Radtouren Niederösterreich – Vielfalt entdecken auf zwei Rädern!

Die Region bietet eine beeindruckende Auswahl an Radwegen – von sanften Flussradwegen bis zu sportlichen Routen durchs hügelige Weinviertel. Genieße die Schönheit Niederösterreichs auf dem Sattel: malerische Landschaften und historische Orte machen jede Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Beliebte Radwege Niederösterreich für jedes Level

Der 59 km lange Ybbstalradweg zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz am See verläuft zum Großteil auf der ehemaligen Bahntrasse der Ybbstalbahn und zählt zu den landschaftlich reizvollsten Bahnradwegen Niederösterreichs. Der Ybbstalradweg – In welche Richtung? Nachdem wir das Höhenprofil der Strecke genauestens studiert haben, kann es nur ein Richtung unserer Tour geben: von Lunz am See (610 m) nach Waidhofen an der Ybbs (350 m). Schließlich wollen wir die Schwerkraft auf unserer Seite haben und die ganze Zeit gemütlich bergab rollen! Warum auf manchen Portalen ausgerechnet die umgekehrte Fahrtrichtung empfohlen wird, bleibt ein Rätsel. Vielleicht haben die Poster eine geheime Vorliebe für Schweißperlen auf der Stirn und Sonnencreme in den Augen. TIPP: Radtramper-Bus YbbstalradwegDie Buslinie 656 verkehrt zwischen 01.05.2025 bis 26.10.2025 an Samstagen, Sonn- und Feiertagen (Abfahrt Waidhofen: 8:45, 11:45, 15:45 Uhr) sowie Juli und August täglich zwischen dem Bahnhof Waidhofen/Ybbs und makabererweise bis zum Friedhof Lunz am See. Es gibt jeweils drei Abfahrtszeiten an den Betriebstagen. Ausführliche Informationen zu den Abfahrtszeiten findet Ihr hier: Radtramper-Bus Informationen. Zuerst ein Abstecher zum Lunzer See Nachdem wir mit dem Radtramper-Bus die malerische Ortschaft Lunz am See nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreicht haben, steht ein kurzer Abstecher zum berühmten Lunzer See auf dem Programm. Obwohl Lunz am See als der Kältepol Österreichs gilt, ist davon an diesem Tag nicht viel zu spüren. Das Thermometer zeigt rasant steigende Temperaturen und klettert mutig an die 30-Grad-Marke. Eine erfrischende Abkühlung im glitzernden Wasser des Sees würde da gerade recht kommen. Eingebettet zwischen Bergen liegt der smaragdgrün schimmernde Lunzer See. Am See herrscht bereits Hochbetrieb. Zahlreiche Badegäste lassen im Seebad »die Seele baumeln«. Bei den Bootsverleihern klingelt die Kasse pausenlos. Das kristallklare Wasser ist verlockend, doch wir werden des Teufels Versuchung widerstehen, bewundern nur die wunderschöne Bergkulisse und schwingen uns wieder aufs Rad. Lunz am See – Das Amonhaus Zurück in Lunz unternehmen wir eine minimalistische Dorfbesichtigung. Berühmtestes Wahrzeichen des Ortes ist das Amonhaus, dessen Fassade reich mit Sgraffiti verziert ist. Im Jahr 1551 errichtet, gilt es als eines der schönsten Renaissancebauten Österreichs. Der Name des Hauses geht auf den Hammerherrn Johann Franz von Amon zurück. Über Jahrhunderte hinweg bestimmten die mächtigen Hammerherren, auch als »Schwarze Grafen« bekannt, das Schicksal des Ortes. Durch ihre Eisenverarbeitung und den Eisenhandel erlangten sie großen Wohlstand. Doch nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung prägte den Ort, auch ein besonderer Gast sorgte für Aufsehen. Die Chronik des Hauses erzählt von keinem Geringeren als dem »guten Kaiser Franz I«, der auf seiner Durchreise gleich zweimal im Amonhaus übernachtete. Ybbstalradweg – Vorbei am Bahnhof Lunz am See Gerade als wir beim Bahnhof Lunz vorbeiradlen, hören wir in der Ferne das Pfeifen einer alten Diesellok. Wir legen einen kurzen Fotohalt ein und bewunderen die ruckelnde und zuckelnde Schmalspurbahn bei der Einfahrt in den Bahnhof von Lunz. Der Ybbstalradweg wurde auf der ehemaligen Trasse der im Jahr 2010 eingestellten Ybbstalbahn errichtet. Nur die Bergstrecke zwischen Kienberg-Gaming, Lunz und Göstling blieb als Museumsbahn erhalten. Am Wochenende kann man hier eine Fahrt mit dem „Ötscherland-Express“, der von einer über 100 Jahre alten Dampflok oder eben einer 80-jährigen Diesellok gezogen wird, unternehmen. Töpperbrücke Nun geht es aber wirklich weiter Richtung Göstling. Kurz nach Lunz radeln wir an der eleganten Töpperbrücke vorbei, die mit mächtigen gusseisernen Heiligenstatuen verziert ist. Errichtet wurde dieses Kleinod vom Hammerherrn Andreas Töpper, einem der größten Privatunternehmer in der Donaumonarchie. Dieser visionäre Unternehmer und Industrielle war bekannt für seine Eisenwalzwerke in Scheibbs und Lunz am See, die bis zu 800 Arbeiter beschäftigten. Göstling an der Ybbs Nach rund 11 km erreichen wir Göstling an der Ybbs. Auch Göstling war jahrhundertelang von der Eisenverarbeitung geprägt. Davon zeugen noch heute stattliche Herrenhäuser. Besonders sehenswert sind der Pfarrhof und das „Pfarrstöckl“ bei der Kirche mit wunderschönen Sgraffitomalerein aus der Renaissance. Kurios mutet bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ein Riesenschneemann an. Beharrlich trotzt er den hohen Temperaturen und erinnert an den Weltrekord im Schneemannbauen mit 3.580 Schneemännern, aufgestellt im Winter 2011. Ybbstalradweg – Von Götling nach Hollenstein Den nächsten Zwischenstopp planen wir im 17 km entfernten Hollenstein. Der Ybbstalradweg führt durch eine beeindruckende Berglandschaft. Bewaldete Berge begrenzen das meist breite Ybbstal. Nur an wenigen Stellen wird das Tal enger. Aus der Ferne grüßt der Ötscher. Die Landschaft ändert sich hinter jeder Kurve. Auf steil aufragende Felsen folgen Wiesen und Obstbäume. Alte Kilometersteine entlang des Radwegs errinnern an die längst vergangenen Zeiten der Ybbstalbahn. Sand- und Steinbänke in der Ybbs werden von den Einheimischen als Badeplätze genutzt. Zwischen den Ortschaften Göstling und Hollenstein begegnen wir einem faszinierenden architektonischen Meisterwerk. Wie ein gigantischer Regenwurm, dessen Hinterteil neugierig aus der Oberfläche hervorschaut, erstreckt sich eine imposante Rohrleitung über die Ybbs. Dieses eindrucksvolle Bauwerk ist der Ybbsdüker, der in den 1920er Jahren erbaut wurde, um das Kraftwerk Opponitz mit dem dringend benötigten Wasser zu versorgen. Während unserer Fahrt entlang des Ybbstalradwegs Richtung Hollenstein passieren wir auch die »Pfandlbrücke«, an der ein besonderes Marterl unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es erinnert an einen tragischen Vorfall, der sich vor vielen Jahren an dieser Stelle ereignete. Am 2. Februar 1923, während eines verheerenden Hochwassers, brach die damalige Brücke zusammen und riss sechs Menschen in den Tod. Hollenstein Die auf einem Hügel thronende mächtige Pfarrkirche von Hollenstein ist schon von weitem sichtbar. Wir machen einen kurzen Abstecher in den Ort, wo die Zeit ein wenig stehen geblieben ist. Wie Lunz oder Göstling war auch Hollenstein jahrhundertelang von der Eisenverarbeitung geprägt. Nachdem jedoch die Blütezeit der Eisenindustrie Mitte des 19. Jhdt zu Ende ging, setzten die Hollensteiner auf Holz und errichteten Sägewerke und eine Papierfabrik. Sehenswert sind neben der Pfarrkirche auch das spätbarocke »Steinhaus« am Dorfplatz, sowie der Kalvarienberg mit einer barocken Kapelle. Ursprünglich hätte – einer Sage nach – die Hollensteiner Pfarrkirche am Kalvarienberg erbaut werden sollen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Ein Zimmermann verletzte sich beim Holzsägen an der Hand und sein Blut färbte die umherliegenden Holzspäne tiefrot. Plötzlich erschien eine weiße Taube und nahm einen dieser blutgetränkten Späne auf, um damit auf den gegenüberliegenden Hügel zu fliegen. Dieses unerklärliche Ereignis deutete man als ein göttliches Zeichen und errichtete die Pfarrkirche an der neuen Stelle. Zurück am Ybbstalradweg. Rund 26 km sind es noch bis Waidhofen an der Ybbs. Flott geht es weiter Richtung Opponitz, wo der Radweg durch einen 87 m langen Tunnel führt. Hinter Opponitz wird das Ybbstal allmählich enger, bevor es beim »Ofenloch« zur Schlucht wird. Es ist vielleicht der spektakulärste Streckenabschnitt des Radweges. Aufwändige Hangsicherungen, wie Stützmauern und Fangnetze schützen die Benutzer des Radweges vor herabfallenden Steinen. Das Ybbstal wird wieder weiter. Waidhofen an der Ybbs – Stadt der Türme Nach rund 56 km erreichen wir Waidhofen an der Ybbs. Barocke Kirchtürme und mittelalterliche Wehrtürme prägen die Silhouette der Stadt. Wir bummeln ein wenig durch die Innenstadt und bewundere die zahlreichen Häuser, die noch aus der Zeit des Mittelalters stammen. Wahrzeichen der Stadt ist der mächtige Stadtturm am Oberen Stadtplatz. Eine Mär berichtet, dass der Turm als Zeichen des Sieges über die Türken, die 1529 hier ihr Unwesen trieben, errichtet wurde. Eine der vier Turmuhren zeigt stets dreiviertel Zwölf an und soll an die Vertreibung des letzten Türken aus der Stadt erinnern. Der Spruch »Eisen und Stahl ernähren die Stadt« am mittelalterlichen Ybbsturm stammte noch aus der Zeit als Waidhofen neben Steyr das wichtigste Zentrum der Eisenverarbeitung war. Auffallend ist der von Franz Hollein gestaltete Glasaufsatz am Bergfried des Rothschildschlosses. Heute befindet sich das Schloss im Besitz der Stadt und beherbergt ein Museum über die Stadtgeschichte. Vom Rothschildschloss sind es dann noch knappe zwei Kilometer bis zum Bahnhof, von Waidhofen. Der Ybbstalradweg – Fazit Der Ybbstalradweg bietet ein bisschen von allem: Liebevoll gepflegte Dörfer mit historischer Bausubstanz, eine spektakuläre Bergkulisse, den Lunzer See und die Ybbs zum Baden und genug Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke zur Stärkung. Es ist eine schöne und gemütliche Radtour durch das Ybbstal, die stets leicht bergab führt und angenehm zu befahren ist. Auffallend waren die zahlreichen Radler, die am heutigen Tag, trotz der hohen Temperaturen, unterwegs waren. Wir haben den Ybbstalradweg erstmals kurz nach der Eröffnung im Jahr 2017 befahren. Mittlerweile gab es kleinere Streckenanpassungen. Aus nostalgischen Gründen haben wir die seinerzeitige Route gewählt. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour am Ybbstalweg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: AM YBBSTALRADWEG – VON LUNZ NACH WAIDOFEN Streckenplan Ybbstalradweg Version 2017- GPS-Daten Tourdaten Radweg-Symbol: Grünes Schild mit Aufschrift Ybbstalradweg Schwierigkeit: leicht Strecke: ca 59 km   Highlights der Strecke: Lunz am See Göstling an der Ybbs Hollenstein Waidhofen an der Ybbs Die Streckenführung Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Eine zusätzliche Radkarte ist mE nicht notwendig. TIPP:Ein weiterer beliebter Radweg im Mostviertel ist der Pielachtalradweg. [...]
Der Traisental-Radweg zählt zu den beliebtesten Rad-Pilgerwegen nach Mariazell. Am besten fährt man mit der Mariazellerbahn in den Wallfahrtsort und dann mit dem Rad – meist leicht bergab – über Lilienfeld zurück nach St Pölten.   Mit der Mariazellerbahn in den Wallfahrtsort Mariazell Jetzt habe ich mir schon wieder einen heißen Tag für eine Radtour ausgesucht. Auch heute waren 38 Grad angesagt. Trotzdem wollte ich mich auf den Spuren der Pilger bewegen. Mein Ziel war Mariazell. Nachdem ich das Höhenprofil des Traisental-Radwegs studiert hatte, war auch die Richtung sofort klar. Ich beschloss mit der Mariazellerbahn nach Mariazell zu fahren und von dort zurück nach St Pölten. Mit Ausnahme zweier Steigungen geht der Traisental-Radweg zwischen Mariazell und St Pölten permanent bergab – von rund 900 auf 270 Höhenmeter. Und ich denke es war eine weise Entscheidung. Mit dem Auto begebe ich mich zuerst nach St Pölten. Dort bestieg ich die Himmelstreppe aufwärts zum Wallfahrtsort Mariazell, der auf knapp 900 Meter Höhe liegt. Weniger poetisch ausgedrückt: Ich überwand keine tausenden Stufen, sondern fuhr mit der Mariazellerbahn gemütliche zweieinhalb Stunden zum Ausgangspunkt dieser Radtour. Seit Herbst 2013 setzt die Mariazellerbahn moderne Niederflurtriebwagen („Himmelstreppe“) auf dieser Strecke ein, die sich als ausgesprochen bequem und klimatisiert – was bei den heutigen Temperaturen sicher kein Fehler war – präsentieren. Auch die Mitnahme eines Fahrrades funktioniert problemlos. Die Fahrscheine für den Zug kann man entweder online oder erst beim Schaffner im Zug kaufen. Ich war ja schon überrascht beim Einsteigen des Zuges. Selten habe ich so freundliches und hilfreiches Zugpersonal erlebt. Überraschenderweise verging die Zeit wie im Flug, trotz zweier unfreiwilliger Halts wegen Stromausfalls mitten auf der Strecke. Mariazell, Ziel vieler Pilgerwege und Pilgerreisen in Österreich Als ich Mariazell aus dem Zug stieg, fühlte ich mich ein wenig wie Gary Cooper. Es war „12 Uhr Mittags“. Statt Grace Kelly und einem Revolverduell gab es die obligate Mittagssirene. Bereits am Bahnhof beginnt die vorbildliche Beschilderung des Traisentalradweges. Das Ortszentrum und die berühmte Wallfahrtskirche liegen rund eineinhalb Kilometer vom Bahnhof entfernt. Am Hauptplatz von Mariazell herrschte ein ziemliches Remasuri, oder ein großes Remmidemmi, wie unsere nördlichen Nachbarn sagen würden. Insbesondere die Devotionalienhändler hatten Hochbetrieb. Hier bekommt man einfach alles: Beginnend von Heiligenfiguren, Kerzen und Kreuzen bis zum berühmten Magenbitter. Soviel Kitsch auf engsten Raum sieht man selten. Vielleicht noch in Fatima. Dort gibt es sogar Supermärkte für Devotionalien. Und inmitten des Geschehens thront die beeindruckende Wallfahrtskirche. Einen kurzen Besuch des Gotteshauses sollte man schon einplanen. Soviel Zeit muss sein. Gottes Segen kann ja nicht schaden, insbesondere auf den steilen Bergabfahrten. Unter dem Motto: „Lieber Gott, mach, dass meine Bremsen nicht versagen!“ Bergab am Traisentalradweg zur Wuchtelwirtin beim Hubertussee Hubertussee Denn gleich auf den ersten drei Kilometern geht es in steilen Serpentinen abwärts Richtung Hubertussee. Hier erreichte ich auch gleich einmal die Höchstgeschwindigkeit des heutigen Tages. Und die Bremsen haben Gott sei Dank funktioniert. Auf einer wenig befahrenen Landstraßen gelangt man anschließen zum Hubertussee. Kurz davor habe ich sogar den seligen Kaiser Franz Joseph auf der Pirsch getroffen. Ich winkte ihm huldvoll zu. Ob es ihm gefreut hat mich zu sehen, weiß ich nicht. Auf alle Fälle setze ich meinen Weg durch das landschaftlich reizvolle Tal fort. Traisentalradweg – Hubertussee Badehalt am Hubertussee? Ein kleines Päuschen bei der berühmten Wuchtelwirtin? Ich konnte des Teufels Versuchungen widerstehen. Aber es ist mir schwergefallen. Besonders eine frische Buchtel hätte mich gereizt. Und dazu einen Melange oder Häferlkaffee. Der längste Anstieg am Traisentalradweg – Hinauf zum Gscheid Pass Kurz nach der Wuchtelwirtin begann der lange Aufstieg zum Gscheid Pass auf 970 Meter Seehöhe. Bei diesen Temperaturen war das bergauf Radeln kein Honigschlecken. Frei nach Hamlet: „Quälen oder Schieben, das war hier die Frage“. Ich entschied mich mein Rad ein Stück zu schieben. Aber irgendwann ist jedes Ungemach überwunden und ab dann geht es tatsächlich nur mehr bergab. Es war ein wahrer Höllenritt. Die Kurven sind recht eng und man muss höllisch aufpassen, damit einem kein Fahrfehler passiert. Dummerweise kommen mir bei diesen steilen Abfahrten immer wieder ein Gedanke- was ist, wenn meine Bremsen plötzlich versagen? Gut ist´s gangen, nix ist g`schehen. Und dann ging es nur mehr bergab bis zum Stift Lilienfeld Vom Gscheid Pass bis nach Kernhof geht es gleich einmal 300 Höhenmeter hinunter auf vier Kilometer. Der steile Anstieg war sofort wieder vergessen. In Kernhof besteht die Möglichkeit ein Kameltheater zu besuchen, wo Kamele als Darsteller von einfachen Theaterstücken fungieren. Das Theater ließ ich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und setzte meinen Weg Richtung Stift Lilienfeld fort. Auf den nächsten 26 Kilometern führt der Radweg auf idyllischen Uferwegen und entlang der Traisentalbahn über die Ortschaften St Aegyd am Neuwalde, Hohenberg und Freiland nach Lilienfeld. Das leichte Gefälle dieser Etappe mit rund 200 Höhenmetern läßt meinen Drahtesel beinahe von alleine laufen. Es hat so richtig Spass gemacht kräftig in die Pedale zu treten und Geschwindigkeit zu machen. Stif Lilienfeld am Traisentalradweg Schon von weitem kann man das Stift Lilienfeld erkennen. Es handelt ich dabei um das größte mittelalterliche Kloster Österreichs mit einem wunderschönen Zisterzienserkreuzgang. Gegründet wurde es 1202 vom Babenbergerherzog Leopold VI, dem Glorreichen. Falls es die Zeit zulässt, sollte man die Klosteranlage unbedingt besuchen. Es zahlt sich aus. Die letzte Etappe von Lilienfeld nach St Pölten Von Lilienfeld sind es noch rund 25 km nach St Pölten, dem Ausgangspunkt meiner Radtour. Der Radweg führt auf asphaltierten Uferwegen und ruhigen Nebenstraßen über Wilhelmsburg direkt in das Regierungsviertel von St Pölten. St. Pölten das Ende unseres Traisentalradweges Nach rund 89 Kilometern, vier Stunden reiner Fahrzeit und rund zwei Stunden Pausen ist es vollbracht. Der Ausgangspunkt beim Bahnhof ist wieder erreicht. Es war eine schöne Tour. Landschaftlich war für mich persönlich der erste Teil der Tour (bis nach St Aegyd am Neuwalde) am schönsten. Und es klingt komisch, aber trotz der Hitze war die Radtour gar nicht so anstrengend, mit Ausnahme der beiden Steigungen. Die Radtour ist auch für weniger durchtrainierte Radfahrer an einem Tag zu schaffen. Man muss halt früher von Mariazell starten, damit der Gemütlichkeitsfaktor erhalten bleibt. Und es gibt entlang der Strecke zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Mit kleinen Kindern ist die Tour nicht zu empfehelen, da es mehrere steile Abfahrten gibt. Ich bin mir ziemlich sicher, aber die Tour mache ich sicherlich noch einmal. Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Grünes Schild „Traisentalradweg“, Radweg Nr 4 Schwierigkeit: mittel, nur zwei steilere Anstiege Strecke: ca 89 km   Highlights der Strecke: Fahrt mit der Mariazellerbahn Wallfahrstkirche Mariazell Stift Lilienfeld Altstadt von St Pölten Der Weg ist perfekt  ausgeschildert. [...]
Heute begebe ich mich auf eine historische „Schiffsreise“ und folge dem Wiener Neustädter Kanal direkt aus dem Herzen Wiens (Wien Mitte) nach Wiener Neustadt. Die Länge der Radtour beträgt 64 km. INHALTSVERZEICHNIS Etappe 1: Vom ersten Wiener Hafen zum zweiten Wiener HafenEtappe 2: Vom zweiten Wiener Hafen bis zum LiesingbachEtappe 3: Vom Liesingbach bis nach Maria LanzendorfEtappe 4: Von Maria Lanzendorf bis nach LaxenburgEtappe 5: Von Laxenburg nach KottingbrunnnEtappe 6: Von Kottingbrunn bis Wiener Neustadt Etappe 1: Vom ersten Wiener Hafen zum zweiten Wiener Hafen Bahnhof Wien Mitte Zwischen Rechter Bahnzeile und dem Bahnhof Wien Mitte befand sich der erste Wiener Hafen des Wiener Neustädter Kanals. Die Ingenieure der Monarchie wälzten große Pläne, als im Jahr 1797 mit den Grabungsarbeiten zur Errichtung einer Wasserstraße zwischen Wien und Triest begonnen wurde. Mit Hilfe des Kanals sollten Kohle, Holz und Ziegel kostengünstig aus Niederösterreich nach Wien transportiert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren täglich bis zu 40.000 Pferde auf der alten Reichsstraße unterwegs und verursachten eine „Verkehrshölle“. Die feierliche Eröffnung des Kanals erfolgte am 12. Mai 1803. Wir starten bei der Rechten Bahnzeile, radeln vorbei an den goldenen Kuppeln der Russisch-Orthodoxen Kathedrale und queren den Rennweg. Unser erstes Ziel ist der Platz der Opfer der Deportation. Platz der Opfer der Deportation Am Platz der Opfer der Deportation wurde 1848 der Wiener Hafen verlegt, da der alte Hafen dem Eisenbahnausbau im Weg lag. Mit der Fertigstellung der Südbahnstrecke und der Errichtung der Aspangbahn begann der Niedergang des Kanals. Im Juli 1879 wurde der Schiffsverkehr in Wien eingestellt und das Kanalwasser abgelassen. Das Hafenbecken wurde zugeschüttet und an dessen Stelle der Aspangbahnhof errichtet. Das trockengelegte Kanalbett nutzte man als Trasse für die Aspangbahn. Der Aspangbahnhof selbst fiel in den 1970er-Jahren der Abrissbirne zum Opfer. Traurige Berühmtheit erlangte der Bahnhof während der Nazizeit. Ein Denkmal im Park erinnert an die tausenden Juden, die von hier in die Vernichtungslager transportiert wurden. Etappe 2: Vom zweiten Wiener Hafen bis zum Liesingbach Weiter geht es entlang der Rubin Bittmann Promenade, der Otto Preminger Straße und der Leberstraße Richtung St Marxer Friedhof. Für einen Abstecher auf den St Marxer Friedhof müsst Ihr im Kreisverkehr der Leberstraße für weitere 600 Meter folgen. Ansonsten radelt Ihr dem Radweg-Schild „Schwechat“ nach. HINWEIS: BIEDERMEIERFRIEDHOF ST MARXBesucht die letzte Ruhestätte Mozarts. Die genaue Lage seines Grabes ist jedoch unbekannt. Da Grabsteine zu Mozarts Zeit verboten waren, kannte nur der Totengräber die genaue Stelle. Mit seinem Tod ging das Wissen um die Lage von Mozarts Grab verloren. Ein trauerndes Engerl an einer abgebrochenen Säule bezeichnet heute jenen Ort, wo die letzte Ruhestätte Mozarts vermutet wird. Der Radweg folgt dem Straßenzug „Am Kanal“ und der Schemmerlstraße, die an Joseph Schemerl erinnert. Dieser leitete  den Ausbau des Kanals zwischen 1799–1803. Warum man dem armen Mann im Straßennamen ein zweites „m“ verpasste, kann uns vermutlich nur der zuständige Stadtrat verraten. Er hat wohl im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst. Eine Brücke – mit Blick auf die Kuppel der mächtigen Karl Borromäus Jugendstilkirche – führt uns über den Zentralverschiebebahnhof Kledering. Über Wiesen und Felder geht es nun weiter Richtung Oberlaa und Unterlaa zum Liesingbach. Etappe 3: Vom Liesingbach bis nach Maria Lanzendorf Kurz nach Unterlaa folgt der Radweg ein Stück der Außenring-Autobahn. Unser nächstes Ziel ist die Wallfahrtskirche in Maria Lanzendorf. Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf – Ein Ort mit Weltgeschichte In Maria Lanzendorf wurde Weltgeschichte geschrieben. Um 70 n Chr schaute der Apostel Lukas vorbei und verkündete das Wort Christi. 100 Jahre später stürmte der römische Kaiser Marc Aurel durch den Ort, tötete jeden Markomannen und ließ als Dank eine Kapelle errichten. 508 verirrte sich König Arthus in die Gegend. Warum weiß nur er. Karl der Große kam mit der Absicht die Awaren zu vernichten. Was ihm auch gelang. Er spendete eine neue Kapelle und ein Marienbild zur Verehrung. Der Babenberger Herzog Leopold VI verehrte es und dankte der Mutter Gottes für seine glückliche Heimkehr vom Kreuzzug. Zu den Tatsachen. Als Wallfahrtsort wird Maria Lanzendorf bereits 1418 erwähnt und gilt als einer der ältesten Wallfahrtsorte Österreichs. Nach der Zerstörung durch die Türken 1683 wurde die Kirche prachtvoll im barocken Stil wiedererrichtet. Ein besonderes Zeugnis barocken Frömmigkeit ist der künstlich errichtete Kalvarienberg, in dessen Nischen der Leidensweg Christi dargestellt ist. Nach der Eröffnung des Wiener Neustädter Kanals drohte der Wallfahrtskirche eine besondere Gefahr. Wasser aus undichten Kanalteilen drang in die Katakomben ein und brachten die Kirche in Einsturzgefahr. Das Wasser stand so hoch, dass sogar die Särge durch die Gruft schwammen. Etappe 4: Von Maria Lanzendorf bis nach Laxenburg Kurz nach Achau stoße ich erstmals auf den Wiener Neustädter Kanal, der hier in den Mödlingbach mündet. Auf der rund 60 km langen Strecke überwand der Kanal mit Hilfe von 50 Schleusen einen Höhenunterschied von etwa 100 Meter. Vom Kanal sind heute noch 38 km zwischen Biedermannsdorf und Wiener Neustadt erhalten geblieben. Der Rest wurde zugeschüttet. Mühlen und Spinnereien sind schuld daran, dass der Kanal nicht zur Gänze zugeschüttet wurde. Sie siedelten sich am Kanal an, um das Wasser zum Betreiben der Maschinen zu nutzten. Kleinkraftwerke versorgen heute noch die Region mit Strom. Laxenburg Schon bald darauf erreiche ich Laxenburg, wo die Habsburger gerne zur Sommerfrische weilten.  Besonders Maria Theresia und Kaiser Franz schätzen den Park von Schloss Laxenburg, den größten englischen Landschaftsgarten Österreichs. Für eine ausgiebige Besichtigung reicht heute leider die Zeit nicht. HINWEIS: SCHLOSS LAXENBURGKaiser Franz I schuf am Beginn des 19. Jhdt eine Art Ritter-Disneyland im Schlosspark. Highligt des Parks ist die Franzensburg. Die Wasserburg stellt ein Sammelsurium historischer Originalbauteile aus Klöstern und Burgen des ganzen Landes dar. Mehr Infos für einen Rundgang im Schlosspark Laxenburg. Etappe 5: Von Laxenburg nach Kottingbrunn Es geht weiter entlang des Bahndamms der Aspangbahn zu den Ausläufern des Industriegebiets NÖ-Süd. Ab hier führt der Radweg fast durchgehend entlang des Wiener Neustädter Kanals bis an sein Ende in Wiener Neustadt. Ich radle durch Guntramsdorf, wo 1797 Kettensträflinge und Zwangsarbeiter mit den Grabungsarbeiten für die Wasserstraße begannen. Unwetterschäden und Dammbrüche verzögerten eine rasche Fertigstellung des Kanals. Am 12. Mai 1803 konnte die Schifffahrt endlich den Betrieb aufnehmen. Bereits um fünf Uhr früh verließ das erste Schiff den Wiener Hafen. Der Lastkahn nahm in Guntramsdorf eine Ladung Ziegel an Bord und erreichte am Nachmittag des nächsten Tages Wiener Neustadt. Die Lastschiffe wurden von einem Pferd gezogenen, hatten eine Länge von 22 Meter und eine Breite von zwei Meter. Sie konnten 30 Tonnen Ladegut transportieren, was ungefähr 30 Pferdefuhrwerken entsprach. Es geht flott dahin durch die flache Landschaft. Der Radweg streift die bekannten Weinorte Gumpoldskirchen, Pfaffstätten oder Baden nur am Rande. Wer Lust und Laune hat, kann auf der Höhe von Pfaffstätten einen kleinen Abstecher in das historische Zentrum von Baden unternehmen. HINWEIS: BADEN BEI WIENEinen kleinen Stadtrundgang durch Baden findet ihr im Beitrag Helenentalradweg – Das Wegerl im Helenental. Durch den Abstecher verlängert sich die Radtour um rund vier Kilometer. Den Abstecher nach Baden lasse ich heute aber bleiben und radle weiter entlang des Kanals. Es geht an Wasserschleusen und historischen Ziegelbrücken vorbei. Schloss Kottingbrunn und der Kriminalfall Bohr In Kottingbrunn lege ich eine kurze Rast ein und bewundere das fast 1.000 jährige Wasserschloss. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss dem Grafen Lamberg, der es nach der Zerstörung durch die Türken als Herrensitz wiederaufbauen ließen. Ich gebe zu, diese Info ist nicht sonderlich spannend. Spannender ist jedoch die Geschichte über Peter Ritter von Bohr, dem das Schloss von 1819 bis 1840 gehörte. Bohr stammte aus Luxemburg und kam als begabter Portraitmaler und Geschäftsmann nach Österreich. Er verfügte über ausgezeichnete Kontakte und machte mit undurchsichtigen Geschäften rasch ein großes Vermögen, das er laufend in Grundbesitz investierte. Bohr galt als Liebling von Kaiser Franz I und guter Freund des Fürsten Metternich. Er war auch Mitbegründer der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft und der Ersten Österreichischen Spar-Casse. Durch eine Fehlinvestition schlitterte Bohr 1839 in den Konkurs. Kurze Zeit später verfügte er auf rätselhafte Weise wieder über beachtliche Geldsummen. Sechs Jahre später des Rätsels Lösung. Bohr wird als Geldfälscher entlarvt, nachdem seine Frau mit Falschgeld eine auffällige Uhr gekauft hatte. In einem Aufsehen erregenden Prozess wird das Ehepaar zum Tode verurteilt. Nach Intervention aus höchsten Kreisen wird Bohr zu acht und seine Gattin zu zwei Jahren Kerker begnadigt. Bohr stirbt 1847 in der Haft und wird in Kottingbrunn begraben. Etappe 6: Von Kottingbrunn bis Wiener Neustadt Ohne Steigung radle ich an den Gemeinden Schönau, Leobersdorf, Sollenau, sowie dem Truppenübungsplatz Großmittel vorbei. Die Strecke beginnt sich jetzt ein wenig zu ziehen. Der ideale Zeitpunkt für eine kleine Anekdote über Ludwig van Beethoven. Beethoven, der viele Sommer in Baden verbrachte, unternahm eines Tages einen Spaziergang  entlang des Kanals. Ganz in Gedanken vertieft, vergaß er umzukehren und folgte dem Kanal immer weiter. Völlig müde, staubbedeckt und hungrig erreichte er Wiener Neustadt. Da er wie ein Bettler und Lump aussah wurde er von der Polizei wegen Landstreicherei festgenommen. Bereits im Stadtgebiet von Wiener Neustadt überquert der Kanal die Warme Fischa auf einem kleinen Aquädukt. Die Wasserkreuzung zählt zu den sieben Wundern von Wiener Neustadt, die jedes Volksschulkind der Stadt kennt. Zumindest, wenn es rudimentär des Lesens mächtig ist. Die sieben Wunder von Wiener Neustadt sind eine Anspielung auf die Sieben Weltwunder und weisen auf sieben historischen Besonderheiten hin. Mehr dazu am Ende unserer Radtour. Der Hafen von Wiener Neustadt Ich folge dem Kanal weiter bis zur Einmündung in den Kehrbach, überquere diesen und radle entlang der Straße“ Am Kanal“ bis zur Ungargasse, wo sich einst der Hafen von Wiener Neudstadt befand. Das Hafenbecken wurde 1916 zugeschüttet. Nur eine unscheinbare Gedenktafel erinnert noch an das einstige Hafengelände. Geschafft, die meine „Schiffsreise“ findet hier ihr Ende. Ich „schiffe“ aus und unternehme noch einen kurzen Spaziergang zu den sieben Wundern von Wiener Neustadt. Die sieben Wunder von Wiener Neustadt Neukloster und Mozarts Requiem Nur einen Katzensprung vom ehemaligen Hafen entfernt steht das Neukloster. Dieses wurde von Kaiser Friedrich III, dem Vater des späteren Kaiser Maximilian, 1444 gegründet. Das Kloster zählt zwar nicht zu den „Wundern“, doch hier wurde am 14. Dezember 1793 Mozarts Requiem unter der Leitung von Graf Franz von Walsegg aufgeführt. Walsegg hatte Mozart anonym mit der Komposition eines Requiems beauftragt. Der sonderbare Adelige gab häufig Partituren bei berühmten Komponisten in Auftrag, um diese bei Privatdarbietungen als seine eigenen zu verkaufen. Erstmals wurden Teile vom Requiem bereits fünf Tage nach Mozarts Tod in der Wiener Michaelerkirche 1791 uraufgeführt. Mehr zum Leben Mozarts findet Ihr in meinem Beitrag Mozart in Wien. St-Georgs-Kathedrale Die St-Georgs-Kathedrale kann gleich mit zwei Wunder aufwarten, nämlich „Das Grab zwischen Himmel und Erde“ und „Die Kirche unter der ein Heuwagen durchfahren kann“. Die St Georgs Kathedrale ist Teil der mehrfach umgebauten Wiener Neustädter Burg, wo sich heute die Militärakademie befindet. In der Burg wird Kaiser Maximilian I, der letzte Ritter, 1459 geboren. Von ihm soll der berühmte Spruch „Tu felix Austria nube“ stammen. Mit diesem Motto prägte er die erfolgreiche Heiratspolitik der Habsburger und Österreichs Aufstieg zur Weltmacht. Seine letzte Ruhestätte fand er unter den Stufen des Hochaltars. Die Kirche wurde nachträglich über einem Burgtor errichtet. Das Tor blieb erhalten und ist so breit, dass noch heute ein Heuwagen unter der Kirche durchfahren könnte. Und da sich die Kirche quasi „im ersten Stock“ der Burg befindet, liegt das Grab von Maximilian „zwischen Himmel und Erde“. Wiener Neustädter Dom Auf zum nächsten Wunder. Dieses befand sich am Wiener Neustädter Dom. Die beiden markanten Türme des Domes waren einst durch eine Hängebrücke in schwindelnder Höhe miteinander verbunden. Leider wurde die Hängebrücke durch einen Stadtbrand 1834 zerstört und nicht mehr wieder errichtet. Hauptplatz Weiter geht es zum Hauptplatz, wo ich eine kleine Ehrenrunde drehe und einen Blick auf das Alte Rathaus im klassizistischen Stil und die Mariensäule, die in Dankbarkeit für das Ende einer Pestepidemie errichtet wurde, werfe. Am Hauptplatz befinden mehr oder weniger zwei weitere Wunder. Der Babenberger Herzog Leopold V. gilt als Gründungsvater von Wiener Neustadt. Finanziert wurde der Bau der Stadt durch die Lösegeldzahlungen des englischen Königs Richard Löwenherz. Löwenherz hatte bekanntlich während eines Kreuzzuges den Babenberger zu tiefst beleidigt. Die Rache folgte auf dem Fuße. Auf der Rückreise wurde Löwenherz bei Wien gefangen genommen und erst nach Zahlung eines hohen Lösegelds frei gelassen. Der von Leopold ausgewählte Bauplatz für die neue „Wienerstadt“ hatte leider einen entscheidenden Nachteil. Er lag mitten im Sumpfgebiet. Der Boden war so schlammig, dass die ersten Siedler beim Gehen das Gefühl hatten, der „Boden schwankt unter ihren Füßen“. Und schon war das nächste Wunder gefunden. Um dem schwankenden Boden mehr Stabilität zu verleihen, wurden Holzstämme in den Boden getrieben und darauf Häuser und Gärten errichtet. Als die Siedler später in ihren Gärten den Salat ernteten, wuchs dieser sozusagen auf den Bäumen. Welch ein Wunder! Reckturm Machen wir uns auf zum letzten Wunder, welches sich beim Wiener Tor befand. Es handelt sich dabei um das Haus ohne Nagel, welches angeblich ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde. Leider machte es im 19. Jhdt eine unangenehme Bekanntschaft mit der Spitzhacke. Als Alternative für das entgangene Wunder bietet sich der Reckturm an. Errichtet im 13. Jhdt diente dieser lange Jahre als Gefängnis und Ort der „Peinlichen Befragung“. Hier erlebten Frauen, die der Hexerei angeklagt werden, wahre Wunder. Unter Folter gestanden sie alles. Ob die Freundschaft mit dem Teufel oder das Vergiften des Brunnenwassers. Genug von Schauergeschichten, Wundern und Kultur. Es wird Zeit zum Bahnhof zu radeln und mit dem nächsten Zug nach Wien zurück zu fahren. Fazit Schöne leichte Radtour von Wien Mitte bis nach Wiener Neustadt. Ideal zum Einfahren nach der Winterpause. Streckenweise ist die Tour sehr windanfällig, insbesondere nach Kottingbrunn. Zurück geht es gemütlich mit der Bahn. FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour entlang des Wiener Neustädter Kanals inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: RADWEG WIENER NEUSTÄDTER KANAL Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Die Radtour nutzt verschiedene lokale Radwege bis sie dann auf den EuroVelo9 bzw Thermenradweg stößt. Schwierigkeit: leicht/mittel Strecke: ca 62 km Highlights der Strecke: Wiener Neustädter KanalWallfahrtskirche und Kalvarienberg von Maria LanzendorfDie 7 Wunder von Wiener Neustadt Die Radtour ist ab Laxenburg sehr gut ausgeschildert bzw es geht immer dem Wiener Neustäter Kanal entlang. Davor empfiehlt sich eine Karte bzw die gps-Daten! [...]
Wir haben für Euch den Piestingtal-Radweg durch das wunderschöne „Biedermeiertal“ von Wöllersdorf nach Gutenstein erkundet und zeigen Euch die Highlights der Strecke. Wir wandeln auf den Spuren von Ferdinand Raimund, besuchen sein Grab in Gutenstein und unternehmen einen Abstecher zu den Myrafällen. „Ich habe dich gewählt, wildschönes Tal“, so schwärmte Ferdinand Raimund vom Piestingtal.Das Piestingtal ist der Inbegriff der biedermeierlichen Idylle. Neben Raimund fanden Johannes Brahms, sowie die Maler Friedrich Gauermann und Leopold Kupelwieser hier Inspirationen für neue Werke. Als Startpunkt für die heutigen Radtour entlang des Piestingtal-Radwegs habe ich den Bahnhof Wöllersdorf ausgewählt. Von hier sind es rund 28 Kilometer nach Gutenstein. Piestigtal-Radweg – Der schönste Biedermeier-Radweg Niederösterreichs Zügig geht es durch eine flache Wiesen- und Feldlandschaft nach Markt Piesting, wo das eigentliche Kernstück des Biedermeier-Radweges beginnt. Hier wurde auch der Maler Leopold Kupelwieser (Minnatal 3) geboren. Seine Hauptwerke sind religiöse Altarbilder und Portraits von Franz Schubert und dessen Freundeskreis. Das Geburtshaus befindet sich im Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Eine Gedenktafel erinnert jedoch an den berühmten Sohn des Ortes. In einem Bächlein helle, da schoss in froher Eil, die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil …Franz Schubert Kein Wunder, dass mir am nächsten Abschnitt des Biedermeier-Radweges immer wieder „Das Lied von der Forelle“ einfällt, führt doch der Radweg stets der Piesting und den Gleisen der Gutensteinbahn entlang. In der Nähe von Waldegg entdecke ich ein einzigartiges Naturdenkmal. Es handelt sich dabei um eine Kalk-Sinterader. Es ist dies eine „selbstaufbauende Kalkader“, die sich den Berg runterschlängelt. 60 Meter lang und 30 bis 40 Zentimeter hoch ist sie. Auf ihrem Kamm fließt in einer kleinen Rinne langsam das kalkhaltige Wasser ab und erreicht unten beim Radweg einen Brunnen. – derstandard.at/2000055540322/Niederoesterreich-Rundwanderung-im-PiestingtalDas Quellwasser schlängelt sich auf einer selbst aufgebauten „Kalk-Steinrinne“ von 3 bis 4 cm Durchmesser rund 60 Meter den Berg hinunter zu einem Brunnen am Rand des Piestingtal-Radwegs. Dieses Naturphänomen erinnert ein wenig an ein Aquädukt. Kurz darauf erreiche ich den kleinen ehemaligen Friedhof von Waldegg mit dem Doppelgrabmal der Industriepioniere August und Matheus von Rosthorn. Die Familie Rosthorn gründete 1814 in Waldegg – Oed eine Blech- und Drahtfabrik, die zu den bedeutensten in Mitteleuropa zählte. Der mächtige Grabstein im neogotischen Stil ist kaum zu übersehen. Um 1900 errichten die Rosthorns das erste Kraftwerk für die Stromerzeugung des Piestingtales. Eine Statue mitten im Wald erinnert an die großen Leistungen der Industriellen. Nach der Ortschaft Oed, wo Johannes Brahms gerne zur Sommerfrische verweilte, führt der Radweg über eine an der Schluchtwand errichte überdachte Holzbrücke nach Pernitz. Zwischen Pernitz und Gutenstein – Ein Abstecher zu den Myrafällen In Pernitz besteht die Möglichkeit einen Abstecher zu den Myrafällen zu unternehmen. Zuerst geht es ja noch flach dahin, dann aber steigt die Straße stetig bergauf. Nach rund 2,5 km ist der Eingang zu den Myrafällen erreicht. Schon zur Zeit des Biedermeiers waren die Myrafälle ein beliebtes Wanderziel. Eine Erinnerungstafel am Beginn der Myrafälle berichtet vom Besuch Kaiser Franz I nebst Familie. Wie lange, die kaiserliche Familie das Naturschauspiel betrachtet hat und ob sie in die Klamm eingestiegen ist, davon weiß die Chronik leider nichts zu berichten. Tatsache ist, dass Brücken und Steige erst 84 Jahre später durch den Österreichischen Touristenklub errichtet wurden. Nach der Entrichtung eines kleinen Obolus wandere ich über zahlreiche Brücken und Stege durch die enge romantische Klamm. Rund 90 Höhenmeter muss ich auf einer Länge von rund 600 Meter überwinden. Über unzählige Kaskaden stürzt sich die Myra durch die enge Felsschlucht. Der Aufstieg ist abwechslungsreich, aber nicht anstrengend. Rastbankerl und Informationstaferl über Geschichte, Flora und Fauna der Region laden immer wieder zum Verweilen und Lesen ein. Nach einer knappen halben Stunde – nicht eingerechnet die zahlreichen Fotostopps – erreiche ich das Ende der Myrafälle in der Nähe vom Karnerwirt. Für einen kurzen Einkehrschwung beim Karnerwirt fehlt mir leider die Zeit und so wandere ich gleich wieder zurück.  Der Wein erfreut des Menschen Herz!Götz von Berlichingen, Johann Wolfgang von Goethe Zurück in Pernitz stoße ich noch schnell mit dem „Aufrechten Trangler“ an, der mir fröhlich zuprostet. Ich schwinge mich wieder in die Pedale und weiter geht es Richtung Gutenstein. Auf den Spuren von Ferdinand Raimund Kurz nach Pernitz führt der Radweg direkt an der repräsentativen Raimund-Villa vorbei. Viel sieht man nicht, da das Haus hinter einem dicht verwachsenen Zaun steht. Ferdinand Raimund verbrachte hier die schönste Zeit seines Lebens. 4.000 Gulden hat ihm dieses Vergnügen gekostet. Ob sich diese Investition gelohnt hat, kann ich nicht beurteilen, da sich die Villa in Privatbesitz befindet und nicht zu besichtigen ist. Ein Aschen! Ein Aschen!Der Bauer als Millionär, Ferdinand Raimund Trotzdem sollte man hier kurz verweilen und sich die Schautafeln am Rande des Radweges zu Gemüte führen. Sie sind Teil des rund 12 km langen Biedermeier Erlebniswanderwegs. Der „Aschenmann“ aus Ferdinand Raimunds Theaterstück „Der Bauer als Millionär“ ist das Symbol dieses Wanderwegs. Die Schautafeln vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Zeit des Biedermeiers. Von der Lebensweise des Bürgertums bis hin zu den Themen Musik, Theater und Literatur. Und so erfahre ich, dass die berühmte Tänzerin Fanny Elssler mit ihrem berühmten Cachucha – einem andalusischen Tanz – die Herzen des Wiener Publikums eroberte. Gutenstein und Ferdinand Raimund So, nun aber flott nach Gutenstein. Hier erwartet uns neben einem kleinen Raimundmuseum auch die letzte Ruhestätte von Ferdinand Raimund am Bergfriedhof der Gemeinde. Nach kurzer Suche stand ich ehrfürchtig vor dem Grab des berühmten Schriftstellers. Das Ende seines Lebens war durchaus theatralisch. Jahrelang wurde Raimund von dem Wahn verfolgt, dass er von einem tollwütigen Hund gebissen werden könnte. 1836 ging dieser Albtraum in Erfüllung. Hals über Kopf brach er nach Wien auf, um sich von seinem Arzt untersuchen zu lassen. Ein schweres Gewitter zwang ihn aber zur Übernachtung im Pottensteiner Gasthaus „Zum goldenen Hirschen“, wo es jedoch zur Tragödie kam. Raimund jagte sich gegen Morgen eine Kugel in die Mund. Doch er war ein miserabler Schütze. Schwerverletzt überlebte er den Selbstmordversuch noch vier Tage lang. Dann schloss er für immer die Augen. Für wahre Raimund-Fans bietet sich noch ein Besuch von Raimunds Lieblingsplatzerl in Gutenstein an. Vom Bergfriedhof führt eine Straße weiter bergauf zur Wallfahrtskirche am Mariahilfberg. Hier soll Raimund hinaufgewandert sein und den Ausblick genossen haben. Von hier trete ich wieder die Reise zurück nach Wöllerdorf an. Alternativ kann man natürlich auch den Zug vom Bahnhof Gutenstein nehmen, wenn man den gleichen Weg nicht zweimal fahren will oder wenn die Müdigkeit die Oberhand gewinnt. Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Radweg Nr 43 bzw grünes Schild mit einem Trachtenpärchen und der Aufschrift Biedermeier Erlebnisweg. Schwierigkeit: leicht, immer entlang der Piesting bzw leichter Anstieg zu den Myrafällen Strecke: ca 28 km (eine Richtung) + 5 km Umweg Myrafälle Highlights dieser Tour: Pernitz (Myrrafälle)Gutenstein, Bergfriedhof mit Grabmal von Ferdinand Raimund, RaimundmuseumWaldegg, Kalksinterader Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und auch familienfreundlich. [...]
Barocke Pracht im Marchfeld. Die Radtour Marchfeld-Schlösser führt Euch zu Schloss Hof, Schloss Niederweiden, Schloss Orth und Schloss Eckartsau. Alle vier Marchfeld-Schlösser spielten einst im Leben von Maria Theresia, Kaiser Karl, Prinz Eugen und Kronprinz Rudolf eine große Rolle. Diese Radtour durch das Marchfeld verbindet Schloss Hof, Schloss Niederweiden, Schloss Orth und Schloss Eckartsau miteinander. Dabei handelt es sich um keine offizielle Strecke, sondern diese basiert auf Teilen verschiedener Radwege, ua dem Donauradweg, dem Marchfeldkanal-Radweg, dem Kamp-Thaya-March Radweg oder der Carnuntum-Schloss Hof-Bratislava-Tour. Kronprinz Rudolf, die Gebrüder Schrammel und Schloss Orth Noch nicht einmal gestartet und schon kann man das erste Schloss besichtigen. Einst eine mittelalterliche Wasserburg beherbergt Schloss Orth heute das Besucherzentrum des Nationalparks Donau-Auen. Im Schloss Orth feierte eine der ersten „Boybands“ der Welt ihren musikalischen Durchbruch. Anlässlich einer Hofjagd lud Kronprinz Rudolf zur Unterhaltung der illustren Gästeschar die Gebrüder Schrammel, sowie den Kunstpfeifer und Fiaker Bratfisch ein. Die Schrammeln begeisterten die aristokratische Haute Volée derart, dass Kronprinz Rudolf das Fest spontan um zwei Tage verlängern ließ. Besonders angetan war Kronprinz Rudolf von der Darbietung des Kunstpfeifers Bratfisch. Es gibt sogar die Mär, dass Rudolf und Bratfisch das Lied „Das is´n Weana sein Schan“ im Duett zum besten gaben. Gesichert ist jedoch, dass Rudolf an diesem Abend Bratfisch zu seinem Leibfiaker ernannte. Kaiser Karl und Schloss Eckartsau Von Orth geht es über den Donauradweg rund 9 km zum Schloss Eckartsau. Für mich persönlich das schönste Schloss der Runde. Das Schloss strahlt eine gewisse Ruhe und Würde aus. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Auf alle Fälle wurde hier Weltgeschichte geschrieben. Das letzte österreichische Kaiserpaar Karl I. und Zita lebten hier für knapp fünf Monaten, bevor es im März 1919 ins Exil in die Schweiz ging. Besichtigen kann man hier die original eingerichteten kaiserlichen Privaträume. Wer kein Interesse an den alten Habsburgern hat, kann auch ein wenig chillen. Überall im Schlosspark sind Liegestühle aufgestellt. Über eine wenig befahrene Landesstraße geht es über Pframa und Haringsee zum Marchfeldkanal-Radweg. Unweigerlich muss man bei dieser Tour an Arthur Schnitzler und an „Das weite Land“ denken. Getreidefelder wechseln sich mit Gemüse- und Kukuruzfeldern ab. Blendet man die Hundsheimer Berge im Hintergrund aus, dann ist die höchste Erhebung ein Misthaufen. Und genau hier, wo die Strecke besonders windanfällig ist, frischte ein warmer kräftiger Wind auf. Natürlich Gegenwind, wie konnte es anders sein. Und obwohl die Strecke komplett eben ist, musste ich kräftig in die Pedale treten. Prinz Eugen und Schloss Niederweiden Die einen sammeln Nippes, die anderen Schlösser. Zu den Letzteren zählte Prinz Eugen, der große österreichische Feldherr. Wenn er nicht gerade Osmanen verdrosch, kaufte „der edler Ritter“ Schlösser in Bausch und Bogen, wie Schloss Niederweiden oder Schloss Hof. Die fürstliche Zuwendungen durch das Kaiserhaus, als Dank für seine militärischen Siege, investiert der Prinz in Grundstücke, den barocken Ausbau von Schlössern, Gemäldesammlungen und den Ankauf von ganzen Biblotheken. Nach dem Tod von Prinz Eugen erbte seine 52 jährige unverheiratete Nichte Anna Victoria den Großteil seines Vermögens. Plötzlich war die alte Jungfer eine reiche Partie und fand prompt einen um 20 Jahre jüngeren Adeligen. Dummerweise konnte ihr Ehegatte nicht mit Geld umgehen und Anna Victoria begann den Nachlass des Prinzen Eugen komplett zu verschleudern. Als Schloss Niederweiden und Schloss Hof bei einer Versteigerung zum Kauf angeboten wurde, erwarb Kaiserin Maria Theresia beide Schlösser. Nach einer kurzen Schlossbesichtigung geht es entlang des Marchfeldkanal-Radweges zum imposantesten der Marchfeldschlösser, zu Schloss Hof. Maria Theresia und Schloss Hof Nachdem Prinz Eugen Schloss Hof erworben hatte, lässt er das Schloss zu einem prachtvollen barocken Schmuckkästchen ausbauen. Der Schlossgarten wird nach dem Vorbild von Versailles mit Terrassen, Treppenanlagen, Statuen und Brunnen gestaltet. Bereits zur Zeit von Prinz Eugen war Schloss Hof stets ein Schauplatz rauschender Feste und illustrer Gesellschaften. Es ist das Zeitalter der Inszenierung. Man tanzt Menuette unter Sternen, erfreut sich am Gesang von Kastraten und speist raffinierte Gaumenfreuden beim Schein tausender Fackeln. Zum Schrecken der Gästeschar lässt Prinz Eugen auch gerne seinen zahmen Löwen während des Bankettes frei herumlaufen. Das größte barocke Spektakel auf Schloss Hof plante Maria Theresia anlässlich der Hochzeit ihrer Lieblingstochter Marie Christine mit Prinz Albert von Sachsen. Doch die Freude Maria Theresias über die bevorstehende Hochzeit wurde vom plötzlichen Tod ihres geliebten Gatten getrübt. Die Trauung in der Schlosskapelle muss skurril angemutet haben. Aufgrund der einjährigen Hoftrauer trugen alle Hochzeitsgäste tiefschwarze Kleidung. Den Damen war nicht einmal gestattet ihre wertvollen Brasettln auszuführen. Nur das Brautpaar war davon ausgenommen. Marie Christine durfte in Weiß heiraten, Prinz Albert in Uniform. Nach der Trauung gab es anstelle eines rauschen Festes, ein bescheidenes Unterhaltungsprogramm in Form von Landlustbarkeiten. Dazu zählten Bauernwettlaufen, Sackhüpfen oder Armbrustschießen. Auch heute waren Partys und rauschende Feste nicht angesagt – vermutlich wäre ich auch „underdressed“ gewesen – und so ging es wieder am Marchfeldkanal-Radweg zurück bis zum Rußbach. Von dort führt nun der Weg über Engelhartstetten und Stopfenreuth über den Donauradweg zurück nach Orth an der Donau. TIPP FÜR EINE WEITERE RADTOURBei Schloss Hof startet auch unsere Radtour: ENTLANG DER MARCH ZWISCHEN ÖSTERREICH UND DER SLOWAKEI FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour zu den Marchfeld-Schlössern inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: SCHLÖSSER-TOUR DURCH DAS MARCHFELD Streckenplan Radtour Marchfeld Tourdaten Radweg-Symbol: keines, die Radtour ist keine offizielle Strecke, sie basiert vielmehr auf Teilen verschiedener Radwege, ua dem Donauradweg, dem Marchfeldkanal-Radweg, dem Kamp-Thaya-March Radweg oder der Carnuntum-Schloss Hof-Bratislava-Tour. Obiges Radwegschild ist daher nur ein Symbolfoto. Schwierigkeit: leicht, wenn kein Wind geht Strecke: ca 56 km Highlights der Strecke: Schloss OrthSchloss EckertsauSchloss HofSchloss Niederweiden (Abstecher) Der Weg ist nicht ausgeschildert. Es empfiehlt sich daher auch eine Karte der Region mitzunehmen. Hinweis: Die Radtour ist sehr windanfällig und man sollte diese nicht unbedingt bei hohen Temperaturen fahren, da Schatten eher Mangelware ist. Am heutigen Tag war das erste Kriterium gleich einmal nicht erfüllt. Es hatte 34 Grad. Aber, in Orth an der Donau – dem Ausgangspunkt der Tour  – war es windstill. Und dieses Kriterium zählt mehr als ein heißer Sommertag. [...]
Der Hauptplatz von Jetzelsdorf ist der Ausgangspunkt für meine heutige Radtour zu den Schauplätzen und Drehorten der Krimiserie „Polt“. Schon mal was von Jetztelsdorf gehört? Ich bis dato auch nicht. Aber der Ort ist sympathisch. Jetzelsdorf – Ausgangspunkt des Poltradweges In der Kirche huldigt man nicht nur dem Allmächtigen, sondern auch dem Wein. Nach der Errichtung eines neuen, größeren Gotteshauses, wurde die ehemalige Pfarrkirche zur Weinkirche umgestaltet, wo man mit viel Andacht die Weine der Region verkosten und lobpreisen kann. Doch eine Weinverkostung steht heute nicht am Programm, sondern eine Fahrradtour durch das Pulkautal. Ich begebe mich auf die Spuren von Simon Polt, einem Gendarmerieinspektor, wie er im Buche steht. Genauer gesagt in den Büchern von Alfred Komarek, dem geistigen Vater dieser Romanfigur. Schauplatz der Polt-Romane und deren Verfilmung ist das Pulkautal. Und das ist der Grund, warum ich mit meinem Fahrrad in Jetzelsdorf stehe. Denn hier startet der Polt-Radweg, welcher zu den verschiedenen Drehorten im Pulkautal führt. Mit Hilfe der sehr detaillierten und interessanten Broschüre „Der Polt-Weg“ lassen sich die sechzehn Drehorte leicht auffinden. Informationstafeln vor Ort liefern Wissenswertes und kurze Textpassagen aus den Romanen. Kellergasse von Peigarten Zahlreiche Kellergassen säumen den Polt-Radweg. Manche sind bis zu 200 Jahre alt. Eine besonders romantische Kellergasse entdecke ich in Peigarten. Die Versuchung ist groß unter den schattigen Kastanienbäumen eine gemütliche Rast bei einer herzhaften Brettljause und einem G´spritzen einzulegen. Doch erstens ist es noch zu früh und zweitens bin ich gerade einmal 3 km gefahren. Kellergassen spielen auch in den Polt-Romanen stets eine große Rolle, nicht nur als Ort von Mordermittlungen. Hier philosophiert Polt mit den alten Weinbauern über den Sinn des Lebens und das Pfefferl im Wein. In „Polt muss weinen“ verliebt er sich bei einem Spaziergang durch eine Kellergasse in die Lehrerin Karin Walter. Vielleicht haben sie auch gemeinsam am „Energie & Kraftplatz“-Lehrpfad in Auggenthal Kraft getankt, wo laut Experten besonders starke Erdstrahlen, Kraftfelder und Wasseradern aufeinandertreffen sollen. Ich geb´s zu, ich hab´s nicht so mit dem esoterischen und tanke lieber Energie in Form eines Müsliriegels. Hadres Energiegeladen folge ich dem Polt-Radweg weiter nach Hadres, wo sich im Ortszentrum auf No 5 der Eingang zu Polts Wohnung befindet. Den mittlerweile pensionierten Gendarmerieinspektor treffe ich leider nicht an.   Vermutlich sitzt er in seinem – hinter Büschen versteckten – alten Presshaus am Ende der Kellergasse von Hadres und streichelt gedankenverloren seinen Kater Czernohorsky. Vielleicht treffe ich ihn ja dort und er lädt mich mit der typischen Weinviertler Begrüßungsformel „Griaß di, trink’ ma was!“ auf ein Glaserl Veltliner ein. Die sanften Hügel des Weinviertels können beim Radfahren durchaus anstrengend werden, wie zwischen Obritz und Mailberg. Belohnt werde ich allerdings mit einem sehenswerten Ausblick ins Pulkautal und einem Weinbrunnen. Der Weinbrunnen kommt mir für eine kurze Pause gerade recht. Aus dem Brunnen können Wein und Mineralwasser gegen einen kleinen Obolus hochgekurbelt werden. Ich gönne mir ein Stifterl Veltliner und ein Mineral und mixe mir einen G´spritzten. Prost! Apropos Wein! Dieser kann bekanntlich recht gefährlich sein. So segnet die selige Pfarrersköchin Amalie in „Himmel, Polt und Hölle“ das Zeitliche, nachdem sie einen mit Tollkirschen vergifteten Cabernet Sauvignon getrunken hatte. Schloss Mailberg Nachdem ich meinen G´spritzten überlebt habe, nehme ich die nächste Etappe zwischen Schloss Mailberg und Schloss Seefeld in Angriff. Schloss Mailberg thront malerisch über den Dächern des Dorfes inmitten von Weingärten. Bereits seit 1146 befindet es sich im Besitz des Malteser-Ritter-Ordens. Das Schloss kann man im Rahmen einer Führung besichtigen und den hauseigenen Wein kann man in der Vinothek verkosten. Großkadolz Am Weg zum Schloss Seefeld radle ich am alten Tonkino von Großkadolz vorbei. Im Film „Polt“ sieht man den Gendarmerieinspektor auf seinem alten klapprigen Waffenradl mehrfach am ehemaligen Lichtspieltheater vorbeifahren. Schloss Seefeld Vom alten Tonkino ist es nur ein kurzes Stück zum beeindruckenden Schloss Seefeld, welches sich noch heute im Privatbesitz der Familie Hardegg befindet. 1629 erwarben die Grafen von Hardegg das Anwesen und ließen dieses zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Jakob Castelli zum heutigen barocken Schloss umbauen. Hier beginnt auch der mehr als 8 km lange und zähe Aufstieg zur Haidbergwarte, dem höchsten Punkt des Polt-Radwegs. Während ich mich mühsam den Hügel hinaufkämpfe, fallen mir die zahlreichen Marterln und Bildstöcke auf, die schon die ganze Zeit den Wegesrand säumen. Sie erinnern an menschliche Tragödien oder Freuden. Vielleicht sollte ich kurz innehalten und für ein Ende des Anstieges beten. Natürlich dürfen die Bildstöcke auch in den Polt-Verfilmungen nicht fehlen. Haidbergwarte Kurz vor der Haidbergwarte – hart an der tschechischen Grenze – steht das Urlauberkreuz, wo der Sohn des alten Weinbauers Fürnkranz von einer Schlägertruppe brutal zusammengeschlagen wird, weil er seine Spielschulden nicht begleichen konnte. Gespendet wurde dieser Bildstock von Wallfahrern, die in früheren Zeiten Urlauber genannt wurden, daher auch der Name Urlauberkreuz. Gott sei Dank findet jeder Anstieg ein Ende. Ab der Heidbergwarte geht es teilweise in rasanten Talfahrten durch die Kellergassen von Haugsdorf und Jetztelsdorf zurück zu meinem Ausgangspunkt bei der Weinkirche in Jetztelsdorf. Schön wars! FOTOALBUMWir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour auf den Spuren von Simon Polt inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: AUF DEN SPUREN VON SIMON POLT Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Oranges Schild „Poltweg“ Schwierigkeit: leicht bis mittel, zwei längere Anstiege Strecke: ca 53 km   Highlights der Strecke: Drehorte der Polt-Verfilmungen Die längste Kellergasse der Welt in Hadres Schloss Mailberg und Schloss Seefeld die Landschaft selbst Info-Material: „Der Polt-Weg“ – Eine sehr detaillierten und interessanten Broschüre mit Wegbeschreibung und Karte [...]
Willkommen auf dem Marillenblütenradweg in der Wachau – einer Radtour, die ihr in keiner offiziellen Radkarte finden werden. Inspiriert von der einzigartigen Marillenblüte haben wir uns die Freiheit genommen, diesen Abschnitt des Donauradwegs kurzerhand inoffiziell umzutaufen. Marillenblütenradweg Von Ende März bis Anfang April verwandelt sich die Wachau in ein atemberaubendes Blütenmeer, wenn tausende Marillenbäume ihre zarten rosa-weißen Blüten entfalten. Auf dieser Radtour erwarten Euch nicht nur blühende Obstgärten, sondern auch kulturelle Schätze: ehrwürdige Klöster, eine geheimnisvolle Kartause, imposante Burgruinen und malerische Ortschaften. Mautern – Römer und Nibelungen! Mautern an der Donau Als Ausgangspunkt unseres inoffiziellen Marillenblütenradwegs, der dem bekannten Donauradweg folgt, bietet sich Mautern an, wo wir auch bequem das Auto parken können. Mautern, dessen Ursprünge bis in die Römerzeit zurückreichen, beeindruckt mit gut erhaltenen Mauerresten aus dieser Epoche. Doch nicht nur die Römer hinterließen hier ihre Spuren: Kriemhild und die Nibelungen sollen durch Mautern gezogen sein, ebenso wie der Heilige Severin, der sich der Bekehrung von Römern und Barbaren widmete. Von dieser geschichtsträchtigen Atmosphäre inspiriert und voller Tatendrang, schwingen wir uns voller Vorfreude aufs Rad. An der schönen blauen Donau durch die Wachau Weißenkirchen Wie ein silbernes Band schlängelt sich die Donau durch die malerische Wachau, und wir folgen ihrem Lauf auf dem Donauradweg – oder besser gesagt, auf dem von uns umgetauften »Marillenblütenradweg«. Erstaunlicherweise hat noch kein findiger Touristiker die brillante Idee gehabt, diesen Abschnitt des Donauradweges offiziell so zu benennen. Marillenblüte in der Wachau Zwischen Rossatz und St. Lorenz entfaltet sich ein atemberaubendes Panorama vor uns: Weingärten wechseln sich mit blühenden Marillenbäumen ab und tauchen die Wachau in ein blütenweißes Meer. Der tote Riese von St Lorenz Wachauer Nase bei St. Lorenz In St. Lorenz erwartet uns eine skurrile Überraschung: das Grab eines Riesen. Kein Grabstein kündet von seiner Existenz, nur eine gigantische Nase ragt aus dem Boden. Ein Wunder? Mitnichten! Es handelt sich um ein faszinierendes Kunstwerk im öffentlichen Raum. Ruine Aggstein – Das Rosengärtlein, ein Ort des Schreckens! Ruine Aggstein Die Ruine Aggstein thront wie ein Adlerhorst auf einem steil abfallenden Felsen hoch über der Donau. Die Auffahrt mit dem Rad wäre eine echte Herausforderung – 2,3 km mit Steigungen von bis zu 20%. Wir entscheiden uns, die mächtige Burganlage aus der Ferne zu bewundern und lassen uns von ihrer imposanten Silhouette faszinieren. Ruine Aggstein Die Burgruine Aggstein ist untrennbar mit der Legende vom Rosengärtlein verbunden. Der berüchtigte Raubritter Schreck vom Wald soll seine Gefangenen auf einen schmalen, steilen Felsvorsprung an der Burgmauer – das sogenannte Rosengärtlein – gebracht haben. Dort stellte er sie vor die grausame Wahl: den Tod durch einen Sprung in die Tiefe oder qualvolles Verhungern. Kartause Aggsbach – Beten allein war nicht mehr genug Kartause Aggsbach Von Aggstein ist es nur eine kurze Fahrt zur Kartause Aggsbach, die etwas abseits vom Marillenblütenradweg oder vulgo Donauradweg liegt. Dieses ehemalige Kloster, 1380 gegründet und knapp 400 Jahre später von Joseph II. aufgelöst, erzählt von einer Zeit, in der Beten und Schweigen nicht mehr ausreichten. Joseph II. vermisste einen konkreten Nutzen für die Allgemeinheit – ein Gedanke, der die Wandlung der Zeit widerspiegelt. Kartause Aggsbach Wir besuchen die Stiftskirche und lassen uns vom Meditationsgarten verzaubern. Hier werden durch kunstvoll arrangierte Pflanzen die zerstörten Mönchszellen und der große Kreuzgang symbolisch wieder zum Leben erweckt. Die Stille und Beschaulichkeit dieses Ortes laden förmlich zum Innehalten ein. Natur pur und das Kloster Schönbühel Marillenblütenradweg – Am Donaustrand in der Wachau Von Aggsbach führt der Marillenblütenradweg durch ein unberührtes Augebiet nach Schönbühel, wo wir beinahe ein unscheinbares Kleinod übersehen hätten: Das ehemalige Servitenkloster Schönbühel. Kloster Schönbühel Das Kloster Schönbühel wurde im 17. Jh. auf den Ruinen des sagenumwobenen »Teufelsschlosses« errichtet, in dem der Teufel einst sein Unwesen getrieben haben soll. Der Legende nach soll in den Gemäuern ein unermesslich reicher Schatz verborgen gewesen sein – doch alle, die ihn bergen wollten, kehrten entweder nicht zurück oder verloren den Verstand. Um den Spuk zu beenden, ließ Graf Conrad Balthasar von Starhemberg das Kloster errichten, das später zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Schloss Schönbühel Schloss Schönbühel Nur einen Katzensprung vom ehemaligen Servitenkloster entfernt thront Schloss Schönbühel auf einem markanten Donaufelsen. Die im frühen 12. Jh. als Wehrburg errichtete Anlage prägten die Starhemberger über vier Jahrhunderte. Nach allmählichem Verfall erfolgte 1819 die Renovierung und der Umbau zum Schloss. Obwohl das Gebäude nicht öffentlich zugänglich ist, gehört das imposante Bauwerk am Ufer der Donau zu den schönsten Fotomotiven der Wachau. Stift Melk – das schönste Barockstift Österreichs Stift Melk Majestätisch erhebt sich Stift Melk auf einem Felsen, zweifellos eine der schönsten Barockanlagen Österreichs. Ein Besuch und eine Führung durch das Stift sind ein absolutes Muss für jeden Kulturliebhaber. Zu den Höhepunkten des Stifts Melk zählen der prachtvolle Marmorsaal und die beeindruckende Stiftsbibliothek. Stadtplatz in Melk Der Marmorsaal besticht durch sein atemberaubendes Deckenfresko, das 1731 von Paul Troger geschaffen wurde. Die Stiftsbibliothek beherbergt einen beachtlichen Bestand von rund 100.000 Bänden. Der Bibliothek und dem Stift Melk hat der Schriftsteller Umberto Eco in der Literaturgeschichte einen besonderen Platz gesichert. In seinem berühmten Roman „Der Name der Rose“ lässt er die fiktive Hauptfigur Adson von Melk aus diesem Kloster stammen. Es wird Zeit, dass wir uns auf den Rückweg machen. Wir queren kurz nach Melk die Donau und radlen am nördlichen Donauufer zum Ausgangspunkt zurück. Willendorf – Die älteste Frau Österreichs Venus von Willendorf Willendorf ist unser nächstes Ziel. Schon beim Ortseingang wird auf die berühmteste Tochter der Ortschaft hingewiesen. Sie war wahrlich keine Schönheit und entspricht so gar nicht dem heutigen europäischen Schönheitsideal: Fettleibig, schwere Brüste, breite Hüften – ein Role-Model zur Verherrlichung von Fettleibigkeit! Die Rede ist von der Venus von Willendorf, einer 25.000 Jahre alten kleinen Statue, die 1908 beim Bau der Wachaubahn hier gefunden wurde. Luzi und die Teufelsmauer Tunnel durch die Teufelsmauer Die Wachau ist reich an Sagen und Legenden. Am Weg nach Spitz passieren wir die sagenumwobene Teufelsmauer. An dieser Stelle wollte Luzi eine Mauer quer über die Donau errichten. Alle „Frömmler“ sollten in der aufgestauten Donau ertrinken. Doch Luzi versagte. Heute durchquert der kürzeste Bahntunnel Österreichs die Teufelsmauer. Spitz – Mariandl-andl-andl, aus dem Wachauer Landl-Landl! Ruine Hinterhaus Spitz an der Donau liegt malerisch am Fuße des 1.000 Eimer Berges und wird von der Ruine Hinterhaus bewacht. Schmale mit Steinmauern angelegte Weingärten ziehen beeindruckende geometrische Muster durch die Hügellandschaft. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub der Weinstöcke in den buntesten Farbtönen präsentiert, üben die Weingärten eine magische Anziehungskraft für Fotografen aus. Spitz an der Donau Als Filmkulisse für »Mariandl« erlangte der Ort Berühmtheit. Hans Moser, Rudolf Prack, Conny Froboess Peter Wecker und Waltraud Haas sangen und grantelten sich am Kirchenplatz von Spitz durch diesen Filmklassiker. Trotz zahlreicher Liebeswirren kommt es zum Schluss natürlich zu einem Happy-End, welches von der heimlichen Hymne der Wachau untermalt wird: »Mariandl-andl-andl, aus dem Wachauer Landl-Landl«. Nicht nur zur Marillenblüte wunderschön – Herbststimmung in Spitz Mit diesem Ohrwurm im Ohr treten wir beschwingt in die Pedale und radeln zügig von Weißenkirchen nach Dürnstein. Dürnstein – Die touristische Perle der Wachau Blick auf Dürnstein Dürnstein ist der Inbegriff der Wachau. Die Silhouette der Stadt wird vom weithin sichtbaren blauweißen Kirchturm des Augustiner Chorherrnstifts und von der Ruine Dürnstein dominiert. Mittelalterliche Häuserzeilen werden von Bürgerhäusern aus der Renaissance und des Barocks unterbrochen. In den engen Gassen von Dürnstein In den Gassen dreht sich alles um Wein und Marillenprodukte. Ein Besuch in der Bäckerei Schmidl, wo 1905 das Original Wachauer Laberl erfunden wurde, ist ein Muss für Feinschmecker. Ruine Dürnstein Berühmtester Gast in Dürnstein war König Richard Löwenherz, der während eines Kreuzzuges, Herzog Leopold tief beleidigt hatte. Die Rache folgte auf dem Fuße. Auf der Rückreise wurde Löwenherz bei Wien erkannt, gefangen genommen und auf die Ruine Dürnstein gebracht. Niemand kannte seinen Aufenthalt. Sein treuer Minnesänger Blondel zog singend und suchend von Burg zu Burg, bis er in Dürnstein endlich fündig wurde. Genug der Legenden. Donaubrücke bei Mautern Wir verabschieden uns von Dürnstein und setzen unseren Rückweg fort. Kurz vor Stein an der Donau führt uns eine der ältesten Donaubrücken zurück zu unserem Ausgangspunkt in Mautern. Fazit Schöne Radtour durch geschichtsträchtige und pittoreske Orte mit Pilgerfaktor – Stift Göttweig, Stift Melk und Stift Dürnstein liegen auf der Strecke. Besonders schön ist die rund 70 km lange Tour während der Marillenblüte. In diesem Zeitraum sind nicht nur zahlreiche Radfahrer unterwegs, sondern auch Autofahrer, die beim Anblick der blühenden Bäume völlig unberechenbar in ihren Fahrkünsten werden. Also Obacht! Zusatz-Tipp: Stift Göttweig Stift Göttweig In unmittelbarer Nähe zu Mautern thront das Benediktinerkloster Göttweig hoch über der Wachau, welches aufgrund seiner exponierten Lage als österreichisches »Montecassino« bezeichnet wird. Nach seiner Gründung 1083 und einem verheerenden Brand 1718 entstand es als barocke Pracht nach den Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt. Bedingt durch die immensen Baukostens konnte der Neubau nur zu zwei Dritteln realisiert werden. Besonders beeindrucken die monumentale Stiftskirchenfassade sowie die Kaiserstiege, Österreichs größtes Barocktreppenhaus mit Paul Trogers berühmtem Deckenfresko. Ein kurioses Detail: Die Uhren am Südturm sind lediglich aufgemalt – ein charmantes Relikt barocker Sparsamkeit. Fotoalbum Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Radtour durch die schöne Wachau inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser Radtour findet Ihr im Fotoalbum unter: AM MARILLENBLÜTENRADWEG DURCH DIE WACHAU  Streckenplan Tourdaten Radweg-Symbol: Grüne Tafel mit der Aufschrift Donauradweg, perfekt ausgeschildert! Schwierigkeit: leicht Strecke: ca 70 km Highlights der Strecke: Auf der gesamten Strecke finden sich zahlreiche Burgen, Klöster und geschichtsträchtige Orte Original: 4.4.2017; Update: 4.4.2025 [...]
Die Rosenburg am Kamptalradweg Die mächtige Burgruine Gars, das prachtvolle Schloss Rosenburg, das barocke Stift Altenburg und eine reizvolle Flusslandschaft zeichnet den Kamptalradweg aus. Es fährt ein Zug nach Horn Bahnhof Hadersdorf am Kamp Unsere heutige Radtour beginnt in Hadersdorf am Kamp, von wo aus wir entspannt mit der Kamptalbahn zu unserem Startpunkt in Horn gelangen. Nach einer etwa fünfzigminütigen Bahnfahrt erreichen wir den Bahnhof. Von hier aus planen wir, zunächst dem Klosterradweg in Richtung Altenburg zu folgen. Leider sind die Hinweisschilder für den Klosterradweg an diesem Punkt recht rar gesät . Daher empfiehlt es sich am besten, einfach der Bahnhofstraße ins Zentrum zu folgen. Grasel-Turm Grasel-Turm in Horn Wir radeln vorbei am Grasel Turm, der nach dem legendären Räuberhauptmann Grasel benannt ist. Um 1800 trieben Grasel und seine Gefährten ihr Unwesen im Waldviertel. Ein bunter Strauß an Verbrechen schmückte ihre Liste: Mord, Entführung, Totschlag, Erpressung – so ziemlich jede Untat, die das Gesetzbuch zu bieten hatte. In der Legende heißt es, dass Grasel den Reichen nahm, um es den Armen zu geben – eine Art Robin Hood des Waldviertels, wenn man so will. Als man Grasel endlich habhaft wurde, verurteilte ihn das Gericht zum Tod durch Erhängen. Der Überlieferung nach sollen Grasels letzte Worte gewesen sein, »Jessas, so vül Leit!« Hauptplatz von Horn Hauptplatz von Horn Die Suche nach dem Einstig zum Klosterradweg führt uns zum Hauptplatz von Horn, wo wir einen kurzen Stopp einlegen. Horn gilt als eine Stadt der Renaissance. Diesen Ruf verdankt sie dem einflussreichen Adelsgeschlecht der Puchheimer, welches einst zu den führenden protestantischen Adeligen des Landes zählte. Während ihrer Herrschaft wurden zahlreiche prächtige Renaissancehäuser am Hauptplatz erbaut. Darunter finden sich Juwelen wie das Sgraffitohaus und die Georgskirche. Hauptplatz von Horn Die Georgskirche wurde Ende des 16. Jhdt als repräsentatives protestantisches Gotteshaus errichtet. Besonders bemerkenswert ist das steile Pyramidendach des Kirchturms, gekrönt von Ecktürmchen. Dieses architektonische Meisterwerk wurde dem Turm der berühmten Teynkirche in Prag nachempfunden und gilt heute als das unverwechselbare Wahrzeichen von Horn. Hauptplatz von Horn Als Reicharts von Puchheim und andere protestantische Adelige während des Dreissigjährigen Krieges die aufständischen Stände in Böhmen unterstützen, führte dies zur Eroberung der Stadt durch kaiserliche Truppen und zur Verurteilung des Puchheimers. Stadt und Herrschaft Horn wurden ihm entzogen und in der Folgezeit rekatholisiert. Nun aber genug der Geschichte. Es geht weiter zur Brücke über die Taffa, wo wird endlich das erste Hinweisschild auf den Klosteradweg entdecken. Entlang der Taffa Entlang der Taffa Wir folgen nun der Taffa Richtung Frauenhofen. Eine schöne ebene Strecke erwartet uns. Kurz nach Frauenhofen ist es vorbei mit der Gemütlichkeit. Ein knapp zwei Kilometer lange Anstieg nach Altenburg beginnt. Wälder und Felder wechseln sich entlang der Strecke ab. Am Scheitelpunkt des Anstiegs können wir erstmals in der Ferne das Stift erblicken.  Das Troger-Stift Altenburg Stift Altenburg Die Geschichte des Benedektinerstifts Altenburg reicht bis in das Jahr 1144 zurück und ist gekennzeichnet von Zerstörung und Wiederaufbau. Kumanen, Hussiten und der ungarische König Matthias Corvinus suchten die Klosteranlage heim. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Altenburg durch schwedische Truppen unter General Torstenson zum Großteil zerstört. Stift Altenburg Übrig blieb nur mehr ein »wüster Steinhaufen«, den Abt Benedikt Leiß einebnen ließ. Unter Abt Placidus Much entstand jene prachtvolle Barockanlage, die wir heute noch bewundern können. Der Abt holte die herausragendsten Künstler seiner Zeit, den Baumeister Josef Munggenast und den Maler Paul Troger, an Bord, um das prächtigste Barockjuwel des Waldviertels zu schaffen. Stift Altenburg Einen Besuch der Stiftskirche oder eine Führung durch die Klosteranlage solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Besonders beeidruckend ist die mehr als 700 m² große Hauptkuppel der Stiftskirche, die zweifellos zu den eindrucksvollsten Werken Paul Trogers zählt. Stift Altenburg Krypta, Bibliothek oder Kaiserstiege, tragen ebenfalls die Handschrift des Malers und zählen zu den besonderen Highlights eines Rundgangs. Schloss Rosenburg, Juwel der Renaissance Die Rosenburg am Kamptalradweg Unser nächstes Ziel ist die prächtige Rosenburg, die auf einem mächtigen Felsen über dem Kamptal thront. Ihrem Namen verdankt das Renaissanceschloss dem ehrwürdiger Ritter Gozwin, der vor rund 1.000 Jahren auf diesem Felsen hauste. Seine heldenhaften Taten – welche dies waren bleiben in der Dunkelheit der Geschicht verborgen – brachten ihm die Anerkennung von niemand Geringerem als Leopold V ein, der ihm den Ritterschlag verlieh. Fortan führte er den stolzen Titel Gozwin de Rosenberg. Die zart blühenden Wildrosen am Fuße des Kamptalfelsens erwiesen sich als Quelle seiner Namensinspiration. Die Rosenburg am Kamptalradweg Das Renaissanceschloss wurde erstmals 1175 urkundlich erwähnt und befindet sich seit 1681 im Besitz der Familie Hoyos-Sprinzenstein. Falls es die Zeit erlaubt und ihr euch gerne zwei Kilometer den Schlossberg bergauf quält, dann solltet ihr der Rosenburg unbedingt einen Besuch abstatten. Belohnt werdet ihr mit einer einzigartigen Schlossanlage mit einem prächtigen Renaissance-Turnierhof und interessanten Ausstellungsräumen mit umfangreichen Sammlungen von alten Möbeln, Kunstobjekten und Waffen. Impressionen vom Kamptalradweg Wer die Rosenburg nicht mit dem Fahrrad erkunden möchte, kann auch in etwa 20 Minuten zu Fuß zum Renaissanceschloss hinaufwandern. Startend im Dorf, in der Nähe der historischen »K.K. Taback Trafic«, die vermutlich zu den ältesten Trafiken der Region zählt, führt ein Wanderweg über den eisernen Kampsteg und den Burgsteig bis zum Schloss. Graselhöhle etwas abseits vom Kamptalradweg Auf halbem Weg passiert man dabei die Graselhöhle, die laut Überlieferung ein Versteck des Räuberhauptmanns gewesen sein soll. Die Gänge der Höhle, die auch als »Zwerglloch« bekannt ist, erstrecken sich über eine Gesamtlänge von ungefähr 100 Metern. Es wird auch erzählt, dass von der Höhle aus ein Geheimgang in den Weinkeller der Rosenburg führte. Beide Geschichten gehören vermutlich eher ins Reich der Phantasie. Gesichert ist jedoch, dass die Höhle bereits in der Jungsteinzeit bewohnt war, wie Funde von zerbrochenen Tongefäßen bestätigen. Carmen meets Rigoletto in Gars am Kamp Gars am Kamp Nach dieser kleinen Wanderung setzen wir unsere Reise entlang des Kamptalradwegs in Richtung Gars fort. Ab diesem Punkt ist die Strecke des Kamptalradwegs deutlich markiert, und wir bewegen uns auf Fahrrad- und Güterwegen oder entlang ruhiger Nebenstraßen. Kamptalradweg: Skyline von Gars am Kamp Gars am Kamp wird von einer der ältesten Ritterburgen des Landes gut bewacht. Ein steiler Fußweg führt in zehn Minuten hinauf zur alten Babenbergerburg, die man kostenlos besichtigen kann. Im 11. Jhdt war die mächtige Garser Burg unter Markgraf Leopold II für einige Jahre Regierungssitz der Babenberger. Kaum zu glauben, aber damit war Gars für kurze Zeit die Hauptstadt des damaligen Österreichs. Doch der Sohn von Leopold II, Leopold III oder vulgo der »Der Heilige«, konnte sich so gar nicht mit dem rauhen Klima im Waldviertel anfreunden. Er verlegte seinen Regierungssitz nach Klosterneuburg, wo er gleich einmal ein Stift gründete. Der Legende nach genau an jener Stelle, wo der kostbare Schleier seiner Gattin durch eine Windstoß geweht worden war. Kamptalradweg: Gars am Kamp Der Nordturm bietet nicht nur eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Burg, sondern auch einen schönen Ausblick über das Kamptal und das Horner Becken. Seit Ende der 1980er dienen die jahrhundertealten Mauern als Kulisse für das jährliche Opernfestival. Wo einst der Minnesang die Burgherrn erfreute, erklingen heute Bizets Carmen oder Rossinis Barbier von Sevilla. Alte Villen am Kamptalradweg Das Bürgertum schätzte Gars anfangs des 20. Jhdt als Ort der Sommerfrische. Alte Villen und der Kurpark zeugen noch heute von dieser großen Vergangenheit. Bekanntester Stammgast war der Opern- und Operettenkomponist Franz von Suppé. Traditionscafe Ehrenberger Das Traditionscafe Ehrenberger lädt am Hauptplatz zu einer kleinen Stärkung ein. Hier gibt’s nicht nur den Original Waldviertler Mohnzuzler – nicht verkostet – sondern auch hervorragende Kokoskuppeln. Davon habe ich mich persönlich überzeugt. Dem Kamp immer entlang Kamptalradweg – Immer entlang des Kamps Von Gars verläuft der Kamptalradweg stets in der Nähe des Flusses. Der Kamp ist kein geradliniger Fluss. Mäanderartig und geheimnisvoll fließt er durch ein enges Tal, welches sich erst südlich von Schönberg weitet. Mit 159 km ist der Kamp der längste Fluss des Waldviertels, der im Weinsberger Wald enspringt und bei Grafenwörth in die Donau mündet. Der Name Kamp ist keltischen Ursprungs und bedeutet soviel wie »krumm«. Kamptalbahn Mächtige historische Bogenbrücken der Kamptalbahn queren immer wieder den Fluss. Ab Stiefern und Schönberg ändert sich die Landschaft. Das Kamptal wird breiter. Die ersten Weingärten sind zu sehen. Grüner Veltliner und Riesling erfreuen sich hier größter Beliebtheit. Abseits des Kamptalradwegs: Kamptalwarte Vom Heiligenstein winkt aus der Ferne die Kamptalwarte herüber. Eingebettet zwischen Wäldern und Weinterrassen könnt ihr diese nach einer rund dreißig minütigen Wanderung erreichen. Von der Weinstadt Langenlois zum Tor des Kamptals Langenlois Von Zöbing ist es nicht mehr weit bis in das Zentrum der Weinstadt Langenlois. Rund um den sehenswerten Kornplatz reihen sich zahlreiche Bürgerhäuser aus der Renaissancezeit. »In Langenlois, in Langenlois, dort packt die Zenz den langen Lois und gibt ihm einen herzhaften Schmatz, in Langenlois mitten am Platz« sang einst Hermann Leopoldi. Gerüchteweise gilt dieses Lied noch immer als heimliche Hymne von Österreichs größter Weinbaustadt. Langenlois Seit Jahrhunderten ist die Hauptstadt des Kamptals wegen ihrer hervorragenden Weine bekannt. Besonders die Reben des Grünen Veltliners finden auf den kalkhaltigen Lössboden ein ideales Terrain. Mit seiner prächtigen Fassade zählt das Ursin-Haus zu den schönsten Bauwerken am Kornplatz. Darin befindet sich ein Eldorado für Weinliebhaber, nämlich die Gebietsvinothek des Weinbaugebiets Kamptal mit über 300 Weinen von rund 60 Winzern. Schloss Haindorf Schloss Haindorf Wir verlassen den weinseligen Ort und radeln entlang des Loisbachs zum Schloss Haindorf. Über Schloss Haindorf ist wenig Historisches überliefert. Es wird vermutet, dass die barocke Anlage an jener Stelle errichtet wurde, wo sich einst im Mittelalter die »Loisbachmühle« befand. Im Laufe der Geschichte wechselten die Besitzer häufig. Bekannt ist Schloss Haindorf als Kulisse für die »Operettenfestspiele Langenlois«. Hier trifft im Sommer die Csárdásfürstin die lustige Witwe und der Bettelstudent besucht den Zigeunerbaron im weißen Rössl. Schloss Gobelsburg Schloss Gobelsburg Nur einen kurzen Sprint von Schloss Haindorf entfernt, steht Schloss Gobelsburg, gut bewacht von zwei grimmig schauenden Löwen. Diese zierten einst die alte Wiener Aspernbrücke über den Donaukanal, die im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht gesprengt wurde. Doch wie kamen die Löwen nach Gobelsburg? Nach dem man bei der Neuerrichtung der Aspernbrücke für die Raubkatzen keine Verwendung mehr hatte, beschloss die Stadt Wien sich mit einem Löwenpärchen bei den Langenloisern für eine »10.000 kg Weintrauben Spende« für Wiener Kinder im Jahr 1945 zu revanchieren. Schloss Gobelsburg Sein heutiges barockes Aussehen verdankt das Schloss einem Umbau durch Joseph Munggenast im Jahre 1725. Munggenast gilt als der bedeutendste Baumeister des niederösterreichischen Barocks zu dessen Hauptwerken die Umbauten der Stifte Geras, Altenburg oder Melk zählen. Nach mehreren Besitzerwechsel erwirbt im Jahre 1740 das Stift Zwettl das Schloss mit seinen Weingärten und lässt es zu seinem wichtigsten Weingut ausbauen. Bekannt ist das Schlossweingut Gobelsburg für seinen Messewein, der nur mit der Erlaubnis des Bischofs produziert werden darf. Obwohl das Schloss nicht direkt am Kamptalradweg liegt, lohnt sich der kurze Umweg von nicht einmal 250 Meter. TIPP:WANDERN LANGENLOIS – ZWEI SCHLÖSSER UND DIE AUSSICHTSWARTE AM GOBELSBERGWandern, Sightseeing und Genießen ist das Motto unserer Weinwanderung rund um Langenlois, die Euch zu zwei Schlössern und zur Aussichtswarte am Gobelsberg führt. Weinfans und Genusswanderer kommen bei dieser rund 10 km langen Tour voll auf ihre Kosten. Die letzte Etappe: Hadersdorf am Kamp Hadersdorf am Kamp Der Kamptalradweg führt uns mitten auf den Hauptplatz von Hadersdorf, dem Tor zum Kamptal. Der Hauptplatz wird dominiert von einem riesigen Park um den sich Häuser aus der Zeit der Spätgotik, der Renaissance und des Barocks gruppieren. Bevor wir uns auf den Weg zum Bahnhof machen, drehen wir noch schnell eine Ehrenrunde um diesen „Marktplatz der Jahrhunderte“. Kurz danach erreichen wir den Bahnhof und unseren Ausgangspunkt. Fazit Schöne Radtour mit imposanten Burgruinen, prächtigen Schlössern, dem schönsten Barockstift des Waldviertels, sowie einer reizvollen Flusslandschaft. Streckenplan Tourdaten Die Radtour beginnt in Horn. Zuerst folgt man dem Klosterradweg nach Altenburg. Ab Altenburg wechselt man auf den Kamptalradweg, welcher einem über Gars und Langenlois nach Hadersdorf am Kamp führt. Radweg-Symbol: Grünes Schild „Klosterradweg“ bzw „Kamptalweg“ Schwierigkeit: mittel, mehrere kleinere Steigungen, ein langer Anstieg von Frauenhofen nach Altenburg, sowie fakultativ zum Schloss Rosenburg. Strecke: ca 49 km   Highlights des Kamptalradwegs: Stift Altenburg Schloss Rosenburg Burgruine Gars Hauptplatz von Langenlois und Hadersdorf Schloss Gobelsburg Die Flußlandschaft des Kamp Der Einstig in Horn war ein wenig schwierig zu finden. In Hadersdorf muss man auch aufpassen um den Weg zum richtigen Bahnhof zu finden. Es empfiehlt sich ein gps oder eine Radkarte mitzunehmen. Der Kamptalradweg wurde erstmals 2017 und nochmals im August 2023 befahren. [...]

Die besten Radtouren in Niederösterreich

Zu den beliebtesten Radtouren in Niederösterreich zählen der Ybbstalradweg – ein landschaftliches Highlight entlang der ehemaligen Bahntrasse –, der Donauradweg, der sich perfekt für Genussradler eignet, sowie der Polt-Radweg im Herzen des Weinviertels. Familien begeistert der Marchfeldkanal-Radweg, der sanft durch Ebenen und zu berühmten Marchfeld-Schlössern führt. Für ambitionierte Radler bieten sich längere Rundtouren wie der EuroVelo 9 oder Pilgerfahrten nach Mariazell an.

Regionen, Besonderheiten und Tipps

Das Mostviertel, die Wachau oder das Weinviertel bieten je nach Jahreszeit ihr ganz eigenes Radvergnügen. Besonders im Frühling blüht das Land entlang der Flüsse und Bahntrassen auf. Im Herbst laden Weinberge und Kellergassen zu kulinarischen Genüssen und entspannten Pausen ein. Geheimtipps für Fotomotive und sehenswerte Kulturdenkmäler findest du in unseren ausführlichen Beiträgen:

Perfekt vorbereitet

In unseren Beiträgen findest du ausführliche Tourenbeschreibungen, GPS-Tracks, Höhenprofile und persönliche Empfehlungen. Egal ob Genussradler, Familie oder Sportler: Jede Route hat ihren ganz eigenen Reiz und bietet entlang des Weges zahlreiche Entdeckungen.


Alle Radtouren und Radwege Niederösterreich


Hinweis für Leser

Sämtliche Routen und Empfehlungen wurden mit einem klassischen Fahrrad und ohne jegliche E-Bike-Unterstützung abgefahren. Die Angaben zu Ausdauer, Tempo und Streckenprofil basieren entsprechend auf persönlicher Erfahrung ohne Motorhilfe.

Radwege und Radtouren Niederösterreich: Weitere Fotos findest Du auf unserer Fotoseite auf Flickr.