BAMBERG UND SEINE SEHENSWÜRDIGKEITEN AN EINEM TAG ZU FUSS ENTDECKEN

Ihr erfahrt in diesem Beitrag die perfekte Route für einen Stadtspaziergang durch Bamberg, lernt Bamberger Geheimnisse kennen und erfahrt zahlreiche Anekdoten über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Bamberger Dom

Was macht ihr eine Woche in Bamberg? Diese Frage haben wir vor unserer Reise oft gestellt bekommen. Die Antwort ist einfach. Bamberg ist eine wunderbare Stadt mit engen mittelalterlichen Gassen, prächtigen Kirchen, schönen Fachwerkhäusern und interessanten Museen. Die Lage an der Regnitz ist malerisch und die Stadthügel bieten einen wunderschönen Ausblick auf die Altstadt.

Alte Hofhaltung

Schon Kaiser Heinrich II gab Bamberg im Jahr 1000 den Beinmanen “Fränkisches Rom”, weil die Stadt auf sieben Hügel errichtet wurde. Die UNESCO Weltkulturerbe-Stadt eignet sich auch hervorragend für Ausflüge in die Fränkische Schweiz oder in die Städte Coburg, Bayreuth oder Nürnberg. Genug der einführenden Worte.

Guten Morgen Bamberg!

Obere Pfarre

Die Kirchenglocken sämtlicher Kirchen der Stadt haben uns pünktlich um 7.00 Uhr geweckt. Ein Überhören ist unmöglich, denn die Turmuhren läuten alle Viertelstunden. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg die Sehenswürdigkeiten Bambergs zu erkunden.

Altes Rathaus

Altes Rathaus in Bamberg

Wir beginnen unseren Spaziergang durch Bamberg beim bekanntesten Postkartenmotiv der Stadt, dem Alten Rathaus. Wer ein Foto von diesem Prachtbau ohne wild herumfuchtelnden Selfie-Sticks, amerikanischen Touristengruppen oder eigenartig posierenden Influencern machen möchte, sollte sich spätestens um 9.00 Uhr an Ort und Stelle einfinden.

Altes Rathaus in Bamberg

Am besten lässt sich das gotisch-barocke Wahrzeichen in seiner ganzen Pracht vom Geyerswörthsteg erfassen. Das Alte Rathaus steht mitten im Fluss und ist nur über Brücken zu erreichen. Der Legende nach, weigerte sich der Bischof Grund und Boden zur Errichtung des Rathauses zur Verfügung zu stellen. Deshalb schütteten listige Bürger eine künstliche Insel in der Regnitz auf und erbauten darauf das wahrscheinlich am meisten fotografierte Wahrzeichen Bambergs.

Altes Rathaus in Bamberg

Bemerkenswert sind die farbenfrohen Fresken an der Fassade des Alte Rathauses. Sie stammen aus dem 18. Jhdt und wurden von Johann Anwander geschaffen. Wer genau schaut, entdeckt das kleine Beinchen eines Putto, das aus dem Wandfresko ragt. Der bewusste Hingucker lenkt den Blick auf den Namen des Malers, der sich an dieser Stelle für die Nachwelt verewigt hat.

Altes Rathaus in Bamberg

Und noch ein witziges Detail. Weil der Fürstbischof dem Künstler weniger bezahlen wollte als vereinbart, verpasste Anwander einem Frauenbildnis zwei zusätzliche Brüste. Da der Fürstbischof als Geistlicher sich mit der weiblichen Anatomie nicht auskennen durfte, konnte er auch nicht gegen die Frau mit den vier Brüsten protestieren.

Goblmoo – Brunnen

Goblmoo - Brunnen

Über die Obere Brücke überqueren wir die Regnitz und treffen am Grünen Markt auf den Gabelmann, einer bekannten Bamberger Neptunfigur, die wegen ihres Dreizacks im Dialekt Goblmoo genannt wird. Auch um die Errichtung des Goblmoo – Brunnen rankt sich eine Legende.

Goblmoo - Brunnen

Ein ehemaliger Ratsherr aus Bamberg vermachte der Stadt nach seinem Tod testamentarisch 800 Gulden zur Errichtung eines Brunnens. Dummerweise verstarb er in Nürnberg und die Nürnberger weigerten sich das Geld auszubezahlen. Und so mussten Freunde des Ratsherrn das Geld in einem Salzgefäß versteckt aus der Stadt schmuggeln.

Jesuitenkirche – Pfarre St Martin

Jesuitenkirche – Pfarre St Martin

Nur einen Steinwurf vom Goblmoo entfernt befindet sich die ehemalige Jesuitenkirche, deren barocke Fassade den Grünen Markt dominiert. Ihr Aussehen verdankt der Sakralbau dem Brüderpaar Dientzenhofer. Sie nahmen dabei Anleihe an der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom.

Jesuitenkirche – Pfarre St Martin

Weitaus interessanter ist die Geschichte über das jährliche Treffen der Bamberger Muttergottes-Statuen eine Woche nach Maria Himmelfahrt. In einer feierlichen Prozession wird die “Freudenreiche Muttergottes” von der “Oberen Pfarre” zur Jesuitenkirche getragen, wo schon die “Schmerzhaften Muttergottes” auf sie wartet. Nach einer alten Legende kommt es zu einem Krieg, wenn das jährliche Treffen der beiden Marien entfällt. Als Beweis werden die Jahre 1914 und 1939 genannt, wo der Besuch nicht zustande kam.

Die Humsera

Die Humsera

Schon seit Jahrhunderten verkaufen Marktstandler Obst und Gemüse am Grünen Markt. Einen gewissen Kultstatus erlangte dabei die alte Humsera, an die eine kleine Brunnenfigur in der Nähe der Jesuitenkirche erinnert. Die für ihr loses Mundwerk bekannte Marktfrau war berüchtigt für ihre derben Sprüche und Verkaufstricks. Sie betrog beim Abwiegen der Ware oder schummelte schimmeliges Obst in den Einkauf. Wer sich beschwerte bedachte sie mit den Worten „Mich konnst gern hom, waßt scho wu“!

Der Ochse, der niemals ein Kalb war – Altes Schlachthaus

Altes Schlachthaus

Über die Fischstraße spazieren wir zurück zum Ufer der Regnitz. Unser Ziel ist das Alte Schlachthaus. Wo einst Kälber und Schweine geschlachtet wurden, büffeln heute Studenten. Nur der Ochse im Hausgiebel erinnert noch an die einstige Funktion des spätbarocken Gebäudes.

Altes Schlachthaus

Der Ort war gut gewählt. Denn Blut und Schlachtabfälle konnten direkt in die Regnitz entsorgt werden. Zum Ochsen gibt es auch noch eine Geschichte zu erzählen. Seine Hörner wurden bei Volksfesten solange als Stromkabelhalterung missbraucht, bis eines davon abbrach. Die Stadtväter mussten bis in die ungarischen Partnerstadt Esztergom reisen um passende Ersatzhörner aufzutreiben.

Statue der Heiligen Kunigunde

Altes Schlachthaus

Wir verlassen den blutrünstigen Ort und schlendern über die Untere Brücke auf die andere Uferseite. Von der Brücke habt ihr einen schönen Blick auf Klein Venedig, welches wir auf unserem Stadtspaziergang durch Bamberg später noch besichtigen werden.

Statue der Hl Kunigunde

Werft auch einen Blick auf die Statue der Heiligen Kunigunde. Gemeinsam mit ihrem Mann Kaiser Heinrich II veranlasste sie die Errichtung des Bamberger Doms. Doch dazu später. Über Kunigunde kursieren zahlreiche Legenden.

Statue der Hl Kunigunde

So wird erzählt, dass sie des Ehebruchs bezichtigt wurde. Kunigunde besteht zum Beweis ihrer Unschuld auf einem Gottesurteil. Sie läuft barfuß über glühende Pflugscharen, bleibt unverletzt und erklärt dem erstaunten Publikum, dass noch nie mit irgendeinem Mann intim war. Auch nicht mit dem armen Heinrich! Wir verabschieden uns von Kunigunde und folgen der Dominikanerstraße.

Braugaststätte Schlenkerla

Braugaststätte Schlenkerla

Vor der historischen Braugaststätte Schlenkerla in der Dominikanerstraße herrscht zu jeder Tages- und Nachtzeit dichtes Gedränge. Einheimische und Touristen versammeln sich gleichermaßen vor dem Lokal um das berühmte Rauchbier zu verkosten. Ganz ehrlich, uns hat das rauchig herbe Bier, dessen Geschmack an Schwarzwälder Schinken erinnert, so gar nicht begeistert.

Braugaststätte Schlenkerla

Anderen hat es – den wankenden Bewegungen entnehmend – umso mehr geschmeckt. Apropos wankende Bewegungen. Seinen Namen verdankt die Braugaststätte Braumeister Andreas Graser. Dieser war beim Ausladen der Fässer unter die Räder eines Pferdefuhrwerks geraten und musste fortan seinen Gehfehler durch auffälliges Schlenkern mit den Armen ausgleichen.

Klein Venedig

Klein Venedig

Ortswechsel! Wir spazieren die Kasernenstraße entlang bis zur Regnitz und folgen ein Stück dem Leinritt. Der Leinritt wurde unmittelbar am Ufer der Regnitz angelegt, damit Pferde mit Hilfe langer Seile Frachtschiffe flussaufwärts ziehen konnten.

Klein Venedig

Wir schauen auf die andere Uferseite und entdecken ihn: Den Postkartenblick auf Klein Venedig! Der Vergleich mit der Serenissima ist ambitioniert. Prachtvolle Palazzi und die Rialto-Brücke suchen wir vergeblich. Dafür entdecken wir einen Gondoliere der mit sanften Ruderschlägen seine original venezianische Gondel durch die Fluten der Regnitz steuert.

Klein Venedig

Bambergs Klein Venedig besteht nur aus einer einzigen Zeile von mittelalterlichen Fachwerkhäusern, die sich dicht am Ufer der Regnitz drängen. Über Jahrhunderte hinweg wurden diese von Fischern und Schiffern bewohnt. Charakteristisch für die Fischerhäuser sind die kleinen Vorgärten und die breiten Holzbalkone.

Klein Venedig

Wo einst Fischernetze trockneten, wuchern heute Geranien aus Blumentöpfen. “O sole mio” liegt mir auf der Zunge. Ich lasse es lieber bleiben, spare mir die Luft für den Weg zum Domplatz.

Der Domplatz – 1.000 Jahre Geschichte

Bamberger Dom

Wir gehen die Kasernenstraße zurück und folgen dem Anstieg auf den Katzenberg. Nach dem wir noch ein paar Stufen überwunden haben, erreichen wir den mit Kopfsteinen gepflasterten und leicht abfallenden Domplatz. Stellt Euch etwa in die Mitte des Platzes, blendet die Touristengruppen aus und lasst diesen eindrucksvollsten Platz Bambergs auf Euch wirken! Von der Romanik über die Renaissance bis zum Barock und Rokoko – Ihr atmet hier mehr als 1.000 Jahre Geschichte.

Bamberger Dom

Bamberger Dom

Beginnen wir mit dem romanischen Bamberger Dom, der mit seinen vier markanten Türmen das beherrschende Bauwerk der Bamberger Altstadt ist.

Bamberger Dom

Gestiftet wurde das mächtige Gotteshaus von Kaiser Heinrich und seiner Gattin Kunigunde im Jahr 1004, die auch im Dom ihre letzte Ruhestätte fanden. Am Sargdeckel des mächtigen Hochgrabs ist das heiliggesprochene Kaiserehepaar überlebensgroß dargestellt.

Bamberger Dom

Das bedeutendste Kunstdenkmal des Doms ist jedoch der Bamberger Reiter. Wen der Ritter darstellt, darüber streiten noch heute die Experten. Zurzeit gilt der Heiligen Stephan von Ungarn, der Schwager Heinrichs II als aussichtsreicher Kandidat. Einer Legende zufolge soll Stephan – damals noch als Heide – bei seinem ersten Besuch in Bamberg geradewegs in den Dom galoppiert sein. Später heiratete er die Schwester von Heinrich II und wurde Ungarns erster christlicher König.

Bamberger Dom

Es lohnt sich auch den Bamberger Dom von außen genauer unter die Lupe zu nehmen. Werft zuerst einen Blick auf die beiden Westtürme, wo ihr kurioserweise in luftiger Höhe steinerne Kühe entdecken könnt. Das tierische Denkmal erinnert an die zahlreichen Kühe, Ochsen und Esel, die das schwere Baumaterial für den Dombau von den Steinbrüchen auf den Domplatz schleppten und dieses dann mittels Flaschenzügen nach oben zogen.

Bamberger Dom

Mit vielen Details ist auch das nur an Festtagen geöffnete Fürstenportal geschmückt. Das Bogenfeld oberhalb des Türsturzes zeigt das Weltgericht mit Jesus als Richter. Links von Jesus die Seligen kurz vor ihrer Himmelfahrt, rechts die Verdammten, die in der Hölle schmoren müssen.

Bamberger Dom

Schaut Euch auch die einzelnen Gesichter näher an. Besonders gut gelungen sind die glücklich lächelnden Mönche, die in den Himmel auffahren dürfen.

Bamberger Dom

Und zum Abschluss noch ein kurioses Detail. An der rechten Eingangspforte ragen Metallknöpfe aus der Mauer. Diese symbolisieren die Bamberger-Längeneinheiten Fuß und Elle. Die Länge des Fußes betrug 26,8 cm. Einer Überlieferung nach, entsprach dies exakt der Schuhgröße von Kunigunde. Aus heutiger Sicht ist dies eher unwahrscheinlich, denn dann hätte die Kaiserin Schuhe in der Größe 44 benötigt. Die Bamberger Elle maß übrigens 67 cm oder exakt 2,5 Fuß.

Alte Hofhaltung

Alte Hofhaltung

Die Südwestseite des Domplatzes wird von der Alten Hofhaltung aus dem 15. und 16. Jhdt begrenzt. Das prachtvolle Renaissancegebäude mit seinem Fachwerk und den Galeriebalkonen diente einst den Fürstbischöfen als Residenz.

Alte Hofhaltung

Davor stand an dieser Stelle das “Castrum Babenberg”, die ehemalige Kaiserpfalz von Kaiser Heinrichs II. Nach dem Umzug des Fürstbischofs in die Neue Residenz im Jahr 1602 wurden die Gebäude der Alten Hofhaltung als Kanzlei, Bibliothek und Ratsstube genutzt.

Alte Hofhaltung

Heute befindet sich hier das sehenswerte Historische Museum der Stadt Bamberg.

Neue Residenz

Neue Residenz

Bekanntlich benötigt ein Erzbischof eine repräsentative Bleibe. Da die Alte Hofhaltung nicht mehr den Geschmack der Zeit traf, ließen sich die geistlichen Herren ab 1602 die Neue Residenz errichten. Um 1700 erhielt die Neue Residenz unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn ihr heutiges barockes Aussehen.

Neue Residenz

Besonders prachtvoll gelangen die Prunkräume und der Kaisersaal, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Nach der Säkularisation von 1803 verloren die Fürstbischöfe ihre Macht und die bayrischen Könige hatten nun das Sagen in der Neuen Residenz.

Neue Residenz

Bekanntester Bewohner war der aus Bayern stammende König Otto I von Griechenland. Nach einem Militärputsch kehrte Otto mit seiner Frau nach Bayern zurück, wo sie bis zu ihrem Tode in der Neuen Residenz im Exil lebten.

Der Rosengarten

Rosengarten Neue Residenz

Auf keinem Fall solltet Ihr den Rosengarten hinter der Residenz versäumen. Besonders sehenswert ist die kleine Gartenanlage zur Zeit der Rosenblüte. Genießt aber auch den Blick auf die oft schiefen Dächer der Altstadt.

Dachlandschaft

Den Blick auf die schiefen Dächer war auch das Letzte was Alexander Berthier am 1. Juni 1815 sah, bevor er in der Residenzstraße aufschlug und starb.

Dachlandschaft

Nur ein paar Meter vom Rosengarten entfernt, fiel der Marschall Napoleons freiwillig oder unfreiwillig aus einem Fenster im zweiten Stock der Neuen Residenz. Gerüchten zufolge soll Berthier von sechs maskierten Männern getötet worden sein, die den verhassten Franzosen aus dem Fenster warfen.

Auf den Spuren von E.T.A Hoffmann: Das Apfelweibla

Das Apfelweibla

Bevor es zu unserem letzten Ziel unseres Stadtspaziergangs durch Bamberg geht, machen wir vom Domberg noch einen Abstecher in die Eisgrube. Keine Angst, arktische Temperatuten werden Euch hier nicht erwarten, sondern nur der berühmteste Türknopf der Literaturgeschichte.

Haus mit berühmtesten Türknopf Bambergs

Der witzige Messing-Türknopf am Haus in der Eisgrube 14 inspirierte den Schriftsteller E.T.A Hofmann zu seiner Figur des “Apfelweibla” in der Novelle “Der goldene Topf”. In dieser Geschichte erscheint dem Studenten Anselmus das Apfelweibla als Horrorfigur in einem Traum. Hoffmann war in diesem Haus öfter zu Gast, da hier sein Freund Carl Friedrich Kunz lebt.

Auf den Keller gehen

Auf dem Keller

Zeit für eine Belohnung! Bamberg ist bekanntlich eine Bierstadt mit einer 1.000 jährigen Braukunst-Geschichte. Es liegt also auf der Hand, dass wir als letztes Ziel des heutigen Stadtspaziergangs durch Bamberg einen Bierkeller anpeilen. Jedoch geht man in Bamberg nicht “in”, sondern “auf” den Keller, da diese auf den Hügeln der Stadt liegen. Wir sind am Weg zum “Spezialkeller” am Stephansberg.

Auf dem Keller

Der Spruch “auf den Keller gehen” geht zurück auf jene Zeit, als es noch keine elektrischen Kühlschränke gab und das Bier in tiefen Felskellern gelagert wurde, damit es nicht verdarb. Über den Kellern pflanzten die Bierbrauer ein paar Rosskastanien, stellten Tische und Stühle auf, errichteten eine Schank und schon waren die Keller magische Anziehungspunkte für Spaziergeher.

Blick auf Bamberg

Mittlerweile haben wir den “Spezialkeller” erreicht und sitzen unter einer schattenspendenden Rosskastanie. Das Bier ist süffig, die fränkische Brotzeit deftig und der wunderschöne Panoramablick auf Bamberg einmalig. Der ideale Ort um sich zu erholen und den Tag Revue passieren zu lassen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in und rund um Bamberg

Schloss Seehof

Schloss Seehof

An erster Stelle steht sicherlich das rund drei Kilometer nordöstlich von Bamberg entfernte Schloss Seehof. Das barocke Schlossgebäude mit seinen markanten Türmen war einst die Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe und wurde im Auftrag des Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg errichtet.

Schloss Seehof

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 kamen Schloss und Garten in den Besitz der Familie von Zandt. Mit dem Tod von Baron Franz Joseph von Zandt, der 1951 unter mysteriösen Umständen im Schlossweiher ertrank und der Wiederheirat seiner Witwe mit dem Baron von Hessberg begann der Verfall der Schlossanlage. Absoluter Tiefpunkt in der Geschichte von Schloss Seehof war das Jahr 1956.

Schloss Seehof

Das Ehepaar von Zandt-Hessberg verkaufte im großen Stil das Originalmobiliar des Schlosses, um nicht komplett zu verarmen. Hinter vorgehaltener Hand war auch von hohen Spielschulden die Rede. 1975 erwarb der Freistaat Bayern die Liegenschaf, der das Schloss aufwendig sanieren ließ. Heute erstrahlen einige Räume des Schlosses wieder in altem Glanz, die im Rahmen einer empfehlenswerten Führung besichtigt werden können.

Schloss Seehof

Auch der Schlossgarten konnte zum Teil wiederhergestellt. Von der einstigen Pracht zeugen noch heute die Wasserspiele der Kaskade, die von Mai bis Ende September jeweils zur vollen Stunde zu bewundern sind.

Spaziergang entlang der Regnitz

An der Regnitz - Schleuse 100

Empfehlen können wir auch einen Spaziergang entlang der Regnitz zur Schleuse 100. Ihr startet am besten bei der Tourist Information und folgt einfach dem Fluss. Die Schleuse 100 ist die letzte der Schleusen des unter König Ludwig I von 1836 – 1845 erbauten Ludwig-Main-Donau Kanals, einem Industriedenkmal aus der Zeit vor der Erfindung der Eisenbahn. Die 172 km lange künstliche Wasserstraße verband die Donau bei Kelheim mit dem Main bei Bamberg. Somit bestand eine schiffbare Verbindung zwischen der Nordsee bei Rotterdam und dem Schwarzen Meer bei Constanța. Der anfangs noch lebhafte Schiffsverkehr litt schon bald unter der Konkurrenz der Eisenbahn und das unaufhaltbare Ende des Ludwig-Main-Donau Kanals nahm seinen Lauf.

Villa Concordia

Von der Schleuse 100 habt ihr einen schönen Blick auf die barocke Villa Concordia, die der Hofbeamte Ignaz Tobias Böttinger zwischen 1716 und 1722 in Auftrag gab. Heute ist die Villa Concordia ein Internationales Künstlerhaus mit den Schwerpunkten neuer Literatur, bildender Kunst und Musik untergebracht.

An der Regnitz

Weiter geht es durch den Stadtpark Hain, wo bereits E.T.A. Hoffmann spazieren ging und den sprechenden Hund Berganza traf. Ob Hoffmann vor der Begegnung zu tief ins Glas geblickt hat oder zu viele Bewusstsein erweiternde Substanzen erwischte, ist leider nicht überliefert. Im Stadtpark Hain befindet sich auch das Bootshaus mit seinem schönen Biergarten, der ideal Platz um am Wasser zu sitzen, ein Bier zu trinken und den Ruderern beim Training zu zusehen.

Der E.T.A Hoffmann Weg

E.T.A. Hoffmann

Ein von der Stadt Bamberg angelegter E.T.A Hoffmann Weg führt zu den wichtigsten Spuren des Schriftstellers. Unteranderem könnt Ihr seine Wohnung am Schillerplatz 26 besichtigen, wo er mit seiner Frau Michaelina zwischen 1808 und 1813 lebte.

E.T.A. Hoffmann Museum

Besonders skurril mutet das Loch in der Decke zwischen ersten und zweiten Stock an. Hoffmann nutzte es nicht nur zur Konversationen mit seiner Frau, sondern auch für komische Überraschungen. So warf er Handtücher und Stiefel durch die Lucke, um die arme Frau zu erschrecken. Man munkelt, dass ihm seine Frau auch heißen Punsch durch das Loch in der Decke reichen musste.

E.T.A. Hoffmanns große Liebe

An eine unglückliche Liebe erinnert die Gedenktafel in der Lange Straße 13. Hier lebte die 14 jährige Julia Mark, in die sich der 20 Jahre ältere Hoffmann unsterblich verliebte. Hoffmanns skurriles Wesen, sein ausschweifender Lebenswandel und seine grotesken Werke über Wahnsinnige, Tiere oder Geistererscheinungen brachten ihm den Spitznamen “Gespenster-Hoffmann” ein.

HINWEIS
Wer Bamberg in Ruhe genießen möchte, sollte die Stadt unter der Woche besuchen. Meiden sollte man Bamberg hingegen am Wochenende, denn die Stadt zieht Junggesellenabschiede in laienschauspielartigen Kostümen oder Alt-Herrenrunden magisch an. Und noch ein letzter Tipp: Bamberg liegt in Oberfranken und gehört politisch gesehen zu Bayern. Einen Franken aber als Bayern zu bezeichnen, gleicht schon einem Sakrileg. Das kommt ungefähr so gut an, wie einen Österreicher mit einem Deutschen in einen Topf zu werfen.

NOCH MEHR FOTOS ZUR INSPIRATION?
Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einem Ausflug nach Bamberg inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser wunderschönen Stadt in Franken findet Ihr im Fotoalbum unter: BAMBERG – EINE STADT ZUR FUSS ENTDECKEN