HELDENBERG – WEINWANDERWEG WETZDORF IM SCHMIDATAL

Diese gemütliche Rundwanderung führt uns durch die Heldenberger Weingärten und bietet zahlreiche schöne Ausblicke ins Schmidatal und Tullner Feld.

Ausgangspunkt Großwetzdorf

Weinwanderweg Wetzdorf

Unsere rund sieben Kilometer lange Wanderung startet beim Feuerwehrhaus in Großwetzdorf, wo uns ein Hinweisschild mit der Aufschrift »Weinwanderweg Wetzdorf« den richtigen Weg weist. Über den Kegelbründlweg erreichen wir den Bäckergraben, der uns leicht ansteigend durch Felder und Weingärten führt. Bis zu unserem ersten Ziel bleibt uns ein wenig Zeit Euch etwas über den Heldenberg zu erzählen.

Exkurs: Der Heldenberg

Heldenberg

Viele kennen den Heldenberg als monumentale Gedenkstätte für die Helden der kaiserlichen Armee, die vom Armeelieferanten Josef Pargfrieder in den 1830er Jahren errichtet wurde. Nach der Fertigstellung stellte Pargfrieder jedoch fest, dass noch das » gewisse Etwas« für seine Ruhmesstätte fehlte. Echte Helden mussten es sein, die hier ihre letzte Ruhestätte finden sollten. Was für ein Glück, dass der berühmteste Feldherr der Donaumonarchie, Feldmarschall Radetzky spielsüchtig und schwer verschuldet war.

Heldenberg

Als Pargfrieder von der prekären Situation Radetzkys erfuhr, beglich er dessen Spielschulden. Im Gegenzug wurde vertraglich vereinbart, dass sich Radetzky nach seinem Tod am Heldenberg begraben lassen musste. Ähnlich erging es Feldmarschall Wimpffen, dessen Schulden ebenfalls Pargfrieder übernahm. So kam es, dass die sterblichen Überreste von Radetzky und Wimpffen in einer gemeinsamen Gruft am Heldenberg landeten.

Heldenberg - Gruft

Und Pargfrieder? Der schrullige Armeelieferant ließ sich nach seinem Tod ebenfalls in der Gruft, mit Ritterrüstung und rotem Mantel bekleidet, zwischen Radetzky und Wimpffen auf einem Sessel sitzend bestatten. Das Volk dichtete dazu folgenden Spottvers: »Hier ruhen drei Helden in ewiger Ruh, zwei lieferten Schlachten, der dritte die Schuh.

Heldenberg

Wer Österreichs Antwort auf die deutsche Walhalla noch nie besucht hat, sollte nach der Wanderung dieser unbedingt einen kurzen Besuch abstatten. Wer mit Radetzky, Wimpffen und Co jedoch nichts am Hut hat, dem empfehlen wir den Besuch von Kollers Automobilmuseum am Fuße des Heldenberges. 130 Jahre Automobilgeschichte wird in Form von 150 Oldtimern lebendig. Absolut sehenswert.

Bisongehege Großwetzdorf

Bisongehege am Weinwanderweg Wetzdorf

Nach diesem kurzen historischen Abriss über die Geschichte des Heldenbergs, haben wir in der Zwischenzeit ein Wildgehege erreicht, wo Bisons friedlich grasen. Diese können bis zu 30 Jahre alt werden und ein Gewicht von rund einer Tonne erreichen.

Weinwanderweg Wetzdorf

Fast fühlt man sich in die Weiten der amerikanischen Prärien versetzt, wo die mächtigen Tiere einst den Indianern für viele hundert Jahre ausreichend Nahrung boten. Zur Vollendung der Illusion fehlt nur mehr Winnetou und Old Shatterhand, die auf ihren Pferden über die Wiesen galoppieren.

Schober´s Weinbrunnen

Weinwanderweg Wetzdorf

Der gut beschilderte Weinwanderweg Wetzdorf führt uns weiter zwischen Weingärten bergauf. Auch in den Heldenberger Weinrieden gedeiht der Grüne Veltliner. Der typische Wein des Weinviertels schmeckt fruchtig und würzig. Ein »Pfefferl« im Geschmack verleiht ihm dabei eine unverkennbare Note.

Weinbrunnen am Weinwanderweg Wetzdorf

Mittlerweile haben wir auf einer Anhöhe den Rastplatz »Schober´s Weinbrunnen« erreicht. Hier könnt ihr Euch aus einem rund drei Meter tiefen Brunnenschacht Wein und Mineralwasser gegen einen kleinen Obolus hochkurbeln.

Weinwanderweg Wetzdorf

Gönnt Euch einen weißen Spritzer und genießt dabei die wunderschöne Aussicht ins Schmidatal. Sogar der beste Fotopunkt wurde mit einem Schild markiert.

Rotes Kreuz am Weinwanderweg Wetzdorf

Rotes Kreuz am Weinwanderweg Wetzdorf

Unser nächstes Ziel am Weinwanderweg Wetzdorf ist das »Rote Kreuz«, welches den höchsten Punkt unserer Wanderung markiert. Errichtet im 19. Jhdt steht es am Grenzpunkt zwischen den Pfarren Großwetzdorf, Oberthern und Rohrbach. »Rote Kreuze« findet man auch in zahlreichen anderen Gemeinden Österreichs. Oft wurden diese an einer Unglücksstätte aufgestellt, an der Blut geflossen war.

Weinwanderweg Wetzdorf

Es gibt aber auch die Theorie, dass Nomaden einst gute Weideplätze mit Pfählen markierten. Zur besseren Sichtbarkeit färbten die Viehtreiber diese mit dem Blut geschlachteter Tiere ein. Während der Christianisierung wurden die heidnischen Pfähle durch Kreuze ersetzt und dienten weiterhin als Orientierungshilfe für Bauern, Pilger oder Lehnsherren.

Über die Stecherkapelle zurück zum Ausgangspunkt

Weinwanderweg Wetzdorf

Der Weinwanderweg Wetzdorf führt nun abwechselnd durch Wald und Weingärten stetig bergab. Ihr spaziert am »Blick ins Land – Rastplatz« vorbei, der nochmals zu einem kurzen Innehalten einlädt um den Rundblick ins Schmidatal und Tullner Feld zu genießen.

Stecherkapelle am Weinwanderweg Wetzdorf

Der nächste Orientierungspunkt am Weinwanderweg Wetzdorf ist die kleine Stecherkapelle, die im 18. Jhdt errichtet wurde. In weiterer Folge erreicht ihr die Kellergasse von Großwetzdorf, von wo es nur mehr ein Katzensprung zum Ausgangspunkt zurück ist.

Streckenplan

FOTOALBUM
Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Tipps zu einer Wanderung im Schmidatal inspirieren konnten. Noch mehr Fotos zu dieser gemütlichen Tour findet Ihr im Fotoalbum unter: Der Heldenberg und der WeinWanderWegWetzdorf