FRANKEN – EIN KURZER SPAZIERGANG DURCH DIE ALTSTADT VON COBURG

Auf unserer Tour durch Franken haben wir auch einen Zwischenstopp in Coburg gemacht. Erfahrt in diesem Beitrag, welche Sehenswürdigkeiten Ihr bei einem kurzen Stadtspaziergang auf keinen Fall versäumen solltet. Dazu gibt es Anekdoten über das Bratwurstmännle, Johann Strauss, und den »Gurken-Alex«.

Der Marktplatz von Coburg

Coburger Stadthaus

Ohne Zweifel, der Marktplatz von Coburg darf auf keinem Fall bei einer Stadttour durch Coburg fehlen. Dieser ist bereits seit dem Spätmittelalter das pulsierende Herz der Stadt.

Statue von Prinz Albert

Prinz Albert Denkmal und Stadthaus

Im Zentrum des fast quadratischen Platzes blickt erhaben Prinz Albert auf uns herab. Das Denkmal ist ein Geschenk der britischen Königin Victoria an die Heimatstadt ihres verstorbenen Gatten. Sie ließ es sich nehmen, das Denkmal im August 1865 unter dem frenetischen Jubel der Bevölkerung selbst zu enthüllen. Durch geschickte Heiratspolitik gelang es dem Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha mit vielen europäischen Königshäusern verwandt zu sein – »Tu felix Sachsen-Coburg-Gotha nube!«

Das Bratwurstmännle am Rathaus von Coburg

Rathaus von Coburg

Wenden wir uns der Südseite des Platzes zu, die vom Coburger Rathaus dominiert wird. Unser Interesse gilt der Skulptur am Rathausgiebel.

Bratwurstmännle am Rathaus von Coburg

Sie stellt den Stadtpatron Mauritius dar, der seit 400 Jahren über die Länge der Coburger Bratwurst wacht. Dies brachte dem Heiligen den Spitznamen »Bratwurstmännle« ein. Für die Coburger ist der Marschallstab in der rechten Hand der Figur von immenser Bedeutung, gilt er doch als Maß aller Coburger Bratwürste. 31 cm muss die Original Coburger Bratwurst sein. Wehe ein Fleischhauer vermisst sich!

Die Coburger Bratwurst

Coburger Bratwurst

Natürlich könnt ihr die Coburger gleich an Ort und Stelle verkosten. Schon am Morgen weht der Duft der Wurst über den Marktplatz. Traditionell wird die Coburger Spezialität über Kiefernzapfen gegrillt und in einem halben Weckerl mit Senf serviert.

Stadthaus Coburg

Prinz Albert Denkmal und Stadthaus

Die Nordseite des Marktplatzes wird vom mächtigen Coburger Stadthaus begrenzt. Herzog Johann Casimir veranlasste den Bau des repräsentativen Gebäudes im Renaissancestil.

Coburger Stadthaus

Hier befanden sich einst die Amtsräume der Beamtenschaft des Herzogtums. Am Fassadenschmuck wurde wahrlich nicht gespart. Von jedem Hausgiebel blickt streng eine überlebensgroße steinerne Ritterfigur herab.

Coburger Stadthaus

Die beiden prächtigen Eck-Erker sind mit den Darstellungen der Tugenden »Gerechtigkeit, Hoffnung, Glaube und Liebe« verziert.

Hofapotheke

Hofapotheke von Coburg

Zu den ältesten Gebäuden am Coburger Marktplatz zählt die Hofapotheke. Unserer Aufmerksamkeit gilt dabei der Gebäudeecke mit dem kleinen Erker und einer Muttergottesfigur aus dem Jahr 1500.

Gurken-Alex

Gurken-Alex

Wir verlassen den Markplatz über die Herrengasse, die uns zu einem Coburger Original führt. Hier erinnert ein Brunnen an den kleinwüchsigen Alexander Otto, der auf Volksfesten und in Gasthäusern eingelegte Salzgurken verkaufte. Der Gurken-Alex war bekannt für seine Redegewandtheit und Schlagfertigkeit. Obwohl er fast blind war, meisterte er das Leben mit viel Humor.

Schloss Ehrenburg und Schlossplatz

Schlossplatz von Coburg

Am Ende der Herrengasse erwartet uns schon am Schlossplatz das Stadtschloss der Herzöge von Sachsen-Coburg-Gotha. Seinen Namen verdankt Schloss Ehrenburg dem Habsburgerkaiser Karl V, da das Schloss ohne Frondienste der Untertanen errichtet wurde.

Schloss Ehrenburg

Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss dem berühmten Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel. Mit Schloss Ehrenburg ist auch ein Stück österreichische Musikgeschichte verbunden. Am 15. August 1887 geben sich Johann »Schani« Strauss und seine Adele das »Ja-Wort« in der Schlosskapelle.

Johann Strauss Sohn und seine drei Frauen

Schloss Ehrenburg

Im 19. Jhdt hieß es nicht Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll, sondern Wein, Weib und Gesang. Und von »Weibern« hatte der schneidige Schani reichlich. Johann Strauss Sohn war dreimal verheiratet und genoss zahlreiche amouröse Abenteuer. Seine erste Frau Jetty starb an Scharlach. Von der zweiten Frau Lily ließ er sich scheiden, da sie ihm mit einem Theaterdirektor betrog. Und dann lernte er die Witwe Adele Strauss kennen und lieben.

Schloss Ehrenburg

Obwohl beide Strauss heißen, sind sie weder verwandt noch verschwägert. Adele ist jung, hübsch und auf der Suche nach einer guten Partie. Der Schani, reich, dreißig Jahre älter und einsam. Johann Junior möchte Adele heiraten, doch dummerweise ist der Walzerkönig in den Augen der Kirche noch immer verheiratet.

Reiterdenkmal Herzog Ernst II

Die Lösung des Problems liegt im protestantischen Coburg. Der musikbegeisterte Herzog Ernst II – sein Reiterdenkmal steht im Hofgarten – erklärt sich bereit, den Schani rechtmäßig von Lily zu scheiden. Dieser kleine Gefallen ist nur an zwei Bedingungen geknüpft: Johann muss Bürger des Herzogtums werden und zum Protestantismus konvertieren. Der verliebte Schani stimmt den beiden Bedingungen zu. Er verzichtet auf die österreichische Staatsbürgerschaft, wird Bürger des Herzogtums von Sachsen-Coburg-Ghota und wechselt kurzerhand den Glauben. Damit steht einer Hochzeit nichts mehr im Wege.

Coburger Bratwurst

Genug besichtigt, der Magen knurrt. Es wird Zeit eine Coburger Bratwurst zu verkosten und danach unsere Erkundungstour durch Franken fortzusetzen.

NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?
Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Ausflug nach Coburg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu diesem Ausflug findet Ihr im Fotoalbum unter: FRANKEN – DIE SIEBEN SCHÖNSTEN AUSFLÜGE RUND UM BAMBERG