Missa in tempore belli“ und Suppès Requiem uraufgeführt. Am 21. November 1861 zog Anton Bruckner an der Orgel alle Register für seine Kompositionsprüfung. Der Prüfer war anschließend perplex: „Er hätte uns prüfen sollen!“ Sehenswert sind die barocken Deckenfresken des Malers Franz Anton Maulbertsch, der neben Martin Johann Schmidt der herausragendste Maler des österreichischen Spätbarock gilt. Hinweis Adresse: 1080 Wien, Jodok Fink Platz Anreise: Straßenbahn 2 (Station Lederergasse) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Bei diesem Spaziergang durch die Josefstadt entdeckt ihr nicht nur die Piaristenkirche, sondern auch berühmte Bewohner, versteckte Winkel und die schönsten Plätze des 8. Bezirks. Mehr dazu: EINE SIGHTSEEING TOUR DURCH DIE JOSEFSTADT Otto Wagner Kirche am Steinhof – Jugendstil-Revolution Architektur-Geheimtipp Wien: Otto Wagner Kirche Die Otto Wagner Kirche am Steinhof ist ein Jugendstil-Meisterwerk und Wagners Credo „Form folgt Funktion“ in Reinform: Eisenbeton, Kupfer und klare Linien. Die Wiener spotteten, die Verrückten würden in dieser verrückten Kirche noch verrückter werden. Und Thronfolger Franz Ferdinand nannte sie bei der Eröffnung eine „Sauerei“. Wagner dachte dabei höchst praktisch: abgerundete Bänke gegen Verletzungen, kurze Reihen für rasches Eingreifen und fließendes Weihwasser aus Hygienegründen. Die Glasfenster von Koloman Moser sind spektakulär. Da die goldene Kuppel an eine Zitrone erinnert, heißt der Galitzinberg im Volksmund seither „Lemoniberg“. Hinweis Adresse: 1140 Wien, Baumgartner Höhe 1Weitere Informationen zu Öffnungszeiten der Otto Wagner Kirche, Eintrittspreisen, etc. findest du unter Otto Wagner Kirche Anreise: Buslinien 47A, 48A (beide Station Otto Wagner Areal), 46B (Station Feuerwache am Steinhof) Geheimtipps Wien Die Otto-Wagner-Kirche, die Jubiläumswarte und das Schloss Wilhelminenberg lassen sich ideal zu einer wunderschönen, aussichtsreichen Tour kombinieren. Mehr dazu unter: STADTWANDERWEG 4a – AUF ZUR JUBILÄUMSWARTE UND ZUM SCHLOSS WILHELMINENBERG Pfarrkirche Donaufeld – Das Monument eines Politikums Architektur-Geheimtipp Wien: Donaufelder Pfarrkirche Die Donaufelder Pfarrkirche sollte ursprünglich als Bischofskirche einer neuen niederösterreichischen Diözese dienen, denn Floridsdorf war als Landeshauptstadt von Niederösterreich vorgesehen. Doch Bürgermeister Karl Lueger fürchtete die Konkurrenz nördlich der Donau und gemeindete Floridsdorf 1905 kurzerhand ein. Das Ergebnis: Ein klassischer Arbeiterbezirk bekam eine monumentale Kirche mit dem dritthöchsten Kirchturm Wiens (nach Stephansdom und Votivkirche) – und einen Bischofssitz, der nie besetzt wurde. Hinweis Adresse: 1210 Wien, Kinzerplatz Anreise: Straßenbahn 25, 26, 27 (alle Station Hoßplatz) Routenplaner der Wiener Linien Museen und Kultur: Geschichte zum Anfassen Kleine, feine Museen, die oft übersehen werden, aber großartige Geschichten erzählen – von alten Straßenbahnen bis zu skurrilen Vergnügungspark-Erfindungen. Pratermuseum – Zeitreise durch Prater-Geschichte Wien Geheimtipp Museum: Pratermuseum Das Pratermuseum ist eine Zeitreise durch die bunte Prater-Geschichte. Highlights: Der „Heiraths-Vermittlungs-Bureau“-Automat (Ur-Tinder!) und der Watschenmann, dem man eine gesunde Ohrfeige verpassen durfte. Der absolute Augenschmaus aber ist das monumentale Panorama-Wimmelbild auf 100 m² – von Kaiser Franz Josef über Mozart und Strauss bis Conchita Wurst könnt ihr hier alle wichtigen Wiener Persönlichkeiten suchen und entdecken! Hinweis Adresse: 1020 Wien, Prater 92 (Straße des 1. Mai)Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, etc. findest du unter Pratermuseum Anreise: U-Bahnl U1, U2; Straßenbahn O, 5, sowie Schnellbahn (alle Station Praterstern) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Ein Besuch des Pratermuseums lässt sich auch mit einer Wanderung durch den „Grünen“ Prater, als auch mit dem Wurstelprater verbinden. Mehr dazu: DURCH DEN WIENER PRATER AM STADTWANDERWEG 9 Verkehrsmuseum Remise – Straßenbahn-Nostalgie Nostalgie-Geheimtipp Wien: Verkehrsmuseum Remise Das Verkehrsmuseum Remise ist das größte Straßenbahnmuseum der Welt, das sich einer einzelnen Stadt widmet. In der denkmalgeschützten Remise Erdberg (1901-1990) dokumentieren rund 100 Fahrzeuge die Geschichte des Wiener Stadtverkehrs – vom Pferdetramwaywagen (1868) bis zur U-Bahn. Star der Sammlung: Der „Bus aus dem Fluss“, der beim Reichsbrücken-Einsturz 1976 in die Donau stürzte, geborgen wurde und danach noch 13 Jahre brav seine Runden drehte. Das war noch echte Qualität! Hinweis Adresse: 1030 Wien, Fruethstraße 2 Anreise: U-Bahnl U3; Straßenbahn 18 (beide Station Schlachthausgasse). Routenplaner der Wiener Linien Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, etc. findest du unter Verkehrsmuseum Remise Palais Liechtenstein – Barocke Kunstsammlung Wien Geheimtipp Kunstsammlung: Palais Liechtenstein Der prächtige Haupteingang des Palais Liechtenstein öffnet den Blick auf eine barocke Prachtvilla. Neben beeindruckender Architektur beherbergt das Palais eine exklusive Kunstsammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein. In Führungen gibt’s Meisterwerke von Frührenaissance bis Biedermeier zu bewundern – echte Wiener Noblesse, die man nicht verpassen sollte. Hinweis Adresse: 1090 Wien, Fürstengasse 1 Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, etc. findest du unter Palais Liechtenstein Anreise: Straßenbahn D; Bus 40A (beide Station Bauernfeldplatz) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Dieser Stadtspaziergang durch den Alsergrund hat viel zu bieten: Servitenviertel, Palais Liechtenstein, Strudelhofstiege, WUK oder die Praxis von Sigmund Freud. Mehr dazu: ALSERGRUND – EIN SPAZIERGANG DURCH DEN 9. BEZIRK WIENS Architektur und Moderne: Von Visionen bis zur Revolution Architektonische Meisterwerke, die einen Blick in die Vergangenheit und Zukunft Wiens werfen – von sozialen Wohnbauexperimenten bis zu Palästen im Stile des Historismus. Die Werkbundsiedlung – Mustersiedlung der Moderne Architektur-Geheimtipp Wien: Die Werkbundsiedlung Die Werkbundsiedlung gilt als „Mustersiedlung der Moderne“ (1932). Architekten wie Adolf Loos, Josef Hoffmann und Margarethe Schütte-Lihotzky setzten hier ihre Visionen eines sozialen Wohnbaus um. Es entstanden funktionale Einfamilienhäuser mit Garten. Kritiker verhöhnten das Projekt allerdings als „Musterkolonie von Zwergenhäusern“. Hinweis Adresse: 1130 Wien, Woinovichgasse 8 Anreise: Bus 53A, 54A (Haltestelle Gobergasse) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Auf einer rund neun Kilometer langen Rundwanderung lassen sich die Werkbundsiedlung, die Hermesvilla und so manches weitere Kleinod in Hietzing entdecken. Mehr dazu: EINE AUSSICHTSREICHE WANDERUNG DURCH OBER ST VEIT (HIETZING) Hermesvilla und Lainzer Tiergarten – Sisis Rückzugsort Sisi-Geheimtipp Wien: Hermesvilla Der Lainzer Tiergarten war kaiserliches Jagdrevier und Sisis Rückzugsort vor dem strengen Hofzeremoniell. Kaiser Franz Joseph ließ hier die Hermesvilla als „Schloss der Träume“ extra für seine ruhelose Gemahlin errichten – doch der schwülstige Geschmack des Gatten harmonierte so gar nicht mit dem von Sisi. Trotz prächtiger Ausstattung verbrachte sie hier nur wenige Wochen. Ein Besuch der Hermesvilla ist nicht nur für Sisi-Fans Sehenswert. Hinweis Adresse: 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Weitere Informationen zu Öffnungszeiten der Hermesvilla, Eintrittspreisen, etc. findest du unter HermesvillaDer Besuch des Lainzer Tiergarten ist kostenlos. Die Öffnungszeiten des Tiergartens findest Du hier Anreise: Bus 56B (Eingang Lainzer Tor), Bus 54B (Eingang St Veiter Tor) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Auf einer rund neun Kilometer langen Rundwanderung lassen sich die Hermesvilla, die Werkbundsiedlung und so manches weitere Kleinod in Hietzing entdecken. Mehr dazu: EINE AUSSICHTSREICHE WANDERUNG DURCH OBER ST VEIT (HIETZING) Wotrubakirche am Georgenberg – Brutalistisches Betonbollwerk Wien Geheimtipp Architektur: Wotrubakirche Wild türmen sich 152 Betonblöcke aufeinander – die Wotrubakirche im Brutalismus-Stil der 1970er Jahre. „Das Bollwerk aus Beton“ entstand auf Initiative von Margarethe Ottilinger. Ottilinger wurde 1948 an der Zonengrenze von Russen verhaftet und wegen Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Mysteriös waren die Umstände ihrer Verhaftung: Angeblich wollte ihr Chef, Minister Peter Krauland, eine lästige Mitwisserin loswerden, weil er für beide Seiten spionierte. Hinweis Adresse: 1230 Wien, Ottillingerplatz 1 Anreise: Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Auf einer rund sieben Kilometer langen Rundwanderung lassen sich die Wotrubakirche und die vielleicht romantischste Hochzeitskirche Wiens wunderbar miteinander verbinden. Alle Details findest du unter: WEINWANDERN – VON DER WOTRUBAKIRCHE ZUR RODAUNER BERGKIRCHE Natur und Entspannung: Grüne Oasen der Stadt Parks und Seen, wo die Hektik der Großstadt verschwindet und man durchatmen kann – von geheimen Gärten bis zu künstlich entstandenen Naturschätzen. Die Friedespagode – Fernöstliche Spiritualität an der Donau Wien Geheimtipp fernöstliche Spiritualität: Friedenspagode Mitten in Wien steht eine 26 Meter hohe schneeweiße Pagode – kein Scherz! Japanische Mönche errichteten sie 1982–83 als Ort der Ruhe im Wiener Trubel. Die Buddha-Statue über dem Eingang strahlt eine Gelassenheit aus, die dem hektischen Großstadtleben gelassen entgegenblickt. Während rundherum alles in Bewegung ist, thront der Buddha unerschütterlich und scheint zu sagen: „Passt scho!“ Ein Stück fernöstliche Spiritualität am Donauufer! Hinweis Adresse: 1020 Wien, Hafenzufahrtsstraße F Anreise: U-Bahn U2 (Station Aspernstraße), dann weiter mit Bus 77 (Station Aspernallee/Schule) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Ein Besuch der Friedenspagode lässt sich auch mit einer Wanderung durch den „Grünen“ Prater, als auch mit dem Wurstelprater verbinden. Mehr dazu: DURCH DEN WIENER PRATER AM STADTWANDERWEG 9 Servitenviertel – Französisches Flair in Wien Charme-Geheimtipp Wien: Servitenviertel Das Servitenviertel versprüht französisches Flair und zählt zu den schönsten Ecken Wiens. Prunkvolle Altbauten, schmucke Geschäfte und gemütliche Lokale verleihen dem Viertel seinen unverwechselbaren Charme. Im Herzen steht die Servitenkirche, ein barocker Sakralbau aus dem 17. Jahrhundert, einst Ordenskirche der Serviten und bedeutende Vorstadtkirche im Frühbarock. Hinweis Adresse: 1090 Wien, Servitengasse Anreise: Straßenbahn D, (Station Schlickgasse) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Ein Spaziergang durch den 9. Bezirk, der viel zu bieten hat: Servitenviertel, Palais Liechtenstein, Strudelhofstiege, WUK oder die Praxis von Sigmund Freud. Mehr dazu: ALSERGRUND – EIN SPAZIERGANG DURCH DEN 9. BEZIRK WIENS Der Türkenschanzpark – Der englische Landschaftsgarten Spaziergang-Geheimtipp Wien: Türkenschanzpark Der Türkenschanzpark zählt zu den schönsten Parkanlagen Wiens. Der englische Landschaftsgarten wurde 1885 angelegt und von Kaiser Franz Joseph persönlich eröffnet. Neben Teichen und Springbrunnen gibt es Denkmäler für Adalbert Stifter, Arthur Schnitzler und Auguste Fickert. An der höchsten Stelle steht die Paulinenwarte. Ideal für einen Sonntagsspaziergang! Hinweis Adresse: 1180 Wien, Eingänge in der Hasenauerstraße, Peter-Jordan-Straße oder Gregor-Mendel-Straße Anreise: Straßenbahn 40 (Station Gersthof), 41 (Station Türkenschanzplatz); Bus 40A (Station Gregor-Mendel-Straße) Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Dieser Stadtspaziergang durch den 18. Bezirk bietet euch eine abwechslungsreiche Mischung aus Natur, Architektur und Geschichte. Mehr dazu: WÄHRING – EIN STADTSPAZIERGANG DURCH DEN SCHÖNSTEN BEZIRK WIENS Setagayapark – Japanische Ruhe mitten in Wien Spaziergang-Geheimtipp Wien: Setagayapark Versteckt im 19. Bezirk liegt der Setagayapark, ein japanischer Garten, der Wien fernöstliche Ruhe schenkt. Er entstand als Geschenk der japanischen Partnerstadt Setagaya und besticht durch Teiche, Wasserfälle, Steinlaternen, Kirschbäume und kunstvoll angelegte Wege. Perfekt für einen entspannten Spaziergang, Meditation oder ein Picknick abseits der städtischen Hektik. Hinweis Adresse: 1190 Wien, Gallmeyergasse 4 Anreise: Straßenbahn 37; Bus 10A (beide Station Barawitzkagasse) Routenplaner der Wiener Linien Der Donaupark – Aus einer Deponie entstand ein Freizeitparadies Spaziergang-Geheimtipp Wien: Donaupark Den Donauturm kennt jeder. Kaum jemand aber denkt daran, worauf er steht. Auf einer Mülldeponie nämlich! Jahrzehntelang! Bis 1964. Und dann hat man gesagt: „Wisst ihr was? Wir machen hier eine Gartenschau!“ Und so entstand der Donaupark mit Blumenbeeten, einem künstlichen See, Kinderspielplätzen und einer Parkeisenbahn. Aus einer Deponie wurde ein Freizeitparadies, welches zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Hinweis Adresse: 1220 Wien, Donaupark Anreise: U-Bahn U1 (Station Kaisermühlen-VIC); U6 (Station Neue Donau) Routenplaner der Wiener Linien Alte Donau – Spaziergang am Wasser Erholungs-Geheimtipp Wien: Alte Donau Die Alte Donau entstand im Zuge der Donauregulierung um 1870 – aus einem ehemaligen Seitenarm wurde dabei unbeabsichtigt einer der schönsten Badeseen Wiens. Heute lockt das ruhige Gewässer Erholungssuchende aus der ganzen Stadt: Zwischen Schilfgürteln und Silberpappeln schwimmen die Wiener, segeln über das glitzernde Wasser oder genießen einfach den Blick auf die moderne Skyline am gegenüberliegenden Ufer. Im Sommer geht es hier lebhaft zu, doch während des restlichen Jahres herrscht eine angenehme Ruhe – und das nur 20 Minuten vom Stephansdom entfernt. Ein Stück Natur, das Wien aus Versehen geschaffen hat. Wie so vieles in dieser Stadt! Hinweis Adresse: 1220 Wien, Alte Donau Anreise: U-Bahn U1 (Station Alte Donau); U2 (Station Donaustadtbrücke) Routenplaner der Wiener Linien Vergnügen und Nostalgie: Wiener Freizeit damals und heute Wo die Wiener sich amüsieren – von historischen Vergnügungsparks bis zu modernen Kunstoasen, die Geschichte und Spaß verbinden. Der Böhmische Prater – Der Vergnügungspark für den kleinen Mann Nostalgie-Geheimtipp Wien: Der Böhmische Prater Der Böhmische Prater entstand in den 1880er-Jahren, als Franz Bauer für die hart arbeitenden „Ziegelbehm“ aus Böhmen und Mähren eine kleine Gastwirtschaft eröffnete. Bald kamen Schaukeln und ein Ringelspiel dazu – der Beginn eines beliebten Vergnügungsorts für den „kleinen Mann“. Bis heute bewahrt der Böhmische Prater seine nostalgische Atmosphäre – charmant, beschaulich und voller Wiener Geschichte. Hinweis Adresse: 1100 Wien, Laaer Wald 30c Anreise: Routenplaner der Wiener Linien André-Heller-Park – Kunst und Natur an der Donau Kunst-Geheimtipp Wien: André-Heller-Park Der André-Heller-Park (Eröffnung Oktober 2025) ist Wiens neueste Kunst- und Naturoase direkt an der Oberen Alten Donau. Auf 28.000 m² vereint der von Universalkünstler André Heller kuratierte Park internationale Kunst mit Naturerholung. Neben den von ihm handverlesen eingeladenen Kunstschaffenden, wie etwa Xenia Hauser, hat auch Herr Heller selbst ein Werk beigesteuert – offenbar konnte er es nicht ganz lassen. 14 faszinierende Skulpturen sowie Klang- und Windspiele verwandeln die Uferpromenade in eine frei zugängliche grüne Bühne, auf der Natur und Kunst einander charmant die Hand reichen. Hinweis Adresse: 1210 Wien, Mühlschüttelgasse/Drygalskiweg Anreise: Straßenbahn 25, 26, 27 (Station Fultongasse) Routenplaner der Wiener Linien Aussichtspunkte: Wo Wien sich selbst von oben zeigt Kostenlose und lohnende Aussichten über die Stadt – von Türmen bis zu Parks auf Höhen, die selbst viele Wiener nicht kennen. Schloss Wilhelminenberg – Aussichtspunkt und elegantes Hotel Aussichts-Geheimtipp Wien: Schloss Wilhelminenberg Vom Park des Schlosses Wilhelminenberg habt ihr einen der schönsten Ausblicke über Wien. Das Schloss wurde 1908 im Neoempire-Stil errichtet und beherbergt heute ein Hotel. Benannt ist es nach Fürstin Wilhelmine Montléart-Sachsen-Kurland, einer großzügigen Mäzenin des 19. Jahrhunderts. Hinweis Adresse: 1160 Wien, Savoyenstraße 2 Anreise: Bus 46A Routenplaner der Wiener Linien Jubiläumswarte – Panoramablick über Wien Aussichts-Geheimtipp Wien: Jubiläumswarte Der 449 Meter hohe Wilhelminenberg – einst Gallitzinberg, früher Predigtstuhl – wird von der 31 Meter hohen Jubiläumswarte gekrönt. Die filigrane Stahlbetonkonstruktion schraubt sich elegant in den Himmel und ist schon von Weitem zu sehen. Über 183 Stufen geht es hinauf zur Aussichtsplattform, von der sich ein großartiger Panoramablick über Wien eröffnet. An klaren Tagen reicht dieser bis zu den Hainburger Bergen im Osten und zum Schneeberg im Süden. Ideal um der Hektik der Stadt zu entfliehen! Hinweis Adresse: 1160 Wien, Johann-Staud-Straße 80 Anreise: Routenplaner der Wiener Linien Geheimtipps Wien Die Otto-Wagner-Kirche, die Jubiläumswarte und das Schloss Wilhelminenberg lassen sich ideal zu einer wunderschönen, aussichtsreichen Tour kombinieren. Mehr dazu unter: STADTWANDERWEG 4a – AUF ZUR JUBILÄUMSWARTE UND ZUM SCHLOSS WILHELMINENBERG Wien abseits der Touristenpfade – das ist mehr als nur ein Spaziergang durch versteckte Gassen. Es ist eine Entdeckungsreise durch zahlreiche Wiener Bezirke, bei der selbst Einheimische noch staunen. Von barocken Kirchen über Brutalismus-Architektur bis zu Parks mit Kunst – diese 20 Geheimtipps zeigen ein Wien, das in keinem klassischen Reiseführer steht. Also: Raus aus der Inneren Stadt, rein ins echte Wien! Fotoalbum Weitere Fotos zu diesen Wiener Geheimtipps findest du auf Flickr unter: Wiener Geheimtipps Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Geheimtipps Wien Alles, was Du über die Wiener Geheimtipps wissen müssen – von Öffnungszeiten bis Erreichbarkeit Welche der 20 Geheimtipps Wien sind kostenlos zugänglich? Folgende Orte sind komplett kostenlos:Friedenspagode – frei zugänglich, nur AußenansichtServitenviertel – frei zugängliches StadtviertelTürkenschanzpark – kostenlos, wunderschöner Park zum SpazierenSetagayapark – kostenlos, japanischer Garten mit freiem EintrittDonaupark – kostenlos (nur Donauturm kostet extra)Alte Donau – kostenlos, Baden im Sommer inklusiveBöhmischer Prater – frei zugänglich, einzelne Fahrgeschäfte kosten extraLainzer Tiergarten – kostenlos, Hermesvilla mit EintrittAndré-Heller-Park – kostenlos, freier KunstparkWerkbundsiedlung – frei zugänglich, nur AußenbesichtigungJubiläumswarte – frei zugänglichAussichtspunkt beim Schloss Wilhelminenberg – frei zugänglichAlle Kirchen – Ausnahme: Otto Wagner Kirche – frei zugänglich, aber Eintritt für Kircheninneres Welche der 20 Geheimtipps Wien sind kostenpflichtig? Für folgende Orte ist Eintritt zu bezahlen:Alle Museen (Pratermuseum, Verkehrsmuseum Remise)Otto Wagner Kirche, Kircheninnere kostenpflichtigHermesvillaPalais Liechtenstein Wie lange dauert eine komplette Tour durch alle 20 Geheimtipps Wien? Das hängt vom Tempo und Interesse ab:Kurzbesuch (2–3 Tage): Wähle 5–6 Favoriten aus verschiedenen Kategorien. Bummel durch die Altstadt mit Besuch von Maria am Gestade und Annakirche (1 Tag), Alte Donau, André-Heller-Park, Donaupark (1 Tag), Werkbundsiedlung, Lainzer Tiergarten, Hermesvilla (1 Tag). Eventuell einen der verlinkten Stadtspaziergänge.Mittlere Reise (5–7 Tage): Du kannst alle 20 Tipps mit Pausen und Museumsbesuchen gemütlich erkunden. 2–3 Orte pro Tag sind realistisch, bzw. 1–2 der verlinkten Stadtspaziergänge.Umfassend (10–14 Tage): Ideal, um alle Orte mit Zeit zum Genießen, Essen und Entspannen zu kombinieren. Folge auch den verlinkten Stadtspaziergängen. Welche Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig offen, auch im Winter? Die meisten Outdoor-Orte sind auch im Winter offen:Alle Parks: Türkenschanzpark, Donaupark, Lainzer Tiergarten (Öffnungszeiten variieren saisonal), André-Heller-ParkFriedenspagode (Außenansicht)Alte Donau (auch Spaziergänge im Winter möglich)ServitenviertelWerkbundsiedlung (Außenbesichtigung)Jubiläumswarte (saisonale Wintersperren möglich) & Aussicht Schloss WilhelminenbergBöhmischer Prater (begrenzte Betriebe im Winter) Kirchen & Museen sind in der Regel auch im Winter geöffnet. Die Öffnungszeiten können jedoch saisonal variieren. Vor dem Besuch die Öffnungszeiten auf den jeweiligen Webseiten überprüfen. Mit welchen öffentlichen Verkehrsmitteln komme ich am besten zu den Geheimtipps? Die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien sind bestens ausgebaut und machen das Entdecken der Stadt besonders einfach. Für die Erkundung der 20 Wien-Geheimtipps sind Bus, Bahn und Bim meist die bequemste Wahl. Mit dem Online-Routenplaner der Wiener Linien findest du im Handumdrehen die beste Verbindung von deinem Ausgangspunkt zu deinem nächsten Highlight. Unser Tipp: Mit der Vienna City Card bist du flexibel unterwegs. Sie gilt ab Entwertung 24, 48 oder 72 Stunden – oder sogar 7 Tage lang – und ermöglicht unbegrenzte Fahrten mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien. Einige Ausflugsziele wie die Jubiläumswarte, der Böhmische Prater oder die Wotrubakirche lassen sich allerdings am bequemsten mit dem eigenen Auto erreichen. [...]
1. Oktober 2025Wer Murau noch nicht kennt, hat eine echte steirische Perle verpasst. Murau ist perfekt für alle, die gern ein bisserl schauen, ein bisserl verkosten und sich an Naturschönheiten erfreuen. An der Murpromenade: Der perfekte Einstieg Die Skyline von Murau Wo beginnt man einen Rundgang durch Murau? Unser Tipp: Am besten in der Nähe der Bahnhofsbrücke. Von hier aus eröffnet sich ein malerischer Panoramablick auf die historische Altstadt – vom Schloss über die Stadtpfarrkirche und das alte Rathaus bis hin zu den charmanten Fassaden am Murufer. Die Stadtpfarrkirche St. Matthäus: Gotik mit Weitblick Schillerplatz – das Zentrum der Altstadt von Murau Nachdem wir den Ausblick ausgiebig genossen haben, spazieren wir zum Schillerplatz, dem zentralen Platz der Altstadt. Von dort führt ein kurzer, knackiger Anstieg zur imposanten Stadtpfarrkirche, die auf halber Höhe des südlichen Schlosshanges thront – gut so, denn die Höhe hilft dabei, über das unvermeidliche Geschäftssterben hinwegzusehen. Wenn Barbershops und Kebap-Pizza-Läden die traditionellen Geschäfte ersetzen, trägt das schließlich nicht zur historischen Atmosphäre bei. Stadtpfarrkirche von Murau Die strategische Lage der Kirche ist kein Zufall: Von hier oben hatte man Überblick über die Stadt – und gleichzeitig die Nähe zu Gott. Zwischen 1284 und 1296 ließ Freiherr Otto von Liechtenstein I. dieses gotische Meisterwerk errichten. Der österreichweit einzigartige Vierungsturm mit sechs Glocken ist ein architektonisches Highlight und zeigt: Die Murauer verstanden schon im 13. Jh., wie man bleibenden Eindruck hinterlässt. Stadtpfarrkirche von Murau Im Inneren der Kirche erwarten euch barocke Kanzel, Hochaltar, Fresken aus dem 14. Jh. und Wandmalereien aus der Renaissance. Die von Burgmauern umgebene Kirche war Teil der alten Festungsanlage. Hier wurde nicht nur gebetet, sondern auch strategisch gedacht. Die Schlossstiege Weiter geht’s! Oder besser gesagt: Zeit für Sport. Die Schlossstiege mit ihren 214 Stufen führen uns von der Pfarrkirche hinauf zum Schloss – ein Gratis-Workout für Bauch, Beine, Po. Anna Neumann: Die Herrin von Murau und ihre sechs Ehemänner Anna Neumann – Statue bei der Kapuzinerkirche Die Geschichte Muraus ist untrennbar mit Anna Neumann von Wasserleonburg verbunden – einer Frau, die beweist, dass Geschäftssinn und Heiratsglück durchaus kompatibel sein können. 1535 in Villach geboren und 1623 in Murau gestorben, war sie eine der reichsten und mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Schloss Obermurau Anna war insgesamt sechsmal verheiratet – eine beachtliche Bilanz, selbst für das 16. Jahrhundert. Ihre zweite Ehe mit Christoph II. von Liechtenstein brachte sie nach Murau, wo sie zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte wurde. Schloss Obermurau Von 1574 bis zu ihrem Tod übte sie die Herrschaft über Murau aus und führte die Stadt in eine wirtschaftliche Blütezeit. Das Besondere: Ihren Reichtum erreichte sie nicht nur über Erbschaften, sondern vor allem mit ihrem geschäftlichen Geschick. Jagdtrophäen im Schloss Obermurau Ihr letzter Ehemann war Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg, den sie 1617 heiratete – sie 81, er gerade 36 Jahre alt. Ein Altersunterschied von 45 Jahren war selbst damals außergewöhnlich. Als Anna 1623 starb, erbte der junge Witwer nicht nur ihr immenses Vermögen, sondern auch Schloss Obermurau. Damit legte Anna Neumann posthum den Grundstein für eine der bedeutendsten Adelsdynastien Österreichs: die Schwarzenbergs, die bis heute im Renaissance-Schloss ansässig sind. Anna Neumann vor der Kapuzinerkirche Als Protestantin wurde Anna zunächst außerhalb der Elisabethkirche begraben. Seit 1873 ruht sie in der Kapuzinerkirche, vermutlich hat man eingesehen, dass eine Frau, die sechs Ehemänner überlebte, auch die Konfessionsgrenzen überwinden kann. Eine Bronzefigur bei der Kapuzinerkirche erinnert heute daran, dass Anna die Zügel nie aus der Hand gab – weder bei Ehemännern noch bei Geschäften. Murauer Bier: 530 Jahre Brautradition Murauer Brauerei Murau ist ein Muss für Bierfans: Seit 1495 wird hier Bier gebraut. Doch die Geschichte der Murauer Brauereitradition reicht sogar noch weiter zurück: Bereits Mitte des 15. Jh. gab es in der kleinen Stadt gleich drei Brauereien, 100 Jahre später waren es sogar sieben. Die Murauer verstanden schon damals: Wo gearbeitet wird, muss auch ordentlich getrunken werden. Murauer Brauerei Seit Beginn des 20. Jh. ist die Brauerei genossenschaftlich organisiert und rangiert heute unter den größten Privatbrauereien Österreichs. Die zweistündige Besichtigungstour »Brauerei der Sinne« führt Besucher durch die Welt des Bierbrauens. Verkostung nach der Führung durch die Welt des Bierbrauens Alle fünf Sinne werden dabei angesprochen – vom Geruch des Malzes bis zur modernen Schaubrennerei, wo kreative Bierspezialitäten wie Pale Ale oder Stout entstehen. Und zum Abschluss der Tour darf natürlich auch verkostet werden. St. Leonhardkirche: Ein gotisches Kleinod mit Aussicht Nahe dem Startpunkt – Das alte Rathaus von Murau Wer nach dem Besuch der Brauerei nicht zu tief ins Glas geschaut hat, dem sei eine kurze Wanderung am rechten Ufer der Mur empfohlen. Start ist bei der Brücke in der Marktgasse, von dort folgen wir dem Straßenverlauf bis zum Bahnübergang. St. Leonhardkirche Hier beginnt der Kreuzweg von Murau, der hinauf zur St. Leonhardkirche führt – ein gotisches Gotteshaus mit Wehrmauer aus dem 15. Jh. und ein stiller Kraftort über der Stadt. Der Kirchenraum ist zwar nicht zugänglich, doch durch ein kleines Guckloch im Haupteingang lässt sich ein Blick ins Innere erhaschen: auf das filigrane Netzgewölbe und den frühbarocken Hochaltar mit gotischen Figuren. Leonharditeich mit St. Leonhardkirche Nur wenige Schritte entfernt liegt die Burg Grünfels, deren Zugang allerdings wegen Einsturzgefahr geschlossen ist. Von dort führt der Weg hinunter zum Leonharditeich, in dem sich die St. Leonhardkirche fotogen spiegelt. Danach geht es gemächlich bergab zur bereits bekannten Bahnhofsbrücke. Unsere Murau Ausflugtipps Murau Ausflugtipp 1: Die Murtalbahn – Mit Nostalgie durch die Zeit Die Murtalbahn Die Murtalbahn gehört zur Region wie das Murauer Bier. Am 8. Oktober 1894 nahm die 76,2 Kilometer lange Schmalspurbahn zwischen Unzmarkt und der damaligen Endstation Mauterndorf ihren Betrieb auf. Was einst aus Kostengründen als Schmalspurstrecke angelegt wurde, zählt heute zu den romantischsten Bahnstrecken Österreichs. Kaiserzug der Murtalbahn Bereits Kaiser Franz Joseph soll mit der Murtalbahn zur Gamsjagd gereist sein. Die kleine Bahn, die früher Holz und Reisende beförderte, hat alle Wirren der Zeit überstanden, sogar eine drohende Einstellung. Lediglich die Strecke wurde verkürzt – heute endet sie in Tamsweg im salzburgerischen Lungau. Besonders beliebt bei Eisenbahnfreunden sind nostalgische Fahrten mit historischen Dampfzügen durch das malerische Murtal. Wenn die feine Wolke aus Kohle und Dampf den Zug umhüllt, fühlen sich die Fahrgäste in eine andere Zeit versetzt. Im Waggon schaukelt man gemütlich dahin, während aus den Fenstern der Blick über Wiesen, Wälder und die Mur schweift, die sich mal ruhig, mal lebhaft durch das Tal schlängelt – Entschleunigung pur in einer Zeit, wo alles schneller werden soll. Die Murtalbahn zeigt: Langsam kann das neue Schnell sein. Murau Ausflugtipp 2: Wassererlebnisse Murau Ausflugtipp: Wasser in allen Variationen Murau ist der perfekte Ausgangspunkt, um an nur einem Tag drei echte Wasser-Juwele zu genießen: Rottenmanner Teich, Günstner Wasserfall und den wunderschönen Etrachsee. Rottenmanner Teich Rottenmanner Teich Der Rottenmanner Teich ist das erste Highlight unseres Ausflugs: mitten im Wasser ragt ein Kirchturm empor und bietet ein einzigartiges Fotomotiv. Doch warum steht die Kirche im See? Einer alten Sage nach erschien in der Christnacht ein geheimnisvolles Männlein den Bewohnern und mahnte sie, ihr lasterhaftes Treiben einzustellen. Rottenmanner Teich Es wurde ausgelacht und verspottet – daraufhin soll der ganze Ort überflutet worden sein, sodass nur der Kirchturm aus den Wassern ragte. Eine Geschichte, die zeigt: Übermut wird manchmal tatsächlich bestraft. Anreise Von Murau gelangt man in rund 8 Kilometern über die B96 und L501 direkt zum Rottenmanner Teich. Der See liegt gleich am Ortsende von Rottenmann an der Landesstraße – ein kleiner Parkplatz direkt am Ufer ist vorhanden. Günstner Wasserfall Günstner Wasserfall Unser zweites Wasser-Juwel ist der Günstner Wasserfall – mit 65 Metern Fallhöhe ein echter Rekordhalter und der höchste Wasserfall der Steiermark. Hier stürzen 250 bis 300 Liter Wasser pro Sekunde über kristalline Felsen und drei imposante Kaskaden zu Tal. Schon 1906 bauten weitsichtige Steirer Steige und Treppen bis zum höchsten Punkt – damals eine kleine Sensation für Naturliebhaber. Günstner Wasserfall Ein kleiner Praxistipp: Das tosende Wasser zwischen den Felskaskaden erzeugt feine Gischt, die die Holzstege rutschig macht. Festes Schuhwerk ist daher keine schlechte Idee – ein Ausrutscher in dieser spektakulären Kulisse wäre zwar filmreif, aber wenig vergnüglich. Günstner Wasserfall Eine Marmortafel am Fuß des Wasserfalls zitiert Joseph von Hammer-Purgstalls »Ode an die Steiermark«: »Freudig tosend stürz ich zu Tal und grüße Euch alle viel tausendmal« – Poesie, die das Donnern des Wassers perfekt einfängt. Anreise Vom Rottenmanner Teich fährt ihr etwa 2 km über die L501 nach Schöder, dann weitere 4 km Richtung Krakaudorf auf dem Künstenweg zum Parkplatz beim Günsterner Wasserfall. Parkplätze sind vorhanden. St. Ulrich am Hollerberg – Kunst mit eingeschränkter Sicht St. Ulrich am Hollerberg Bevor wir zu unserem dritten Wasser-Juwel gelangen, machen wir einen kurzen Zwischenstopp am Eingang ins Etrachtal, wo auf 1.314 Metern die spätgotische Kirche St. Ulrich am Hollerberg thront. Die kleine Kirche aus dem 15. Jh. birgt wahre Schätze: einen beeindruckenden spätgotischen Flügelaltar und kunstvoll bemalte Holzdecken. St. Ulrich am Hollerberg Das Problem? Man kann die mittelalterliche Pracht nur durch ein winziges Guckloch bewundern – mittelalterliche Kunst wird hier zur Peepshow, nur eben kultivierter und weniger anzüglich. Immerhin: Die spektakuläre Bergkulisse der Schladminger Tauern genießt man ganz ohne Guckloch und mit vollem Panorama. Der Etrachsee Etrachsee Der Etrachsee auf 1.374 Metern Seehöhe bildet den perfekten Abschluss unserer Wasser-Juwel-Tour: 10,50 Hektar Bergidylle, umrahmt von Almwiesen und Lärchenwäldern der Niederen Tauern. Was so natürlich wirkt, ist allerdings ein Kunstwerk aus dem 17. Jahrhundert. Etrachsee Anna Neumann ließ den See von den Baumeistern Lex Stranimayer und Bartl Haslinger in nur sieben Wochen anlegen. Ein Beweis dafür, dass die geschäftstüchtige Dame nicht nur bei Ehemännern, sondern auch bei der Landschaftsgestaltung ein glückliches Händchen hatte. Nach dieser Wasser-Rundtour lädt die nur 500 Meter entfernte Karlhütte zur wohlverdienten Stärkung ein – der Schweinsbraten mit Kraut und Knödel ist eine Empfehlung mit bestem Gewissen. Anreise Vom Günsterner Wasserfall folgt ihr der Straße nach Krakaudorf und weiter Richtung Hintermühlen bis zur Abzweigung zum Etrachsee (ca 7km vom Wasserfall). Rund 1 km nach der Abzweigung erreicht ihr die Kirche St. Ulrich, nach weiteren 4 km den Etrachsee. Parkplätze sind bei den jeweiligen Zielen vorhanden. Murau Ausflugtipp 3: Stift St. Lambrecht – Architektur, Geschichte und Durchhaltevermögen Benediktinerstift St. Lambrecht Wer glaubt, Klöster seien nur Orte stiller Andacht, wird vom Benediktinerstift St. Lambrecht eines Besseren belehrt. Auf 1.028 Metern Seehöhe, eingebettet in die idyllische Berglandschaft des Naturparks Grebenzen, thront das Stift wie ein Symbol jahrhundertealter Geschichte. Die Architektur: Ein Streifzug durch die Jahrhunderte Kreuzgang des Benediktinerstifts St. Lambrecht Die heutige Stiftskirche ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche, deren Portal von der Renaissance geprägt ist. Im Kircheninneren lassen sich Säulen der romanischen Vorgängerkirche bis zur prunkvollen Barockausstattung bestaunen. Besonders einladend ist der weitläufige Kreuzgang – eine stille Oase klösterlicher Baukunst. Peterskirche Der Stiftshof vor der monumentalen Westfront wird von einer bastionsartigen Anlage begrenzt, in deren Zentrum die kleine gotische Peterskirche aus dem Jahr 1424 steht. Geschichte zwischen Höhen und Tiefen Kreuzgang des Benediktinerstifts St. Lambrecht 1076 von Markwart von Eppenstein gegründet, wuchs das Stift schnell zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum heran. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte es alle Höhen und Tiefen: 1786 durch Kaiser Joseph II. aufgehoben, 1802 machte Kaiser Franz II. die Aufhebung rückgängig. Die dunkelste Zeit erlebte das Stift jedoch von 1938 bis 1945. Kreuzgang des Benediktinerstifts St. Lambrecht Nach dem Anschluss fiel das Kloster in die Hände der Nationalsozialisten und wurde zum Standort eines KZ-Außenlagers. Die männlichen Häftlinge verrichteten schwere Forst- und Landwirtschaftsarbeiten, die weiblichen Gefangenen übernahmen Hausarbeit, Gartenpflege und Küchenarbeiten. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes kehrten die Mönche 1946 zurück und nutzen die Gebäude wieder als Kloster – ganz im ursprünglichen Sinn. Murau Ausflugtipp 4: Tamsweg und der Prebersee Hauptplatz von Tamsweg Dieser Ausflugtipp führt nach Tamsweg, der »Hauptstadt« des Salzburger Lungau, und verbindet Geschichte, Legende und Natur miteinander. Tipp Theoretisch lässt sich die Reise mit der Murtalbahn unternehmen, bequemer ist es jedoch mit dem Auto, da der Prebersee rund zehn Kilometer von Tamsweg entfernt liegt. Tamsweg entdecken Rathaus von Tamsweg Der fast quadratische Hauptplatz wird vom imposanten Rathaus dominiert, das wie ein kleines Schloss wirkt. Tatsächlich war es jahrhundertelang ein Gasthaus, bevor es 1897 von der Gemeinde erworben und zum Rathaus umgebaut wurde. Die stattlichen Bürgerhäuser ringsum erinnern an jene Zeit, als der Handel mit Salz und Eisen den Bürgern Wohlstand bescherte. Die Wallfahrtskirche St. Leonhard und ihr Wunder Wallfahrtskirche St. Leonhard 1421 geschah etwas Merkwürdiges: Die Statue des heiligen Leonhard verschwand mehrmals aus der Tamsweger Pfarrkirche und wurde immer wieder in einem Wacholderstrauch am Schwarzenberg gefunden. Das Volk schrie »Ein Wunder!«, stürmte den Berg und errichtete 1433 eine Wallfahrtskirche, die sich majestätisch und doch bescheiden über Tamsweg erhebt. Wallfahrtskirche St. Leonhard Der kostbarste Schatz der Kirche sind die gotischen, farbigen Glasfenster mit Szenen aus dem Leben des hl. Leonhard – wahre Bilderbücher für die des Lesens unkundigen Menschen des Mittelalters. Der Prebersee und das kuriose »Preberschießen« Prebersee Etwa zehn Kilometer von Tamsweg entfernt liegt auf 1.514 Metern Seehöhe der Prebersee – ein Moorsee, der Namensgeber einer besonderen Sportart ist. Beim »Preberschießen«, das 1834 seine Premiere feierte, zielt der Schütze nicht direkt auf die Scheibe, sondern auf deren Spiegelbild im Wasser. Trifft er die Wasseroberfläche im richtigen Winkel, prallt die Kugel ab und landet idealerweise in der Zielscheibe – oder eben irgendwo anders. Die Zielscheiben am Prebersee Ein 45-minütiger Moorlehrpfad führt um den See, wo Schautafeln über das Nieder- und Hochmoor sowie die Flora und Fauna der Region informieren. Nach der Wanderung lädt das Ausflugslokal „Ludlalm“ zur Einkehr ein. Hinweis Weitere Informationen zu Tamsweg findest du auch im Beitrag Tamsweg Reiseführer für ein perfektes Wochenende Murau Ausflugtipp 5: Burg Mauterndorf Burg Mauterndorf Wer den Lungau besucht, sollte sich einen Abstecher zur Burg Mauterndorf nicht entgehen lassen. Nur elf Kilometer von Tamsweg entfernt erhebt sich die eindrucksvolle Festung, die schon beim ersten Blick wie eine Zeitreise ins Mittelalter wirkt. Burg Mauterndorf Die Geschichte der Burg reicht bis ins Jahr 1253 zurück, als sie erstmals urkundlich erwähnt wurde. Damals lag sie an der »Via Imperialis«, einer alten Handelsroute über die Tauern, auf der Waren, Händler und sogar Erzbischöfe unterwegs waren. An dieser Stelle mussten Reisende ihre Maut entrichten – und genau davon hat die Burg bis heute ihren Namen. Burg Mauterndorf Besonders die Salzburger Erzbischöfe prägten die Anlage: Im 15. Jh. ließen sie sie großzügig erweitern und nutzten Mauterndorf nicht nur als Zollstation, sondern auch als Sommersitz. Nach dem Ende der kirchlichen Herrschaft 1806 begann die einst so stolze Burg jedoch zu verfallen. Burg Mauterndorf Ihre Rettung kam durch den Berliner Arzt und Mäzen Dr. Hermann von Epenstein, der die Ruine 1894 kaufte und aufwendig restaurieren ließ. Dass die Geschichte der Burg danach eine düstere Wendung nahm, ist untrennbar mit dem Namen Hermann Göring verbunden. Der spätere NS-Führer verbrachte hier als Ziehsohn Epensteins viele Sommer seiner Kindheit und Jugend. Burg Mauterndorf Nach dem Tod Epensteins und seiner Witwe fiel die Burg 1939 schließlich an Göring. Zwar plante er 1945, sich hier vor der Roten Armee zu verstecken, doch dazu kam es nicht. Weil Göring das Anwesen nie ins Grundbuch eintragen ließ, folgten langwierige Rechtsstreitigkeiten. Erst 1966 ging die Burg an die Republik Österreich und zwei Jahre später an das Land Salzburg über. Burg Mauterndorf Heute erstrahlt Burg Mauterndorf wieder in voller Pracht. Ihre mächtigen Mauern, Türme und Innenhöfe aus dem 13. bis 16. Jh. machen sie zum besterhaltenen mittelalterlichen Wehrbau im Land Salzburg. Fazit: Murau – Klein, aber mit großer Geschichte Schillerplatz in Murau Murau ist so ein Ort, wo man sich denkt: »Na schau, das gibt’s also wirklich noch.«Klein genug, dass man es bequem zu Fuß erkunden kann, aber groß genug, um sich mehrere Tage lang genüsslich treiben zu lassen. Hier könnt ihr Anna Neumanns Geschäftstüchtigkeit bewundern, in der gotischen Stadtpfarrkirche innehalten, mit der historischen Murtalbahn durch die Zeit reisen und am Etrachsee die Seele baumeln lassen. Murau und seine Umgebung bieten für jeden etwas: Kulturinteressierte entdecken Stift St. Lambrecht und Naturliebhaber den Günstner Wasserfall. Das macht den besonderen Reiz dieser steirischen Perle aus – sie vereint auf kleinem Raum, was anderswo auf ganze Regionen verteilt ist. Fotoalbum Weitere Fotos zu Murau und allen Ausflugszielen findest du auf Flickr unter Murau Reiseführer für ein perfektes Wochenende [...]
28. September 2025Auf rund 60 Kilometern bringt der Portugieser Radweg Kultur, Geschichte und Genuss unter einen Hut. Er führt von ehrwürdigen Kirchen über majestätische Schlösser bis zu den Kellergassen – den wahren Schatzkammern des Weinviertels. Die »Steinerne Bibel« in Schöngrabern Portugieser Radweg | Weinradtour Portugieser – Kirche in Schöngrabern Unsere Weinradtour Portugieser startet in Schöngrabern, wo eine romanische Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert majestätisch über dem Ort wacht. Die Geschichte dieses bemerkenswerten Gotteshauses ist eng mit Hadmar II. von Kuenring verknüpft – der alte Ritter ließ sie vermutlich entweder als spirituelles Mahnmal vor seinem Aufbruch ins Heilige Land errichten oder als Sühne für die spektakuläre Gefangennahme von König Richard Löwenherz in der Kuenringerburg Dürnstein. Steinerne Bibel an der Apsis Die Kirche von Schöngrabern zählt zu den bedeutendsten sakralen Baudenkmälern Österreichs und birgt einen wahren Schatz: eine Apsis, die europaweit als kulturelles Juwel verehrt wird. Steinerne Bibel an der Apsis An ihrer Außenseite ist die berühmte »Steinerne Bibel« angebracht – kunstvolle Reliefs, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament lebendig werden lassen und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, sowie zwischen Tugend und Laster dramatisch thematisieren. Der »Dom des Weinviertels« in Wullersdorf Portugieser Radweg | Weinradtour Portugieser – Pfarrkirche von Wullersdorf Von Schöngrabern schlängelt sich der Portugieser Radweg durch goldene Kürbis-, grüne Mais-, und verdorrte Sonnenblumenfelder nach Wullersdorf, wo bereits von weitem die prächtige barocke Pfarrkirche auf ihrer Anhöhe grüßt. Nicht ohne Grund trägt das Gotteshaus den Beinamen »Dom des Weinviertels« – schließlich protzt es, als wolle es dem Vatikan Konkurrenz machen. Pfarrkirche von Wullersdorf mit dem alten Rathaus Im 18. Jahrhundert unter der meisterhaften Leitung der berühmten Barockbaumeister Jakob Prandtauer und Franz Munggenast entstanden, erhielt das Gotteshaus im 19. Jahrhundert noch seine markante Doppelturmfassade als krönenden Abschluss. Pfarrkirche von Wullersdorf Hinter diesem architektonischen Juwel soll eine charmante Geschichte klerikaler Rivalität stecken: Das Stift Melk, Grundherr in der Region, wollte mit diesem Prunkbau nicht nur seine Präsenz demonstrieren, sondern auch dem benachbarten Stift Göttweig – Eigentümer der nahegelegenen Wallfahrtskirche Maria Roggendorf – unübersehbar zeigen, wer hier den prunkvolleren Kirchenbau hat. Ein barocker Wettstreit auf höchstem Niveau. Mittelalterlicher Karner der Pfarrkirche von Wullersdorf Nach der Besichtigung von Kirche, mittelalterlichem Karner, altem Rathaus und den Überresten der Wehrmauern geht es die Treppe zum Marktplatz hinunter. Dort zeigen sich leider auch die Schattenseiten des modernen Landlebens. Im Ortszenrum von Wullersdorf Wie in vielen kleinen Weinviertler Gemeinden schreitet auch hier das stille Geschäftesterben unaufhaltsam voran – ein melancholischer Kontrapunkt zur historischen Pracht. Maria Roggendorf – Heiliger Ort mit unheiliger Geschichte Am Weg nach Maria Roggendorf In Wullersdorf verlassen wir den Portugieser Radweg, der über Kallendorf, Immendorf, Schalladorf und Oberstinkenbrunn nach Nappersdorf führt. Unsere alternative Route über Maria Roggendorf ist mit 8,3 Kilometern deutlich kürzer als die ursprünglichen 16,5 Kilometer – und führt uns zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Region. Wallfahrtskirche Maria Roggendorf Maria Roggendorf ist eng mit einem der größten Kirchenskandale der jüngeren Geschichte verbunden: Der Ort war Rückzugsort von Kardinal Hans Hermann Groër, gegen den schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben wurden. Diese wurden später von ranghohen Kirchenvertretern bestätigt. Wallfahrtskirche Maria Roggendorf Ausgerechnet Groërs eigener Hirtenbrief brachte den Stein ins Rollen: »Weder Unzüchtige noch Knabenschänder werden das Reich Gottes erben.« Diese Bigotterie brachte zahlreiche Opfer dazu, von Missbrauchserfahrungen aus seiner Zeit als Religionsprofessor zu berichten. Die Folgen: ein schwerer Imageverlust für die Kirche und mehrere hunderttausend Kirchenaustritte. Naturschutzgebiet Dernberg – Wo Sagen leben Ausblick auf den Dernberg Von Maria Roggendorf radeln wir durch die sanften Hügel des Weinviertels zwischen Reben und Feldern vorbei am 291 Meter hohen Dernberg, einer markanten Erhebung in der hügeligen, landwirtschaftlich geprägten Landschaft. Wo einst eine Befestigung stand, gedeihen heute seltene Trockenrasenpflanzen. Um den Dernberg ranken sich allerhand Sagen. Gespenstische Kutschen geistern bei Dunkelheit durchs Tal, und wer sich an den Kirschen vom Dernberg vergreift, wandelt stundenlang im Kreis und entdeckt daheim nur noch Kerne in der Tasche. Schloss Mailberg und der »Mailberger Bund« Portugieser Radweg | Weinradtour Portugieser – Durch die Weingärnten Nachdem wir den sagenumwobenen Dernberg umrundet haben, sind es nur noch wenige Pedaltritte bis Nappersdorf, wo wir wieder auf die Weinradtour Portugieser stoßen. Das beschauliche Ortszentrum lassen wir – im wahrsten Sinne des Wortes – rechts liegen und bereiten uns mental auf einen kurzen, aber durchaus spürbaren Anstieg durch die Weingärten vor, bevor wir schließlich bergab Richtung Mailberg rollen. Schloss Mailberg Um das imposante Schloss Mailberg zu besichtigen, verlassen wir wieder den Portugieser Radweg. Die mächtige Anlage blickt auf eine über 900-jährige Geschichte zurück und steht seit 1146 ununterbrochen im Besitz des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens. Schloss Mailberg Jahrhundertelang diente das Schloss als spirituelles, wirtschaftliches und militärisches Zentrum des Ordens, wurde aber in zahlreichen Kriegen schwer beschädigt: während der Hussitenkriege, des Dreißigjährigen Krieges, der Napoleonischen Feldzüge und im Zweiten Weltkrieg. Heute dient Mailberg als Schlosshotel und kann im Rahmen einer Führung gegen Voranmeldung besichtigt werden. Schloss Mailberg – Wappen des Malteser Ordens im Schloßhof Historisch bedeutsam ist der 1451 geschlossene »Mailberger Bund«. 250 Adelige und Städtevertreter aus Ober- und Niederösterreich unterzeichneten einen Pakt gegen Kaiser Friedrich III. – sie wollten politisch mehr Mitspracherechte statt nur zu gehorchen. Friedrich war übrigens jener Kaiser, der mit seinem rätselhaften Wahlspruch AEIOU die Nachwelt bis heute beschäftigt – die Deutungen reichen vom pathetischen »Alles Erdreich ist Österreich untertan« bis zum augenzwinkernden »Am Ende ist ollas umsonst«. Auf Polts Spuren durch Großkadolz Großkadolz – Polt lässt grüßen! Nachdem wir einen kurzen Blick in den Innenhof und die Schlosskapelle geworfen haben, folgen wir dem »Polt Radweg«, der zu den Drehorten der Kult-Krimiserie rund um den Dorfgendarmen Simon Polt führt, gespielt von Erwin Steinhauer. Alfred Komarek schuf mit seinen Polt-Romanen dem Pulkautal ein literarisches Denkmal. Tonkino in Großkadolz Einer dieser Drehorte ist das ehemalige Tonkino in Großkadolz. Die markante Fassade des Kinos ist in den Polt-Filmen immer wieder zu sehen und hat dadurch Kultstatus erlangt. Das Kino wurde in den späten 1920er Jahren eröffnet und beherbergt im Inneren noch einen original erhaltenen Kinosaal aus den 1950er Jahren. Schloss Seefeld – Kuenringer-Erbe in Hardegger-Hand Schloss Seefeld Nur wenige Minuten weiter thront Schloss Seefeld majestätisch auf einer Anhöhe. Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als hier die Kuenringer eine Wasserburg errichteten. Schloss Seefeld 1629 erwarben die Grafen von Hardegg die Kuenringerburg und ließen diese zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Jakob Castelli zum heutigen barocken Schloss umbauen. Das Schloss befindet sich noch heute im Besitz der Familie Hardegg und ist öffentlich nicht zugänglich – es lässt sich nur von außen bewundern, wo es als stolzer Blickfang über dem Ort wacht. Künstlerisches Zwischenspiel in Haugsdorf Kürbis-Potpourri bei einem Hofladen Wir radeln weiter durchs Pulkautal und passieren Hadres, wo sich mit 1,6 Kilometern Länge und 400 Presshäusern die längste Kellergasse Europas erstreckt. Anschließend erreichen wir Haugsdorf, wo wir einen kurzen Zwischenstopp beim Gemeindeamt einlegen. Franz von Zülow Denkmal Ein Denkmal ehrt Franz von Zülow (1883–1963), bedeutender Maler und Mitglied der Wiener Secession. Bekannt für seine Papierschnittdrucke und expressionistischen Werke, blieb Zülow seiner Heimat Haugsdorf zeitlebens eng verbunden und malte gern dörfliche Szenen, historische Gebäude und Landschaften. Jetzelsdorf – Zwischen Seelenheil und Jahrgang Weinkirche von Jetzelsdorf In Jetzelsdorf treffen wir nun wieder auf die Weinradtour Portugieser, die uns an der bereits von anderen Radtouren bekannten Weinkirche vorbeiführt. Früher hat man hier für das Seelenheil gebetet, heute für den richtigen Jahrgang. Das ist vielleicht eh g’scheiter, denn ein guter Grüner Veltliner sorgt im Zweifel schneller für himmlische Zustände. Kellergasse von Peigarten – Peregriniplatzl Ein himmlischer Zustand herrscht auch in der Kellergasse von Peigarten mit ihren schattigen Kastanienbäumen. Und wer sich umschaut, hat schnell sein Kopfkino laufen: Da sitzt Simon Polt mit einem alten Weinbauern beim Achterl Portugieser, beide vertieft in hitzige Debatten über den blauen Rebensaft – als hätten sie soeben die Lösung der Weltprobleme im Glas gefunden. Der Namensgeber des Radweges, der Portugieser, wird zwar seit über 250 Jahren im Land angebaut, doch der einst beliebte Schankwein führt heute nur noch ein kümmerliches Schattendasein – zu viele Doppler in zweifelhafter Qualität haben seinem Ruf den Garaus gemacht. Guntersdorf – Kunst und Geschichte Am Portugieser Radweg | Entlang der Weinradtour Portugieser Straßenarbeiten zwischen Pfaffengarten und Karlsdorf zwingen uns, von der Weinradroute Portugieser für ein kurzes Stück auf den »Polt-Radweg« auszuweichen. Kurz nach Pernersdorf geht es dann wieder am Portugieser Radweg nicht ganz so flott weiter, denn jetzt wartet der längste Anstieg unserer Tour auf uns. Dabei begleiten uns weite Felder und hübsche Weingärten, während wir langsam unserem nächsten Etappenziel Guntersdorf näherkommen. Kunstkubus Guntersdorf Auf dem Weg zum Schloss radeln wir am Kunstkubus des Künstlers Richard Fuchs vorbei, der hier eine kleine Freiluftgalerie betreibt. Mit Humor und ironischen Akzenten schnitzt er Holzfiguren, die einem garantiert zum Schmunzeln bringen. Schloss Guntersdorf Nur wenige Fahrminuten weiter befindet sich das Renaissanceschloss Guntersdorf. Erstmals 1108 urkundlich erwähnt, hat es eine bewegte Vergangenheit: schwedische Belagerung, russische Besetzung und Plünderung. Dieser Tage kann das Schloss für Veranstaltungen gemietet werden. Weinradtour Portugieser- Kellergassen-Finale in Schöngrabern Kübisse in Reih und Glied Die letzten 10 Kilometer führen durch die weite Weinviertler Landschaft zurück nach Schöngrabern. Die dortige Kellergasse ist ein würdiger Abschluss: 70 Weinkeller auf 700 Metern, die ersten aus dem 18. Jahrhundert. Kellergasse Schöngrabern Unter alten Nuss- und Kastanienbäumen in parkähnlichen Grünflächen lässt sich das eine oder andere Achterl verkosten – ein gemütlicher Ausklang einer Tour, die Kultur, Geschichte und Genuss perfekt verbindet. Fazit zum Portugieser Radweg Kürbisse prägen im Spätsommer das Weinviertel Die Weinradrunde Portugieser ist eine gelungene Kombination aus Natur, Kulinarik und Geschichte. Sie bietet sportliche Herausforderungen und kulturelle Highlights wie beeindruckende Kirchen, historische Schlösser und traditionelle Kellergassen. Ein echter Genuss für alle Sinne. Einziger Wermutstropfen: Die Beschilderung, die sich manchmal so geschickt versteckt, dass man sich fragen darf, ob sie lieber ein Geheimtipp bleiben will. FOTOALBUM Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour am Portugieser Radweg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: Weinradtour Portugieser Radwegkarte Weinradtour Portugieser (Variante) inkl GPS-Daten Tour-Fakten zur Weinradtour Portugieser auf einen Blick Radweg-Symbol: Blau-Weißes Schild mit Schriftzug Portugieser Schwierigkeit: mittel Schwierigkeit: 3%-4% (zwischen Pernersdorf und Guntersdorf) Gesamtstrecke: ca. 61 km Fahrzeit: 4 Stunden (ohne Besichtigungen) Start/Ziel: Schöngrabern (Rundtour) Highlights der Strecke: Die »Steinerne Bibel« in Schöngrabern Der »Dom des Weinviertels« in Wullersdorf Schloss Mailberg Tonkino in Großkadolz Schloss Seefeld Kunstkubus Guntersdorf Kellergassen Schöngrabern [...]
27. September 2025Im Dreiländereck von Kärnten, Steiermark und Salzburg liegt Tamsweg, die »Hauptstadt« des Salzburger Lungau und der Kältepol Österreichs. Das kleine Städtchen bietet eine überraschende Vielfalt: mittelalterliche Geschichte, religiöse Legenden und ein einzigartiges Naturerlebnis am Prebersee. Spaziergang durch Tamsweg Rathaus von Tamsweg Unser erster Weg führt direkt auf den quadratischen Hauptplatz von Tamsweg, dem pulsierenden Zentrum der Gemeinde – «pulsierend« ist vielleicht etwas übertrieben, aber durchaus das lebendige Zentrum des Städtchens im Lungau. Dominiert wird der Platz vom beeindruckenden Rathaus, dessen Geschichte bis ins Spätmittelalter zurückreicht. Das schlossähnliche Gebäude war jahrhundertelang ein Bürgerhaus mit Gasthaus, bevor es 1897 von der Gemeinde erworben und zum Rathaus umgebaut wurde. Hauptplatz von Tamsweg Die stattlichen Bürgerhäuser, die den Platz säumen, erinnern an jene Zeit, als der Handel mit Salz und Eisen den Bürgern von Tamsweg ordentlich Wohlstand bescherte. Der Reichtum jener Epoche spiegelt sich noch heute in der prächtigen Architektur wider. Schloss Kuenburg Nur wenige Schritte weiter steht das barocke Schloss Kuenburg, das heute als Veranstaltungszentrum dient. Die Familie Kuenburg schuf sich hier ab dem 15. Jh. durch geschickten Ankauf und Umbau mehrerer bestehender Häuser ihren Herrschaftsmittelpunkt. 1598 war das Palais fertiggestellt, doch das Glück währte nicht ewig: Nach einem Brand 1742 wurde das Schloss renoviert und barockisiert. An der Neugestaltung wirkten bedeutende Künstler mit, darunter der Stuckateur Giovanni Gaetano Androi, der das kunstvolle Hauptportal schuf. Pfarrkirche von Tamsweg und Dechantshof Einen Steinwurf vom Schloss entfernt befindet sich die Pfarrkirche von Tamsweg, die erstmals 1231 urkundlich erwähnt wurde. Das heutige barocke Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1743. Hier beginnt auch eine Geschichte, die uns ins Reich der Legenden führt. Dechantshof Im Jahr 1421 verschwand mehrmals die Statue des heiligen Leonhard aus der Tamsweger Pfarrkirche. Ebenso oft wurde sie kurze Zeit später in einem Wacholderstrauch am Schwarzenberg gefunden, einem Hügel am Ortsrand von Tamsweg. Das Volk rief »Ein Wunder!«, stürmte den Berg und errichtete eine Wallfahrtskirche. Und dorthin machen wir uns jetzt auf den Weg. Wanderung zur Wallfahrtskirche St. Leonhard Wallfahrtskirche St. Leonhard Majestätisch und doch bescheiden erhebt sich die Wallfahrtskirche St. Leonhard über Tamsweg. Im Jahr 1433 eingeweiht, strahlt der gotische Kirchenbau trotz der mächtigen Befestigungsmauer Ruhe und Harmonie aus. Wallfahrtskirche St. Leonhard Die wahren Pilger legen den rund 1,5 Kilometer langen Weg vom Zentrum Tamswegs zur Wallfahrtskirche zu Fuß zurück. Der heilige Leonhard hat sich einen schönen Platz für seine Kirche ausgesucht. Um die Gläubigen für einen Kirchenbau an dieser Stelle zu überzeugen, musste der Heilige allerdings einiges leisten: Zuerst dreimal aus der Tamsweger Kirche »ausbüxen« und dann dafür sorgen, dass sich hier mehrere »Mirakel«ereigneten. Heute steht er in der Wallfahrtskirche und begrüßt die Gläubigen, die das Gotteshaus besuchen. Hinweis Wer es bequemer mag, kann mit dem Auto bis zu einem Parkplatz knapp unterhalb der Kirche fahren. Von dort führt ein kurzer, steiler Anstieg zum Gotteshaus. Wallfahrtskirche St. Leonhard Der kostbarste Schatz der Kirche sind die gotischen Glasfenster mit Szenen aus dem Leben des hl Leonhard oder den Aposteln. Da im Mittelalter die wenigsten Menschen des Lesens mächtig waren, musste man ihnen das Wort Gottes anhand von Bildern näher bringen. Und natürlich schindete der Anblick der lichtdurchfluteten farbigen Glasfenster mächtig Eindruck auf die Gläubigen, galt doch Glas als besonders kostbar. Tamsweg Ausflugsziel 1: Prebersee Tamsweg Ausflugziel: Prebersee Etwa zehn Kilometer von Tamsweg entfernt liegt auf 1.514 Meter Seehöhe der Prebersee, der an heißen Tagen gerne zum Baden genutzt wird. Ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung des Moorsees ist der große Parkplatz in der Nähe des Ausfluglokals »Ludlalm«. Von dort führt ein 45 minütiger Moorlehrpfad rund um den See, wo ihr anhand von Schautafeln alles Wesentliche über das Nieder- und Hochmoor, sowie die Flora und Fauna der Region nachlesen könnt. Die Zielscheiben für das »Preberschießen« Das Naturparadies ist auch Namensgeber einer ganz besonderen Sportart, dem »Preberschießen«. Beim »Preberschießen«, das 1834 seine Premiere feierte, zielt der Schütze nicht direkt auf die Scheibe, sondern auf deren Spiegelbild im Wasser. Trifft er die Wasseroberfläche im richtigen Winkel, prallt die Kugel ab und landet idealerweise in der Zielscheibe – oder eben irgendwo anders. Tamsweg Ausflugziel: Prebersee Also Obacht, wenn ihr an diesem Tag am See spazieren geht! Nach der gemütlichen Wanderung lädt das Lokal »Ludlalm« noch zu einem Besuch ein. Tamsweg Ausflugsziel 2: Burg Mauterndorf Burg Mauterndorf Wer einen Kurzurlaub in Tamsweg verbringt, sollte sich einen Abstecher zur Burg Mauterndorf nicht entgehen lassen. Nur elf Kilometer von Tamsweg entfernt erhebt sich die eindrucksvolle Festung, die schon beim ersten Blick wie eine Zeitreise ins Mittelalter wirkt. Burg Mauterndorf Die Geschichte der Burg reicht bis ins Jahr 1253 zurück, als sie erstmals urkundlich erwähnt wurde. Damals lag sie an der »Via Imperialis«, einer alten Handelsroute über die Tauern, auf der Waren, Händler und sogar Erzbischöfe unterwegs waren. An dieser Stelle mussten Reisende ihre Maut entrichten – und genau davon hat die Burg bis heute ihren Namen. Burg Mauterndorf Besonders die Salzburger Erzbischöfe prägten die Anlage: Im 15. Jh. ließen sie sie großzügig erweitern und nutzten Mauterndorf nicht nur als Zollstation, sondern auch als Sommersitz. Nach dem Ende der kirchlichen Herrschaft 1806 begann die einst so stolze Burg jedoch zu verfallen. Tamsweg Ausflugziel: Burg Mauterndorf Ihre Rettung kam durch den Berliner Arzt und Mäzen Dr. Hermann von Epenstein, der die Ruine 1894 kaufte und aufwendig restaurieren ließ. Dass die Geschichte der Burg danach eine düstere Wendung nahm, ist untrennbar mit dem Namen Hermann Göring verbunden. Der spätere NS-Führer verbrachte hier als Ziehsohn Epensteins viele Sommer seiner Kindheit und Jugend. Burg Mauterndorf Nach dem Tod Epensteins und seiner Witwe fiel die Burg 1939 schließlich an Göring. Zwar plante er 1945, sich hier vor der Roten Armee zu verstecken, doch dazu kam es nicht. Weil Göring das Anwesen nie ins Grundbuch eintragen ließ, folgten langwierige Rechtsstreitigkeiten. Erst 1966 ging die Burg an die Republik Österreich und zwei Jahre später an das Land Salzburg über. Burg Mauterndorf Heute erstrahlt Burg Mauterndorf wieder in voller Pracht. Ihre mächtigen Mauern, Türme und Innenhöfe aus dem 13. bis 16. Jh. machen sie zum besterhaltenen mittelalterlichen Wehrbau im Land Salzburg. Tamsweg Ausflugsziel 3: Ausflug mit der Murtalbahn nach Murau Tamsweg Ausflugziel: Die Murtalbahn Ein besonderes Ausflugsziel ab Tamsweg ist das charmante steirische Städtchen Murau – nicht zuletzt wegen der berühmten Murauer Brauerei. Zur Region gehört auch die historische Murtalbahn, die wie das Murauer Bier für Tradition und Erlebnis steht. Am 8. Oktober 1894 nahm die 76,2 Kilometer lange Schmalspurbahn zwischen Unzmarkt und Mauterndorf ihren Betrieb auf. Was damals aus Kostengründen als Schmalspurstrecke geplant wurde, zählt heute zu den romantischsten Bahnfahrten Österreichs. Kaiserzug der Murtalbahn Bereits Kaiser Franz Joseph soll mit der Murtalbahn zur Gamsjagd gereist sein. Die kleine Bahn, die früher Holz und Reisende beförderte, hat alle Wirren der Zeit überstanden, sogar eine drohende Einstellung. Lediglich die Strecke wurde verkürzt – heute verläuft sie nur mehr zwischen Tamsweg und Unzmarkt. Die Murtalbahn Besonders beliebt bei Eisenbahnfreunden sind nostalgische Fahrten mit historischen Dampfzügen durch das malerische Murtal. Wenn die feine Wolke aus Kohle und Dampf den Zug umhüllt, fühlen sich die Fahrgäste in eine andere Zeit versetzt. Im Waggon schaukelt man gemütlich dahin, während aus den Fenstern der Blick über Wiesen, Wälder und die Mur schweift, die sich mal ruhig, mal lebhaft durch das Tal schlängelt – Entschleunigung pur in einer Zeit, wo alles schneller werden soll. Die Murtalbahn zeigt: Langsam kann das neue Schnell sein. Hinweis Wenn ihr von Fahrplänen unabhängiger sein wollt, kann natürlich diesen Ausflug von Tamsweg nach Murau auch mit dem Auto unternehmen. Aber Obacht: Man sollte dann nicht zuviel Bier in der Murauer Brauerei verkosten. Der perfekte Einstieg für Murau Die Skyline von Murau Einen Rundgang durch Murau beginnt am besten in der Nähe der Bahnhofsbrücke. Von hier aus eröffnet sich ein malerischer Panoramablick auf die historische Altstadt – vom Schloss über die Stadtpfarrkirche und das alte Rathaus bis hin zu den charmanten Fassaden am Murufer. Die Stadtpfarrkirche St. Matthäus: Gotik mit Weitblick Schillerplatz – das Zentrum der Altstadt von Murau Nachdem wir den Ausblick ausgiebig genossen haben, spazieren wir zum Schillerplatz, dem zentralen Platz der Altstadt. Von dort führt ein kurzer, knackiger Anstieg zur imposanten Stadtpfarrkirche, die auf halber Höhe des südlichen Schlosshanges thront. Stadtpfarrkirche von Murau Die strategische Lage der Kirche ist kein Zufall: Von hier oben hatte man Überblick über die Stadt – und gleichzeitig die Nähe zu Gott. Zwischen 1284 und 1296 ließ Freiherr Otto von Liechtenstein I. dieses gotische Meisterwerk errichten. Der österreichweit einzigartige Vierungsturm mit sechs Glocken ist ein architektonisches Highlight. Im Inneren der Kirche erwarten euch barocke Kanzel, Hochaltar, Fresken aus dem 14. Jh. und Wandmalereien aus der Renaissance. Die Schlossstiege Weiter geht’s! Oder besser gesagt: Zeit für Sport. Die Schlossstiege mit ihren 214 Stufen führen uns von der Pfarrkirche hinauf zum Schloss – ein Gratis-Workout für Bauch, Beine, Po. Anna Neumann: Die Herrin von Murau und ihre sechs Ehemänner Anna Neumann – Statue bei der Kapuzinerkirche Die Geschichte Muraus ist untrennbar mit Anna Neumann von Wasserleonburg verbunden – einer Frau, die beweist, dass Geschäftssinn und Heiratsglück durchaus kompatibel sein können. 1535 in Villach geboren und 1623 in Murau gestorben, war sie eine der reichsten und mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Anna war insgesamt sechsmal verheiratet – eine beachtliche Bilanz, selbst für das 16. Jahrhundert. Ihre zweite Ehe mit Christoph II. von Liechtenstein brachte sie nach Murau, wo sie zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte wurde. Schloss Obermurau Von 1574 bis zu ihrem Tod übte sie die Herrschaft über Murau aus und führte die Stadt in eine wirtschaftliche Blütezeit. Das Besondere: Ihren Reichtum erreichte sie nicht nur über Erbschaften, sondern vor allem mit ihrem geschäftlichen Geschick. Jagdtrophäen im Schloss Obermurau Ihr letzter Ehemann war Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg, den sie 1617 heiratete – sie 81, er gerade 36 Jahre alt. Ein Altersunterschied von 45 Jahren war selbst damals außergewöhnlich. Als Anna 1623 starb, erbte der junge Witwer nicht nur ihr immenses Vermögen, sondern auch Schloss Obermurau. Damit legte Anna Neumann posthum den Grundstein für eine der bedeutendsten Adelsdynastien Österreichs: die Schwarzenbergs, die bis heute im Renaissance-Schloss ansässig sind. Anna Neumann vor der Kapuzinerkirche Als Protestantin wurde Anna zunächst außerhalb der Elisabethkirche begraben. Seit 1873 ruht sie in der Kapuzinerkirche, vermutlich hat man eingesehen, dass eine Frau, die sechs Ehemänner überlebte, auch die Konfessionsgrenzen überwinden kann. Eine Bronzefigur bei der Kapuzinerkirche erinnert heute daran, dass Anna die Zügel nie aus der Hand gab – weder bei Ehemännern noch bei Geschäften. Murauer Bier: 530 Jahre Brautradition Murauer Brauerei Der Abschluss unseres Ausflugs nach Murau führt uns in die Murauer Brauerei, ein Muss für jeden Bierfan: Seit 1495 wird hier bereits Bier gebraut. Die zweistündige Besichtigungstour »Brauerei der Sinne« führt Besucher durch die Welt des Bierbrauens. Verkostung nach der Führung durch die Welt des Bierbrauens Alle fünf Sinne werden dabei angesprochen – vom Geruch des Malzes bis zur modernen Schaubrennerei, wo kreative Bierspezialitäten wie Pale Ale oder Stout entstehen. Und zum Abschluss der Tour darf natürlich auch verkostet werden. Fotoalbum Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Kurzurlaub nach Tamsweg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos findet Ihr im Fotoalbum unter: Tamsweg und Prebersee, sowie zu Murau unter: Murau Reiseführer für ein perfektes Wochenende. Hinweis Dieser Beitrag wurde erstmals im August 2021 veröffentlicht, inhaltlich erweitert und aktualisiert im September 2025. [...]
1. September 2025Diese Variante der Fladnitz Radtour in Niederösterreich führt von Palt über Klein-Wien & Schloss Walpersdorf nach Traismauer. Perfekt für Genussradler! Palt am Fuße des Göttweiger Hügels Blick vom Göttweiger Hügel Unsere Fladnitz Radtour beginnt in Palt, einem idyllischen Ort am Fuße eines Hügels, von dessen Höhe das prachtvolle Benediktinerstift Göttweig weit sichtbar über der Landschaft thront. Auch wenn das berühmte Stift Göttweig nicht direkt auf der Fladnitz Radtour liegt, solltet ihr dem Stift am Ende der Tour unbedingt einen Besuch abstatten. Von Palt aus folgen wir der Fladnitz Radtour entlang des Göttweiger Hügels über Furth bei Göttweig und Steinaweg nach Klein-Wien. Klein-Wien – Eine architektonische Überraschung Erster Zwischenstopp auf der Fladnitz Radtour – Klein Wien Nach etwa fünf gemütlichen Kilometern erreichen wir unseren ersten Zwischenstopp: Klein-Wien! Ja, du hast richtig gelesen, der Name klingt wie ein Scherz, aber dahinter verbirgt sich ein typisches niederösterreichisches Dorf mit faszinierender Geschichte. Während das »große« Wien mit Prunk und Pracht lockt, punktet Klein-Wien mit einem architektonischen Kleinod. Villa Betonia in Klein-Wien Es handelt sich um die Villa Betonia, die der Architekt Carlo von Boog im Jahr 1901 für seine Mutter errichten ließ. Sie gilt als die erste in Beton gebaute Villa Österreichs. Carlo von Boog war kein Unbekannter: Gemeinsam mit Otto Wagner wurde er später mit der Planung der berühmten Landesheil- und Nervenanstalt am Steinhof betraut. Aus seiner Feder stammte beispielsweise das bekannte Jugendstiltheater am Areal. Ava-Turm entlang der Fladnitz Radtour Nur wenige Pedaltritte entfernt erwartet uns eine weitere Sehenswürdigkeit: der Ava-Turm, benannt nach Ava von Göttweig, der ersten namentlich bekannten deutschsprachigen Dichterin, die fromme Texte verfasste. Der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaute Turm wurde einst als Wacht- oder Wehrturm errichtet, um den Klosterberg zu schützen. Nach dem Tod ihres Mannes lebte Ava als Einsiedlerin in diesem alten Bauwerk am Fuß des Göttweiger Berges, wo sie auch im Jahr 1127 verstarb. Rumänischer Lebensbaum entlang der Fladnitz Radtour Wir verlassen nun Klein-Wien und folgen den Gleisen der Kremser Bahn, die Herzogenburg mit Krems verbindet. Nach Paudorf – bekannt für seinen streitbaren Pfarrer, der einst in heftigen Konflikt mit dem erzkonservativen Bischof Kurt Krenn geriet – und Hörfarth wandelt sich das Landschaftsbild merklich. Marterl entlang der Fladnitz Radtour Während die Fladnitz Radtour zunächst durch die sanft ansteigenden Hügel des Dunkelsteiner Waldes führt, öffnet sich die Landschaft später zunehmend. Weite Kukuruzfelder bestimmen nun das Bild, dazwischen blitzen gepflegte Weingärten an den Hängen hervor. Auffällig ist auch die Vielzahl an Marterln am Wegesrand, die von gelebter Volksfrömmigkeit zeugen. Oberwölbling – Eine Salzburger Enklave in NÖ bis 1803 Weingärten entlang der Fladnitz Radtour Nach rund 14 Kilometern erreichen wir auf unserer Fladnitz Radtour die Gemeinde Oberwölbling, die erstmals im Jahr 1047 als »Welmica« in Salzburger Urkunden erwähnt wurde und, man höre und staune, bis 1803 tatsächlich zu Salzburg gehörte. Naheliegend ist die Vermutung, dass sich die Salzburger Fürsterzbischöfe damit den Zugang zu bestem Wein sichern wollten – schließlich waren sie bekanntermaßen keine Kinder der Traurigkeit, sondern wussten gutes Trinken ebenso zu schätzen wie die Gesellschaft mancher Mätresse. Fladnitz Radtour: Oberwölbling Sehenswert ist in jedem Fall die Pfarrkirche von Oberwölbling: Ursprünglich als Wehrkirche mit einer Mauer und zwei Türmen errichtet, präsentiert sie sich heute als barockisierter spätgotischer Bau. Ein kurzer Zwischenstopp lohnt sich hier allemal. Adieu Fladnitz Radtour Namensgeberin der Radtour: Die Fladnitz Zwischen Oberwölbling und Ambach befindet sich die einzig längere und nennenswerte Steigung auf unserer Variante der Fladnitz Radtour, die aber mit 3% recht moderat ausfällt und leicht zu bewältigen ist. In Ambach verlassen wir nun die offizielle Fladnitz Radroute, die von hier weiter nach Karlstetten führen würde. Wir kürzen jedoch ab und radeln über wenig befahrene Landesstraßen über Hausheim nach Statzendorf, wo wir noch einmal kurz auf die Fladnitz Radtour stoßen. Das Brotwunder von Statzendorf Statzendorf Um die von einem Friedhof umgebene Pfarrkirche von Statzendorf rankt sich seit Jahrhunderten eine Sage: Einst bat eine hungrige Bettlerin, angelockt vom Duft frisch gebackenen Brotes, eine reiche, aber geizige Bäuerin um eine Scheibe. Doch diese wies sie mit den Worten ab: »Wenn ich wirklich Brot im Ofen haben sollte, so möge es zu Stein werden!« Als sie kurz darauf nachsah, lag im Ofen tatsächlich nur noch ein versteinerter Laib. Das steinerne Brot von Statzendorf Dieser wurde in die Kirche von Statzendorf gebracht, wo er von den Gläubigen bestaunt und von Wallfahrern als mahnendes Zeichen gegen Hartherzigkeit verehrt wurde. So erhielt das Gotteshaus im Volksmund bald den Namen »Kirche zum Steinernen Laib Brot«. Und wer Lust und Laune hat, kann im Gotteshaus in der Nähe des Altars noch heute den steinernen Laib bewundern. Nächster Zwischenstopp: Schloss Walpersdorf Kellergasse von Walpersdorf Nachdem wir uns an diesem steinernen Brotlaib hoffentlich nicht die Zähne ausgebissen haben, folgen wir einer wenig befahrenen Landesstraße über Wetzmannsthal bis in die Kellergasse von Walpersdorf. Dort treffen wir auf den »Weinbergradweg«, der uns schnurstracks zum Schloss Walpersdorf führt. Das Schloss ist ein weiteres kulturelles Highlight unserer heutigen Variante der Fladnitz Radtour und zugleich ein beliebtes Ausflugsziel rund um Wien. Renaissanceschloss Walpersdorf Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Renaissanceschloss Walpersdorf mehrfach seine Besitzer und diente dabei ganz unterschiedlichen Zwecken: einmal als Adelssitz, dann als Seidenspinnerei und später sogar als Ordenssitz eines katholischen Frauenordens. Heute erwartet uns hier ein Interieur-Fachgeschäft, das die alten Schlossräume als Verkaufsfläche nutzt. Einen Sessel oder gar ein Bücherregal werdet ihr wohl kaum im Rucksack verstauen können – aber ein Päckchen Servietten passt auch auf jedes Rad. Renaissanceschloss Walpersdorf Unter den Schlossherren und -damen ragt besonders Eleonora Gonzaga hervor, die zweite Frau von Kaiser Ferdinand II. Dieser war ein glühender Verfechter der Gegenreformation, sein Wahlspruch lautete bezeichnenderweise: »Besser eine Wüste regieren als ein Land voller Ketzer.« Renaissanceschloss Walpersdorf Während Ferdinand mit erbarmungsloser Strenge Jagd auf Andersgläubige machte, ging Eleonora als Stifterin der berühmten »Herzerlgruft« in die Geschichte ein. Mit dieser Stiftung führte das Herrscherhaus ein etwas skurriles Begräbnisritual ein: Die Eingeweide kamen in die Krypta des Stephansdoms, die Herzen wanderten in die »Herzerlgruft« und die Leichname wurden in der Kapuzinergruft bestattet. Zuerst Weinbergradweg, dann Traisentalradweg Fladnitz Radtour > Weinbergradweg > Traisentalradweg > Donauradweg Wir schwingen uns wieder in den Sattel und folgen dem Weinbergradweg in Richtung Traisen. Kurz nach der Unterführung der S33 tauchen wir in die grünen Auwälder der Traisen ein, wo schattige Baumkronen den Radweg säumen – an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung. Schon bald darauf wechseln wir auf den Traisentalradweg, der uns schnurstracks zu unserem nächsten Zwischenstopp Traismauer führt. Traismauer – Stadt der Römer und Nibelungen Stadttor von Traismauer Um 60 n. Chr. errichteten die Römer zum Schutz ihrer Donaugrenze das Reiterkastell Augustiana, dessen Reste heute gut versteckt unter dem mittelalterlichen Stadtkern von Traismauer schlummern. Nicht zu übersehen ist jedoch das Wahrzeichen von Traismauer: ein imposantes Stadttor, dessen Grundmauern tatsächlich noch aus römischer Zeit stammen. Nur das Dach zwischen den Türmen ist ein mittelalterlicher Aufsatz. Schloss Traismauer Wer mit offenen Augen durch die Stadt schlendert, kann noch weitere Erinnerungsstücke aus der Römerzeit entdecken, wie beispielsweise im Arkadenhof von Schloss Traismauer, wo gleich zwei römische Meilensteine und einige Grabsteine ausgestellt sind. Hungerturm in Traismauer Nicht weniger spannend ist der Hungerturm unweit des idyllischen Florianiplatzes. Ursprünglich Teil der römischen Stadtbefestigung, wurde er im Mittelalter zum Wohnturm umgebaut – gleichzeitig diente er auch als Gefängnis für Meuchelmörder, Diebe und, wie es heißt, „unzüchtige Weibsbilder“. Da wird die Geschichte plötzlich richtig lebendig! Traismauer Der historische Stadtkern besticht mit Bürgerhäusern aus Gotik, Renaissance und Barock. Sehenswert sind besonders das barocke Giebelhaus am Hauptplatz 4 und das Bürgerhaus in der Wiener Straße 5, das früher im Besitz von Badern, Chirurgen und Wundärzten war – also den medizinischen Profis der damaligen Zeit. Romantische Gässchen in Traismauer Und für alle Nibelungenfans gibt es auch noch eine Legende: Kriemhild soll im Schloss von Traismauer übernachtet haben, bevor sie mit ihrem Gefolge am nächsten Tag Richtung Tulln zog. Ein Fresko im Römertor hält diese epische Episode lebendig – fast so spannend wie ein Roman! Hinweis: Ausflüge rund um WienZwei weitere empfehleswerte Radwege führen nach Traismauer: Der Tullnerfeldradweg von Tulln nach Traismauer und zurück. Dieser bietet neben einer schönen Streckenführung auch zahlreiche kulturelle Highlights. Sei es die Innenstadt und der Egon Schiele-Themenweg in Tulln, die Sommerfrische von Franz Schubert in Atzenbrugg oder die Römerspuren in Traismauer. Eine weitere empfehlenswerte Radtour in der Nähe von Wien ist eine Radtour vom Stift Herzogenburg zum Schloss Grafenegg. Die Highlights dieser Tour sind Stift Herzogenburg, das Urzeitmuseum Nußdorf ob der Traisen, Schloss Walpersdorf, sowie Schloss Grafenegg. Zurück am Donauradweg nach Palt Zeigt den Weg zurück zum Ausgangspunkt: Stift Göttweig Von Traismauer radeln wir weiter auf dem Traisentalradweg, der nach etwa drei Kilometern in den Donauradweg mündet. Diesem folgen wir nun in Richtung Krems. Nach rund zehn Kilometern erreichen wir die Abzweigung zum Romantikweg, der uns schließlich zurück zum Ausgangspunkt unserer Fladnitz-Radtour in Palt bringt. Einen Abstecher auf alle Fälle wert: Stift Göttweig Vor oder nach der Fladnitz Radtour – Besuch von Stift Göttweig Wenn du einen Ausflug rund um Wien planst, gehört das Stift Göttweig ohne Zweifel zu den lohnendsten Zielen. Aufgrund seiner exponierten Lage wird es auch als das »österreichische Montecassino« bezeichnet. Gegründet im Jahr 1083, wurde die Anlage nach einem verheerenden Brand 1718 als barockes Prachtwerk nach den Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt neu erbaut. Vor oder nach der Fladnitz Radtour – Besuch von Stift Göttweig Wegen der enormen Baukosten konnte der Neubau jedoch nur zu zwei Dritteln verwirklicht werden. Besonders beeindruckend sind die monumentale Fassade der Stiftskirche sowie die Kaiserstiege – Österreichs größtes barockes Treppenhaus, dessen Deckengemälde von Paul Troger stammt. Ein charmantes Detail am Rande: Die Uhren am Südturm sind lediglich aufgemalt, ein sprechendes Zeugnis barocker Sparsamkeit. Fazit zur Fladnitz Radtour Diese Variante der Fladnitz Radtour vereint Naturgenuss, Kulturerlebnis und entspanntes Radfahren. Von der imposanten Klosterlandschaft rund um Göttweig über die architektonischen Überraschungen in Klein-Wien bis hin zu den römischen Spuren in Traismauer bietet diese Route eine beeindruckende Vielfalt an Sehenswürdigkeiten. Besonders reizvoll ist die Mischung aus sanften Hügeln, weiten Feldern und schattigen Auwäldern – perfekt für Genussradler, die mehr als nur Kilometer sammeln möchten. Ein echtes Highlight für alle, die Niederösterreich auf zwei Rädern entdecken wollen! Radwegkarte Fladnitz Radtour (Variante) inkl GPS-Daten Tour-Fakten auf einen Blick Streckendaten: Gesamtstrecke: ca. 52 km Schwierigkeitsgrad: Leicht Höchste Steigung: 3% (zwischen Oberwölbling und Ambach) Fahrzeit: 3-4 Stunden (ohne Besichtigungen) Start/Ziel: Palt (Rundtour) Hauptsehenswürdigkeiten: Benediktinerstift Göttweig (Abstecher empfohlen) Villa Betonia in Klein-Wien (erste Betonvilla Österreichs) Ava-Turm in Klein-Wien Pfarrkirche Oberwölbling (ehemalige Wehrkirche) Steinerner Brotlaib in Statzendorf Schloss Walpersdorf (Renaissance-Schloss) Römerstadt Traismauer mit Stadttor und Hungerturm [...]

Die schönsten Top-Ausflugsziele rund um Wien

Wien ist der perfekte Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Umgebung. Von historischen Stiften bis zu romantischen Schlossparks – entdecke Ausflugsziele, die Dich begeistern werden.

Ihr wollt das Umland Wiens besser kennen lernen? Ihr wisst aber nicht, welche Ausflugsziele sich lohnen? Kein Problem! Hier sind unsere persönlichen 15 schönsten Ausflugsziele rund um Wien. Viele dieser Tagesausflüge sind auch öffentlich mit Bahn oder Bus erreichbar. Ausflugtipp 1: Stift Klosterneuburg Nordwestlich von Wien liegt Stift Klosterneuburg. Das Stift stammt aus den 12. Jahrhundert. Rund 600 Jahre später setzte sich Kaiser Karl VI das ehrgeizige Ziel Stift Klosterneuburg nach dem Vorbild des spanischen Escorial zu erweitern. Eine barocke Prachtresidenz sollte entstehen. Doch das Klosterneuburger Escorial blieb ein Escorialerl. Wie so oft scheiterte das Projekt am Geld. Wir empfehlen an der „Großen Stiftsführung“ teilzunehmen. Die 90-minütige Tour beinhaltet alle Highlights, wie die Stiftskirche, den Kreuzgang mit dem berühmten Verduner Altar, sowie die Besichtigung der Kaiserzimmer und des Marmorsaals. TIPPRADTOUR WIEN – VON DER RINGSTRASSE ZUM STIFT KLOSTERNEUBURG ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge zwischen Wien Franz Josefs Bhf oder Spittelau (U4/U6) und Klosterneuburg Kierling. Fahrzeit rund 15 Min. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atÖffnungszeiten, Eintrittspreise von Stift Klosterneuburg unter www.stift-klosterneuburg.at Ausflugtipp 2: Wotrubakirche Die in den 1970er Jahren im Stile des Brutalismus errichtete Wotrubakirche zieht noch heute Ausflügler und Kunstinteressierte an. Die Pläne für »das Bollwerk aus Beton« aus 152 Betonblöcken lieferte der Bildhauer Fritz Wotruba. Von der Wotrubakirche lassen sich zahlreiche Spaziergänge unternehmen. Auf unserer rund sieben Kilomter lange Rundwanderung wandelt ihr auf den Spuren des Dichters Hugo von Hofmannsthal, entdeckt die vielleicht romantischste Hochzeitskirche Wiens oder besucht einen Sterngarten. TIPPSWEINWANDERN – VON DER WOTRUBAKIRCHE ZUR RODAUNER BERGKIRCHE ANREISE, ADRESSEN, INFOSÖffentlich mit der Linie U4 bis Hietzing, dann mit der Straßenbahnlinie 60 bis Maurer Hauptplatz. Von dort weiter mit dem Bus 60A. Ausflugtipp 3: Der Rauchkogel Der Rauchkogel bei Maria Enzersdorf ist eine alte Kulturlandschaft, wo schon seit Jahrhunderten Wein angebaut wird. Sein Name leitet sich von »rauer Kogel« ab. Rau, deshalb, weil hier die Böden stellenweise recht steinig sind. Zudem fegen manchmal recht »raue« Winde über den Kogel. Die künstliche Ruine wurde 1820 von Fürst Johann I. von Liechtenstein errichtet. Wir empfehlen Euch eine gemütliche Wanderung, die vom Schloss Hunyadi in Maria Enzersdorf zur Ruine Rauchkogel und zurück über Brunn am Gebirge führt. Beeindruckend ist der Blick auf Wien und zur Burg Liechtenstein. Am Abschluss der Wanderung erwartet Euch noch ein eher unbekanntes Architektur-Juwel. TIPPWEINWANDERN – VON MARIA ENZERSDORF ÜBER DEN RAUCHKOGEL NACH BRUNN ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge zwischen Wien Mitte (S2, S3) und Brunn-Maria Enzersdorf, danach weiter zu Fuß (ca 1 km). Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.at Ausflugtipp 4: Dürnstein und die Wachau Dürnstein ist der Inbegriff der Wachau. Die Silhouette der Stadt wird vom weithin sichtbaren blauweißen Kirchturm des Augustiner Chorherrnstifts und von der Ruine Dürnstein dominiert. Mittelalterliche Häuserzeilen werden von Bürgerhäusern aus der Renaissance und des Barocks unterbrochen. Im Kerker der Ruine Dürnstein schmachtete einst König Richard Löwenherz, der während eines Kreuzzuges, Herzog Leopold tief beleidigt hatte. TIPPWACHAU – AM DONAURADWEG VON MAUTERN ZUM STIFT MELKWACHAU PER PEDES – VON WILLENDORF NACH SPITZ AN DER DONAU ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge zwischen Wien Franz Josefs Bhf oder Spittelau (U4/U6) und Krems, weiter mit dem Bus WL1 vom Bhf. Fahrzeit rund 90 Min. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atAlternative im Sommer ab Krems: Weiterfahrt mit dem Schiff nach Dürnstein oder bis nach Melk (Wachauschifffahrt der DDSG oder Brandner). Abfahrtszeiten unter www.ddsg-blue-danube.at bzw www.brandner.atWeitere Infos über Dürnstein unter www.duernstein.at Ausflugtipp 5: Baden bei Wien Rund 25 km südlich von Wien liegt die Kurstadt Baden. Zur Zeit des Biedermeiers war Baden Treffpunkt der Wiener Gesellschaft. Kaiser Franz verbrachte hier gerne in einem Stadtpalais seine Sommerfrische. Reiche Bürger, Adelige und Künstler, die auch im Sommer die Nähe zum Kaiser suchten, folgten ihm umgehend. Seither ist Baden voller wunderbarer Bauwerke. Besonders sehenswert ist der Marktplatz mit dem schlichten Kaiserhaus, dem imposanten Rathaus und der barocken Pestsäule. Im Kurpark erinnern zahlreiche Denkmäler an die illustren Gäste der Stadt. TIPPHELENENTALRAWEG – DAS WEGERL IM HELENENTAL …WEINGARTENRADWEG – VON MÖDLING NACH BAD VÖSLAU MIT ARTHUR SCHNITZLERKLÖSTER-KAISER-KÜNSTLER-RADTOUR: VON LAXENBURG NACH MAYERLINGAUF DEN SPUREN VON BEETHOVEN AM BEETHOVEN-RUNDWANDERWEG ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge zwischen Wien Mitte (U3/U4) und Baden. Fahrzeit ca 30 Min. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atWeitere Infos über Baden bei Wien unter www.tourismus.baden.at Ausflugtipp 6: Schloss und Schlosspark Laxenburg Der Schlosspark von Laxenburg zählt zu den größten englischen Landschaftsgarten Österreichs. Sein heutiges Aussehen verdankt der Schlosspark Kaiser Franz. Er ließ einen künstlichen Schlossteich mit einer Insel anlegen und darauf eine Wasserburg errichten. Unternehmt einen Spaziergang durch den Park und entdeckt das „Grünen Lusthaus“ der Maria Theresia oder den Concordia Tempel der Marie Antoinette. Für alle „Nicht-Wanderer“ bietet sich eine Bootsfahrt am Schlossteich an. TIPPSCHLOSS LAXENBURG – EIN SPAZIERGANG ZU DEN SCHÖNSTEN SEHENSWÜRDIGKEITENKLÖSTER-KAISER-KÜNSTLER-RADTOUR: VON LAXENBURG NACH MAYERLING ANREISE, ADRESSEN, INFOSAutobuslinie 200 zwischen Wien Hbf ((Busbhf Südtiroler Platz) und Laxenburg (Franz-Josephs Platz), Fahrzeit rund 30 Min.Fahrpläne unter www.oebb.atWeitere Infos über Schloss Laxenburg unter www.schloss-laxenburg.at Ausflugtipp 7: Burg Seebenstein und Türkensturz Bei Seebenstein erhebt sich ein mächtiger schroffer Felsen auf dessen Spitze die Ruine Türkensturz steht. Namensgebend für das markante Felsmassiv ist eine Legende aus der Zeit der Türkenkriege. Immer wieder drangen türkische Soldaten in das Pittental ein. Eines Tages verfolgte ein Trupp türkischer Reiter ein Bauernmädchen. Als das Mädchen jedoch vor der Steilwand zur Seite sprang, stürzten die Verfolger im vollen Galopp blindlings in den Tod. Zur Erinnerung an dieses Ereignis ließ Fürst Johann I. von Liechtenstein 1824 die künstliche Ruine Türkensturz errichten. Ein gut markierter Wanderweg führt gleich nach dem Parkbad Seebenstein zur Burg und zum Türkensturz hinauf. Für diese Wanderung (Hin und retour) benötigt man je nach Kondition zwischen 2 und 2,5 Stunden. TIPPTHERMENRADWEG – AM EUROVELO 9 VON ASPANG NACH WIENER NEUSTADTSCHWARZATAL RADROUTE – VON REICHENAU NACH WIENER NEUSTADT ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge zwischen Wien Hbf und Seebenstein. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.at Ausflugtipp 8: Lainzer Tiergarten und Wiener Wald Der Lainzer Tiergarten zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Wiener und eignet sich hervorragend für Spaziergänge und Wanderungen. Diese Grünoase im Westen von Wien war einst kaiserliches Jagdrevier und Rückzugsort von Kaiserin Sisi. Beginnt Euren Rundgang beim Lainzer Tor und spaziert zur Hermesvilla, die Kaiser Franz Joseph extra für seine Sisi errichten ließ. Doch der schwülstige Geschmack des Gatten harmonierte so gar nicht mit dem von Sisi. Wandert anschließend weiter zur Hubertuswarte und genießt den herrlichem Blick über Wien und den Wienerwald. TIPPSTADTSPAZIERGANG WIEN – MIT KAISERIN SISI IM LAINZER TIERGARTEN ANREISE, ADRESSEN, INFOSMit der U-Bahnlinie U4 nach Hietzing, weiter mit Straßenbahn 60 bis Hermesstraße, dann Bus 55A bis Lainzer Tor. Fahrplanauskünfte unter www.wienerlinien.at Ausflugtipp 9: Skulpturenpark Enzesfeld-Lindabrunn Schon von weitem ist auf einem Hügel das »Tor zur Erkenntnis« zu sehen. Es ist das Wahrzeichen eines rund 12 ha großen Skulpturenparks in Enzesfeld-Lindabrunn. Dieser einzigartige Landschaftsgarten geht auf eine Initiative des Bildhauers Mathias Hietz zurück, der hier im Jahr 1967 ein Steinbildhauersymposion ins Leben rief. Das Symposion -mit zahlreichen internationalen Künstlern- fand 30 Jahre lang jedes Jahr bis 1997 statt. Das frei zugängliche Ausstellungsgelände ist ein Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt. Zwischen den »stummen Zeugen aus Stein« weiden friedlich Schafe. Ihr könnt gemütlich zwischen den Skulpturen spazieren und darüber philosophieren, was sich die Künstler dabei gedacht haben. Oder ihr erfreut euch einfach am Anblick der prächtigen Wiesenblumen und genießt dabei das Sommerkonzert der Zirpen und Grillen. Sehenswert ist auch der Ausblick beim »Tor zur Erkenntnis«, der bis zum Leitha- und Roasaliengebirge reicht. ANREISE, ADRESSEN, INFOSDer Skulpturengarten befindet sich an der Straße zwischen Lindbrunn und Hernstein, gleich nach dem Ortsende von Lindabrunn. Den Ausflug zum Skulpturengarten nach Lindabrunn unternehmt ihr am besten mit dem eigenen Auto. Ausflugtipp 10: Husarentempel bei Mödling Der Husarentempel am »Kleinen Anninger« bietet einen wunderschönen Ausblick in die Brühl und bis nach Wien. Er ist eine der vielen künstlichen Ruinen, die Fürst Fürst Johann I. von Liechtenstein rund um die Burg Liechtenstein errichten ließ. Ein Wanderweg führt vom Parkplatz bei der »Goldenen Stiege« zum Tempel. Folgt zuerst dem Weg Richtung »Breite Föhre« und dann dem Josef-Schöffel-Wanderweg 46 bis zum Tempel. Der Weg ist in der Regel gut ausgeschildert. Wer Lust und Laune hat, kann auch noch einen kurzen Abstecher zum »Matterhörndl« unternehmen. TIPPAUSFLUG RUND UM WIEN – RUNDWANDERUNG ZUR BURG MÖDLING UND ZUM HUSARENTEMPELWEINGARTENRADWEG – VON MÖDLING NACH BAD VÖSLAU MIT ARTHUR SCHNITZLERWEINWANDERN – VON GUMPOLDSKIRCHEN NACH THALLERN ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge der Linie S2/S3 zwischen Wien Mitte (U3/U4) und Mödling. Danach entweder zur Fuß bis zum Parkplatz an der »Goldenen Stiege« (ca 1,7 km) oder mit einem der Regionalbusse vom Bhf Mödling (zB 364, 365) bis zu Station Jasomirgottgasse. Von dort sind es noch ca 600 Meter bis zum Ausgangspunkt. Fahrpläne, Tickets unter www.vor.at Ausflugtipp 11: Burg Kreuzenstein Schon von weitem ist die Burg Kreuzenstein – nur wenige Kilometer nördlich von Wien – zu sehen. Die ursprüngliche Burganlage wurde im 30-jährigen Krieg durch die Schweden völlig zerstört. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Burg dem Grafen Wilczek, der sie Ende des 19 Jhdts mit Hilfe zahlreicher mittelalterlicher Bauteile aus ganz Europa wieder aufbauen ließ. Die Besichtigung der Burg ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Zu sehen gibt es alles, was man von einer Ritterburg erwartet: Rittersaal, Rüstkammer, Fürstenzimmer, Burgkapelle oder die Burgküche. ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge der Linie S3 oder S4 zwischen Wien Mitte (U3/U4) und Leobendorf, dann ca 40 Min Gehweg. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atWeitere Infos über die Burg Kreuzenstein unter www.kreuzenstein.com Ausflugtipp 12: Kartause Mauerbach Nur zehn Kilometer von der U4 Station „Hütteldorf“ entfernt, befindet sich die sehenswerte, aber wenig bekannte Kartause Mauerbach. Jahrelang dem Verfall preisgegeben, wurde die Kartause in den letzten beiden Jahrzehnten aufwendig saniert. Der Kreuzgang zählt zu den Highlights der Kartause. Wer durch den kompletten quadratischen Kreuzgang spaziert, legt eine Strecke von fast 500 Meter zurück. Damit zählt der „Wandelgang“ der Mönche zu den längsten Europas. TIPPAUSFLÜGE RUND UM WIEN – DIE KARTAUSE MAUERBACH IM WIENERWALDWANDERN WIENERWALD – VON DER KARTAUSE MAUERBACH ZUM TULBINGER KOGEL ANREISE, ADRESSEN, INFOSMit der U-Bahnlinie U4 zur Endstation Hütteldorf, dann Bus 450 bis Mauerbach BusBhf, von dort ca 10 Min Fußweg, Fahrpläne unter www.oebb.atAchtung die Kartause ist nur am Wochenende und an Feiertagen in den Sommermonaten geöffnet. Weitere Infos über die Kartause Mauerbach unter bda.gv.at Ausflugtipp 13: Schloss Hof Schloss Hof liegt östlich von Wien und ist das größte der sechs Marchfeldschlösser. Prinz Eugen ließ Schloss Hof zu einem prachtvollen barocken Schmuckkästchen ausbauen. Der Schlossgarten wurde nach dem Vorbild von Versailles mit Terrassen, Treppenanlagen, Statuen und Brunnen gestaltet. Taucht ein in die barocke Opulenz und lustwandelt durch die rekonstruierte barocke Gartenanlage. Oder entdeckt die Privaträume des Prinzen und lernt das Lebensgefühl des 18. Jhdt kennen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Schloss Hof ist öffentlich schwierig zu erreichen. TIPPTOUR DE BAROQUE – MIT MARIA THERESIA AUF SCHLÖSSER-TOUR DURCHS MARCHFELD ANREISE, ADRESSEN, INFOSAnreise einfacher mit dem Auto; Züge ÖBB zwischen Wien Hbf und Marchegg, weiter mit Gratis-Shuttle Bus. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atWeitere Infos über Schloss Hof unter www.schlosshof.at Ausflugtipp 14: Gut Gasteil – Kunst in der Landschaft Am Rande von Rax und Semmering liegt in der kleinen Ortschaft Prigglitz das Gut Gasteil mit seinem einzigartigen Landschaftsgarten »Kunst in der Landschaft«. Inmitten einer malerischen Landschaft präsentiert das Künstlerehepaar Charlotte und Johannes Seidl auf einer 16 Hektar großen Ausstellungsfläche eindrucksvolle Skulpturen und Kunstobjekte. Diese können jederzeit auf den gemähten Wegen nach eigenem Belieben erkundet werden. ANREISE, ADRESSEN, INFOSGut Gasteil erreicht ihr am besten mit dem Auto. Ihr folgt der S6 (Semmeringschnellstraße) bis Ausfahrt Gloggnitz, von Gloggnitz geht es weiter bis zum Ortsplatz von Prigglitz, dann rechts halten nach Gasteil. Ausflugtipp 15: Die Stadt Salzburg Ein Tagesausflug nach Salzburg ist von Wien leicht machbar. Mit der Westbahn benötigt ihr gerade einmal zwei Stunden zwanzig. Majestätisch wacht die Festung Hohensalzburg über die barocke Altstadt. Alle Highlights der Stadt, wie Mozarthaus, Getreidegasse, Petersfriedhof oder der Salzburger Dom sind bequem zu Fuß zu erreichen. Den besten Panoramablick auf Salzburg habt Ihr von der Aussichtsterrasse des Mönchsberg, die bequem mit dem Lift zu erreichen ist oder von der Festung. Vergesst nicht, eine „Original Mozartkugel“ der Konditorei Fürst zu verkosten. TIPPSALZBURG VON OBEN – DIE ETWAS ANDERE STADTBESICHTIGUNGSALZBURG KUNST – AM WALK OF MODERN ART DURCH SALZBURG SPAZIEREN ANREISE, ADRESSEN, INFOSZüge der WESTbahn zwischen Wien Westbahnhof und Salzburg. Fahrpläne, Tickets unter westbahn.atZüge ÖBB zwischen Wien Hbf und Salzburg. Fahrpläne, Tickets unter www.oebb.atWeitere Infos über die Stadt Salzburg unter www.salzburg.info/de [...]
Eine gemütliche Semmering-Rundwanderung zu alten Villen, den drei historischen Grand-Hotels, zur Doppelreiterwarte am Wolfsbergkogel und zum berühmten 20 Schilling Blick. Semmering – Sommerfrische des Fin de Siècle Bei diesem beschaulichen Ausflug auf den Semmering tauchen wir ein in die Welt des Fin de Siècle, als Adel, Großbürgertum, Industrielle, Künstler, Literaten und Schauspieler zur Sommerfrische auf den »Zauberberg« fuhren. Sie alle residierten in einem der drei großen Semmering-Hotels, dem Panhans, dem Südbahnhotel oder dem Kurhaus Semmering. Der Aufschwung zu einem der bekanntesten Erholungsorte der Donaumonarchie begann mit der Eröffnung der Semmeringbahn 1854 und der Errichtung des Südbahnhotels im Jahr 1882, welches schon bald von der gut situierten Wiener Gesellschaft regelrecht gestürmt wurde. Den Niedergang als Sommerfrische läutete der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ein. Als man in den 1960er Jahren lieber auf Urlaub nach Bibione, Caorle oder Lignano auf Urlaub fuhr, verfiel der Semmering endgültig in einen Dornröschenschlaf. Startpunkt Bahnhof Semmering Wir starten am Bahnhof Semmering, wo uns gleich das imposante Denkmal zur Erinnerung an Carl Ritter von Ghega, dem Erbauer der Semmeringbahn, ins Auge sticht. Das Projekt »Semmeringbahn« galt anfangs als heftig umstritten. Die Gegner von Ghegas Plänen kritisierten, dass keine Lokomotive in der Lage wäre, die Steigungen zu bewältigen. Doch die Kritiker sollten sich irren. Am 17.Juli 1854 wird die Semmeringbahn als erste Gebirgsbahn der Welt feierlich eröffnet. Bis heute gilt die Semmeringbahn als Meilenstein der Eisenbahngeschichte, deren Streckenverlauf von 14 Tunneln 16 Viadukten und einer Vielzahl von Steinbrücken geprägt ist. Die vielen Tunnel, Viadukte und Brücken wurden von 20.000 Arbeitern innerhalb von sechs Jahren errichtet und stellten für die damalige Zeit eine technische Meisterleistung dar. Seit 1998 gehört die Semmeringstrecke zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Grandhotel Panhans Die Zeiten als Pferdekutschen am Bahnhof auf Sommerfrische-Gäste warteten und diese den Berg hinauf zum Panhans kutschierten, sind längst Schnee von gestern. Wir spazieren per pedes über mehrere Serpentinen zum berühmten Hotel der Jahrhundertwende hinauf. Der »Riesenkasten« wurde im Jahr 1888 von Vinzenz Panhans eröffnet, der zuvor Küchenchef im seit 1882 bestehenden Südbahnhotel gewesen war. 1913 wurde das Hotel nach Plänen der Architekten Fellner und Helmer im Stil eines Schweizer Sanatoriums mit aneinander gereihten Loggien umgebaut. Seit dieser Zeit galt das Panhans als eines der größten und luxuriösen Grandhotels Europas. Die Gästeliste des Panhans vor dem ersten Weltkrieg liest sich wie die Gästeliste eines Wiener Literaten-Cafés: Peter Altenberg, Karl Kraus, Arthur Schnitzler oder Stefan Zweig residierten im damaligen »Märchenparadies der vornehmen Welt«. Doch vom einstigen Glanz ist wenig übriggeblieben. Mit dem Ausbleiben der Gäste nach dem Zweiten Weltkrieg stellte das alte Panhans im Jahr 1969 seinen Betrieb ein. Pfarrkirche zur hl Familie Wir verabschieden uns vom Panhans und besuchen die Pfarrkirche Semmering, die nur einen Katzensprung vom einstigen Grandhotel entfernt liegt. Das Gotteshaus, welches der hl Familie geweiht ist, wurde 1894 vom Architekten Gustav Neumann im neogotischen Stil errichtet. Da aber das Geld für den Kirchenbau knapp war, verzichtete man anfangs auf einen Kirchturm. Dies soll Peter Rosegger zu der Aussage bewegt haben, dass »so viele Semmering-Villen Türme ohne Glocken haben, aber die Kirche hat für die Glocken keinen Turm«. Die Hochstraße – Corso und Flaniermeile In Wien flanierte man zur Jahrhundertwende am Ring, in Abbazia am Lugomare und am Semmering entlang der Hochstraße, die das Panhans und das Südbahnhotel bis heute verbindet. Bei einem Spaziergang entlang der Flaniermeile schlossen Großindustrielle lukrative Geschäftsverträge ab, mokierten sich Kaffeehausliteraten über den schlechten Schreibstil eines Konkurrenten und die Damen der bessern Gesellschaft hielten Ausschau nach einer »passenden Partie« für ihren den Backfischalter entflohenen Nachwuchs. Mit der Eröffnung des Südbahnhotels im Jahre 1882 entwickelte sich der Semmering rasch zu einer beliebten Sommerfrische, wo man würzige Bergluft atmen und dem Gestank im sommerlichen Wien entfliehen konnte. Betuchte Gäste ließen sich schon bald ihre eigenen repräsentativen Villen mit Holzbalkonen, Türmchen und Erkern entlang der Hochstraße errichten. Davon gibt es heute noch einige zu sehen. Die Cafés, oder Restaurationen, die einst für das leibliche Wohl sorgten, sind hingegen verschwunden. Wir flanieren ebenfalls der Hochstraße entlang, studieren die Schaukästen des Hochstraßenmuseums, die Auskunft über die Geschichte des Semmering geben und bestaunen jene Geschäftsfassade, die in Riesenlettern Agfa-Filme bewirbt. Aussichtsterrasse Wetterhäuschen Fast schon am Ende der Hochstraße erreichen wir eine Aussichtsterrasse mit einem historischen Wetterhäuschen. Von hier habt ihr wohl den schönsten Blick auf das alte Südbahnhotel, welches das nächste Ziel unserer Wanderung ist. Das ehrwürdige Südbahnhotel Das weithin sichtbare Südbahnhotel mit seiner auffälligen grünen Dachlandschaft mit Zwiebeltürmchen und bedachten Rauchfängen galt einst als das Wahrzeichen der Semmering-Region. Um die Jahrhundertwende war das auf genau 1.000 Metern Seehöhe erbaute »Palasthotel« eines der führenden Luxushotels Europas. Nehmt Euch Zeit und umrundet dieses prächtige historische Hotel mit seinem Fachwerk und den reich verzierten Holzbalkonen. In seiner glorreichen Vergangenheit wurde das Südbahnhotel mehrfach umgebaut und mit den neuesten Annehmlichkeiten der damaligen Zeit ausgestattet. Schon bald nach seiner Eröffnung im Jahre 1882 zog das Hotel aristokratische Kreise, das vermögende Bürgertum und exzentrischer Zeitgenossen an. In einem Bonmot hieß es, »Wer die roten Sisalläufer der Bel Etage betrat, war entweder der Creme de la Creme der Gesellschaft zuzurechnen oder Zimmerkellner«. Vinzenz Panhans begann seine Karriere als Küchenchef im Südbahnhotel und verzauberte die Gäste mit seiner außergewöhnlichen Kochkunst. Nur wenige Jahre später gründete er sein eigenes Hotel und wurde zum schärfsten Konkurrenten des Südbahnhotels. Trotz seines fortschreitenden Verfalls strahlt der schlossartige Bau noch immer die Eleganz der Jahrhundertwende aus. Wie auch die anderen Grandhotels am Semmering geriet das Südbahnhotel in den Nachkriegsjahren in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass in den 1970er Jahren ein Teil des Gebäudes in Eigentumswohnungen umgewidmet und das Hotel selbst geschlossen wurde. Skulpturenpark Semmering Nachdem wir das Hotel von allen Seiten ausgiebig betrachtet haben, folgen wir den Wegweisern Richtung Doppelreiterwarte und 20 Schilling Blick, die uns ein paar Höhenmeter tiefer und durch einen schattigen Wald zum Skulpturenpark führen. Im Skulpturenpark sind Werke des Künstlers Ignaz Semlitsch ausgestellt, die er aus den verschiedensten Metallen und Acryl geschaffen hat. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Kurhaus Semmering Vom Skulpturenpark ist es nicht weit bis zum dritten großen Grand-Hotel der Jahrhundertwende. Das Kurhaus Semmering wurde 1909 eröffnet und galt mit seiner Ausstattung und Einrichtung als ein Musterbeispiel einer eleganten Kuranstalt, wie sie Thomas Mann in seinem »Zauberberg« schilderte. Das nach den Plänen der Architekten Krauß und Tölk errichtete Nobelquartier am Wolfsbergkogel war bekannt für seine medizinisch verordneten Liegekuren in frischer Höhenluft und den einzigartigen Blick auf den Sonnwendstein. »Die Kur ist der melancholische und mühselige Versuch, eine gebrochene Maschinerie zu reparieren«, meinte Peter Altenberg bei seinem Aufenthalt im Kurhaus. Unter den zahlreichen weiteren Kurgästen finden sich so klingende Namen wie Max Reinhardt, Arthur Schnitzler, Anton Wildgans oder Franz Werfel. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 begann auch für das Kurhaus die Zeit des stetigen Niedergangs. Zuerst wurde es als Wehrmachtlazarett verwendet, danach als Unterkunft für die russische Besatzungsmacht. Bis 1988 diente das Kurhaus noch als Erholungsheim für Bundesbedienstete. Doppelreiterwarte Ein leicht ansteigender Waldpfad führt uns zuerst zu einem Aussichtpunkt mit herrlichem Blick auf den Kurort Semmering und anschließend zu der im Jahre 1910 errichteten Doppelreiterwarte. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein 1A-Rundblick über die Weinzettelwand, Rax und Schneeberg. Die 300 Meter hohe und rund 1.200 Meter lange Weinzettelwand galt als das größte Hindernis beim Bau der Semmeringbahn. Ursprünglich plante Ghega die Trasse der Bahn außen an der Steilwand entlangzuführen. Doch nach einem Felssturz, bei dem 14 Bergleute starben, musste Ghega die Trasse umplanen und in das Berginnere verlegen. Der legendäre 20 Schilling Blick Nachdem wir einen kurzen steilen Pfad über Stock und Stein überwunden haben, geht es gemütlich durch einen dichten Wald weiter. Nach wenigen Gehminuten erreichen wir den berühmten »20 Schilling Blick«. Von hier eröffnet sich die wunderschöne Aussicht auf das 184 m lange und 46 m hohe »Kalte Rinne-Viadukt«, welches einst als Motiv die Rückseite des österreichischen 20 Schilling Note zierte. Daher auch der Name für diesen Aussichtspunkt. Fast fühlt man sich in eine Modelleisenbahnanlage versetzt, wenn ein winzig kleiner Zug das Viadukt quert und in einem Tunnel verschwindet. Zurück zum Ausgangspunkt Nachdem wir die Aussicht beim 20 Schilling Blick ausgiebig genossen haben, machen wir uns auf den Rückweg. Ihr folgt dem Wanderweg weiter bis zur Kurhausstraße, spaziert den Waldweg zum Südbahnhotel hinauf und folgt anschließend der Adlitzgrabenstraße, Villenstraße und der Südbahnstraße bis zum Bahnhof Semmering. Entlang dieser Route könnt ihr noch die eine oder andere hübsche Villa entdecken. Wir hoffen, die Tour hat Euch gefallen und wir wünschen Euch viel Spaß beim »Nach«Wandern. FotoalbumWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Wanderung am Semmering inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Wanderung findet Ihr im Fotoalbum unter: SEMMERING –WANDERN AUF DEN SPUREN DES FIN DE SIÈCLE [...]

Wiener Stadtspaziergänge: Versteckte Schätze der Hauptstadt

Entdecken Wien abseits der Touristenpfade! Unsere thematischen Stadtspaziergänge führen Dich zu verborgenen Schätzen – vom mystischen Zentralfriedhof über Jugendstil-Perlen bis zu den Drehorten berühmter Filme. Perfekte Wiener Spaziergänge für Einheimische und Besucher.

Dieser Wien-Spaziergang führt Euch zu den schönsten Jugendstil-Bauwerken von Otto Wagner, die noch heute das Wiener Stadtbild prägen. Seine Arbeiten machten das Wien um 1900 zur modernen Metropole. Alles was ihr für diese Entdeckungstour benötigt ist ein wenig Zeit, bequeme Schuhe und ein Tagesticket der Wiener Linien. Wien um 1900 – Jugendstil und Wiener Moderne Otto Wagner zählt zu den Vertretern der Wiener Moderne, des Jugendstils. So wie Klimt und Schiele in der Malerei. Mit seinen Bauwerken revolutioniert Otto Wagner die Architektur. Er wendet sich ab vom verschnörkelten Ringstraßenstil. Die Kunst kennt nur einen Herrn – das Bedürfnis! Leitsrpuch von Otto Wagner Was an den Arbeiten von Otto Wagner fasziniert, ist die Verbindung von Schönheit und Zweckmäßigkeit. Er entwirft alles: Gebäude, Möbel, Teppiche, Lampen, Heizkörper, ja sogar die Türklingel. Jedes noch so kleine Detail wird von ihm bedacht. Seine Bauwerke bestechten durch Perfektion, strenge Formen und die Verwendung moderner Materialien, wie Eisenbeton, Fliesen, Kupferplatten oder Aluminium. Genug der Einleitung. Wir beginnen unsere Otto Wagner-Tour beim Gebäude der ehemaligen Postsparkasse am Georg Coch-Platz 2. Österreichische Postsparkasse Das Gebäude der Österreichischen Postsparkasse ist eines der berühmtesten Jugendstil-Gebäude von Otto Wagner. Fertiggestellt im Jahr 1906 zählt es zu den ersten Gebäuden aus Stahlbeton in Wien. Marmorplatten mit auffallenden Metallnieten schmücken die sonst schmucklose Fassade. Für seine Arbeiten verwendet Wagner stets haltbare und pflegeleichte Materialien. Wir betreten das Gebäude durch die alte Drehtür. Eine Prunktreppe führt uns direkt in den großen Kassensaal. Eine gewölbte Glasdecke sorgt für viel Helligkeit. Durch den Fußboden aus Glas wird das Kellergeschoss mit natürlichem Licht versorgt. Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten legte Otto Wagner viel Wert auf eine freundliche Arbeitswelt. Ins Auge stechen uns die zahlreichen Aluminium-Röhren im Kassensaal. Bei diesen „Kunst-Objekten“ handelt es sich um Wärmelüfter. NÜTZLICHE HINWEISEÖsterreichische Postsparkasse1010 Wien, Georg Coch-Platz 2U4-Station: SchwedenplatzÖffnungszeiten:In der Regel ist der große Kassensaal von Mo bis Fr von 10:00–18:00 Uhr öffentlich und gratis zugänglich. Nähere Details zu den Öffnungszeiten unter Österreichische Postsparkasse Wir verlassen die Postsparkasse und gehen geradeaus zum Stubenring und folgen diesem bis zum Stadtpark (Gehzeit rund 10 Minuten). Im Stadtpark steht das am meisten fotografierte Denkmal Wiens, die vergoldete Statue von Johann Strauß. Beliebt bei asiatischen Reisegruppen. Ein Selfie mit dem Walzerkönig gehört zum Pflichtprogramm. Einige Schritte weiter erreichen wir die U4 Station „Stadtpark“ und das von Friedrich Ohmann entworfene Wienfluss-Portal. Dieses entstand im Zuge der Wienfluss-Regulierung. Stadtbahnstation beim Stadtpark Die von Otto Wagner geplante U4-Station „Stadtpark“ war ursprünglich eine Haltestelle der Wiener Stadtbahn. Sie ist bis heute im Originalzustand erhalten geblieben. Die Stadtbahn ist neben der Ringstraße die bedeutendste städtebauliche Leistung Wiens!Architekt Hermann Czech Die Wiener Stadtbahn zählt zu den wichtigsten Werken Otto Wagners. Er gab den Stationen, Brücken und Viadukten ein unverwechselbares Erscheinungbild. Der Architekt plante jedes Detail – von den Beleuchtungskörpern bis zu den Bodenfliesen. Noch heute prägen die Bauten der Stadtbahn – entlang des Gürtels und Wientals – das Stadtbild von Wien. NÜTZLICHE HINWEISE Wienflussportal im Stadtpark1010 Wien, Parkring 1U4-Station: StadtparkÖffnungszeiten: 24 Stunden frei zugänglich Wir fahren mit der U4 eine Station zum Karlsplatz. Otto Wagner Pavillons am Karlsplatz Die ehemaligen Stadtbahn-Pavillons am Karlsplatz sind ein Musterbeispiel des Jugendstils. Die Farben Weiß und Grün dominieren, Sonnenblumen verzieren die Fassade. Das Wien Museum nützt einen Pavillon als Museum und zeigt eine Ausstellung über die Arbeiten Otto Wagners. Der zweite Pavillon beherbergt ein Kaffeehaus. NÜTZLICHE HINWEISE Otto Wagner Pavillons1040 Wien, KarlsplatzU4-Station: KarlsplatzÖffnungszeiten: April bis Oktober (Di bis So) von 10 bis 18 Uhr>>Link zur Offizielle Seite zu den Otto Wagner Pavillons Nach einem kurzen Spaziergang (etwa 10 Minuten) erreichen wir ein weiteres Jugendstil- Gebäude. Dessen Kuppel ist schon von weitem sichtbar. Ein Schüler von Otto Wagner plante dieses Gebäude. Secession 1897 distanzierten sich Gustav Klimt, Josef Hoffmann und weitere junger Künstler von der konservativen Tradition des Wiener Künstlerhauses. Sie lehnten den Historismus mit seiner Glorifizierung historische Bauformen ab. Die Künstler gründeten den Kunstverein Secession und beauftragten Joseph Olbrich mit der Errichtung eines modernen Ausstellungshauses. Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre FreiheitLeitspruch der Secessionisten Der kubische Bau mit seiner auffälligen Goldkuppel sorgte in der Wiener Bevölkerung für heftige Proteste. Traditionalisten verunglimpften die Secession als „Assyrische Bedürfnisanstalt“. Die goldene Kuppel inspirierte die Wiener zum Spitznamen Krauthappel. Die Gemüter beruhigten sich jedoch bald wieder. Heute zählt die Secession zu den wichtigsten Bauten des Wiener Jugendstils. NÜTZLICHE HINWEISE Secession1010 Wien, Friedrichstraße 12U4-Station: KarlsplatzÖffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr>>Link zur Offizielle Seite zur Secession Wir verlassen die Secession. Vor uns liegt der Naschmarkt, der bekannteste Markt Wiens. „Bitte sehr, bitte schön“ hallt es von allen Ecken. Orientalisches Temperament trifft auf osteuropäische Charmebolzen. Wiener Schmäh sucht man vergeblich. „Das Kilo Maschansker um an Zwanzger“ gibt es schon lange nicht mehr. Wir schlendern vorbei an Köstlichkeiten aus aller Welt und gönnen uns eine kleine Stärkung in einem der zahlreichen Lokale. Das Ende des Markts führt uns direkt zum nächsten Ziel. Wienzeilenhäuser von Otto Wagner Otto Wagner plante den Wienfluss zwischen Karlsplatz und Schloss Schönbrunn vollkommen einzuwölben und einen „Prachtboulevard der Wiener Moderne“ zu errichten. Die vollständige Umsetzung dieser Idee scheiterte jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, den Tod Otto Wagners im Jahr 1918 und aus Geldmangel. Die zwei schönsten Jugendstil-Mietshäuser von Otto Wagner zeugen noch heute von dieser Vision. Etwas Unpraktisches kann nicht schön sein!Otto Wagner Beim Majolikahaus verzichtet Otto Wagner vollkommen auf Fassadenstuck. Anstelle dessen schmücken Fliesen mit prächtigen Pflanzenornamenten die Fassade. Der Vorteil von Fliesen liegt für Wagner auf der Hand. Sie sind abwaschbar und leicht zu säubern. „Die Architektur muss dem Leben moderner Menschen entsprechen“, propagiert Wagner. Dazu zählt auch Hygiene und Sauberkeit. Vergoldete Medaillons von Koloman Moser prägen die Fassade des zweite Mietshauses. Auffällig ist auch die spektakuläre Haus-Ecklösung, die in Form eines Viertelkreises gestaltet ist. Darüber thronen auf dem Dach zwei Skulpturen, die in die Ferne rufen. NÜTZLICHE HINWEISE Wienzeilenhäuser von Otto Wagner1060 Wien, Linke Wienzeile 38-40U4-Station: KettenbrückengasseÖffnungszeiten: Die Häuser sind nur von außen zu besichtigen, dafür aber 24 Stunden Uns ruft die U4. Wir fahren von der Kettenbrückengasse nach Hietzing. Nur wenige Schritte stadteinwärts trennen uns vom nächsten Ziel. Hofpavillon Hietzing Otto Wagner wollte einmal in seinem Leben ein repräsentatives Bauwerk für Kaiser Franz Joseph errichten. Eine eigene Stadtbahn-Station sollte der Kaiser in der Nähe von Schloss Schönbrunn erhalten. Wie bei allen seiner Arbeiten plant Wagner funktionsgerecht und achtet auf jedes Detail. So stand im Warteraum des Kaisers ein Schreibtisch, damit der Monarch während der Wartezeit arbeiten konnte. Schon zu Kaisers Zeiten beherrschte das Gemälde „Vogelschau – Wien aus 3000 Meter Höhe“ von Carl Moll den Warteraum. Es lädt uns zum heiteren „Gebäude-Erraten“ ein. Ist das die Staatsoper? Wo ist das Künstlerhaus? Auch andere Besucher spielen begeistert mit. Franz Joseph selbst nutzte den prächtig ausgestatteten „Pavillon des Allerhöchsten Hofes“  jedoch nur zweimal. NÜTZLICHE HINWEISEHofpavillon Hietzing1130 Wien, Schönbrunner SchloßstraßeU4-Station: HietzingÖffnungszeiten: April bis Oktober Samstag und Sonntag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr>>Link zur Offizielle Seite zum Hofpavillon Hietzing Wir nutzen die ehemalige Stadtbahn jetzt schon öfters als der Kaiser. Die U4 Station „Unter St. Veit“ ist unser Ziel. Von dort geht es weiter mit dem Bus 47A zur Baumgartner Höhe. Otto Wagner-Kirche am Steinhof Unübersehbar thront die Otto Wagner-Kirche am Gallitzinberg. Die auffällige goldene Kuppel der Kirche brachte dem Gallitzinberg bald den Spitznamen „Lemoniberg“ ein. Bei der Planung hatte Otto Wagner zu berücksichtigen, dass die Kirche am Gelände der modernsten Irrenanstalt von Wien um 1900 errichtet wird. Der Architekt erarbeitete mit Ärzten der Irrenanstalt die speziellen Anforderungen an ein derartiges Bauwerk. Die Kirchenbänke durften wegen der Verletzungsgefahr keine scharfen Ecken haben. Um die die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten zu verringern, ließ er Weihwasserbecken mit fließendem Weihwasser installieren. Sogar Toiletten plante Wagner ein.  Bei der Gestaltung der Kirche wirkten zahlreiche Künstlerkollegen mit. Die Glasfenster entwarf  Koloman Moser, die riesigen Fassaden-Engel stammen von Othmar Schimkowitz. Vertreter des Historismus ließen kein gutes Haar am modernen Baustil der Otto-Wagner-Kirche. Sie meinten, dass „die Verrückten beim Besuch dieser verrückten Kirche noch verrückter werden würden“. Und Thronfolger Franz Ferdinand fand den Kirchenbau anlässlich der Eröffnung „Scheiße“. NÜTZLICHE HINWEISEOtto Wagner-Kirche am Steinhof1140 Wien, Baumgartner Höhe 1U4-Station: Unter St. Veit, dann mit Bus 47A bis zur Endstation Baumgartner HöheZurück in die Innenstadt (Volkstheater) fährt der Bus 48AÖffnungszeiten: Von außen ist die Kirche jederzeit zu besichtigen. Das Kircheninnere ist vom 18.3.2023 bis 29.10.2023 immer samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.Zugang: Die Kirche ist über die Steinhofgründe und auch wieder über das Otto-Wagner-Spital erreichbar.>>Link zur Offizielle Seite zur Kirche am Steinhof>>Noch mehr Infos im Beitrag EIN SPAZIERGANG ZUR OTTO WAGNER KIRCHE AM LEMONIBERG Einmal Wagner geht noch. Wir spazieren vom Gallitzinberg zu den beiden Otto Wagner Villen in der Hüttelbergstrasse. Der rund 45 minütige Weg führt uns über die Sanatoriumstrasse, Dehnegasse, Rosentalgasse und Freyenthumgasse in die Hüttelbergstrasse. Otto Wagner Villa I und II 1888 errichtet Otto Wagner für sich und seine Familie einen prunkvollen Sommersitz in Hütteldorf. Die im Historismus geplante Villa dient Otto Wagner zu Repräsentationszwecken und als Ort legendärer Sommerfeste. Zu den gern gesehenen Gästen zählen die Künstler Gustav Klimt, Josef Hoffmann, Adolf Loos, Gustav Mahler oder die Femme Fatale Alma Mahler-Werfel. 1911 verkauft Wagner die Villa an den Direktor des Apollo-Theaters Ben Tieber. Nach dem Krieg wäre die Villa fast ein Opfer der Spitzhacke geworden. Gerettet wird sie vom Maler Ernst Fuchs. Er kauft das Gebäude 1972 und lässt es umfassend renovieren. Heute beherbergt die Villa das Ernst Fuchs Museum mit zahlreichen Werken des 2015 verstorbenen Künstlers. 1912 baut Otto Wagner auf dem angrenzenden Grundstück eine zweite Villa in Stahlbetonweise. Die Farben Blauweiß dominieren die Fassade. Der Architekt plant die Villa als Witwensitz für seine dritte und um zwanzig Jahre jüngere Frau Louise. Doch Wagner überlebt sie um drei Jahre. Nach ihrem Tod zieht er sich in seine Stadtwohnung in der Döblergasse 4 zurück und stirbt am 11. April 1918. NÜTZLICHE HINWEISEOtto Wagner Villa I und II1140 Wien, Hüttelbergstrasse 26 und 28Öffnungszeiten Ernst Fuchs Museum: Dienstag bis Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr>>Link zur Offizielle Seite zum Ernst Fuchs Museum Über die Bujattigasse spazieren wir (Gehzeit ca 10 Minuten) zur Endstation der Straßenbahnlinie 49. Mit dem 49er geht es gemütlich in die Innenstadt zurück. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Spaziergang auf den Spuen von Ott Wagner inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu diesem Wiener Stadtspaziergang findet Ihr im Fotoalbum unter: JUGENDSTIL IN WIEN [...]
Dieser Stadtspaziergang führt Euch zu den schönsten Drehorten des Films »Der Dritte Mann« in der Wiener Innenstadt. Der Dritte Mann – Filmlocation 2: Heiligenkreuzer Hof Stellt euch vor, ihr spaziert durch die engen Gassen der Wiener Innenstadt und plötzlich ertönt in einem Hinterhof die unverwechselbare Zithermelodie von Anton Karas, die euch das Gefühl gibt, ihr seid in einem alten schwarz-weiß Krimi gelandet. Genau diese Zithermusik, Orson Welles als Harry Lime und die Verfolgungsjagd durch die Wiener Unterwelt prägen den Filmklassiker »Der Dritte Mann«. Die Handlung ist ein Stück Zeitgeschichte über das Leben in den Ruinen des zerbombten Nachkriegswien. Der Dritte Mann – Filmlocation: Durchgang zur Ballgasse Das Leben in Wien 1948 Wien 1948, der zweite Weltkrieg ist seit drei Jahren beendet. Die Stadt des Walzers ist unter Briten, Franzosen, Amerikanern und Sowjets in vier Besatzungssektoren aufgeteilt. Der erste Bezirk wird monatlich abwechselnd von einer der vier Besatzungsmächte verwaltet. Durch zahlreiche Bombenangriffe liegt die Donaumetropole in Schutt und Asche. Der Dritte Mann – Filmlocation 2: Harry Lime auf der Flucht Es herrscht Hunger, Elend und Wohnungsmangel. Die Versorgungslage der Bevölkerung ist katastrophal. Es fehlt an allem. Viele Wiener fahren aufs Land, um bei Bauern Schmuck und Silberbesteck gegen Lebensmittel zu tauschen. Wegen der schlechten hygienischen Zustände brechen immer wieder Krankheiten aus. Der Dritte Mann – Filmlocation 7: Die Schreyvogelgasse auf der Mölkerbastei Medikamente sind rar und oft nur im »Schleich« im Resselpark bei der Karlskirche zu bekommen. Besonders mit Penicillin verdienen sich Schleichhändler eine goldene Nase, gilt es doch als Wundermittel gegen Infektionskrankheiten. Nylons und Chesterfields sind die beliebteste Ersatzwährung der damaligen Zeit. Darf am Beginn des Films „Der Dritte Mann“ nicht fehlen -Der Stephansdom Für die Sicherheit in der Stadt sorgen die berühmten »Vier im Jeep«, eine Militärpatrouille, die aus Militärpolizisten der vier Besatzungsmächte zusammengesetzt ist. Trotzdem kommt es täglich zu Morden, Plünderungen und Überfällen. Der Dritte Mann – Filmlocation 9: Der Josefsplatz Entführungen durch die Sowjets stehen auf der Tagesordnung. Jeder kann Opfer einer Entführung werden, sei es ein Streit mit einem betrunkenen russischen Soldaten, der Vorwurf der Spionagetätigkeit oder weil man aus dem Ostblock geflohen ist. Die Opfer werden in ein Auto gezerrt, in die Sowjetunion verschleppt und verschwinden für Jahre in einem Arbeitslager in Sibirien. Vor diesem Hintergrund spielt Graham Greens Thriller »Der Dritte Mann«. Die Filmstory »Der Dritte Mann« Der Dritte Mann – Filmlocation 9: Der Josefsplatz, Reiterstatue von Joseph II Der Autor Holly Martins reist wegen eines Jobangebotes seines Freundes Harry Lime in das von den vier Siegermächten – USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien – geteilte Wien. Bei seiner Ankunft erfährt Martins jedoch, dass Harry Lime bei einem mysteriösen Verkehrsunfall vor seiner Wohnung ums Leben gekommen sei. Der Dritte Mann – Filmlocation 10: Der Donnerbrunnen am Neuen Markt Martins beginnt Nachforschungen anzustellen. Er befürchtet, dass Harry Lime das Opfer eines Mordanschlags wurde. Bei seiner Recherche trifft er nicht nur einen Bekannten von Harry , sondern auch den britischen Offizier Calloway, der Martins berichtet, dass Harry der Kopf der gefährlichsten Schwarzhändlerbande von Wien war. Harry Lime betrieb ein einträgliches Geschäft mit gestohlenem Penicillin. Um den Profit noch zu steigern, ließ er das Penicillin verdünnen, was bei Patienten zu dauerhaften Schäden bis hin zum Tode führte. Der Dritte Mann – Filmlocation 6: Annas Wohnung Am Hof Im Zuge seiner Nachforschungen lernt Martins auch Harrys ehemalige Freundin Anna Schmidt kennen und verliebt sich ihn sie. Sie ist eine tschechoslowakische Schauspielerin, die mit gefälschten Papieren in Wien lebt und von den Russen gesucht wird. Der Dritte Mann – Filmlocation 7: Schatten von Harry Lime in der Schreyvogelgasse 8 Nach einem Besuch in ihrer Wohnung bemerkt er in einem Hauseingang den Schatten eines Mannes . Zu seiner Verwunderung erkennt er Harry Lime. Der Dritte Mann – Filmlocation 6: Harry Lime flieht durch den Schulhof Doch dieser flieht und ist plötzlich wie vom Erdboden verschwunden . Der Dritte Mann – Filmlocation 5: Flucht über die Treppen bei der Kirche Maria am Gestade Martins erzählt Calloway von dieser unheimlichen Begegnung, der daraufhin eine Exhumierung der Leiche anordnet. Es stellt sich heraus, dass in Harrys Sarg eine fremde Leiche liegt. Der Dritte Mann – Filmlocation 12: Das Riesenrad im Wiener Prater Mit Hilfe zweier Bekannter von Harry Lime gelingt es Martins diesen beim Riesenrad im Wiener Prater zu treffen. In den 30 Jahren unter den Borgias hat’s nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut. Aber dafür gab’s Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, 500 Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? Die Kuckucksuhr!Harry Lime Der Dritte Mann – Filmlocation 12: Das Riesenrad im Wiener Prater Während der Fahrt mit einer Gondel rechtfertigt Harry den Handel mit gepantschtem Penicillin mit der Bedeutungslosigkeit des Lebens einzelner Individuen. Seinen eigenen Tod hat er deshalb fingiert, um seine Geschäfte im Untergrund in Ruhe weiterführen zu können. Ein neuerliches Angebot von Harry für ihn zu arbeiten, schlägt Martins aus. Der Dritte Mann – Filmlocation 4: Vermählungsbrunnen am Hohen Markt Calloway bedrängt Martins, Harry Lime in eine Falle zu locken um ihm endlich sein Handwerk zu legen. Martins willigt ein und verabredet sich mit Harry in einem Cafe am Hohen Markt . Der Dritte Mann – Filmlocation 11: Eingang in die Unterwelt Harry Lime erkennt aber rechtzeitig, dass ihm eine Falle gestellt wurde und flieht in die weitverzweigte Kanalisation . Der Dritte Mann – Filmlocation 8: Der Tod Harry Limes bei der Minoritenkirche Als er jedoch durch einen Kanaldeckel entkommen will und diesen nicht öffnen kann, wird er von seinem ehemaligen Freund erschossen. Rundgang zu den Drehorten und Filmschauplätzen des Films »Der Dritte Mann« Dieser Spaziergang lässt sich beliebig erweitern, abkürzen oder bei anderen Besichtigungstouren leicht einbauen. Die letzte Station, das Riesenrad, erreicht man am besten mit der U-Bahnlinie U1 vom Karlsplatz. Beginnt man die Tour beim Stadtpark, dann empfiehlt sich folgende Reihenfolge der Filmlocations: 1 Wienflussportal im Stadtpark Harry Lime auf der Flucht vor den Häschern Wir beginnen unseren Stadtspaziergang bei der U4 Station Stadtpark. Der Stadtpark wurde 1862 in englischem Landschaftsstil angelegt und beherbergt eine Vielzahl an Denkmälern berühmter Persönlichkeiten, darunter das berühmte Johann Strauss Denkmal. Für uns von besonderem Interesse ist das im Jugendstil erbaute Wienflussportal. Dort, wo der Wienfluss sein überwölbtes Bett verlässt, wurden die meisten Szenen der Verfolgungsjagd durch den unterirdischen Bereich des Wienflusses gedreht. Das Kanallabyrinth bot die perfekte Kulisse für ein atemraubendes Katz-und-Maus-Spiel. Am Wienflussportal hatte man im Film Wachen postiert, um Harry Lime festzunehmen. Johann Strauss, der Star des Wiener Neujahrkonzertes Im Stadtpark steht wohl das am meisten fotografierte Denkmal Wiens: Die Statue von Johann Strauss. Ganz in Gold und mit einer Geige präsentiert sich der Walzerkönig, dessen Bewegungen beim Dirigieren und Geigenspiel genau einstudiert waren. Wenn Strauss mit dem Geigenbogen den Donauwalzer anstimmte, hyperventilierte das weibliche Publikum und fiel reihenweise in Ohnmacht. 2 Schönlaterngasse Der Dritte Mann – Verfolgungsjagd durch die Schönlaterngasse Die Schönlaterngasse ist das Paradebeispiel einer typisch verwinkelten Wiener Altstadtgasse. Ihr Name leitet sich von der künstlerisch bedeutenden Laterne an Haus Nummer 6 ab, die ihr heute als Kopie bewundert könnt. Und als ob das nicht genug wäre, bietet Haunummer 7 einen Hauch von Fantasy inmitten der gotischen und barocken Häuserpracht. Hier befindet sich das »Basiliskenhaus«, wo einst im Hausbrunnen ein Basilisk sein Unwesen trieb. Ein Fresko an der Hausmauer erinnert noch heute die Spaziergeher an das gefährliche Fabelwesen, welches hier im Mittelalter sein Unwesen trieb. 3 Ruprechtskirche Ruprechtskirche Die Ruprechtskirche gilt als die älteste Kirche Wiens und ist dem heiligen Rupert geweiht, dem Schutzpatron der Salzschiffer. Im Mittelalter galt Salz als eine bedeutende Monopolware, deren Verwaltung dem Salzamt oblag. In unmittelbarer Nähe der Ruprechtskirche wurde das begehrte Salz durch das Salzamt an Einzelhändler verkauft – daran erinnern noch heute die Flurnamen Salzgasse, Salzgries, Salztorgasse oder Salztorbrücke. 4 Hoher Markt Ankeruhr am Hohen Markt Weiter geht es zum Hohen Markt mit dem Vermählungsbrunnen, der die romantische Geschichte der Eltern Jesu darstellt. Nett zum Anschauen, aber spannender ist die von Franz Matsch gestaltete Ankeruhr. Diese Brückenuhr zählt zu den schönsten Jugendstiluhren weltweit. Jeden Tag um Punkt 12 Uhr mittags erwacht die Ankeruhr zum Leben, wenn zwölf historische Figuren in der Mitte der Uhr vorbeiziehen. Der Umzug wird dabei von der passenden Musik begleitet, als ob ein unsichtbares Orchester im Hintergrund den Takt angibt. Ein Spektakel, das nicht nur Touristen jeden Tag begeistert. 5 Kirche Maria am Gestade Verfolgungsjagd bei der Kirche Maria am Gestade Die Kirche Maria am Gestade zählt zu den ältesten Gotteshäusern Wiens und bildet mit der Peterskirche und der Ruprechtskirche das Trio der Ehrwürdigkeit. Maria am Gestade zählt zu den schönsten Beispielen für gotische Architektur. Ihr Markenzeichen ist der filigrane, durchbrochene Turmhelm. In ihrer Vergangenheit durchlief die Kirche zahlreiche Höhen und Tiefen. In ihren dunkelsten Stunden während der napoleonischen Kriege wurde sie sogar als Pferdestall missbraucht. Aber wie es bei Ikonen oft der Fall ist, erlebte die Kirche eine Auferstehung. Heute erstrahlt sie wieder in gotischer Pracht und beherbergt die Reliquien des eher unbekannten Stadtpatrons von Wien, des hl. Klemens Maria Hofbauer. 6 Am Hof und Schulhof Mariensäule Am Hof Unsere »Dritte Mann-Tour« führt uns nun zum Platz »Am Hof«, wo für den Film die Attrappe einer Litfaßsäule stand, durch die Harry Lime in die Unterwelt des Kanalisationssystems gelangte. Der Platz bietet beeindruckende Bauten, wie die Kirche »Am Hof« mit ihrer mächtigen Terrasse. Von dieser »spirituellen Aussichtsplattform« sprachen schon die Päpste Johannes Paul II und Benedikt XVI  zu ihren Schäfchen. Der Platz hat aber auch eine düstere Vergangenheit, nicht nur als Hinrichtungsstätte. Inmitten der politischen Unruhen von 1848 knüpfte das aufgebrachte Volk den wenig beliebten Kriegsminister Latour an einer Gaslaterne in der Mitte des Platzes auf. »Laternisieren« wurde daraufhin zum geflügelten Wort des Revolutionjahres. 7 Schreyvogelgasse 8 Stimmungsvolle Schreyvogelgasse Die Schreyvogelgasse, eine malerische Gasse gesäumt von barocken und klassizistischen Häusern, versprüht den Charme des »Alten Wiens«. Ein besonders reizvolles Juwel verbirgt sich in der Schreyvogelgasse 10. Die Legende erzählt, dass der berühmte Komponist Schubert eine Romanze mit den drei Töchtern des Hauses pflegte, was zu der liebevollen Bezeichnung »Dreimäderlhaus« führte. Nur einen Hupfer entfernt könnt ihr auch das Pasqualati-Haus bewundern, wo Beethoven mehrere Symphonien, sowie die Oper Fidelio und das Klavierstück »Für Elise« komponierte. 8 Minoritenkirche Minoritenkirche mit Mosaik des „Letzten Abendmahls“ Den Grundstein zur Errichtung der Minoritenkirche legte König Ottokar II von Böhmen im 13. Jahrhundert. Seine Fertigstellung erlebte Ottokar nicht mehr, da er zwei Jahre später in der Schlacht von Dürnkrut starb. Rudolf von Habsburg ließ seinen Leichnam 30 Wochen in der Minoritenkirche aufbahren, bevor der Tote seine letzte Reise nach Böhmen antrat. Das Highlight der Minoritenkirche ist eine 200 Jahre alte Kopie des „Letzten Abendmahls“ von Leonardo da Vinci. Napoleon hatte es in Auftrag gegeben, aber nach seinem unfreiwilligen Karriereknick wurde es von seinem Schwiegervater Kaiser Franz I angekauft. Ursprünglich für das Belvedere vorgesehen, stellte sich das Mosaik als zu groß heraus und fand schließlich seinen Platz in der Minoritenkirche. 9 Josefplatz 5 Der Dritte Mann – Filmlocation 9: Eingangsportal zur Wohnung von Harry Lime am Josefsplatz 5 Das Palais Pallavicini ist das Wohnhaus von Harry Lime und befindet sich gegenüber der Nationalbibliothek. Dominiert wird der Platz von einer Reiterstatue von Kaiser Joseph II. Wie wäre es mit einem schnellen Abstecher in den Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek? Er gilt als der schönste barocke Bibliothekssaal weltweit. Dieses barocke Leseparadies wurde zwischen 1723 und 1726 von Vater und Sohn Fischer von Erlach geplant. Die beeindruckenden Deckenfresken stammen von Daniel Gran. Im Prunksaal beherbergt etwa 200.000 Bücher, die einen Zeitraum von 1501 bis 1850 abdecken. Ein wahres literarisches Fest für alle Bücherwürmer! 10 Neuer Markt Am Neuen Markt trifft Holly Martins den windigen Baron Kurtz Der nächste Halt auf unserem Rundgang ist der Neue Markt, wo sich Martins mit Baron Kurtz, einem Freund von Harry Lime, trifft. Kurtz war beim angeblichen Verkehrsunfall dabei und half den Sterbenden in seine Wohnung zu tragen. Sehenswert am Neuen Markt ist nicht nur der Donnerbrunnen mit seinen Nackedein, sondern auch die Kapuzinergruft. Ein Besuch der letzten Ruhestätte der Habsburger gleicht einer Zeitreise durch 400 Jahre europäischer Geschichte. Hier ruhen nicht weniger als 12 Kaiser, dazu gesellen sich 19 Kaiserinnen und Königinnen, alle in prachtvollen Sarkophagen. Und wer erwartet euch? Nun, Kaiser Karl VI, Maria Theresia, Kaiser Franz Joseph und natürlich die Sisi. 11 Girardipark Treffpunkt für „Dritte Mann – Führungen“ Im Girardipark startet die Verfolgungsjagd durch die Kanalisation. In Wirklichkeit hat Orson Welles nur den Eingang ins Kanalnetz betreten. Weil es Orson Welles in den Kanälen zu sehr stank und er nicht mit der Kloake in Berührung kommen wollte, wurde die Verfolgungsjagd im Kanal mit einem Double gedreht. Hier befindet sich noch heute ein Einstieg in Wiens Unterwelt, die im Rahmen einer „3. Mann-Tour“ zwischen Mai und Oktober besichtigt werden kann. 12 Riesenrad im Wiener Prater Harry Lime trifft Holly Martins im Riesenrad Um das Riesenrad zu erreichen steigen wir am Karlsplatz in die Linie U1 und fahren bis zur Station Praterstern. Eine Fahrt mit dem Riesenrad gehört fast zum „Muss“ eines jeden Praterbesuches. Das Riesenrad wurde 1896 vom englischen Ingenieur Walter Basset entworfen. Der Blick auf Wien vom höchsten Punkt ist ausgesprochen sehenswert. Nicht nur Harry Lime machte dem Riesenrad seine Aufwartung, sondern auch James Bond im Film „Der Hauch des Todes“. Streckenplan Innenstadt: Die Drehorte des Films »Der Dritte Mann« HinweisDen unterirdischen Spuren von Harry Lime kann man zwischen März und Oktober im Rahmen einer einer „3. Mann-Tour“ folgen. Weiters besteht die Möglichkeit das „Dritte Mann Museum“ im vierten Bezirk, in der Nähe des Naschmarkts, zu besuchen. Der Film selbst ist mehrmals die Woche in der Originalfassung im Burgkino zu sehen. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Spaziergang auf den Spuren des Dritten Mannes inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu diesem Wiener Stadtspaziergang findet Ihr im Fotoalbum unter: AUF DEN SPUREN DES DRITTEN MANNES [...]

Beliebte Reisedestinationen

Diese Ausflugstipps, Radtouren, Wanderungen und Städtetrips sind besonders bei unseren Lesern gefragt. Von klassischen Tagesausflügen ab Wien, über schöne Wanderungen in Österreich und gemütlichen Radtouren in Niederösterreich bis hin zu inspirierenden Städtetrips in Europa!

UPDATE: Juni 2025. Die Krimi-Reihe „Lost in Fuseta“ von Gil Ribeiro hat uns wahrlich begeistert – von der Handlung, über die Figuren bis zur Schilderung der portugiesischen Lebensweise. Daher machten wir uns auf den Weg, jene Orte an der Ostalgarve zu besuchen, die in den bisher fünf Bänden erwähnt werden. Fuseta – Schauplatz der Krimireihe Lost in Fuseta« Wir sitzen in einer kleinen Strandbar im Fischerdorf Fuseta bei Tosta mista und kühlem Sagres-Bier. Die Krimi-Serie „Lost in Fuseta“ ist schuld daran, dass es uns in den kleinen Ort verschlagen hat. Hauptperson der Kriminalromane ist Kommissar Leander Lost, dem es in Rahmen eines Austauschprogramms an die Algarve verschlägt. Gemeinsam mit seinen beiden neuen Kollegen den Sub-Inspektoren Graciana Rosado und Carlos Esteves begibt er sich für ein Jahr auf Mördersuche im Süden Portugals. Vor uns liegt die Lagune Ria Formosa, ein rund sechzig Kilometer langes Naturschutzgebiet, welches sich von Faro bis weit über Tavira erstreckt. Das flache Wasser der Lagune reicht bis zur vorgelagerten Insel Ilha da Armona, die nur mit einem Wassertaxi oder kleinen Fähren erreichbar ist. Gleich der erste Fall führt Lost, Graciana und Carlos auf die Insel, wo ein toter Privatdetektiv mit seinem Boot gestrandet ist. Wir lassen uns mit einem Wassertaxi auf die Insel übersetzen. Dort erwartet uns ein kilometerlanger, menschenleerer Sandstrand, ohne Betonburgen und Armeen von Sonnenschirmen. Mangels Bäumen oder Palmen ist Schatten Mangelware, nur Dünengräser wachsen in der Mitte der Sandbank. Am Ortsstrand von Fuseta steht das bekannteste Bauwerk des Fischerdorfs, die „Casa dos Salva-vidas“, der historische Stützpunkt der Rettungsschwimmer. Fuseta wurde bereits im 15. Jhdt von Fischern gegründet. Besonders stolz ist man auf jene Dorfbewohner, die gemeinsam mit dem Seefahrer João Vaz Corte-Real um 1474 Neufundland noch vor Columbus entdeckt haben sollen. Und vermutlich auch das Ermittlerteam aus der Romanserie „Lost in Fuseta“, welches in Fuseta lebt. Faro Als nächster Ort unserer Spurensuche steht Faro am Programm. Viele Reisende verbinden mit Faro nur den Flughafen. Das ist schade, weil die historische Altstadt durchaus sehenswert ist. Wir stehen am Turm der gotischen Kathedrale und genießen den herrlichen Ausblick über die Dächer der Stadt und die Ria Formosa. Viel hat die „Se“ schon erlebt. Die Plünderung von englischen Piraten, das schwere Erdbeben von 1755 oder die Herrschaft von Salazar. Der Kirchplatz direkt unter uns, ist mit Orangenbäumen umsäumt, deren Früchte in voller Pracht in der Sonne leuchten. Das Wahrzeichen von Faro ist jedoch das neoklassizistische Stadttor Arco da Vila, welches von einem Genueser Architekten entworfen wurde. Ausgesprochen fotogen nutzen zahlreiche Störche das Stadttor als Nistplatz. In einem schmalen Gässchen verbirgt sich zwischen anderen zweigeschossigen Wohnhäusern, das Kriminalkommissariat, wo Lost und seine portugiesischen Kollegen ihren Dienst versehen. Anfangs ist das Verhalten des deutschen Kollegen den portugiesischen Ermittlern ein wenig suspekt, da sie noch nicht wissen, dass Lost am Asperger-Syndrom leidet. Der Alemão kann nicht lügen, versteht keine Witze und hat Schwierigkeiten die Körpersprache von Menschen richtig zu deuten. Erst nach einiger Zeit erkennt die Schwester von Graciana, dass das Asperger-Syndrom an Losts Merkwürdigkeiten schuld ist. Rasch lernen jedoch Graciana und Carlos die besonderen Fähigkeiten ihres neuen Kollegen schätzen. Er besitzt ein fotografisches Gedächtnis, erkennt ob Menschen lügen und ist ein hervorragender Analytiker. Losts Asperger-Syndrom gepaart mit seiner deutscher Gründlichkeit und der portugiesischen Lässigkeit führen oft zu einer Situationskomik, die diese Krimi-Serie so liebenswert und lesenswert machen. Olhão Unser nächstes Ziel ist Olhão, welches rund 10 km östlich von Faro liegt. Wir sind am Weg zu den beiden historischen Markthallen an der Uferpromenade. Die Auswahl an Obst und Gemüse ist groß, die von fangfrischem Fisch riesig. Getrocknete Kräuter, Fläschchen mit Piri-Piri-Öl oder köstliche Feigenröllchen mit Mandeln und Portwein sind ideale Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Olhão lebt noch heute vorwiegend vom Fischfang und der Fischverarbeitung. Einst gab es hier bis zu 37 Konservenfabriken. Davon sind nur mehr zwei übriggeblieben. In die Geschichtsbücher gingen die Bewohner von Olhão ein, als eine Handvoll von „Olhanenser“ in einem kleinen Fischerboot den Atlantik überquerten und ihrem nach Brasilien geflohenen König die gute Nachricht des Sieges über Napoleon überbrachten. So wie viele Küstenstädte liegt auch Olhão an der Lagune Ria Formosa. Olhão punktet mit viel Atmosphäre und Stimmung, weniger mit großen Sehenswürdigkeiten. Typisch für Olhão sind die zwei- bis dreigeschossigen, würfelförmigen Häuser mit Flachdach. Wer mit offenen Augen durch die engen Gassen spaziert, wird sicher das eine oder andere Kleinod entdecken. Olhão kommt in der Krimireihe immer wieder als Schauplatz vor. So findet das Ermittlerteam wichtige Dokumente in einem Bankschließfach einer ermordeten Umweltaktivistin, die die Betrügereien eines kriminellen Netzwerks beweisen. Im 7. Band der Romanserie »Lautlose Feinde« führt ein russisches Spionagenetz das Team nach Olhão, wo es zu einem dramatischen Showdown kommt. Pedras d’El Rei Pedras d’El Rei ist kein gewachsener Ort, sondern eine aus dem Boden gestampfte Ferienanlage. Diese befindet sich in einer parkähnlichen Landschaft am Rande der Ria Formosa rund sieben Kilometer südöstlich von Tavira. Im dritten Band der Serie observiert hier Leander Lost und seine portugiesischen Kollegen einen Dealer, der eine größere Drogenlieferung erwartet. Eine schmale Fußgängerbrücke und eine Liliputbahn verbinden den Ort mit der vorgelagerten Insel „Ilha de Tavira“. Gemütlich tuckert die Bahn die rund zwei Kilometer lange Strecke durch die Dünen- und Lagunenlanschaft. Am Ende der Reise erwartet uns der „Praia do Barril“, ein endloser Sandstrand, der zu einem ausgedehnten Strandspaziergang einlädt. Beim Bahnhof der kleinen Inselbahn wurde eine alte Thunfischfabrik revitalisiert und zu Strandcafes umgebaut. Der ideale Ort für einen Espresso und ein Pastel de Nata. Wenn Lost jetzt das Strandcafe betreten würde, wäre ihm die Aufmerksamkeit der Gäste gewiss. Sein Aussehen erinnert an einen Totengräber, da er stets im schwarzem Anzug mit weißem Hemd, schmaler Lederkrawatte und Espandrilles herumläuft.  Und das bei hochsommerlichen Temperaturen an der Algarve. Gleich neben der ehemaligen Thunfischfabrik befindet sich der „Cemitério das Âncoras“. Der Ankerfriedhof erinnert an jene Zeit, als noch mächtige Thunfischschwärme an der Ostalgarve vorbeizogen und zahlreiche Fischer damit ihren Lebensunterhalt bestritten. Die Anker dienten einst zum Befestigen der langen Netze am Meeresgrund. Tavira Der Mord an einer Lehrerin führt Lost, Graciana und Carlos im dritten Band nach Tavira. Der Ort am Rio Gilão wurde vermutlich schon von den Phöniziern gegründet. Ältestes Bauwerk der Stadt ist die Ponte Romana, eine Brücke für Fußgänger, die sich bereits seit der Römerzeit über den Fluss erstreckt. Im fünften Fall der Krimireihe „Einsame Entscheidung“ verschlägt es Lost gemeinsam mit einer Mordverdächtigen nach Tavira. Auf der Flucht vor einer Entführerbande springt das ungleiche Paar über das Brückengeländer in den Rio Gilão. Tavira ist eine gläubige Stadt. Mehr als 30 Kirchen zeugen davon. Schuld daran sind vielleicht die vielen schweren Schicksalsschläge, die Tavira trafen. Zuerst schleppten Seeleute die Pest ein, dann zerstörte das schwere Erdbeben von 1755 den Großteil der Stadt. Tavira zählt sicherlich zu den schönsten Städtchen der Ostalgarve. Auf dem weithin sichtbaren Burghügel, wachen Pfarrkirche und Wasserturm über der Stadt. Zahlreiche Bars und Restaurants säumen das Ufer des Rio Gilão. Sie laden nach einer Besichtigungstour zu einigen Petiscos und einem kühlen Glas Vinho Verde ein. Vila Real de San Antonio Letzter Ort auf unserer Spurensuche ist Vila Real de San Antonio, die Grenzstadt am Rio Guardiana. Während Lost, Graciana und Carlos im halsbrecherischen Tempo auf der Autobahn einem LKW mit Drogen hinterherjagen, stehen wir am Praça do Marquês de Pombal, dem schönsten Platz der Stadt. Schwarzweiße Strahlen aus Pflastersteinen laufen geometrisch auf einen Obelisken in der Mitte des Platzes zu. Das durch seine Weite beeindruckende Herz der Stadt wird durch Kirche, Rathaus und ein einheitliches Gebäudeensemble begrenzt. Vila Real de San Antonio entstand am Reißbrett. Als das große Erdbeben von 1755 die Stadt zerstört hatte, ließ Premierminister Marquês de Pombal, diese innerhalb eines Jahres schachbrettartig wiederaufbauen. Alle Straßen führen rechtwinklig aufeinander zu. Die Häuser haben einen einheitlichen Stil, der zum Großteil bis heute erhalten geblieben ist. Der Einsatz von Fertigteilhäusern ermöglichte die kurze Bauzeit. In keiner Stadt in Portugal gibt es so viele Haushaltstextilien zu kaufen, wie in Vila Real de San Antonio. Zielpublikum sind kauflustige Spanier, die morgens mit der Fähre den Grenzfluss Rio Guardian überqueren und nachmittags mit vollen Einkaufstaschen zurückkehren. Ende der Spurensuche In Vila Real de San Antonio endet unsere Spurensuche nach den Orten der Krimi-Reihe „Lost in Fuseta“. Zwischen Faro und der spanischen Grenze würden sich noch viele Orte als Schauplatz der Krimireihe anbieten, wie beispielsweise das beschauliche Cacela Velha. Auf alle Fälle freuen wir uns schon auf den achten Band der Krimi-Serie „Lost in Fuseta“. Nachtrag Estói-Palast Im siebten Band der Romanserie »Lautlose Feinde« wird erstmals der kleine Ort Estói erwähnt, rund 12 km von Faro entfernt. Dort lebt nicht nur eine zwielichtige Investigativjournalistin, sondern hier steht auch das wohl schönste Herrenhaus der Algarve: der Rokoko-Palast des Grafen von Estói, berühmt für seinen Garten und die mit Azulejos geschmückten Mauern. BÜCHER-TIPP Bis dato (Stand: 2025) sind sieben Fälle rund um das Ermittlerteam Leander Lost, Graciana Rosado und Carlos Esteves im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen: Lost in Fuseta Spur der Schatten Weiße Fracht Schwarzer August Einsame Entscheidung Dunkle Verbindungen Lautlose Feinde Autor dieser lesenswerten Krimireihe ist Gil Ribeiro alias Holger Karsten Schmidt. Weitere Infos auf der Seite des Verlages www.kiwi-verlag.de NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Rundreise durch die Ostalgarve inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus der Region findet Ihr im Fotoalbum unter: OSTALGARVE – AUF DEN SPUREN DER KRIMIREIHE „LOST IN FUSETA“ [...]
Was gibt es schöneres, als bei einem Gläschen Port und köstlichen Salzmandeln einfach nur „ins Land einizuschauen“ und die Kreuzfahrtschiffe am Douro zu beobachten? Wir stehen auf der Aussichtsterrasse der Casa de Casal de Loivos, einem alten Herrenhaus aus dem 17 Jhdt. Die Casa liegt idyllisch auf einer Anhöhe oberhalb von Pinhão, inmitten von Weingärten umgeben.  Von der Terrasse des historischen Anwesens genießen wir einen einzigartigen Panoramablick auf Weinberge und Douro. Schon die BBC schwärmte von dieser Aussicht und kürte diese zu einer der sechs schönsten weltweit. Über 80 verschiedene Rebsorten werden auf einer Fläche von 40.000 Hektar (das entspricht in etwa der Anbaufläche in ganz Österreich) in der Region Douro angebaut. Aus den Trauben wird neben Weinen auch der berühmte Portwein gewonnen. Die Casa de Casal de Loivos ist Ausgangspunkt unserer Reise entlang des Douros nach Porto. Zwischen Pinhão und Peso da Régua präsentiert sich der Douro von seiner schönsten Seite. Gemütlich schlängelt sich der Fluss durch ein tief eingeschnittenes Tal. Schmale mit Steinmauern angelegte Weingärten ziehen geometrische Muster durch die Hügellandschaft. Es gibt verschiedene Wege das Douro-Tal zu bereisen. Mit dem Zug, dem Schiff oder dem Mietauto. Wir haben uns für das Auto entschieden, da wir auch die Sehenswürdigkeiten abseits des Douro-Tals besichtigen wollen.  Und die sollte man auf keinen Fall „links“ oder „rechts“ liegen lassen. Pinhão Nur mit schweren Herzen trennen wir uns von dieser einzigartigen Aussicht und fahren die steile, rund 7 km lange Straße hinunter ins Tal nach Pinhão, dem Zentrum der Portweinherstellung. Unser Ziel ist der Bahnhof des kleinen Ortes, dessen Außenwände mit zahlreichen Fließenbildern dekoriert sind, die Szenen des ländlichen Lebens darstellen. Nachdem wir uns ja auch mitten im Zentrum des Weinbaus befinden, darf natürlich auch ein Besuch einer Portweinkellerei nicht fehlen. Wir haben uns für die Quinta do Seixo entschieden, welche zum Sandeman Konzern gehört. Das Logo des Unternehmens kennt wahrscheinlich jeder. Es handelt sich dabei um die schwarze Silhouette eines Mannes mit Caballero-Hut und langem Mantel. Das Logo erinnert uns ein wenig an die Romanfigur Zorro oder an Mr. Anonymus aus der früheren Merkur-Markt Werbung. Die Quinta do Seixo liegt hoch über dem Douro-Tal auf einem Hügel und ist nur über eine schmale und kurvenreiche Straße zu erreichen. Viele Ausweichstellen gibt es nicht auf der rund zwei Kilometer langen Strecke. Nichts für schwache Nerven, insbesondere wenn einem ein Autobus entgegen kommt. Die Fahrt zur Quinta lohnt aber auf alle Fälle. Von der Terrasse des eleganten und stylischen Verkostungsraumes hat man einen herrlichen Ausblick ins Douro-Tal. Doch wir sind ja nicht nur wegen des Ausblicks da. Bei einer Führung durch die Quinta erfahren wir einiges über die Portweinherstellung und über die die Geburtsstunde des Portweines. Im 17. Jhdt erschwerte ein Handelskrieg zwischen Frankreich und England zunehmend die Einfuhr französischer Weine auf die Insel. Englische Kaufleute suchten Ersatz und wurden in Porto fündig. Um die Weine für den langen Transport haltbar zu machen, beschlossen die Engländer diese mit Brandy zu konservieren – der Portwein war geboren. Soviel Geschichte macht durstig. Genau der richtige Zeitpunkt um im stylischen Verkostungsraum unterschiedliche Portweine, wie einen White-, Ruby-, Tawny- oder LBV-Port zu verkosten. Nach der Verkostung und dem Besuch des obligaten Souvenirshops machen wir uns weiter auf den Weg. Unser nächstes Ziel ist das Städtchen Lamego mit seiner imposanten Wallfahrtskirche, rund 12 km südlich von Peso da Régua. Lamego Die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios in Lamego thront hoch über dem Ort. Um diese zu besichtigen ist ein bisschen Sport angesagt. Genauer gesagt müssen wir rund 690 Stufen einer imposanten Treppe überwinden um an das Kirchenportal zu gelangen. Ob diese nun dem Rokoko oder dem Barock zuzurechnen sind, darüber streiten sich unsere beiden Reisehandbücher. Wir wissen es auch nicht und bewundern lieber die mit zahlreichen Fließenbildern und mächtigen Statuen verzierte Treppenanlage. Nachdem wir unsere Sünden abgebüßt haben, geht es zurück Richtung Peso da Régua. Wir überqueren den Douro um an unser nächstes Ziel zu gelangen, dem Palácio de Mateus. Palácio de Mateus Der im 18. Jhdt errichtete Palácio de Mateus -in der Nähe von Vila Real- zählt für uns zu den schönsten Herrenhäusern Portugals. Besonders beeindruckend ist das Spiegelbild der prächtigen Barockfassade im Palastteich. Umgeben ist der Palast von einem wunderschönen Landschaftsgarten mit zahlreichen Statuen und einem Tunnel aus Zypressen. Ein idealer Ort zum Entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Nirgendwo erfährt man so viel über portugiesischer Geschichte, Kultur und Lebensart als bei einem Besuch oder einem Aufenthalt in einem der alten Herrenhäuser. Die alten Herrenhäuser sind voll mit Erinnerungs- und Familienerbstücken. Oft führt der Graf selbst oder eines der Familienmitglieder durch den Familienwohnsitz und erzählt über die Geschichte des Hauses und der Ahnen.  In vielen dieser Herrenhäuser besteht auch die Möglichkeit zu übernachten. Mehr dazu im Beitrag EINMAL WOHNEN WIE EIN GRAF. Übernachten ist aber im Palácio de Mateus leider nicht möglich und so geht unsere Reise weiter Richtung Porto. Porto und Vila Nova de Gaia Porto erlebt man am besten zu Fuß. Parkplätze sind rar und die Straßen sind eng und überfüllt. Wir besuchen Porto im Rahmen eines Tagesausfluges mit der Bahn von Guimarães, wo wir uns einige Tage in einem Herrenhaus einquartiert haben. Die Züge von Guimarães enden am Bahnhof São Bento mitten im Zentrum Portos. Der Ausflug mit der Bahn ist vielleicht ein bisschen langwieriger, dafür aber garantiert stressfreier. Und die Bahnhofshalle, welche mit monumentalen und sehenswerten Azulejos ausgestaltet wurde, ist auch sehenswert. Porto ist eine Stadt der Gegensätze. Mittelalter und Barock inmitten von Baulücken und bröckelnden Hausfassaden. Reiche Stadtpaläste verstecken sich im Grau. Noch heute flattert die Wäsche auf schmiedeeisernen Balkonen. Die ganze Stadt wirkt irgendwie verschachtelt. Trotzdem strahlt Porto einen gewissen Reiz aus. Vielleicht liegt es an ihrer malerischen Lage am Ufer des Douro. Unser erster Weg führt uns in die Fußgängerzone in der Rua Santa Caterina zum berühmten Cafe Majestic, wo – so sagt die Mär – Joanne K. Rowling einige Kapitel des ersten Harry Potter Romans geschrieben haben soll. Nachdem wir uns mit Kaffee und einem Pastel de Nata gestärkt haben, geht es durch verwinkelte Gässchen weiter zur Kathedrale „Se“ und anschließend über die Brücke Dom Luis zur gegenüberliegenden Schwesternstadt „Vila Nova de Gaia“. Die zweistöckige Eisenbrücke Dom Luis wurde im Stile Gustav Eiffels errichtet und ist wohl das bekannteste Fotomotiv Portos. Von der oberen Ebene hat man einen wunderschönen Ausblick auf das historische Stadtviertel Ribeira und die barcos rabelos. Diese traditionellen Boote dienten einst zum Transport des Portweins aus dem Dourotal. Heute liegen sie nur mehr als Dekoration am Ufer des Douro. Insbesondere entlang der Uferpromenade hat sich das Stadtviertel Ribeira von einem ärmlichen „Kleine-Leute-Viertel“ zu einer Vergnügungsmeile mit zahlreichen Restaurants und Souvenirläden gewandelt. Die Schwesternstadt Vila Nova de Gaia ist quasi das Zentrum des Portweins. Hier haben sich zahlreiche Portweinkellereien angesiedelt. Fast alle Portweinhersteller bieten auch hier Kellerführungen und Portweinverkostungen an. Nachdem wir eine Führung bei Calem mitgemacht haben, müssen wir langsam aber sicher wieder zurück zum Bahnhof spazieren um unseren Zug nach Guimarães zu erreichen. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Reise durch das Douro-Tal von Pinhão nach Porto inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus dem Douro-Tal findet Ihr im Fotoalbum unter: DURCH DAS MALERISCHE DOURO-TAL NACH PORTO [...]
Usedom! Prachtvolle Bäderarchitektur, die berühmte Seebrücke von Ahlbeck und endlose Sandstrände werdet ihr auf dieser Wander- oder Radtour entlang der längsten Strandpromenade Deutschlands entdecken. Unsere 12 km lange Tour beginnt im Kaiserbad Bansin und führt über Heringsdorf und Ahlbeck in das polnische Swinemünde. Ausgangspunkt ist die Seebrücke in Bansin. Kaiserbad Bansin Das Seebad Bansin wurde 1897 eigens zu Zwecken des Badebetriebes »aus dem Boden« gestampft. Grund für die Gründung war das in Deutschland in Mode kommende Baden im Meer, für die der endlose Sandstrand beste Voraussetzungen bot. Doch um die Jahrhundertwende konnte man nicht einfach in die Fluten der Ostsee hüpfen, da Sitte und Anstand besonders großgeschrieben wurden. Davon zeugen noch heute die an der Promenade stehenden nachgebauten Badekarren. In dieser hölzernen Umkleidekabine auf vier Rädern zogen sich die Badegäste, geschützt vor den neugierigen Blicken Anderer, ihr Badetrikot an. Anschließend schleppte ein Pferd den Badekarren ins Wasser. Nur so konnten die Badewilligen sittlich unbedenklich im Meer baden, da der Badekarren gleichzeitig als Sichtschutz diente. Denn es galt als moralisch verwerflich, wenn Frauen und Männer in Sichtweite zueinander im Wasser planschten, auch wenn die damalige Bademode viel mehr verhüllte als heute. Bansin hatte sich jedoch in den Anfangsjahren seines Bestehens einen antisemitischen Ruf eingehandelt. Man vermarktete sich gerne »als deutsches Seebad mit ausschließlich christlichen Häusern und frei von Juden«. Damit wollten sich die Bansiner von Heringsdorf abgrenzen, wo das jüdische Großbürgertum herzlich willkommen war und auch in koscheren Restaurants dinieren konnte. Genug der Einführung. Starten wir los. Im Gegensatz zu ihren Pendants in Heringsdorf und Ahlbeck ist die 285 Meter lange Seebrücke in Bansin puristisch einfach gestaltet und weist kein Land- oder Brückengebäude auf. Trotzdem ist sie bei jedem Wetter als Flaniermeile bei den Touristen beliebt. In unserem persönlichen Ranking der schönsten Seebrücken auf unserer Tour belegt sie Platz 2. Die Bäderarchitektur in den Kaiserbädern von Usedom Das Sehenswerte bei unserer Wanderung entlang der Strandpromenade von Bansin nach Heringsdorf und Ahlbeck sind die vielen prachtvollen Bädervillen. Die Bäderarchitektur vereint Elemente des Klassizismus, Historismus und Jugendstils: Säulen schmücken das Eingangstor, Loggien mit großen Fenstern oder Holzveranden lockern die Hausfassade auf. Ein gemütlicher Erker und ein kleines Türmchen dürfen meist auch nicht fehlen. Als im 19. Jhdt das Baden im Meer in Mode kam, entdeckten Adelige und die Berliner Hautevolee Usedom als idealen Ort für ihre Sommerfrische und ließen sich standesgemäße Villa als Sommerresidenz errichten. Nur wenige Jahre später galt die Insel Usedom bereits als »Berlins Badewanne«. Usedom hat sich in den Jahren nach der Wende zu einem touristischen Hotspot entwickelt und viele der denkmalgeschützten Bädervillen wurden in Hotels und Ferienwohnungen umgebaut. Traurig, aber wahr: Schon einige der alten Villen wurden das Opfer der Spitzhacke und durch charmebefreite Neubauten mit dutzenden Ferienwohnungen ersetzt. Die Künstler in den Kaiserbädern Auch viele Künstler zog es in die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Darunter Thomas Mann, Leo Tolstoi, Theodor Fontane, Kurt Tucholsky oder den Wiener Walzerkönig Johann Strauß. Sie alle flanierten entlang der Strandpromenade, lauschten den kreischenden Möwen und atmeten die würzige Seeluft ein. Wir verlassen nun kurz die Strandpromenade und suchen die Maxim-Gorki-Straße Nr 13 auf, die parallel zur Strandpromenade verläuft. Hier steht die Villa Irmgard, wo sich im Jahr 1922 der russische Schriftsteller Maxim Gorki von seiner Tuberkuloseerkrankung erholte. Ein Gerücht besagt, dass Lenin den Schriftsteller persönlich zur Kur geschickt hatte, um ihn wegen ideologischer Auseinandersetzungen auf elegante Art loszuwerden. Im Gästebuch des Hauses verewigte sich Gorki mit dem Satz »Und dennoch und trotz alledem werden die Menschen eines Tages wie Brüder leben«. In der Villa Irmgard befindet sich ein kleines Museum, wo ihr die Wohn- und Arbeitsräume des Schriftstellers besichtigen könnt. Kaiserbad Heringsdorf Wieder zurück auf der Strandpromenade erreichen wir schon bald das Kaiserbad Heringsdorf, das in der Kaiserzeit zum »Nizza des Ostens« avancierte. Bis in das Jahr 1820 war Heringsdorf ein kleines namenloses Fischerdorf. Einer Legende nach verdankt der Ort seinen Namen dem Kronprinzen und späteren Preußen-König Friedrich Wilhelm IV, der mit seinen Brüdern und seinem Vater eine Rundreise durch Pommern machte. Auf Einladung des Gutsbesitzers Georg Bernhard von Bülow reisten sie auch nach Usedom. Als man das namenlose Fischerdorf besichtigte, bat man den Kronprinzen untertänigst dem kleinen Nest einen Namen zu geben. Inspiriert vom Salzen und Weiterverarbeiten der fangfischen Heringe am Strand fiel Friedrich Wilhelm spontan der Name »Heringsdorf« ein. Das kleine Fischerdorf entwickelte sich jedoch ab dem Jahre 1825 rasant zu einem mondänen Seebad, wo sich die Mitglieder des Kaiserhauses, Großindustrielle und das »Who-is-Who« der Berliner High Society ein Stelldichein gaben. Die Herren flanierten im Anzug und mit Gehstock entlang der Strandpromenade und knüpften gewinnbringende Geschäftskontakte oder diskutierten die wirtschaftlichen Auswirkungen des Russisch-Osmanische Krieges. Damen in weißen Sommerkleidern und dem obligatorischen Sonnenschirm fädelten standesgemäße Partien ihrer Kinder ein oder erfuhren den neuesten Klatsch und Tratsch aus Berlin. Zum gesellschaftlichen Zentrum von Heringsdorf zählte zur Kaiserzeit die Villa Staudt, wo Kaiser Wilhelm II regelmäßig mit Elisabeth Staudt auf der Terrasse Tee trank, wenn er auf Usedom weilte. Der Kaiser schätze die Treffen mit der Gastgeberin, da Elisabeth, nicht nur eine Augenweide war, sondern auch als intelligent, charmant und witzig galt. Im Garten der Villa erinnert eine Statue an den Großvater von Wilhelm II, der 1820 erstmals Heringsdorf gemeinsam mit seinem Bruder, König Friedrich Wilhelm IV besuchte. Sehenswert auf unserer Tour sind auch die Villa Oechsler und die Villa Oppenheim, wo einst der Maler Lyonel Feininger wohnte, der mit seinen Arbeiten am Bauhaus zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne zählt. Betrachten wir nun die Seebrücke von Heringsdorf. Sie ist mit 508 Metern die längste Seebrücke Deutschlands. 1995 eröffnet, beherbergt sie im Landgebäude eine Reihe von Geschäften, Lokalen und mehrere Appartements. Die alte Kaiser-Wilhelm-Brücke, die einst Lyonel Feininger malte, wurde in den 1950er Jahren ein Raub der Flammen. Über Architektur könnte man ja bekanntlich nächtelang diskutieren, doch einen Schönheitspreis gewinnt diese Brücke unseres Erachtens nicht. In einem Zeitungsartikel wurde sie mit ihrer windabweisenden Plexiglaszwischenwand und den vielen allzu hellen Lichtern treffenderweise mit einer überdimensionierten Straßenbahnhaltestelle verglichen. In unserem persönlichen Ranking der schönsten Seebrücken auf unserer Tour belegt sie den 3. und letzten Platz. Die Strandpromenade und die Strände der Kaiserbäder Man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne! Theodor Fontane über Heringsdorf Von Ruhe kann auf der 12 km langen Kaiserbäderpromenade von Bansin über Heringsdorf und Ahlbeck bis ins polnischen Swinemünde dieser Tage keine Rede sein. Massen an Rädern, Rollatoren, Spaziergehern oder Walkern im enganliegenden Sportdress und mit Wanderstöcken bewaffnet, bevölkern die längste Strandpromenade Europas. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es hier erst im Hochsommer zugeht. Wir verlassen für ein kurzes Stück die Strandpromenade und spazieren am feinen, weißen Sandstrand weiter, wo es am heutigen Tag überraschenderweise viel ruhiger zugeht. Sanft schlagen die Wellen der Ostsee an den bis zu 70 Meter breiten Strand an, der mit Buhnen geschützt ist. Dabei handelt es sich um Holzpfähle, die aus dem Wasser ragen und das Abtragen des Strandes verhindern sollen. Über uns kreischen Möwen auf der Jagd nach Futter. Der intensive Duft von Sonnenöl, der hier im Hochsommer vorherrscht macht sich noch nicht bemerkbar. Nur eine schwache salzige Meeresbrise weht über die vielen bunten Strandkörbe. Diese sind im späten Nachmittagslicht ein besonders beliebtes Fotomotiv. Dem Erfinder des Strandkorbes gebührt wahrlich ein Orden. Im Strandkorb ist man – wie in Mutters Schoß – geschützt gegen Wind und intensiver Sonneneinstrahlung. Außerdem bietet er ein bisschen Privatsphäre inmitten hunderter Touristen. Steht der Strandkorb auch noch in der ersten Reihe, dann kann man stundenlang die schöne Aussicht auf das Meer genießen. Nette Strandbars laden immer wieder zu einer kurzen Erholungspause ein. Was gibt es Schöneres als bei einem Glas Bier und einer Bockwurst den Tag zu genießen. Kaiserbad Ahlbeck Zurück auf der Strandpromenade erreichen wir schon bald darauf das Kaiserbad Ahlbeck. Auch in Ahlbeck finden sich zahlreiche Villen im Stile der Bäderarchitektur. Doch das unbestrittene Highlight des östlichsten Kaiserbades auf der Insel Usedom ist die historische Seebrücke. Die Seebrücke Ahlbeck wurde 1899 mit einem 280 m ins Meer reichenden Seesteg errichtet und gilt als die älteste Seebrücke Deutschlands. Das blütenweiße Brückengebäude mit seinen vier pittoresken Türmchen im Gründerzeit-Stil ist wohl das beliebteste Fotomotive der Insel Usedom. Auch zahlreiche Filmemacher fanden großen Gefallen am Wahrzeichen von Ahlbeck und nutzen die Seebrücke als Filmkulisse. So drehte der Meister des deutschen Humors Vicco von Bülow, alias »Loriot« einige Filmszenen von »Pappa ante Portas« auf der Ahlbecker Seebrücke. Für uns ist die Seebrücke von Ahlbeck der klare Sieger unseres internen Seebrücken-Rankings. Auf dem Platz vor der Seebrücke steht eine Jugendstiluhr mit verspielter Girlanden-Ornamentik, die ein Kurgast 1911 der Gemeinde stiftete. Sie ist zumindest ein Erinnerungsfoto wert. Während Künstler das Seebad Bansin aufsuchten und die Reichen und Schönen sich im Seebad Heringsdorf vergnügten, reiste das Bürgertum und die weniger Wohlhabenden nach Ahlbeck. Doch auch prominente Gäste residierten in Ahlbeck, wie der selige österreichische Kaiser Franz Joseph im Jahr 1905. Ob die örtliche Kurkapelle wohl die Kaiserhymne bei seiner Ankunft intonierte? Vermutlich schon, aber wir konnten es trotz intensiver Recherche nicht herausfinden. Macht nichts, auf zur letzten Etappe! Auf nach Swinemünde in Polen Nur drei Kilometer von der Seebrücke in Ahlbeck entfernt verläuft seit 1945 die Staatsgrenze zu Polen, die bis zum Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen durch einen Zaun mit Wachtturm abgeriegelt war. Heute erinnert nur mehr eine Markierung im Boden und ein Tor in Form einer Klammer an die jahrzehntelange unüberwindbare Grenze. Wir folgen der Strandpromenade weiter bis nach Świnoujście, wie Swinemünde auf Polnisch heißt. Auch Swinemünde kann auf eine lange Tradition als Seebad zurückblicken. Bereits im Jahre 1821 nahm die Stadt den Badebetrieb auf. Wie auch in den drei Kaiserbädern entstanden zahlreiche prachtvolle Bädervillen. Doch bei einem verheerenden amerikanischer Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs wurde das »alte« Swinemünde großteils zerstört. Tausende Menschen kamen im Bombenhagel dabei ums Leben. Darunter zahlreiche Flüchtlinge aus Ostpreußen, die vor den Russen geflüchtet waren und auf einen Weitertransport mit dem Schiff in den Westen warteten. Viele Tote konnten nicht identifiziert werden und wurden anonym in Massengräbern beerdigt. Seit dem Wiederaufbau wird Swinemünde von wenigen Bädervillen, Plattenbauten und vielen Neubauten geprägt. Swinemünde war, als wir Sommer 1827 dort einzogen, ein unschönes Nest, aber zugleich ein Ort von besonderem Reiz. Theodor Fontane Mit diesen Worten beschrieb Theodor Fontane die Stadt seiner Kindheit, wo sein Vater die Adler-Apotheke gekauft hatte. Später machte er Swinemünde zum Schauplatz seines Romans über das tragische Schicksal der »Effi Briest«, die als unglückliche Ehebrecherin in die Weltliteratur einging. Nach genau 12 km ist es geschafft! Ihr habt das Ende der Strandpromenade erreicht, wo das Wahrzeichen von Swinemünde, die Mühlenbake steht. Der in Form einer Windmühle errichtete Leuchtturm wurde 1874 erbaut und zeigt den Schiffen die Einfahrt in die Swine an. Wer nach dieser Wanderung oder Radtour noch Lust und Laune hat, könnte noch einen Abstecher zu zwei sehenswerten preußischen Festungsanlagen an der Swine unternehmen. Die Festung »Engelsburg«, die ihren Namen von der Ähnlichkeit mit der Papstburg in Rom hat und das Fort »Redoute« mit seinen Wassergräben, Wällen und Kasematten. Beide Befestigunganlagen hatten die Aufgabe die Zufahrt zur Ostsee zu sichern. HinweisFür den Rückweg empfiehlt sich für alle Wanderer die Bahn von Swinemünde zum jeweiligen Ausgangspunkt zurückzunehmen. Die Wanderung kann übrigens von jedem beliebigen Kaiserbad begonnen werden. Gemütlich, aber überlaufen ist der Teilabschnitt Bansin – Heringsdorf – Ahlbeck. Sportlich, aber ein wenig ruhiger, ist die Etappe Ahlbeck – Swinemünde. NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch zu einer Wanderung oder Radtour entlang der 12 km langen Strandpromenade, welche die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck mit dem polnischen Swinemünde verbindet, inspirieren konnten. Noch mehr Fotos von der Insel Usedom findet Ihr im Fotoalbum unter: WANDERN USEDOM – DIE KAISERBÄDER BANSIN, HERINGSDORF, AHLBECK UND SWINEMÜNDE [...]
Ob Naumburger Dom oder ein Spaziergang an der Saale – Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch das malerischen Naumburg, sowie zwei Ausflugtipps in die nähere Umgebung. Ein bisschen Geschichte … Die Stadt Naumburg blickt auf eine mehr als 1.000-jährige Geschichte zurück, deren Namen auf die neu errichtete Burg »Nuwenburg« der Markgrafen von Meißen zurückgeht. Bereits 1028 wurde Naumburg Bischofssitz und der Bau eines Doms begonnen. Durch die Verleihung des Marktrechts fünf Jahre später und der Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, entwickelte sich Naumburg schon bald zu einem wichtigen Handelsplatz. Vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen heute noch viele Bürgerhäuser rund um den Marktplatz. Kurioses Detail: Sowohl der Bereich rund um den Dom als auch die Händler- und Bürgerstadt waren über mehrere Jahrhunderte jeweils von einer eigenen Stadtmauer umgeben. Naumburger Dom Unseren Spaziergang durch Naumburg beginnen wir beim bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Schon von weitem sind die vier mächtigen Türme des Naumburger Doms zu sehen. Der Naumburger Dom, dessen Baugeschichte bis in das Jahr 1028 zurückreicht, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Meisterwerk spätromanischer und frühgotischer Architekturgeschichte solltet ihr bei einem Besuch in Naumburg auf keinen Fall versäumen. Die Geschichte des Doms ist eng mit dem Namen »Uta« verbunden. Uta ist eine der zwölf lebensgroßen Stifterfiguren im Naumburger Dom, die um 1250 von einem unbekannten Bildhauer geschaffen wurden und deren Besonderheit in ihrer detailverliebten Darstellung liegt. Der Schriftsteller Umberto Ecco bezeichnete Uta in seiner »Geschichte der Schönheit«“ als die »schönste Frau des Mittelalters« und träumte von einem romantischen Abend mit ihr. Anmutig, vornehm und selbstbewusst, steht die kühle Schönheit im Westchor des Doms und lässt sich von den zahlreichen Besuchern des Gotteshauses bewundern. »Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?« Dies fragt einst die böse Königin im Walt Disney Zeichentrickfilmklassiker »Schneewittchen und die sieben Zwerge« ihren Spiegel. Und was hat die Widersacherin von Schneewittchen mit Uta zu tun? Wenn ihr Euch das Gesicht von Uta genau anseht werdet ihr bemerken, dass sie der bösen Königin ihr Gesicht lieh. West- und Ostchor sind durch zwei mittelalterliche Lettner vom Kirchenschiff getrennt. Besonders beeindruckend ist der Westlettner mit acht farbigen Reliefs, welche die Leidensgeschichte Christi darstellen. Im Ostchor befindet sich der Hauptaltar und ein unscheinbares Kapitell mit zwei schachspielenden Affen. Der Legende nach stritten zwei Domherren, ob Martin Luthers Lehren auch im Naumburger Dom Einzug halten werden. Worauf der eine Geistliche meinte, dass eher seine beiden Äffchen daheim das Schachspiel erlernen würden. Was für ein gewaltiger Irrtum! 1542 fanden Luthers Lehren ihren Weg auch nach Naumburg und die Äffchen wurden in Stein gehauen im Dom verewigt. Zum Abschluss der Besichtigung des Naumburger Doms empfehlen wir Euch auch den Kreuzgang des Gotteshauses zu besichtigen, der zum Domschatzgewölbe führt. Die Bürgerstadt von Naumburg Wir verlassen nun das UNESCO-Weltkulturerbe und spazieren durch die Herrengasse Richtung Marktplatz, der von Häusern aus der Zeit der Renaissance und des Barocks gesäumt wird. Sie alle wurden nach dem großen Stadtbrand von 1517 errichtet. Nehmt Euch Zeit und bewundert die vielen kleinen Details, die ihr bei genauem Hinsehen entdecken könnt. So weist ein Wappenstein mit einem Lorbeerbaum am Erker einer Apotheke auf den Namen des ehemaligen Apothekers hin. Oder werft einen Blick auf das Stadtmuseum »Hohe Lilie« mit seinem spätgotischen Staffelgiebel. Sicherlich werden Euch auch die mehrgeschossigen Dachaufbauten aufgefallen sein, die im Mittelalter den Kaufleuten als Warenlager dienten. Sie erinnern an jene Zeit, als Naumburg eine wichtige Handelsmetropole an der Handelsstraße Via Regia war, die West- und Osteuropa verband. Charakteristisch für Naumburg sind auch die übergroßen Zwerchgiebel, die mehrere Bürgerhäuser und das Rathaus zieren. Dominiert wird der Marktplatz von der spätgotischen Wenzelskirche, deren Turm nicht nur als Glockenturm, sondern auch als Wachturm diente. Hier versah der »Hausmann«, wie der Türmer in Naumburg genannt wurde, seinen Dienst. Der Türmer sollte Alarm schlagen, wenn sich Feinde der Stadt näherten oder Häuser in Flammen standen. Doch oft wurden Brände nicht rechtzeitig bemerkt, weil der Türmer seinen Rausch vom Vortag ausschlief. Was mit jenem Türmer geschah, der den großen Stadtbrand von 1517 nicht rechtzeitig meldete, der ganz Naumburg in Schutt und Asche legte, darüber schweigt die Stadtchronik. Hauptattraktion der Wenzelskirche ist die prachtvolle Hildebrandt-Orgel, die elegant unter der Kirchendecke thront. Sie gilt heute als die einzige erhaltene Orgel, die Johann Sebastian Bach maßgeblich mitkonzipierte und persönlich einweihte. Ein wenig versteckt hinter der Wenzelskirche führt ein Torbogen in die enge Jüdengasse, wo sich im Mittelalter das jüdische Viertel von Naumburg befand. Viele Juden übten zur damaligen Zeit die Tätigkeit als Geldverleiher aus. Als sich jedoch die Stadträte, über die angeblich hohen Wucherzinsen der jüdischen Geldverleiher und deren rücksichtslose Eintreibung beschwert hatten, wurde die jüdische Bevölkerung 1494 aus Naumburg ausgewiesen. Wir gehen weiter durch die Jakobsstraße zum Holzmarkt, wo uns ein besonders schöner Renaissancebau mit einem Erker ins Auge fällt. Hier befand sich einst der Gasthof »Zum Güldenen Harnisch«. Zu den berühmtesten Gästen des Hauses zählte Frankreichs Kaiser Napoleon und der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Napoleon war unterwegs zur nächsten Schlacht, Goethe hingegen traf eine Muse zum Tête-à-tête. Doch das ist geschichtlich nicht belegt und geht auf die Phantasie des Autors dieses Beitrages zurück. Der Holzmarkt diente einst als Holzstapel- und Trockenplatz des auf der Saale geflößten Holzes aus Thüringen. Wenn Ihr über den Platz schlendert, entdeckt ihr gleich das Denkmal für Friedrich Nietzsche, der auf einen Stuhl mit einem Buch sitzt und zu einem Mädchen blickt. Hat der Philosoph mit dem Riesen-Schnauzbart das Mädchen mit der Aussage »Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes« gerade geschockt? Oder zitierte er aus seinem Werk »Also sprach Zarathustra« den Satz »Wenn Du zu Frauen gehst, vergiss die Peitsche nicht!«? Man weiß es nicht. Bekannt ist jedoch, dass der Philosoph nicht nur seine Kindheit in Naumburg, sondern auch einen Großteil seiner letzten Lebensjahre verbrachte. Das Haus seiner Mutter mit der Adresse »Im Weingarten 18« ist nur ein paar Gehminuten vom Holzmarkt entfernt. Ab seinem 45. Lebensjahr litt Nietzsche unter einer schweren psychischen Krankheit., die ihn zum Pflegefall machte. Seine Mutter holte ihn nach Naumburg, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1897 für den Schwerkranken sorgte. Danach kam er in die Obhut seiner Schwester in Weimar, wo er am 25. August 1900, im Alter von 55 Jahren, starb. Das nächste Ziel unseres Stadtspaziergangs durch Naumburg ist das Marientor, dem einzigen heute noch erhaltenen Stadttor der Stadtbefestigung. Die Ursprünge von Turm und Torhaus gehen bis in das 14. Jhdt zurück. Die Räumlichkeiten des Marientors, die über Jahrhunderte als Wohnung des Torwächters und als Gefängnis dienten, sowie den Wehrgang könnt Ihr gegen einen kleinen Obolus besichtigen. Gleich gegenüber vom Marientor befindet sich das Depot der »Wilden Zicke«. So wird die Naumburger Straßenbahn im Volksmund liebevoll genannt, die seit 1892 ihre Runden um die Altstadt dreht. Das auf der Strecke eingesetzte Wagenmaterial wurde ausnahmslos zu DDR-Zeiten gebaut. Schon von weitem ist die »Wilde Zicke« mit ihrem markanten Elektromotorengeräusch und dem Klingeln bei der Abfahrt zu hören. Eine Fahrt lohnt sich auf alle Fälle, nicht nur für Ostalgie-Fans. Ausflugtipps rund um Naumburg Ausflugtipp 1: Ein Weinspaziergang an der Saale Naumburg liegt in der Weinregion »Saale-Unstrut«, die als die nördlichste und kleinste Weinbauregion Deutschlands gilt und wo seit mehr als 1.000 Jahren Wein angebaut wird. Dieser Umstand lädt doch förmlich zu einer kurzen Weinwanderung ein, oder? Idealer Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur. Der Geburtsort des Deutschen Sekts liegt rund 3 km vom Zentrum entfernt, direkt an der Saale. Gegründet wurde die Manufaktur im Jahr 1824. Das noch heute bestehende Fabriksgebäude stammte übrigens aus 1856. Ein kleiner Gastgarten mit schattigen Bäumen lädt zum Verkosten der Sekte und Weine ein. Wir folgen nun dem Blütengrund-Rundweg, der gemütlich entlang der Saale und später durch die Weinberge verläuft. Vorbei an Weinbergen und Gartenlauben erreicht ihr nach knapp zwei Kilometern den Zusammenfluss von Saale und Unstrut, einem ausgesprochen romantischen Plätzchen, welches zum Verweilen einlädt. Entlang des Weges werdet ihr immer wieder über »Straußwirtschaften« stolpern. Was in Österreich Buschenschank bezeichnet wird, heißt in der »Saale-Unstrut-Weinregion« Straußwirtschaft. Hier schenken Winzer und Weinbauern zu bestimmten Zeiten ihren eigenen Wein aus und bieten kleine Speisen an. Eine geöffnete Straußwirtschaft erkennt ihr an einem ausgesteckten Zweig, Buschen, Besen oder Kranz. Als Verehrer des Grünen Veltliners oder des Wiener Gemischten Satzes konnten wir uns mit den hier gekelterten Weinen nicht so richtig anfreunden. Doch bekanntlich sind Geschmäcker verschieden. Etwa 600 Meter vom Zusammenfluss von Saale und Unstrut entfernt, spaziert ihr am barocken »Steinernen Bilderbuch« vorbei. Dieses außergewöhnliche Bildrelief ließ der Hofjuwelier Johann Christian Steinauer anlässlich des zehnjährigen Thronjubiläums von Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels in den Sandstein seines Weinbergs meißeln. Das 150 Meter lange Relief mit zwölf Bildern zeigt biblische Szenen zum Thema Weinbau, wie beispielweise die Hochzeit zu Kanaa, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte. Nur einen Katzensprung vom »Steinernen Bilderbuch« entfernt, erwarb im Jahre 1903 der berühmte Grafiker, Maler und Bildhauer Max Klinger einen Weinberg samt Winzerhäuschen, das er zu einem hübschen Landhaus ausbauen ließ. Hier konnte er sich zwischen den Reben vom hektischen Leipziger Großstadtleben erholen und sich mit seinen Musen vergnügen. Nach seinem Tod im Jahre 1920 fand Max Klinger am Weinberg seine letzte Ruhestätte. Sein Grab ziert die Skulptur »Der Athlet«, die Klinger noch selbst entworfen hatte. Landhaus und Grab könnt ihr besichtigen. Es zahlt sich aus, den Weinberg zu besteigen, denn von hier habt ihr einen wunderschönen Blick auf die Silhouette von Naumburg. Und ein kleines Café gibt es zur Stärkung hier auch. Nun habt ihr die Möglichkeit dem Blütengrund-Rundweg durch die Weinberge weiter zu folgen oder ihr spaziert den gleichen Weg wie vorhin zurück. Wir haben uns für den Hinweg entschlossen. Ausflugtipp 2: Freyburg – Elisabeth, der dicke Wilhelm und Rotkäppchen Ein weiterer Ausflugtipp ist das kleine Städtchen Freyburg, rund 10 km von Naumburg entfernt und leicht mit dem Rad entlang des Unstrut-Radweges zu erreichen. Zu sehen gibt es einiges. Da wäre beispielsweise die Stadtpfarrkirche Sankt Marien, die gerne als die kleine Schwester des Naumburger Doms tituliert wird. Die spätromanische Basilika wurde im Auftrag des Thüringer Landgrafen Ludwig IV und seiner Gattin, der Heiligen Elisabeth errichtet, die durch ihren aufopfernden Einsatz für Arme und Kranke als Sinnbild tätiger Nächstenliebe verehrt wird. Hoch über Freyburg wacht die Neuenburg über der Stadt, die um 1090 vom Thüringer Grafen Ludwig dem Springer errichtet wurde. Seinen Beinamen erhielt Ludwig der Sage nach, durch den waghalsigen Sprung aus einem Burgturm in die Saale, nachdem er wegen eines Mordes an einem Rivalen zum Tode verurteilt worden war. Ludwig gründete nicht nur die Neuenburg, sondern auch die viel bekanntere Wartburg. Mit der Neuenburg sind auch viele berühmte Namen verbunden. So lebte die hl Elisabeth von Thüringen zeitweise in ihren Mauern. Auch Kaiser Friedrich Barbarossa war zu Gast. Die Legende weiß zu berichten, dass er seit Jahrhunderten in einer Höhle des Kyffhäuserbergs – rund 80 km von Freyburg entfernt – an einem Steintisch sitzend schläft, während sein roter Bart um den Tisch wächst. Wenn jedoch der Bart dreimal den Tisch umkreist hat, wird er seine Höhle verlassen um in seinem Reich wieder Ordnung zu schaffen. Architektonische Kleinod der Burg ist die doppelgeschossige Kapelle, deren Räume mit einer kleinen Fußbodenöffnung verbunden sind. Während die obere Kapelle prachtvoll ausgestattet und ausschließlich der adeligen Familie vorbehalten war, musste das einfache Volk der liturgischen Zeremonie im Untergeschoss beiwohnen. Überragt wird die Neuenburg vom »Dicken Wilhelm«, dem rund 20 Meter hohen Bergfried, der in der Mitte des 12. Jhdt errichtet wurde und als Wohnturm diente. »Frisch, fromm, fröhlich und frei« war der Wahlspruch von »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn, der seinen Lebensabend bis zu seinem Tod 1852 in Freyburg verbrachte. Mit Reck und Barren wollte er die deutsche Jugend auf den Widerstand und den Kampf gegen die napoleonische Besatzung vorbereiten. Seine letzte Ruhestätte fand Jahn im Ehrenhof seines Wohnhauses, welches heute das kleine Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum beherbergt. Nach so viel Kultur habt ihr Euch wahrlich eine Erfrischung verdient. Wie wäre es mit einem kleinen Glas Sekt in der Rotkäppchen Sektkellerei? Diese wurde 1856 als »Ersten Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft« gegründet. Namensgeber der Sektkellerei ist nicht das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm, sondern die rote Kapsel der Freyburger Sekte. Wer Lust und Laune hat kann an einer Führung durch die Sektkellerei teilnehmen und sich anschließend im Shop mit Sekt, Fruchtsecco oder sonstigen Mitbringseln eindecken. NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Stadtspaziergang durch Naumburg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos aus Naumburg und seine Umgebung findet Ihr im Fotoalbum unter: NAUMBURG UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN [...]

Radtouren & Radwege in Österreich

Erkunde Österreich per Rad! Von entspannten Touren am Donauradweg über den romantischen Kamptal-Radweg und Polt-Radweg im Weinviertel bis zu kulturellen Entdeckungsfahrten – unsere Radrouten bieten für jeden Geschmack das Richtige.

Der 59 km lange Ybbstalradweg zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz am See verläuft zum Großteil auf der ehemaligen Bahntrasse der Ybbstalbahn und zählt zu den landschaftlich reizvollsten Bahnradwegen Niederösterreichs. Der Ybbstalradweg – In welche Richtung? Nachdem wir das Höhenprofil der Strecke genauestens studiert haben, kann es nur ein Richtung unserer Tour geben: von Lunz am See (610 m) nach Waidhofen an der Ybbs (350 m). Schließlich wollen wir die Schwerkraft auf unserer Seite haben und die ganze Zeit gemütlich bergab rollen! Warum auf manchen Portalen ausgerechnet die umgekehrte Fahrtrichtung empfohlen wird, bleibt ein Rätsel. Vielleicht haben die Poster eine geheime Vorliebe für Schweißperlen auf der Stirn und Sonnencreme in den Augen. TIPP: Radtramper-Bus YbbstalradwegDie Buslinie 656 verkehrt zwischen 01.05.2025 bis 26.10.2025 an Samstagen, Sonn- und Feiertagen (Abfahrt Waidhofen: 8:45, 11:45, 15:45 Uhr) sowie Juli und August täglich zwischen dem Bahnhof Waidhofen/Ybbs und makabererweise bis zum Friedhof Lunz am See. Es gibt jeweils drei Abfahrtszeiten an den Betriebstagen. Ausführliche Informationen zu den Abfahrtszeiten findet Ihr hier: Radtramper-Bus Informationen. Zuerst ein Abstecher zum Lunzer See Nachdem wir mit dem Radtramper-Bus die malerische Ortschaft Lunz am See nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreicht haben, steht ein kurzer Abstecher zum berühmten Lunzer See auf dem Programm. Obwohl Lunz am See als der Kältepol Österreichs gilt, ist davon an diesem Tag nicht viel zu spüren. Das Thermometer zeigt rasant steigende Temperaturen und klettert mutig an die 30-Grad-Marke. Eine erfrischende Abkühlung im glitzernden Wasser des Sees würde da gerade recht kommen. Eingebettet zwischen Bergen liegt der smaragdgrün schimmernde Lunzer See. Am See herrscht bereits Hochbetrieb. Zahlreiche Badegäste lassen im Seebad »die Seele baumeln«. Bei den Bootsverleihern klingelt die Kasse pausenlos. Das kristallklare Wasser ist verlockend, doch wir werden des Teufels Versuchung widerstehen, bewundern nur die wunderschöne Bergkulisse und schwingen uns wieder aufs Rad. Lunz am See – Das Amonhaus Zurück in Lunz unternehmen wir eine minimalistische Dorfbesichtigung. Berühmtestes Wahrzeichen des Ortes ist das Amonhaus, dessen Fassade reich mit Sgraffiti verziert ist. Im Jahr 1551 errichtet, gilt es als eines der schönsten Renaissancebauten Österreichs. Der Name des Hauses geht auf den Hammerherrn Johann Franz von Amon zurück. Über Jahrhunderte hinweg bestimmten die mächtigen Hammerherren, auch als »Schwarze Grafen« bekannt, das Schicksal des Ortes. Durch ihre Eisenverarbeitung und den Eisenhandel erlangten sie großen Wohlstand. Doch nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung prägte den Ort, auch ein besonderer Gast sorgte für Aufsehen. Die Chronik des Hauses erzählt von keinem Geringeren als dem »guten Kaiser Franz I«, der auf seiner Durchreise gleich zweimal im Amonhaus übernachtete. Ybbstalradweg – Vorbei am Bahnhof Lunz am See Gerade als wir beim Bahnhof Lunz vorbeiradlen, hören wir in der Ferne das Pfeifen einer alten Diesellok. Wir legen einen kurzen Fotohalt ein und bewunderen die ruckelnde und zuckelnde Schmalspurbahn bei der Einfahrt in den Bahnhof von Lunz. Der Ybbstalradweg wurde auf der ehemaligen Trasse der im Jahr 2010 eingestellten Ybbstalbahn errichtet. Nur die Bergstrecke zwischen Kienberg-Gaming, Lunz und Göstling blieb als Museumsbahn erhalten. Am Wochenende kann man hier eine Fahrt mit dem „Ötscherland-Express“, der von einer über 100 Jahre alten Dampflok oder eben einer 80-jährigen Diesellok gezogen wird, unternehmen. Töpperbrücke Nun geht es aber wirklich weiter Richtung Göstling. Kurz nach Lunz radeln wir an der eleganten Töpperbrücke vorbei, die mit mächtigen gusseisernen Heiligenstatuen verziert ist. Errichtet wurde dieses Kleinod vom Hammerherrn Andreas Töpper, einem der größten Privatunternehmer in der Donaumonarchie. Dieser visionäre Unternehmer und Industrielle war bekannt für seine Eisenwalzwerke in Scheibbs und Lunz am See, die bis zu 800 Arbeiter beschäftigten. Göstling an der Ybbs Nach rund 11 km erreichen wir Göstling an der Ybbs. Auch Göstling war jahrhundertelang von der Eisenverarbeitung geprägt. Davon zeugen noch heute stattliche Herrenhäuser. Besonders sehenswert sind der Pfarrhof und das „Pfarrstöckl“ bei der Kirche mit wunderschönen Sgraffitomalerein aus der Renaissance. Kurios mutet bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ein Riesenschneemann an. Beharrlich trotzt er den hohen Temperaturen und erinnert an den Weltrekord im Schneemannbauen mit 3.580 Schneemännern, aufgestellt im Winter 2011. Ybbstalradweg – Von Götling nach Hollenstein Den nächsten Zwischenstopp planen wir im 17 km entfernten Hollenstein. Der Ybbstalradweg führt durch eine beeindruckende Berglandschaft. Bewaldete Berge begrenzen das meist breite Ybbstal. Nur an wenigen Stellen wird das Tal enger. Aus der Ferne grüßt der Ötscher. Die Landschaft ändert sich hinter jeder Kurve. Auf steil aufragende Felsen folgen Wiesen und Obstbäume. Alte Kilometersteine entlang des Radwegs errinnern an die längst vergangenen Zeiten der Ybbstalbahn. Sand- und Steinbänke in der Ybbs werden von den Einheimischen als Badeplätze genutzt. Zwischen den Ortschaften Göstling und Hollenstein begegnen wir einem faszinierenden architektonischen Meisterwerk. Wie ein gigantischer Regenwurm, dessen Hinterteil neugierig aus der Oberfläche hervorschaut, erstreckt sich eine imposante Rohrleitung über die Ybbs. Dieses eindrucksvolle Bauwerk ist der Ybbsdüker, der in den 1920er Jahren erbaut wurde, um das Kraftwerk Opponitz mit dem dringend benötigten Wasser zu versorgen. Während unserer Fahrt entlang des Ybbstalradwegs Richtung Hollenstein passieren wir auch die »Pfandlbrücke«, an der ein besonderes Marterl unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es erinnert an einen tragischen Vorfall, der sich vor vielen Jahren an dieser Stelle ereignete. Am 2. Februar 1923, während eines verheerenden Hochwassers, brach die damalige Brücke zusammen und riss sechs Menschen in den Tod. Hollenstein Die auf einem Hügel thronende mächtige Pfarrkirche von Hollenstein ist schon von weitem sichtbar. Wir machen einen kurzen Abstecher in den Ort, wo die Zeit ein wenig stehen geblieben ist. Wie Lunz oder Göstling war auch Hollenstein jahrhundertelang von der Eisenverarbeitung geprägt. Nachdem jedoch die Blütezeit der Eisenindustrie Mitte des 19. Jhdt zu Ende ging, setzten die Hollensteiner auf Holz und errichteten Sägewerke und eine Papierfabrik. Sehenswert sind neben der Pfarrkirche auch das spätbarocke »Steinhaus« am Dorfplatz, sowie der Kalvarienberg mit einer barocken Kapelle. Ursprünglich hätte – einer Sage nach – die Hollensteiner Pfarrkirche am Kalvarienberg erbaut werden sollen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Ein Zimmermann verletzte sich beim Holzsägen an der Hand und sein Blut färbte die umherliegenden Holzspäne tiefrot. Plötzlich erschien eine weiße Taube und nahm einen dieser blutgetränkten Späne auf, um damit auf den gegenüberliegenden Hügel zu fliegen. Dieses unerklärliche Ereignis deutete man als ein göttliches Zeichen und errichtete die Pfarrkirche an der neuen Stelle. Zurück am Ybbstalradweg. Rund 26 km sind es noch bis Waidhofen an der Ybbs. Flott geht es weiter Richtung Opponitz, wo der Radweg durch einen 87 m langen Tunnel führt. Hinter Opponitz wird das Ybbstal allmählich enger, bevor es beim »Ofenloch« zur Schlucht wird. Es ist vielleicht der spektakulärste Streckenabschnitt des Radweges. Aufwändige Hangsicherungen, wie Stützmauern und Fangnetze schützen die Benutzer des Radweges vor herabfallenden Steinen. Das Ybbstal wird wieder weiter. Waidhofen an der Ybbs – Stadt der Türme Nach rund 56 km erreichen wir Waidhofen an der Ybbs. Barocke Kirchtürme und mittelalterliche Wehrtürme prägen die Silhouette der Stadt. Wir bummeln ein wenig durch die Innenstadt und bewundere die zahlreichen Häuser, die noch aus der Zeit des Mittelalters stammen. Wahrzeichen der Stadt ist der mächtige Stadtturm am Oberen Stadtplatz. Eine Mär berichtet, dass der Turm als Zeichen des Sieges über die Türken, die 1529 hier ihr Unwesen trieben, errichtet wurde. Eine der vier Turmuhren zeigt stets dreiviertel Zwölf an und soll an die Vertreibung des letzten Türken aus der Stadt erinnern. Der Spruch »Eisen und Stahl ernähren die Stadt« am mittelalterlichen Ybbsturm stammte noch aus der Zeit als Waidhofen neben Steyr das wichtigste Zentrum der Eisenverarbeitung war. Auffallend ist der von Franz Hollein gestaltete Glasaufsatz am Bergfried des Rothschildschlosses. Heute befindet sich das Schloss im Besitz der Stadt und beherbergt ein Museum über die Stadtgeschichte. Vom Rothschildschloss sind es dann noch knappe zwei Kilometer bis zum Bahnhof, von Waidhofen. Der Ybbstalradweg – Fazit Der Ybbstalradweg bietet ein bisschen von allem: Liebevoll gepflegte Dörfer mit historischer Bausubstanz, eine spektakuläre Bergkulisse, den Lunzer See und die Ybbs zum Baden und genug Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke zur Stärkung. Es ist eine schöne und gemütliche Radtour durch das Ybbstal, die stets leicht bergab führt und angenehm zu befahren ist. Auffallend waren die zahlreichen Radler, die am heutigen Tag, trotz der hohen Temperaturen, unterwegs waren. Wir haben den Ybbstalradweg erstmals kurz nach der Eröffnung im Jahr 2017 befahren. Mittlerweile gab es kleinere Streckenanpassungen. Aus nostalgischen Gründen haben wir die seinerzeitige Route gewählt. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour am Ybbstalweg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: AM YBBSTALRADWEG – VON LUNZ NACH WAIDOFEN Streckenplan Ybbstalradweg Version 2017- GPS-Daten Tourdaten Radweg-Symbol: Grünes Schild mit Aufschrift Ybbstalradweg Schwierigkeit: leicht Strecke: ca 59 km   Highlights der Strecke: Lunz am See Göstling an der Ybbs Hollenstein Waidhofen an der Ybbs Die Streckenführung Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Eine zusätzliche Radkarte ist mE nicht notwendig. TIPP:Ein weiterer beliebter Radweg im Mostviertel ist der Pielachtalradweg. [...]
Der Traisental-Radweg zählt zu den beliebtesten Rad-Pilgerwegen nach Mariazell. Am besten fährt man mit der Mariazellerbahn in den Wallfahrtsort und dann mit dem Rad – meist leicht bergab – über Lilienfeld zurück nach St Pölten.   Mit der Mariazellerbahn in den Wallfahrtsort Mariazell Jetzt habe ich mir schon wieder einen heißen Tag für eine Radtour ausgesucht. Auch heute waren 38 Grad angesagt. Trotzdem wollte ich mich auf den Spuren der Pilger bewegen. Mein Ziel war Mariazell. Nachdem ich das Höhenprofil des Traisental-Radwegs studiert hatte, war auch die Richtung sofort klar. Ich beschloss mit der Mariazellerbahn nach Mariazell zu fahren und von dort zurück nach St Pölten. Mit Ausnahme zweier Steigungen geht der Traisental-Radweg zwischen Mariazell und St Pölten permanent bergab – von rund 900 auf 270 Höhenmeter. Und ich denke es war eine weise Entscheidung. Mit dem Auto begebe ich mich zuerst nach St Pölten. Dort bestieg ich die Himmelstreppe aufwärts zum Wallfahrtsort Mariazell, der auf knapp 900 Meter Höhe liegt. Weniger poetisch ausgedrückt: Ich überwand keine tausenden Stufen, sondern fuhr mit der Mariazellerbahn gemütliche zweieinhalb Stunden zum Ausgangspunkt dieser Radtour. Seit Herbst 2013 setzt die Mariazellerbahn moderne Niederflurtriebwagen („Himmelstreppe“) auf dieser Strecke ein, die sich als ausgesprochen bequem und klimatisiert – was bei den heutigen Temperaturen sicher kein Fehler war – präsentieren. Auch die Mitnahme eines Fahrrades funktioniert problemlos. Die Fahrscheine für den Zug kann man entweder online oder erst beim Schaffner im Zug kaufen. Ich war ja schon überrascht beim Einsteigen des Zuges. Selten habe ich so freundliches und hilfreiches Zugpersonal erlebt. Überraschenderweise verging die Zeit wie im Flug, trotz zweier unfreiwilliger Halts wegen Stromausfalls mitten auf der Strecke. Mariazell, Ziel vieler Pilgerwege und Pilgerreisen in Österreich Als ich Mariazell aus dem Zug stieg, fühlte ich mich ein wenig wie Gary Cooper. Es war „12 Uhr Mittags“. Statt Grace Kelly und einem Revolverduell gab es die obligate Mittagssirene. Bereits am Bahnhof beginnt die vorbildliche Beschilderung des Traisentalradweges. Das Ortszentrum und die berühmte Wallfahrtskirche liegen rund eineinhalb Kilometer vom Bahnhof entfernt. Am Hauptplatz von Mariazell herrschte ein ziemliches Remasuri, oder ein großes Remmidemmi, wie unsere nördlichen Nachbarn sagen würden. Insbesondere die Devotionalienhändler hatten Hochbetrieb. Hier bekommt man einfach alles: Beginnend von Heiligenfiguren, Kerzen und Kreuzen bis zum berühmten Magenbitter. Soviel Kitsch auf engsten Raum sieht man selten. Vielleicht noch in Fatima. Dort gibt es sogar Supermärkte für Devotionalien. Und inmitten des Geschehens thront die beeindruckende Wallfahrtskirche. Einen kurzen Besuch des Gotteshauses sollte man schon einplanen. Soviel Zeit muss sein. Gottes Segen kann ja nicht schaden, insbesondere auf den steilen Bergabfahrten. Unter dem Motto: „Lieber Gott, mach, dass meine Bremsen nicht versagen!“ Bergab am Traisentalradweg zur Wuchtelwirtin beim Hubertussee Hubertussee Denn gleich auf den ersten drei Kilometern geht es in steilen Serpentinen abwärts Richtung Hubertussee. Hier erreichte ich auch gleich einmal die Höchstgeschwindigkeit des heutigen Tages. Und die Bremsen haben Gott sei Dank funktioniert. Auf einer wenig befahrenen Landstraßen gelangt man anschließen zum Hubertussee. Kurz davor habe ich sogar den seligen Kaiser Franz Joseph auf der Pirsch getroffen. Ich winkte ihm huldvoll zu. Ob es ihm gefreut hat mich zu sehen, weiß ich nicht. Auf alle Fälle setze ich meinen Weg durch das landschaftlich reizvolle Tal fort. Traisentalradweg – Hubertussee Badehalt am Hubertussee? Ein kleines Päuschen bei der berühmten Wuchtelwirtin? Ich konnte des Teufels Versuchungen widerstehen. Aber es ist mir schwergefallen. Besonders eine frische Buchtel hätte mich gereizt. Und dazu einen Melange oder Häferlkaffee. Der längste Anstieg am Traisentalradweg – Hinauf zum Gscheid Pass Kurz nach der Wuchtelwirtin begann der lange Aufstieg zum Gscheid Pass auf 970 Meter Seehöhe. Bei diesen Temperaturen war das bergauf Radeln kein Honigschlecken. Frei nach Hamlet: „Quälen oder Schieben, das war hier die Frage“. Ich entschied mich mein Rad ein Stück zu schieben. Aber irgendwann ist jedes Ungemach überwunden und ab dann geht es tatsächlich nur mehr bergab. Es war ein wahrer Höllenritt. Die Kurven sind recht eng und man muss höllisch aufpassen, damit einem kein Fahrfehler passiert. Dummerweise kommen mir bei diesen steilen Abfahrten immer wieder ein Gedanke- was ist, wenn meine Bremsen plötzlich versagen? Gut ist´s gangen, nix ist g`schehen. Und dann ging es nur mehr bergab bis zum Stift Lilienfeld Vom Gscheid Pass bis nach Kernhof geht es gleich einmal 300 Höhenmeter hinunter auf vier Kilometer. Der steile Anstieg war sofort wieder vergessen. In Kernhof besteht die Möglichkeit ein Kameltheater zu besuchen, wo Kamele als Darsteller von einfachen Theaterstücken fungieren. Das Theater ließ ich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und setzte meinen Weg Richtung Stift Lilienfeld fort. Auf den nächsten 26 Kilometern führt der Radweg auf idyllischen Uferwegen und entlang der Traisentalbahn über die Ortschaften St Aegyd am Neuwalde, Hohenberg und Freiland nach Lilienfeld. Das leichte Gefälle dieser Etappe mit rund 200 Höhenmetern läßt meinen Drahtesel beinahe von alleine laufen. Es hat so richtig Spass gemacht kräftig in die Pedale zu treten und Geschwindigkeit zu machen. Stif Lilienfeld am Traisentalradweg Schon von weitem kann man das Stift Lilienfeld erkennen. Es handelt ich dabei um das größte mittelalterliche Kloster Österreichs mit einem wunderschönen Zisterzienserkreuzgang. Gegründet wurde es 1202 vom Babenbergerherzog Leopold VI, dem Glorreichen. Falls es die Zeit zulässt, sollte man die Klosteranlage unbedingt besuchen. Es zahlt sich aus. Die letzte Etappe von Lilienfeld nach St Pölten Von Lilienfeld sind es noch rund 25 km nach St Pölten, dem Ausgangspunkt meiner Radtour. Der Radweg führt auf asphaltierten Uferwegen und ruhigen Nebenstraßen über Wilhelmsburg direkt in das Regierungsviertel von St Pölten. St. Pölten das Ende unseres Traisentalradweges Nach rund 89 Kilometern, vier Stunden reiner Fahrzeit und rund zwei Stunden Pausen ist es vollbracht. Der Ausgangspunkt beim Bahnhof ist wieder erreicht. Es war eine schöne Tour. Landschaftlich war für mich persönlich der erste Teil der Tour (bis nach St Aegyd am Neuwalde) am schönsten. Und es klingt komisch, aber trotz der Hitze war die Radtour gar nicht so anstrengend, mit Ausnahme der beiden Steigungen. Die Radtour ist auch für weniger durchtrainierte Radfahrer an einem Tag zu schaffen. Man muss halt früher von Mariazell starten, damit der Gemütlichkeitsfaktor erhalten bleibt. Und es gibt entlang der Strecke zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Mit kleinen Kindern ist die Tour nicht zu empfehelen, da es mehrere steile Abfahrten gibt. Ich bin mir ziemlich sicher, aber die Tour mache ich sicherlich noch einmal. Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Grünes Schild „Traisentalradweg“, Radweg Nr 4 Schwierigkeit: mittel, nur zwei steilere Anstiege Strecke: ca 89 km   Highlights der Strecke: Fahrt mit der Mariazellerbahn Wallfahrstkirche Mariazell Stift Lilienfeld Altstadt von St Pölten Der Weg ist perfekt  ausgeschildert. [...]

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REISEerinnerung ist kein typischer Reiseblog – es ist ein kulturell und historisch angereichertes Erlebnisjournal für Entdecker:innen, die Österreich und Europa mit Tiefgang erkunden wollen. Besonders für Genussradler, Wanderfreunde und kulturinteressierte Städtereisende ist der Blog eine wahre Fundgrube. Die persönlichen Berichte und liebevoll aufbereiteten Reisetipps machen ihn besonders attraktiv.