Wandertouren in Wien

Hier findest Du zahlreiche Wandertouren im Wiener Stadtgebiet. Alle Wandertouren-Vorschläge enthalten ausführliche Streckenbeschreibungen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke und die gps-Daten.

Beliebte Wanderungen in Wien


Alle Wanderungen in Wien

  • DURCH DEN WIENER PRATER AM STADTWANDERWEG 9

    Der Stadtwanderweg 9 führt durch den Wiener Prater und verbindet dabei weitläufige Auenlandschaften mit der pulsierenden Vergnügungswelt des Wurstelpraters. Startpunkt Wiener Praterstern Bahnhof Praterstern Die durchwegs flache und familienfreundliche Wanderung durch das Naherholungsgebiet Prater beginnt und endet am Praterstern, der gut mit U-Bahn, S-Bahn oder Straßenbahn erreichbar ist. Prater Hauptallee Prater Hauptallee Vom zentralen Verkehrsknotenpunkt spazieren wir gemütlich die berühmte schnurgerade Prater Hauptallee entlang, wo schattenspendende Kastanienbäume die Straße säumen, ein Paradies für Läufer und Radfahrer. Der Wiener Prater war einst ein kaiserliches Jagdrevier für adelige Müßiggänger, bis Kaiser Josef II. 1766 beschloss, das Gelände für die Wiener Bevölkerung aus allen Gesellschaftsschichten zu öffnen. Ausflugslokal im Wiener Prater Da der Wiener aber bei Ausflügen in die Natur schnell grantig wird, wenn er nichts zu essen und zu trinken bekommt, erlaubte der Kaiser auch die Ansiedlung von Wirtshäusern, Kaffeesiedern und Weinschenken. Und weil ohne »a echte Hetz« gar nichts geht, folgten schon bald Vergnügungsbuden, wie Schaukeln, Ringelspiele und Kegelbahnen. So entstand der Vorläufer vom Wurstelprater. Doch dazu später mehr. Carl Michael Ziehrer Denkmal Schon bald erreichen wir das Denkmal des Komponisten Carl Michael Ziehrer. Ziehrer komponierte rund 600 Musikstücke und 23 Operetten, doch er erreichte nie die Berühmtheit und den Kultstatus der Strauss-Dynastie, die als die unbestrittenen »Walzer-Könige« galten. Sein Ende war tragisch: Während des Ersten Weltkriegs verlor er sein gesamtes Vermögen und starb verarmt im Jahr 1922. Konstantinhügel Der sieben Meter hohe Konstantinhügel Knapp 800 Meter vom Ziehrer-Denkmal entfernt erwartet uns das Highlight unserer Wanderung: der stolze, sieben Meter hohe Konstantinhügel – quasi der Gipfel des Wiener Praters. Entstanden ist dieser Hügel aus dem Erdaushub für die Errichtung der Rotunde zur Weltausstellung 1873. Und weil man in Wien große Namen liebt, taufte man ihn kurzerhand auf Konstantin Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, den damaligen Obersthofmeister. Wenig überraschend ist die Aussicht von der Spitze des Hügels eher bescheiden. Lusthaus im Wiener Prater Lusthaus im Wiener Prater Vorbei an Sportplätzen, Kleingartensiedlungen und Liegewiesen geht es weiter bis zum Lusthaus, dass das Ende der 4,4 km langen Prater Hauptallee markiert.Erstmals urkundlich erwähnt wurde das achteckige Gebäude im Jahr 1560 als »Casa verde«, also als ein »Grünes Häusl«, welches der kaiserlichen Familie als Jagdhaus diente. Lusthaus im Wiener Prater Nach der Öffnung des Wiener Praters für die Öffentlichkeit ließ Kaiser Josef II. das ehemalige Jagdhaus ganz dem Zeitgeist entsprechend, nach Plänen von Isidore Canevale neu errichten. Im Laufe der Geschichte diente das Lusthaus immer wieder als festlicher Veranstaltungsort für bedeutende Anlässe wie den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leibzig, in der Napoleon vernichtend geschlagen wurde. Krebsenwasser Krebsenwasser Die weitere Strecke führt durch Auwälder entlang des idyllischen Krebsenwassers, oft als »Wiener Dschungel« bezeichnet. Eintritt frei, Froschkonzert und Gelsen inklusive! Dieses Altgewässer im Grünen Prater entstand aus ehemaligen Donauarmen und gibt einen lebendigen Eindruck von Wiens ursprünglicher Aulandschaft, als die Donau noch nicht in ihr Flussbett gezwungen war. Krebsenwasser Heute bietet das Krebsenwasser zahlreichen, teils seltenen Pflanzen- und Tierarten – vor allem Amphibien und Vögeln – einen wichtigen Lebensraum. Abstecher zum Schiffsmuseum und zur Pagode Schiffmuseum Wien Die beiden nächsten Highlights auf unserer Wanderung durch den Wiener Prater sind zwar nicht direkt auf der Wanderroute, aber gut erreichbar und lohnen den kurzen Umweg. Über die Grünhaufenbrücke gelangen wir zum Treppelweg an der Donau, wo nur wenige Schritte entfernt das Schiffmuseum mit seinem restaurierten Passagierschiff MS Frédéric Mistral auf uns wartet. MS Frédéric Mistral im Schiffmuseum Wien Man mag es kaum glauben, aber die k.u.k. Monarchie war am Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich die größte Binnenschifffahrtsnation der Welt. Die „MS Frédéric Mistral“, benannt nach einem französischen Dichter, diente als geheimes Inspektionsschiff für Kaiser Franz Joseph I., der so inkognito sein Reich auf der Donau bereisen konnte. Friedenspagode Wien Nur ein kleines Stück weiter fühlt man sich plötzlich wie in Südostasien: Vor uns erhebt sich in unschuldig strahlendem Weiß die Friedenspagode – ein stiller, fast verborgener Ort, an dem buddhistische Spiritualität mitten in Wien eine unerwartete Oase der Ruhe und des Friedens schafft. Zwischen 1982 und 1983 von japanischen Mönchen des Nipponzan Myōhōji-Ordens errichtet, ragt die rund 26 Meter hohe Stupa majestätisch empor. Friedenspagode Wien Über dem Stiegenaufgang thront eine Buddha-Statue, die so ruhig und gelassen wirkt, dass man fast meint, sie hätte das ständige Wiener-Stress-Chaos längst durchschaut – ein stilles Symbol für Weltfrieden und Einheit, das zumindest für ein paar Minuten den Großstadtdschungel außen vor lässt. Wallfahrtskirche Maria Grün Wallfahrtskirche Maria Grün Zurück im Stadtwanderweg 9 erreichen wir die Wallfahrtskirche Maria Grün – ein beschaulicher Rückzugsort im Wiener Prater, der aus einer schlichten Waldandacht in den 1860er Jahren entstanden ist, als ein Lehrer einfach ein Marienbild an einen Baum hängte, um Kinder zum Gebet zu versammeln. Was als Kinderandacht begann, zog bald auch Erwachsene an, und 1911 sorgte ein findiger Gastwirt mit der Aufstellung von Marien- und Herz-Jesu-Statuen für wachsendes Pilgeraufkommen. Wallfahrtskirche Maria Grün Diese brachten ihrerseits Heiligenbilder an den umgebenden Bäumen an, so dass sich die Praterverwaltung gezwungen sah, diese zum Schutz der Bäume zu entfernen. Es soll sich dabei um mehrere Wagenladungen gehandelt haben. Erinnerung an die an AIDS-Verstorbenen Die heute bescheidene Kirche mit Zwiebelturm wurde 1924 nach Plänen von Josef Münster geweiht und zeigt als Gnadenbild Maria mit dem Jesuskind, gemütlich sitzend auf einer Prater-Bank – ein stilles Symbol für Geborgenheit mitten im wilden Grün. Mit ihrem kreuzwegartigen Außenbereich und der entspannten Atmosphäre ist sie bis heute ein beliebter Ort im Wiener Prater, um für ein paar Minuten dem Trubel zu entfliehen. Liliputbahn Liliputbahn Schon bald darauf werdet ihr auf die Schienen der Liliputbahn treffen – einer der charmantesten Attraktionen des Wiener Praters. Seit 1928 fährt die nostalgische Parkeisenbahn – gezogen von historischen Dampf- oder Dieselloks –auf einem fast vier Kilometer langen Rundkurs durch den Wiener Prater, vorbei am berühmten Riesenrad, hinein ins satte Grün der Auwälder, bis hin zum Ernst-Happel-Stadion. Ihr Name ist eine Hommage an Jonathan Swifts »Gullivers Reisen«, wo die winzigen Liliputaner zu Hause sind – und tatsächlich fühlt man sich an Bord ein bisschen wie ein Riese in einer Miniaturwelt. Liliputbahn Die Liliputbahn hat alles überlebt: Weltkriege, Brände, wirtschaftlich schwere Zeiten und weiterlesen

  • HISTORISCH – MIT SISI AUF DEN KAHLENBERG UND LEOPOLDSBERG WANDERN

    Foto-Montage: Kaiserin Sisi am Leopoldsberg Eine historisch belegete Wanderung der wohl berühmtesten Kaiserin Österreichs auf den Leopoldsberg und Kahlenberg.

  • STADTWANDERWEG WIEN – VON DER HABSBURGWARTE ZUR STEFANIEWARTE

    Aussichtsreiche Wanderung am Stadtwanderweg 1 und 2 Die Wanderung ist eine Kombination aus dem Stadtwanderweg 1 und 2 und führt euch zu den schönsten Aussichtsplätzen am Kahlenberg und Hermannskogel, dem höchsten Berg Wiens. Mit viel Natur und Geschichte! Stadtwanderweg 2 – In Sievering geht’s los! Reisserkreuz am Beginn des Stadtwanderwegs 2 Wir starten diese aussichtsreiche Tour in Ober-Sievering, genauer gesagt beim »Reisserkreuz«, das an der Ecke Agnesgasse und Salmannsdorfer Höhe steht. Es erinnert an die Pestopfer von 1679, die an dieser Stelle ihre letzte Ruhestätte fanden. Folgt nun dem Wegweiser »Stadtwanderweg 2«, der euch stetig bergauf führt. Vorbei an Weingärten zur Linken und dem Wienerwald zur Rechten, erreicht ihr nach etwa 2 km das Gasthaus »Häuserl am Stoan« – die erste Gelegenheit von vielen für eine kurze Pause. Am Stadtwanderweg 2 Gleich danach unterquert ihr die Höhenstraße. Nach einem weiteren Kilometer lockt schon das nächste Ausflugslokal, der »Grüß Di a Gott Wirt«. Letzte Möglichkeit für einen »Weißen Spritzer«, bevor euch der steile, rund 1,5 Kilometer lange Anstieg zur Habsburgwarte auf dem Hermannskogel bevorsteht – man will ja schließlich nicht dehydrieren! Atmet noch einmal tief durch, lockert die Wadenmuskeln, sucht den Wegweiser »Stadtwanderweg 2« und los geht’s! Habsburgwarte am Hermannskogel Habsburgwarte am Hermannskogel Nach einer halben Stunde Gehzeit habt ihr es geschafft: Der höchste Gipfel Wiens, der Hermannskogel, ist erklommen. Mit stolzen 544 Metern ist er der kleinste unter den »Austrian Seven Summits«, einer Liste der sieben höchsten Berge der neun Bundesländer. Und warum nur sieben Berge? Die Erklärung ist einfach: Es gibt zwei Berge, die sich zwei Bundesländer teilen – Tirol und Kärnten den Großglockner sowie die Steiermark und Oberösterreich den Hohen Dachstein. Ausblick von der Habsburgwarte Widmen wir uns der Habsburgwarte. 1889 wurde sie feierlich in Anwesenheit von Erzherzog Karl Ludwig, dem Bruder von Kaiser Franz Joseph, eröffnet – mit viel Pomp und Trara, versteht sich! Während die berühmte Militärkapelle der Hoch- und Deutschmeister einen flotten Marsch spielte, erklomm der Erzherzog mühelos die enge Wendeltreppe zur Aussichtsplattform. Ausblick von der Habsburgwarte Lasst uns dem Erzherzog folgen und ebenfalls den 27 Meter hohen Aussichtsturm besteigen, der im neoromanisch-neogotischen Stil vom Architekten Franz von Neumann Junior errichtet wurde. Oben angekommen, erwartet euch ein prächtiger Panoramablick, der weit über Wien hinausreicht. Auf zur Stefaniewarte Gipfelkreuz am Hermannskogel Von der Habsburgwarte steigen wir nun bergab zur Jägerwiese und steuern auf das »Gasthaus zum Agnesbrünnl« zu. Aber Vorsicht, der Weg dahin ist steinig, steil und rutschig. Die Mühsal dieses kurzen Streckenabschnitts wird jedoch mit dem fast unscheinbaren Gipfelkreuz des Hermannkogels belohnt. Alternativ könnt ihr das Stück bis zur Abzweigung zur Habsburgwarte zurückwandern und dort dem gemütlicheren Wanderweg zur Jägerwiese einschlagen. Stützmauer an der Höhenstraße Kurz nach der Jägerwiese verlasst ihr den »Stadtwanderweg 2« und geht rund 2,5 Kilometer weiter Richtung Sulzwiese, wo ihr auf den »Stadtwanderweg 1« wechselt. Diesem folgt ihr, bis ihr die Fußgängerbrücke über die Höhenstraße erreicht, deren Bau 1934 im Rahmen eines Projekts zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beschlossen wurde. Mit einer Länge von knapp 15 km ist die Höhenstraße die längste Straße Wiens. Und für alle Freunde des unnützen Wissens: Die kürzeste Straße Wiens ist die Tethysgasse mit sagenhaften 11 Metern. Nach der Überquerung der Höhenstraße sind es dann nur noch wenige Meter bis zur Stefaniewarte. Die Stephaniewarte am Kahlenberg Stefaniewarte am Kahlenberg Die 22 Meter hohe Stefaniewarte auf dem Gipfel des 484 Meter hohen Kahlenbergs wurde 1887 nach den Entwürfen der Architekten Fellner und Helmer errichtet. Diese Herren hatten eine Vorliebe für Theaterbauten, so stammen das Ronacher und das Volkstheater in Wien aus ihrer Feder. Der Aussichtsturm trägt den Namen von Kronprinzessin Stephanie, der Gemahlin von Kronprinz Rudolf. Wir erinnern uns: Das ist jener Rudolf, der eine schicksalhafte Affäre mit Mary Vetsera hatte und sich mit ihr im Schloss Mayerling entleibte. Blick auf Wien von der Stefaniewarte Auch die Aussichtsplattform der Stefaniewarte bietet euch einen grandiosen Blick auf Wien, das Donautal mit Stift Klosterneuburg und die Hügel des Wienerwalds. Sogar Kaiserin Sisi ließ es sich nicht nehmen, die Stefaniewarte zu besteigen und Wien aus der Vogelperspektive zu bewundern. Danach stieg ihre Majestät in ein Separat-Coupé der Zahnradbahn und fuhr nach Nussdorf hinab, wie die Gazetten seinerzeit berichteten. Blick auf Stift Klosterneuburg von der Stefaniewarte Ja, ihr habt richtig gelesen. Am Kahlenberg fuhr tatsächlich eine dampfbetriebene Zahnradbahn! Noch dazu war sie die erste Zahnradbahn Österreichs. 1874 eröffnet, führte die 5,5 Kilometer lange Strecke von Nussdorf über Grinzing und Krapfenwald zur Stefaniewarte. Die »Ruckerlbahn«, wie sie im Volksmund genannt wurde, weil sie während der Fahrt immer wieder ruckelte, war schnell eine Wiener Attraktion. Doch die dramatische Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg führte 1919 zur Einstellung der Bahn und 1922 zum Abbau der Gleise. Erhalten blieb nur der Bahnhof in Nussdorf, bei der Endstation des D-Wagens. Sender Kahlenberg Direkt neben der Stefaniewarte steht der Sender Kahlenberg, der hauptsächlich Wien, Teile von Niederösterreich und das Nordburgenland mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgt. Die Baupläne des Senders stammen vom Architekten Gustav Peichl. Vom Kahlenberg zum Cobenzl Kaiserin-Elisabeth-Ruhe Weiter geht’s! Vorbei an der Kaiserin-Elisabeth-Ruhe, einem ziemlich monumentalen »Sitzbankerl«, das 1904 zu Ehren der Kaiserin errichtet wurde, erreicht ihr nach wenigen Schritten die Panorama-Terrasse am Kahlenberg-Plateau mit einer himmlischen Aussicht auf Wien. Blick von der Panorama-Terrasse am Kahlenberg Dies hat sich auch unter den Touristen herumgesprochen, die in Massen auf den Kahlenberg strömen und beim Ausblick posieren, als gäbe es kein Morgen mehr. Da werden Pöpsche der Handykamera entgegengestreckt und aufgespritzte Schlauchbootlippen zu schmollenden Kussmündern geformt. Anyway! Josefskirche am Kahlenberg Genauso hektisch muss es hier 1683 zugegangen sein, als sich ein Entsatzheer mit Truppen aus Österreich, Sachsen, Bayern und Polen unter der Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski sammelte, um dem von den Türken belagerten Wien zu Hilfe zu eilen. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Die Türken unter ihrem Großwesir Kara Mustafa wurden vernichtend geschlagen, und die Stadt im letzten Moment von der Gefahr befreit. Eine Gedenktafel an der barocken Josefskirche erinnert noch heute an den glorreichen Sieg des polnischen Königs. Kahlenberger Friedhof Grabmal des Fürsten Ligne Wir verlassen den »Stadtwanderweg 1« und folgen der weiterlesen

  • WÄHRING – EIN STADTSPAZIERGANG DURCH DEN SCHÖNSTEN BEZIRK WIENS

    Währing, die Perle der Bezirke Wiens. Dieser Stadtspaziergang durch den 18. Bezirk bietet euch eine abwechslungsreiche Mischung aus Natur, Architektur und Geschichte. U6 Station Währinger Straße-Volksoper Gleich zu Beginn unseres Spaziergangs durch Währing stoßen wir auf ein echtes architektonisches Schmuckstück – die U6-Station »Währinger Straße« vom bekannten Architekten Otto Wagner. Diese Station ist nicht einfach nur eine Haltestelle! Otto Wagner hat hier ein Gesamtkunstwerk geschaffen und sich bei jedem Detail Gedanken gemacht – von den Beleuchtungskörpern bis zu den Bodenfliesen. Der Verlauf der Stadtbahnstrecke – der heutigen U6 – prägt noch immer das Stadtbild von Wien und zählt neben der Ringstraße zu den bedeutendsten städtebaulichen Leistungen. Werft auch noch einen Blick auf die monumentale Stadtbahnbrücke, die förmlich ein imposantes »Eingangstor nach Währing« bildet. Gertrudkirche und Kutschkermarkt Der Beginn unseres Streifzugs durch Währing führt uns entlang der Währinger Straße. Sie ist nicht nur das pulsierende Herz des 18. Bezirks, sondern auch eine lebendige Einkaufsmeile. Unsere erste Station ist der Kutschkermarkt, flankiert von der eindrucksvollen Gertrudkirche, die 1934 unter der Leitung von Architekt Karl Holey eine neue Gestalt erhielt. Auf einem der letzten verbliebenen Straßenmärkte Wiens könnt ihr den Puls des bürgerlichen Lebens in Währing spüren. Besonders am Samstag entfaltet der Markt seine volle Pracht, wenn zu den festen Marktständen auch Bauern ihre frischen regionalen Produkte anbieten. Auch für kulinarische Genüsse ist in und um den Kutschkermarkt gesorgt. Hier treffen sich Herr und Frau Währing zum gepflegten Tratscherl bei einem Espresso Macchiato oder einem Glaserl Prosecco. Schubertpark Nächstes Ziel unseres Spaziergangs durch Währing ist der Schubertpark an dessen Stelle sich einst der Währinger Ortsfriedhof befand. Zu den berühmtesten Persönlichkeiten, die auf dem Währinger Ortsfriedhof bestattet wurden, zählen Ludwig van Beethoven und Franz Schubert, deren ursprüngliche Grabmäler ihr noch heute besichtigen könnt. Die sterblichen Überreste der beiden Komponisten wurden am 1863 exhumiert und in Ehrengräbern auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet. Damit sollte das negative Image des frisch angelegten Zentralfriedhofs verbessert werden, der wegen seiner Trostlosigkeit so unattraktiv war, dass sogar Geister beschlossen, dort nicht zu spuken. Um diesen Ort der ewigen Ruhe aufzuhübschen, beschloss der Gemeinderat die Errichtung einer Ehrengräberanlage. Man grub die Überreste vieler Prominenter von verschiedenen Wiener Friedhöfen aus und verlegte deren Gräber auf den Zentralfriedhof. Zu den weiteren bekannte Persönlichkeiten, die auf dem Währinger Ortsfriedhof beerdigt wurden, waren Johann Nestroy und Franz Grillparzer. 1924 bis 1925 wurde der Friedhof in eine Parkanlage umgewandelt. Von den ursprünglichen Gräbern blieb lediglich ein von einer Mauer umschlossener Gräberhain mit rund vierzig historisch wertvollen Biedermeier-Grabmälern erhalten. Cottage-Hof Für Architektur-Enthusiasten offenbart sich an der Ecke Währingerstraße und Teschnergasse ein wahres Fest für die Augen. Hier präsentiert sich der Cottage-Hof von Hans Dworak als kleines Juwel im Stil der Secession. Die Fassade zeichnet sich durch charakteristische Dekorelemente des Jugendstils aus, darunter beeindruckende Frauenköpfe, die dem Gebäude eine einzigartige und ansprechende Note verleihen. Im Cottage-Viertel Wir schlendern weiter durch die Argauergasse und die Cottagegasse und erreichen schließlich das berühmte Cottage-Viertel, das der typische Wiener gerne mit einem nasalen Hauch von französischem Akzent als »Koteesch« bezeichnet. Die »Koteesch« gilt als eine der vornehmsten und exklusivsten Wohngegenden in Wien. Zahlreiche alte Villen und elegante Einfamilienhäuser mit oft großzügigen Gärten prägen dieses schöne Viertel Wiens. Diese wurden ab etwa 1870 als Antwort auf die teuren Zinspaläste in der Wiener Innenstadt errichtet. Viele Prominente wohnen und wohnten hier, darunter Arthur Schnitzler, Theodor Herzl, Felix Salten, Arik Brauer, Peter Alexander oder Emmerich Kálmán. In der Cottagegasse 37 erinnert eine kleine Reh-Statue an Felix Salten, der in diesem Haus den bekannten Kinderroman »Bambi« verfasste. Die Idee zum Buch kam Salten ausgerechnet bei einem Jagdausflug. 1942 brachte dann Walt Disney das Rehkitz auf die große Leinwand und machte es zum Star. Übrigens, Salten gilt auch als Verfasser des erotischen Skandalromans »Josefine Mutzenbacher«. Nur einen Hupfer weiter, in der Colloredogasse 30, wohnte der Maler und Musiker Arik Brauer, der nicht nur Töne, sondern auch Wandgemälde an der Hauswand kunstvoll in Szene setzte. Eine der prachtvollsten Villen in der »Koteesch« ist zweifellos die »Villa Schmutzer« in der Sternwartestraße 62-64. Ferdinand Schmutzer erlangte zu seiner Zeit Berühmtheit durch seine Radierungen und Porträts bekannter Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft, wie Sigmund Freud, Albert Einstein, Kaiser Franz Josef und Karl Lueger. Die Villa diente nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Treffpunkt für Schmutzers Freunde aus der Nachbarschaft, darunter Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler, der in direkter Nähe zur Villa Schmutzer wohnte, sowie Felix Salten. Villa Gessner, Cottage-Sanatorium Wir setzen unseren Weg auf der Sternwartestraße fort, spazieren an der Villa Gessner vorbei und erreichen schließlich die Hausnummer 74, wo das »Cottage-Sanatorium für Nerven- und Stoffwechselkranke« steht. Obwohl das Gebäude imposante Ausmaße von 100 mal 40 Metern und fünf Geschossen aufweist, bot es lediglich Platz für 76 Patientenzimmer. Die übrigen Räume wurden für therapeutische Zwecke sowie als Vergnügungsbereiche genutzt, darunter Rauchzimmer, Bibliothek, Billardzimmer und Musikzimmer. Prominente Patienten waren Sigmund Freud, Adolf Loos, der österreichische Abenteurer Slatin Pascha und Mustafa Kemal Atatürk, der erste Präsident der modernen Türkei. Heute dient das historische Gebäude als Schule und Wohnhaus für russisches diplomatisches Personal. Türkenschanzpark Der Türkenschanzpark in Währing ist für uns so etwas wie der Superstar unter den Parkanlagen Wiens. Diese grüne Oase wurde um 1885 im Stil eines englischen Landschaftsgartens aus dem Boden gestampft und wurde von keinem Geringeren als Kaiser Franz Joseph persönlich im Jahr 1888 eröffnet. Seinen Namen verdankt die Parkanlage dem Umstand, dass sich hier während der beiden Türkenbelagerungen ein Gefechtsstand der Türken befand, von wo sie wunderbar die alte Innenstadt unter Beschuss nehmen konnten. Neben Teichen, Springbrunnen, Ballsport- und Skateanlagen gibt es hier eine ganze Reihe von Denkmälern, als hätte der Park eine eigene Ruhmeshalle. Dichter wie Adalbert Stifter und Arthur Schnitzler blicken auf euch würdig herab und sogar Frauenrechtlerin Auguste Fickert hat im Park ihren Platz gefunden. Wenn das nicht schon genug wäre, steht auf dem höchsten Punkt des Türkenschanzparks die Paulinenwarte. Der Name klingt fast königlich, und das hat auch seinen Grund: Die Warte ist nach Fürstin Pauline von Metternich benannt und ist fallweise an Wochenenden in den Sommermonaten geöffnet. Je nach Lust und Laune könnt ihr weiterlesen

  • STADTWANDERWEG 4a – AUF ZUR JUBILÄUMSWARTE UND ZUM SCHLOSS WILHELMINENBERG

    Diese aussichtsreiche Tour bietet Euch drei kulturelle Highlights: Otto Wagner Kirche, Jubiläumswarte und Schloss Wihelmineberg. Garniert wird diese Wanderung, die zum Großteil am Stadtwanderweg 4a verläuft, mit wunderschönen Ausblicken auf Wien.

  • WANDERN WIEN – ZWISCHEN LEMONIBERG UND GALLITZINBERG

    Diese Tour führt Euch rund um den Gallitzinberg. Entdeckt dabei den schönsten Blick auf Wien, die Kuffner-Sternwarte, die einzigartige Villa Novak, sowie den größten Gemeindebau Wiens in der Zwischenkriegszeit.

  • WANDERN WIEN – VOM BÖHMISCHEN PRATER ZUM KURPARK OBERLAA

    Diese gemütliche Wien Wanderung führt Euch vom Böhmischen Prater am Laaer Berg über die Löwygrube zum Kurpark Oberlaa. Zurück geht es über die Weinberge und Felder von Favoriten. Mit ein wenig Glück seht ihr am Goldberg Ziesel, die sich hier angesiedelt haben.

  • WIEN GEHEIMTIPPS – EINE AUSSICHTSREICHE WANDERUNG DURCH OBER ST VEIT (HIETZING)

    Wien Geheimtipps für Genießer: Unser Spaziergang durch Ober St Veit führt dich mitten durch Hietzing. Die Route verbindet Lainzer Tiergarten, Hörndlwald, Werkbundsiedlung, Faniteum und das Egon-Schiele-Grab zu einer aussichtsreichen Tour mit grünen Wältern und großer Architektur abseits der üblichen Touristenpfade.

  • WANDERN WIEN – VON GRINZING ÜBER DEN COBENZL ZUR SISI-KAPELLE

    Der knapp 6 km lange Rundweg führt Euch von Grinzing zum Cobenzl und weiter zur Sisi-Kapelle. Aufgrund der Länge ist diese Wien-Wanderung durch die Weinberge Wiens der ideale Sonntagsausflug für jede Jahreszeit.

  • WEINWANDERN – VON DER WOTRUBAKIRCHE ZUR RODAUNER BERGKIRCHE

    Diese rund sieben Kilomter lange Rundwanderung im Süden Wiens führt Euch zu – fast – unbekannten Kleinoden. Ihr besucht die Wotrubakirche, wandelt auf den Spuren des Dichters Hugo von Hofmannsthal und entdeckt die vielleicht romantischste Hochzeitskirche Wiens. Zurück zum Ausgangspunkt geht es über den Zugberg und Kalksburg.