# ZUSATZTAG ALENTEJO – ENTDECKT MONSARAZ, MOURA, MERTOLÁ ODER BEJA!

Portugal Rundreise Zusatztag: Imposante Klöster oder königliche Prunkbauten wird man im Alentejo vergeblich suchen. Es sind die kleinen verträumten Orte, die Weite der Landschaft und tragische Liebesgeschichten, die den Alentejo so einzigartig machen.

Programm Zusatztag 3
Am Vormittag fahren wir von Évora nach Monsaraz, wo wir einen Spaziergang durch das weiße Dorf an der spanischen Grenze unternehmen. Nach der Besichtigung von Monsaraz geht es weiter nach Moura. Frühaufsteher entdecken noch Mertolá und Beja. Alle anderen fahren von Moura gemütlich zurück nach Évora.

Monsaraz – Das weiße Dorf an der Grenze

Monsaraz

Zu den sehenswerten Orten im Alentejo zählt das an der spanischen Grenze liegende Bergstädtchen Monsaraz. Es ist vollständig von einer mächtigen Stadtmauer umgeben und für den Autoverkehr gesperrt. Wir fühlen uns beim Spaziergang durch die schmalen Gässchen ins Mittelalter zurückversetzt.

Monsaraz

Es fehlen nur Gaukler, Spielleute und fahrende Händler. Auch Einwohner sind in den paar kopfsteingepflasterten Gässchen kaum zu sehen. Wenige Touristen haben sich hierher verirrt. Sie tauchen nur dann auf, wenn ich in ein Foto machen möchte. Und dann haben sie Zeit, viel Zeit. Da werden WhatsApp-Nachrichten gecheckt und verschickt, Anrufe getätigt oder sie bleiben einfach zur Salzsäure erstarrt, stehen.

Monsaraz

Kleine, strahlend weiß gekalkte Häuser mit Außentreppen und schmiedeeisernen Balkonen prägen den Ort. Monsaraz hat viel Flair und zählt zu den ältesten und besterhaltenen historischen Orten des Alentejo. Bereits zur prähistorischen Zeit besiedelt, folgten später Römer, Westgoten und die Mauren.

Monsaraz

Die maurische Herrschaft endete erst, als Ritter Giraldo, der Furchtlose die Stadt für den portugiesischen König zurückeroberte. Ob er mit einer ähnlichen List, wie in Évora vorging, ist nicht bekannt, wäre aber denkbar.

Monsaraz

Unschuldiges Mädchen verliebt sich in feindlichen Spion, der ihr die große Liebe vorgaukelt. Sie öffnet ihm eine Pforte in der Stadtmauer. Er schiebt sie beiseite, dringt mit seinen Männern ein und metzelt alle Feinde nieder, inklusive der nun nicht mehr unschuldigen Maid.

Monsaraz

Zeitsprung, rund 200 Jahre später. Nach der Auflösung des Templerordens durch den Papst und der brutalen Verfolgung der Templer in Frankreich, flohen die Überlebenden nach Portugal. Der portugiesische König gewährte den kampferprobten Männern Asyl in der Burg von Monsaraz. Als Dank für die neue Heimat sicherten die Templer dem König die Grenze zu Spanien und nannten sich aus PR-Gründen fortan Christusritter.

Monsaraz

Versäumt auf keinem Fall den außergewöhnlichen Panoramablick von der Burgmauer. Dieser ist wahrlich atemberaubend. Danach ist eine kleine Stärkung angesagt. Was gibt es gemütlicheres als bei einem Glas Rotwein aus dem Alentejo und einer Käseplatte auf einer Restaurant-Terrasse zu sitzen und “ins Land einizuschaun”.

Moura – Eine tragische Liebesgeschichte

Moura, ehemaliges maurisches Viertel

Die Mauren sind im Alentejo allgegenwärtig. In der Stadt Moura erinnert das Stadtviertel Mouraria mit seinen niedrigen weißen Häusern und dem reichlichen Blumenschmuck an die maurische Vergangenheit.

Moura

Der Name Moura – die Maurin – geht auf die tragische Liebesgeschichte der Maurin Salúquia zurück. Am Vorabend von Salúquias Hochzeit überfielen und töteten die Portugiesen ihren Bräutigam und sein Gefolge. Mit den Kleidern der Mauren verkleidet, gelang es den Portugiesen in die Burg einzudringen und die Stadt zu erobern. Um nicht in Gefangenschaft zu geraten, stürzte sich Salúquia von den Zinnen der Stadtmauer.

Mertolá

Mertola

Mertolá ist ein weiterer Ort mit maurischer Vergangenheit. Die Kirche von Mertolá war einst eine Moschee. Bei der Rückeroberung der Stadt durch die Christen wurde sie nicht zerstört. Im Gegenteil – man ließ sogar die nach Mekka ausgerichtete Gebetsnische an ihrem Platz. Man stellte einfach einen Altar davor. Schnell wurde auch noch ein Kreuz errichtet und schon war der Glaubenswechsel vollzogen.

Beja

Beja

Schon lange vor den Mauren fielen die Römer in Portugal ein. Nach dem einen oder anderen Scharmützel mit lusitanischen Stämmen, unterzeichnete Julius Cäsar in Beja einen Friedenvertrag mit den rebellischen Einheimischen.

Beja, Römerfest

Und nachdem sich die Bewohner Bejas noch heute gerne an diesen Tag erinnern, findet jährlich das “Festival Beja Romana” statt, ein Umzug in römischen Kostümen. Wie die Römer wirklich gelebt haben, erfahren wir am Rückweg von Beja nach Évora. Wir besuchen noch kurz die Ruine einer römischen Landvilla in São Cucufate. Sie eröffnet uns einen kleinen Einblick in das römische Landleben vor 2000 Jahren in Portugal. Die Ausgrabungsstätte ist ein besonderer Ort. Nicht kolossal oder besonders prächtig, dafür sehr beschaulich.

Olivenbäume im Alentejo

Grillen zirpen zwischen knorrigen Olivenbäumen und Rosmarinsträuchern um die Wette. Der Duft von Thymian liegt in der Luft. Wir haben die Ruine ganz für uns alleine. Ein naheliegender Bach wurde in einen künstlichen Swimmingpool umgeleitet. Wir schlendern durch die Ruine, entdecken alte Fresken.

Störche im Alentejo

Der Tag neigt sich dem Ende zu. Wir verlassen den beschaulichen Ort und treten den Heimweg nach Évora an.

INFOS

Reiseroute

Évora > Monsaraz (55 km) > Moura (50 km) > Mertolá (85 km) > Évora (132 km) > Distanz ca 322 km