PORTUGAL – RUNDREISE ZU DEN SCHÖNSTEN UNESCO WELTKULTURERBESTÄTTEN

Wir haben die UNESCO Weltkulturerbestätten in Portugal für euch getestet und präsentieren Euch die Highlights im Rahmen einer Portugal Rundreise. Die Rundreise führt Euch zu allen zwölf Weltkulturerbestätten in Portugal mit Ausnahme der achten. Die Felszeichnungen im Vale do Côa haben wir selbst noch nicht besucht.

Lissabon, Stadtviertel Baixa

Die Tour startet und endet in Lissabon. Die Portugal-Rundreise führt Euch zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und echten Highlights. In sieben Tagen entdeckt Ihr Klöster, Paläste und zwei einzigartige Kulturlandschaften. An- und Abreisetage sind bei unserem Programmvorschlag nicht berücksichtigt.

TIPP
Wir haben für Euch einen kostenlosen Reiseführer mit einem ausführlichen Reiseprogramm durch Portugal zusammengestellt. Dieser führt von Lissabon in dreizehn Tagen (+ fünf Zusatztagen) von Lissabon über den Alentejo hinauf nach Porto. Unseren kostenlosen Tourguide findet ihr hier: GRATIS-REISEFÜHRER: EINE RUNDREISE DURCH PORTUGAL und beinhaltet auch die vorgestellten Weltkulturerbestätten.

Tag 1: Lissabon: Torre de Belém, Hieronymus-Kloster

Torre de Belém

Lissabon, Torre de Belém

Vom Stadtteil Belém starteten die portugiesischen Abenteurer ihre Seereisen ins Ungewisse: Vasco da Gama fand im Gegensatz zu Kolumbus den Seeweg nach Indien. Fernão Magellan erbrachte den Beweis, dass die Erde keine Scheibe war und segelte rund um die Welt. Pedro Álvares Cabral entdeckte Brasilien und kehrte mit Gold, Edelsteinen und exotischen Gewürzen zurück.

Torre de Belém

Von diesem “Goldenen Zeitalter” zeugt heute noch der Torre de Belém. Als Leuchtturm auf einem Felsen im Mündungstrichter des Tejo gelegen, begrüßte er die rückkehrenden Entdecker und Handelsschiffe.

Hieronymus-Kloster

Lissabon, Mosteiro dos Jerónimos

Ganz in der Nähe des Torre de Belem erhebt sich parallel zum Tejo-Ufer das Hieronymus-Kloster. Das Hieronymus-Kloster sollte zum sichtbaren Beweis der königlichen Macht und des unbeschreiblichen Reichtums Portugals werden. Die Klosteranlage gilt als bedeutendster Bau der Manuelinik, einer portugiesischen Variante der Spätgotik.

Lissabon, Mosteiro dos Jerónimos

Finanziert wurde der Klosterbau durch die enormen Gewinne, die der König kraft seines Monopols auf die kostbarsten Gewürze – Pfeffer, Gewürznelken, Zimt – erzielte. Beeindruckend ist nicht nur die Größe der Klosteranlage, sondern auch die reich verzierte Fassade und der märchenhaft verspielte Kreuzgang.

Lissabon, Mosteiro dos Jerónimos - Grab von Vasco da Gama

Im Kloster fanden zahlreiche berühmte Portugiesen ihre letzte Ruhestätte. Darunter König Manuel I, unter dessen Herrschaft Portugal zur Weltmacht aufstieg und Vasco da Gama, der unerschrocken die Weltmeere erforschte.

Tag 2: Kulturlandschaft Sintra

Sintra, Palácio de Monserrate

Exzentriker, die auch im Sommer die Nähe zum Königshaus suchten, errichteten in Sintra ihre Herrenhäuser inmitten prächtiger Gartenanlagen. Schriftsteller wie Lord Byron oder Hans Christian Andersen haben ihre Begeisterung für Landschaft und Architektur auch literarisch festgehalten.

Sintra, Palácio de Monserrate

Auf keinem Besichtigungsprogramm dürfen die beiden Königspaläste Palácio Nacional de Sintra und Palácio Nacional da Pena fehlen. Dort herrscht jedoch stets ein Besucherandrang. Als Alternative bieten sich der Palácio de Monserrate und die Quinta da Regaleira an.

Palácio Nacional de Sintra

Sintra, Palácio Nacional de Sintra

Schon von weitem sieht man die hohen, konischen Küchenkamine des Palácio Nacional de Sintra. Wie weiße Champagnerflaschen ragen sie in den Himmel. Bis ins 16. Jhdt war der Palácio das “Bad Ischl” der portugiesischen Könige. Hier erholten sie sich von den anstrengenden Regierungsgeschäften und frönten der Jagd und den Maitressen.

Sintra, Palácio Nacional de Sintra

Daran erinnert der Sala das Pegas. Zahlreiche Elstern blicken von der Decke herab. Sie symbolisieren die Redseligkeit der Hofdamen. König João I soll in diesem Saal eine hübsche Maitresse geküsst haben. Der Geschwätzigkeit der Hofdamen ist es zu verdanken, dass die pikante Geschichte publik wurde. Voller Ärger ließ König João I die 136 Hofdamen als geschwätzige Elstern an die Decke des Saales malen.

Sintra, Palácio Nacional de Sintra

Viele der Räumlichkeiten sind mit reich verzierten Holzdecken und kostbaren Azulejos ausgestattet. Die Decke des Wappensaals schmücken die Wappen der 72 portugiesischen Adelsfamilien. Die Wände zieren prächtige blauweiße Azulejos, die Jagdszenen und den höfischen Alltag darstellen.

Palácio Nacional da Pena

Sintra, Palácio Nacional da Pena

Auf der höchsten Bergkuppe thront der Palácio Nacional da Pena. Er wächst förmlich aus einem Felsen heraus. Die Meinungen über diesen Palast gehen weit auseinander. Sie reichen von Kitsch pur bis zu einem Gesamtkunstwerk, das von Gaudi stammen könnte.

Sintra, Palácio Nacional da Pena

Beim Palácio Nacional da Pena treffen die unterschiedlichsten Stilelemente aufeinander. Das Ergebnis ist ein bizarres Bauwerk mit Kuppeln, Zinnen und Türmchen in Blau, Gelb und Rosa.

Tag 3: Alcobaça, Batalha

Kloster Alcobaça

Alcobaça, Mosteiro de Alcobaça

Das Zisterzienserkloster Alcobaça stiftete der erste portugiesische König Alfonso I. Henriques aus Dankbarkeit für den Sieg über die Mauren. Das Kloster Alcobaça ist untrennbar mit der Liebesgeschichte von Prinz Pedro und Inês de Castro verbunden.

Batalha, Mosteiro da Batalha

Der Prinz verliebte sich unsterblich in die spanische Hofdame, die ihm drei Kinder schenkte. Vermutlich aus politischen Gründen ließ der König, Pedros Vater, Inês ermorden. Nach dem Tod des Vaters wurde Inês exhumiert und vor den Augen des gesamten Hofes zur Königin gekrönt.

Alcobaça, Mosteiro de Alcobaça

Großer Kreuzgang, Kreuzgang des Kardinals oder Kreuzgang zur Bibliothek, die Anzahl der Kreuzgänge ist beachtlich. Die Bögen wirken teils wuchtig, die manuelinischen Säulen hingegen grazil. Ein Ort, der Ruhe und des Meditierens.

Kloster Batalha

Batalha, Mosteiro da Batalha

Das Dominikanerkloster von Batalha zählt zu den Meisterwerken der gotischen und manuelinischen Architektur. Die Fassade wirkt verspielt, ist reich verziert mit Zinnen, Türmchen und Säulen aus ockerfarbenem Sandstein. Dutzende Figuren prägen das mächtige Hauptportal des Klosters.

Batalha, Mosteiro da Batalha

Die Errichtung des Klosters geht auf ein Gelübde von König João I zurück. Der König versprach der Gottesmutter das prächtigste Kloster aller Zeiten, falls er die Spanier im Unabhängigkeitskampf besiegen würde. Unschwer zu erraten, wer die Schlacht gewann.

Batalha, Mosteiro da Batalha

Die feingliedrigen Arkadenbögen des “Königlichen Kreuzgangs” sind Glanzstücke der Manuelinik und erinnern an indische Tempel.

Batalha, Mosteiro da Batalha

Die Hauptattraktion des Klosters von Batalha sind die “Unvollendeten Kapellen”. Wir betreten den Innenraum der Kapellen durch ein mächtiges Portal. Verschwenderische Ornamente ranken sich um das Eingangsportal und die tragenden Säulen. Eine Kuppel sucht man vergeblich. Diese wurde nie gebaut. Ob aus Geldmangel oder durch den Tod des Bauherrn, eine Antwort auf diese Frage kann niemand geben.

Tag 4 Porto

Porto, Se

Die Kathedrale “Se” liegt auf einem Hügel und blickt auf Porto herab. Der ideale Ort um sich ein Bild von der Stadt zu machen. Von hier oben wirkt Porto wie ein verschachteltes Labyrinth. In der Ferne erhebt sich der schmale “Torre des Clérigos”.

Porto

Neben der Aussichtsplattform führt eine dunkle Stiege zum Douro hinab. Wäsche flattert auf schmiedeeisernen Balkonen. Porto mag man oder nicht. Porto ist eine Stadt der Gegensätze. Mittelalter und Barock inmitten von Baulücken und bröckelnden Hausfassaden. Reiche Stadtpaläste verstecken sich im Grau. Die kleinen Häuser am Douro-Ufer erstrahlen hingegen in den buntesten Farben.

Porto, Ponte Dom Luís I.

Die Brücke Dom Luis führt über den Douro zur gegenüberliegenden Schwesternstadt “Vila Nova de Gaia”. Die Stadtväter ließen die zweistöckige Eisenbrücke im Stile Gustav Eiffels errichten. Sie ist wohl das bekannteste Fotomotiv Portos. Von der oberen Ebene hat man einen wunderschönen Ausblick auf das historische Stadtviertel Ribeira. Porto, Ribeira

Die Ribeira hat sich in den letzten Jahren von einem ärmlichen “Kleine-Leute-Viertel” zu einer Vergnügungsmeile mit zahlreichen Restaurants und Souvenirläden gewandelt. Das “Grau” der Häuser, welches vor Jahren noch die Fassaden dominierte, ist bunten Farben gewichen.

Porto, Ponte Dom Luís I.

Vis-à-vis der Ribeira – am gegenüberliegenden Ufer des Douros – liegt Portos Schwesternstadt Vila Nova de Gaia, das Zentrum der Portweinherstellung. Alle wichtigen Portweinhersteller sind vertreten und bieten Kellerführungen und Portweinverkostungen an.

Tag 5: Guimarães und Douro-Tal

Guimarães

Guimarães

In der Burg von Guimarães erblickte der kleine Alfonso Henriques die Welt. Er befreite das Land von den Mauren und wurde zum ersten König Portugals gekrönt. Daher gilt Guimarães als “Wiege der Nation”.

Guimarães

Die mittelalterliche Innenstadt ist ein Labyrinth aus schmalen Gassen und stimmungsvollen Plätzen. Das Zentrum der Altstadt markiert der Largo da Oliveira. Eine Kirche und das Rathaus mit Arkadenbögen dominieren den schönsten Platz der Stadt.

Guimarães

Ein schönes Fotomotiv sind die schmalen alten Häuser mit schmiedeeisernen Gittern und grazilen Holzbalkonen. Viele dieser winzigen Balkone werden noch heute zum Trocknen der Wäsche genutzt.

Das Douro-Tal

Dourotal, Quinta do Seixo

Zwischen Pinhão und Peso da Régua präsentiert sich der Douro von seiner schönsten Seite. Gemütlich schlängelt sich der Fluss durch ein tief eingeschnittenes Tal. Die 27 km lange Straße ist eng und kurvenreich.

Dourotal

Links- und Rechtskurven halten sich das Gleichgewicht, 93 sollen es sein. Schmale mit Steinmauern angelegte Weingärten ziehen perfekte geometrische Muster durch die Landschaft.

Dourotal, Bahnhof Pinhao

In Pinhão gibt es nicht allzu viel zu sehen. Nur der Bahnhof weckt das Interesse der Besucher. Seine Fassade ist mit zahlreichen Azulejos verziert, die Szenen des ländlichen Lebens darstellen.

Dourotal, Pinhao

Sie erzählen von der harten Arbeit in den Weingärten und vom Leben am Douro. Sie zeigen Schiffe und Ochsengespanne, die schwere Weinfässer transportieren.

Dourotal, Quinta do Seixo

Es geht weiter zur Quinta do Seixo, einer Portweinkellerei, rund 7 km von Pinhão entfernt. Wie eine Burg thront die Quinta hoch über dem Douro-Tal. Sie ist nur über eine schmale und kurvenreiche Straße zu erreichen. Von der Terrasse des eleganten Verkostungsraums genießt man einen herrlichen Ausblick ins Douro-Tal.

Quinta do Seixo

Bei einer Führung durch die Quinta erfährt man einiges über die Herstellung von Portwein und seine Geburtsstunde. Im 17. Jhdt erschwerte ein Handelskrieg zwischen Frankreich und England zunehmend die Einfuhr französischer Weine auf die Insel. Englische Kaufleute suchten Ersatz und wurden in Porto fündig. Um die Weine für den langen Transport haltbar zu machen, beschlossen die Engländer diese mit Brandy zu konservieren – der Portwein war geboren.

Tag 6: Universitätsviertel von Coimbra, Kloster von Tomar

Coimbra

Coimbra

Coimbra ist anders. Jeder Hügel einer portugiesischen Stadt wird dominiert von einer Burg oder Wallfahrtskirche. Nicht so in Coimbra. Der Glockenturm der ältesten Universität des Landes winkt majestätisch von der höchsten Erhebung entgegen. Man erreicht ihm über die “Rückenbrecher-Stiege” mit ihren unzähligen Stufen.

Coimbra, Universität

Bereits im Jahre 1290 gründete König Dinis die Universität von Coimbra. Die Ausmaße des Universitätscampus sind beeindruckend. Doch die Universitätsbibliothek – die Biblioteca Joanina – stellt alles in den Schatten.

Coimbra, Universität

Am Rande des Campus gelegen, wirkt sie von außen fast unscheinbar. Dies ändert sich schlagartig, wenn man die Bibliothek betritt. Eine Meisterleistung des Barocks erwartet den Besucher. Die Deckenmalereien zeigen, Allegorien der Künste und Wissenschaften. Die drei Säle sind verschwenderisch mit Gold verziert. 300.000 Bücher stehen in prachtvollen Regalen aus Rosen- und Ebenholz. Der Prunksaal der Wiener Hofbibliothek war Vorbild für diesen barocken Prachtbau.

Kloster Tomar

Tomar, Convento de Cristo

Das Christuskloster von Tomar wirkt am ersten Blick wie eine Burg. Kein Wunder, residierten hier einst die Tempelritter, die eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Mauren spielten. Der Rundgang durch den festungsartigen Bau führt an mehreren Kreuzgängen vorbei zum vielleicht berühmtesten Fenster Portugals.

Tomar, Convento de Cristo Ein Meisterwerk der manuelinischen Steinmetzkunst. Es scheint, als hätten die Steinmetze Skizzen von indischen Tempelanlagen zum Vorbild genommen. Das Fenster ist ein in Stein gehauenes Traumbild mit Ankern, Knoten und Algen aus Stein und symbolisiert das “Goldene Zeitalter” der Entdeckungen.

Tag 7: Elvas und Évora

Elvas

Elvas

Durch seine Grenzlage war Elvas stets Schauplatz zahlreicher blutiger Auseinandersetzungen zwischen Portugiesen und Spanier. Die strategisch wichtige Lage führte zur Errichtung zahlreicher mächtiger Befestigungsanlagen. Noch heute findet man rund um Elvas die größten erhaltenen Bollwerk-Befestigungsanlagen der Welt.

Elvas

Besonders sehenswert ist das Bollwerk Graça. Mächtige Mauern, tiefe Gräben, Türmchen, Schießscharten und ein zackenförmiger Grundriss machten diese Verteidigungsanlage uneinnehmbar. 

Elvas

Innerhalb des Bollwerks befinden sich Kasernengebäude, Pulvermagazine, Lagerhäuser, Zisternen, Offiziersquartiere und ein zweistöckiges Gouverneurshaus im Rokokostil. Vom Gouverneurshaus genießt man einen beeindruckenden Panoramablick auf die umliegende Landschaft.

Évora

Evora, Praca do Giraldo

Die Altstadt von Évora lässt sich leicht zu Fuß erkunden. Besucher stoßen auf ein Labyrinth von engen, kopfsteingepflasterten Gassen. Sie führen vorbei an Kirchen und kleinen Palästen. Auffallend sind die weißen Hausfassaden, die häufig mit einem gelben Streifen verziert sind. Der von Arkaden gesäumte Praça do Giraldo. ist das Herz der Stadt, beliebter Treffpunkt für Alt und Jung.

Evora, Se

Wehrhaft erheben sich die beiden ungleichen Türme des gotischen Kathedrale. Das Kirchenportal ist reich verziert. Nicht das Kircheninnere stößt auf Interesse, sondern die Terrasse am Dach der Kathedrale. Von hier hat man den besten Ausblick auf Évora.

Evora, Ruine des Diana Tempels

Phönizier, Griechen, Römer oder Mauren – sie alle kamen nach Évora. Die Römer hinterließen der Stadt einen Tempel mit mächtigen korinthischen Säulen. Einer mittelalterlichen Kulturbarbarei ist es zu verdanken, dass der Tempel noch heute existiert. Nachdem man die Säulenzwischenräume zugemauert hatte, diente der Tempel für Jahrhunderte als Schlachthaus. Erst 1870 entdeckte man das architektonische Juwel, wieder und gab ihm seine ursprüngliche Gestalt zurück.

Evora

Baugrundstücke waren stets rar in Évora. Jeder noch so schmale Bauplatz wurde für den Wohnbau genutzt. Kein Wunder also, dass sogar die Bögen des Aquädukts verbaut wurden.

Tag 8: Rückkehr nach Lissabon

Abschließend möchten wir Euch nochmals an unseren kostenlosen Reiseführer mit einem ausführlichen Tourenprogramm durch Portugal erinnern. Dieser führt von Lissabon in dreizehn Tagen (+ fünf Zusatztagen) von Lissabon über den Alentejo hinauf nach Porto. Unseren kostenlosen Tourguide findet ihr hier: GRATIS-REISEFÜHRER: EINE RUNDREISE DURCH PORTUGAL